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Präzisionslok ohne Dampf

Wie bitte? Das Hightech-Unternehmen produziert eine Modelleisenbahn? Steigt die Firma Amsler & Frey AG etwa in die Spielzeugproduktion ein? Nichts gegen Spielzeuge, aber sieht die Höchstpräzionsfirma tatsächlich dort ihre Zukunft?

Werkstattleiter Marcel Heiniger hat das vielleicht 40 Zentimeter lange Modell einer Dampflokomotive mitgebracht. Er hatte die Idee dazu, und er hat auch die technischen Pläne gezeichnet. Der Hintergrund für diese Arbeit steht nicht in den Auftragsbüchern von Amsler & Frey. Es ist die Prüfungsaufgabe für einen Lehrling im Abschlussjahr. Er bekommt die Pläne vorgelegt, ebenso das benötigte Rohmaterial. Und nun darf er zeigen, wozu er nach vier Lehrjahren fähig ist. Die Maschine einrichten, Drehen, Fräsen, alles zusammenbauen.

Präzise muss es sein
Wenn die Toleranzen nicht eingehalten werden, wenn die Maschinen auch nur um Nuancen falsch eingestellt sind, lässt sich die Lokomotive nicht zusammensetzen, oder sie fällt auseinander. Marcel Heiniger setzt klare Regeln: «Wir beurteilen das Vorgehen, die Genauigkeit und den ästhetischen Eindruck des fertigen Werkstücks.»

Wie bei jedem Auftrag erstellen die Konstrukteure eine CAD-Zeichnung, ein dreidimensionales Volumenmodell, das sich auf dem Computer-Bildschirm drehen, wenden und von allen Seiten betrachten lässt. Aufgrund der exakten Messdaten programmiert der Prüfling die Fräsmaschine für jedes einzelne Bestandteil des Dampflok-Modells. Das Führerhaus, den Tender, den Radkasten, die Räder, die Schubstange, den Kessel, den Schlot, die Dome, die Puffer …

Für jedes Einzelteil der Dampflok – hier ein grosses Rad – schreibt eine technische Zeichnung die Masse vor, auf Hundertstel genau!

Das fertige Dampflokmodell. Der Kessel ist nicht mit Wasser, sondern mit edlerem «Brennstoff» gefüllt

 

Was im fertigen Modell kaum auffällt, ist besonders anspruchsvoll. So befinden sich auf der Oberseite des Kessels eingefräste Vertiefungen, um den Schlot und die Dome genau einzupassen. Die Frontabdeckung des Kessels klemmt dank einer eingefrästen Nut fest. Wenn die Abdeckung zu stark klemmt, lässt sie sich nicht mehr öffnen. Lose darf sie aber keinesfalls sein. Ferner muss der Prüfling die drei Rohstoffe Plexiglas, Polyacetal und PVC farblich aufeinander abstimmen und sie sachgemäss verkleben.

Treibstoff aus dem Rebberg
An Motivation fehlt es nicht. Ein besonders engagierter Betreuer des Prüflings geht in Pension. Die Dampflok ist als Geschenk an ihn gedacht. Der Clou: Der Kessel der Lokomotive lässt sich vorne öffnen, sofern er präzis gearbeitet ist, so dass sich ins Innenleben der Lok eine Weinflasche schieben lässt. So ausgerüstet, überbringt das Modell die Botschaft aus dem Hause Amsler & Frey: «Zur Pensionierung wünschen wir Dir weiterhin viel Dampf und beste Gesundheit.»

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Die Firma Amsler & Frey AG konstruiert anspruchsvolle, hoch präzise Teile aus Kunststoff. Einzelteile und ganze Serien. Sie montiert Kunststoff-Baugruppen und handelt mit Halbfabrikaten aus Kunststoff. Die Kunden gehören zu den unterschiedlichsten Branchen: Maschinen- und Apparatebau, Medizinaltechnik, Lebensmittelindustrie, Elektrotechnik, Messwesen, Energieversorgung, öffentliche Betriebe wie Hochschulen, Bundes- und Forschungsstellen u. a. Alle sind sie darauf angewiesen, dass bei Amsler & Frey absolut exakt gearbeitet wird. So wie es von den Lehrlingen bei der LAP gefordert wird, zum Beispiel beim Bau eines Dampflok-Modells.

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Amsler & Frey AG
Feldstrasse 26
CH-5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 463 60 70
F +41 56 463 60 79

info@amsler-frey.ch
www.amsler-frey.ch

Von der Labormaus zur Chefetage

«Waren Sie in Ihrem Beruf unzufrieden?» Der gelernte Chemielaborant Marc Straehl wehrt entschieden ab. «Überhaupt nicht. Aber ich sah darin kaum Entwicklungschancen. Auf gar keinen Fall will ich beruflich stehen bleiben. Ich will Verantwortung übernehmen und bei Entscheidungen mitreden. Doch dazu fehlt mir die Basis. Die schaffe ich mir jetzt am BWZ.»

«Dank einem früheren Arbeitskollegen wurde ich auf das BWZ und den Studiengang zum Technischen Kaufmann aufmerksam. Er ist diesen Weg auch schon erfolgreich gegangen. Ich recherchierte im Internet und wusste sofort: Ich mache das. Es ist genau, was ich suche.»

Klare Vorstellungen
Selten weiss ein junger Mann so präzis wie Straehl, wohin ihn sein Weg führen soll. Im Moment ist er in der Schlussphase der Ausbildung zum Technischen Kaufmann (TK). Die schriftlichen Prüfungen liegen hinter ihm; es fehlt noch ein mündliches Examen. Er strotzt vor Selbstvertrauen: «Ich bestehe sicher.» Glänzende Vornoten berechtigen ihn zu dieser Haltung. Bereits hat er sich – mit Empfehlung des TK-Studienleiters – an der Fachhochschule eingeschrieben. Er will berufsbegleitend den Bachelor-Studiengang «International Management» absolvieren, Unterrichtssprache Englisch. Danach lockt ein Master-Studium an der Hochschule St. Gallen.

Was heisst das in beruflicher Hinsicht? – Marc Straehl steht bereits als Einkaufsleiter der Firma printcolor seinen Mann. Im letzten Semester der TK-Ausbildung trat er den anspruchsvollen Job an. «Es waren anstrengende Monate, aber printcolor hat mich unterstützt. Ich hoffe, das Unternehmen fördert mich auch weiterhin. Denn irgendwann will ich in die Geschäftsleitung.»

Die Schulbank drücken
Nach einigen Jahren im beruflichen Umfeld also die Rückkehr auf die Schulbank. «Daran musste ich mich wieder gewöhnen. Die Schule ist kein Selbstläufer. Der Unterricht ist anspruchsvoll punkto Menge des Stoffes, Tempo und Vielfalt.» Jetzt kommt Straehl ins Schwärmen. «Spannende Lektionen, immer wieder Neues. Dozenten, die auf jeden Einzelnen eingehen. Sie hatten ein offenes Ohr für mich und meine Anliegen. In regelmässigen Zwischengesprächen reflektierten wir Fortschritte, ergänzende Möglichkeiten, allfällige Schwierigkeiten und Zielvorgaben.»

Straehl stellte sich von allem Anfang an auf ein sattes Mass an Hausarbeit ein. «So zehn bis zwölf Wochenstunden waren es sicher. Ich erstellte mir einen genauen Zeitplan, den ich konsequent einhielt.» Dank diszipliniertem Arbeiten kam das Privatleben nicht zu kurz. Im Gegenteil: Die Anerkennung von Freundin und Freunden spornte ihn weiter an.

Jubilate
«Herr Straehl, Sie lassen da einen veritablen Werbespot vom Stapel. Jetzt bringen Sie endlich auch die negativen Punkte! Wo haperte es?» – «Nein, mir fällt wirklich nichts grundsätzlich Negatives ein. Dass mal eine Lektion weniger gut gelang, liegt in der Natur der Sache. Aber sonst …»

«Sie sind ein ungewöhnlich fokussierter und zielgerichteter Mensch.» – Marc Straehls Antwort überrascht. «Ich folge einem inneren Drang. Das bedeutet Fluch und Segen.» Nach einer kurzen Pause des Besinnens: «Ich bin total zufrieden.»

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Das BWZ Brugg bietet die Ausbildung zum Technischen Kaufmann/zur Technischen Kauffrau an. Kosten: total 13’800 Franken. Neu gewährt der Bund eine Beteiligung von bis zu 50% an die Kursgebühren. Nächster Kurbeginn: 6. November 2017. Informationen : www.bwzbrugg.ch oder Tel. 056 460 24 24.

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Die Erwachsenenbildung bildet ein wichtiges Standbein des BWZ Brugg. Sie umfasst schwergewichtig Informatik-, Sprach- und Wirtschaftskurse wie den TK-Kurs. Weiter werden Kurse für Prüfungsvorbereitungen angeboten, zum Beispiel für die Zulassung zur FHNW. Mentaltraining, Förderprogramme für Startups sowie Staatskunde für Einbürgerungswillige runden das Angebot ab.
Informationen: Tel 056 460 24 24; kursadmin@bwzbrugg.ch; www.bwzbrugg.ch

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Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg
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Industriestrasse 19
5201 Brugg

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Die MP im Anschlag

Der gut gesicherte Lieferwagen und ein Begleitfahrzeug nähern sich über die Industriestrasse, biegen in die Werdstrasse ein und manövrieren sich sorgfältig vor das Werktor der Firma Werder. Kurze, spannungsvolle Pause. Stille. Nichts geschieht. Die Luft flirrt in der Hitze. Dem Begleitfahrzeug entsteigen zwei Sicherheitsbeamte, die Maschinenpistolen umgeschnallt. Mit gespreizten Beinen beziehen sie Position. Rundumblick. Kopfnicken. Langsam öffnet sich das Werktor. Fast gleichzeitig die Türen des Lieferwagens. Zwei Männer entsteigen dem Fahrzeug. Sie ziehen sich feste Handschuhe über, klappen die Hecktüre hoch und greifen in den Laderaum. Was sie dort treiben, ist nicht zu erkennen. Schliesslich ziehen sie längliche Holzbehälter hervor. Die Körperhaltung lässt ein beträchtliches Gewicht erahnen. Werksmitarbeiter erscheinen, nehmen die Fracht in Empfang und schaffen sie weg, alles unter den wachsamen Augen der bewaffneten Sicherheitsbeamten. Papiere werden unterschrieben. Ein Händedruck, dann besteigen alle wieder ihre Fahrzeuge und entfernen sich. Puah, Glück gehabt; kein Überfall.

Ganz schön wertvoll
Leicht amüsiert deutet Werder-Mitarbeiter Bernhard Erne an, wie es vor langen Jahren bei der Anlieferung der Silberstangen zuging. «Tempi passati. Heute kommen die Stangen mit einem ganz gewöhnlichen Camion ohne Polizeischutz zu uns. Aber damals, tja, das war beinahe wie im Krimi.»

Die scharfen Sicherheitsmassnahmen haben nichts Lächerliches an sich. Alljährlich bezieht die Firma Werder rund 500 Kilogramm Silber! Eine Menge, die jederzeit kriminelle Energie freisetzen könnte. So auf die Schnelle eine halbe Tonne Silber abholen – wäre doch ganz nett … Der Kurs des Edelmetalls ist zwar volatil, aber bei einem Preis von gegenwärtig rund 550 Franken pro Kilo kommt man auf eine hübsche Summe.

Die Silberstangen warten auf ihre Verarbeitung

Edelmetall mit mattem Glanz: Silber in seiner reinsten Form

Bernhard Erne, Leiter Produktionsplanung bei Werder Feinwerktechnik AG
Werkstück aus Silber – fertig montiert – für Präzisionsmessgerät
Werkstück aus Silber in seinen Einzelteilen

Herkunft unbekannt
Bevor das Silber in der Firma Werder eintrifft, hat es einen langen Weg hinter sich. «Die Herkunft kennen wir nicht. Vielleicht aus Mexiko, Peru, Australien, Russland, Chile? Dort wird es zu Barren gegossen.» Aus dem fernen Ausland erreichen die Silberbarren die weiterverarbeitenden Produktionsstätten in Europa. Ernes Aussprache wird eine Nuance schärfer: «Hier setzt der für uns fundamental wichtige Prozess ein. Nach einer genau vorgegebenen Rezeptur entstehen Stangen und Leisten mit den geforderten Eigenschaften. Geringste Abweichungen beeinträchtigen das Endprodukt.»

Erne steht aber nicht in direktem Kontakt mit den Produzenten des veredelten Silbers. Das geschieht über Zwischenhändler. «Wir wissen, dass wir gegenwärtig aus Deutschland und Frankreich beliefert werden. Für uns spielt das keine Rolle. Die Qualität muss stimmen. Und sie muss konstant sein. Kleinste Materialveränderungen haben schwerwiegende Folgen.» Die Bestellung erfolgt in der Regel mit einem Vorlauf von drei Monaten. Denn jede Hast könnte negative Auswirkungen haben, sowohl auf die Qualität als auch auf die Lieferung.

Werder stellt aus Silber Bestandteile für hochpräzise Laborgeräte mit engstmöglichen Toleranzen her. Die Geräte nutzen die überragende elektrische und thermische Leitfähigkeit des Edelmetalls, die kein anderes Element erreicht.

Ein Werkstoff, mehr nicht
Bernhard Erne ist zwar Mechanikermeister, trägt bei Werder aber seit über 20 Jahren die Verantwortung für den ganzen Materialeinkauf. «Silber ist das teuerste Material, das wir verarbeiten. Trotzdem ist es für uns nicht in erster Linie ein wertvolles Edelmetall, sondern ein Werkstoff.»

A propos «Werkstoff» Silber: Bei Werder sind es alljährlich 500 Kilos. Atelierchef Werner Schlattinger von «Meister Silber AG» in Zürich, dem schweizweit bedeutendsten Produzenten von Silberbechern, -schalen und -pokalen, schätzt die dort verbrauchte Menge auf jährlich 100 Kilo. Auf die Frage, wie viel es in der Bijouterieabteilung der Firma etwa sein dürfte, hat er zwar keine Zahl, aber ein mitleidiges Lächeln: «Viiiiel weniger!»

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Die 70 Mitarbeitenden der Firma Werder Feinwerktechnik produzieren anspruchsvolle Werkstücke aus Aluminium, Stahl, Titan, Silber, Messing, Bronze, Neusilber, Magnesium und aus Kunststoff in höchster Präzision und mit unterschiedlichen Veredelungstechniken. Von Kleinauflagen bis zu Serien von 100’000 Stück.

Kontakt
Samuel Werder AG

Werdstrasse 2
5106 Veltheim

T +41 56 463 66 00
info@werder-ag.ch
www.samuelwerder.ch

Hilfe, die Stütze ist morsch!

Da liegen sie nun im Gras, die alten Holzstangen, hingestreckt wie tote Leiber. Tatsächlich sind sie morsch, lassen sich stellenweise mit blosser Hand zerreissen. Im Kern ist das Holz zerfallen; es bröselt, beinahe zu Erde geworden, auf den Boden. «Erde zu Erde, Staub zu Staub.» Diese Stangen müssten für Standsicherheit sorgen, doch das ist nur noch in reduziertem Mass gewährt.

Manuel Hofstötter, Baustellenleiter von AEW Energie AG, fotografiert die alten Stangen und hält so ihren traurigen Zustand fest. «Bei der routinemässigen Kontrolle haben wir die Schäden festgestellt. Zwischen Seengen und Sarmenstorf sind 19 Stangen der 16-Kilovolt-Leitung betroffen. Da mussten wir handeln.» Eine einzelne geschwächte Stange stellt kein gröberes Problem dar. Wenn es aber gleich so viele sind – da hört der Spass auf. Erst recht, wenn es sich um Stützstangen handelt. Dort, wo der Leitungsverlauf die Richtung ändert, stützen sie die normalen Tragstangen schräg ab. Aber morsches Holz fängt auftretende Kräfte nicht mehr auf.

Ein altersschwacher Mast steht bereits neben «seinem» Loch; der neue Mast liegt bereit
Der herausgezogene Leitungsmast ist mit Seilen gesichert

Am Morgen um 9 Uhr sind mehrere Teams an der Arbeit

Besonders heikel: Die Leitungsführung macht hier einen Richtungswechsel; der Mast benötigt eine Stütze

Die Leitungsseile sind gesichert
Bruno Achermann bereitet die Stützmasten zur Montage vor
Bruno Achermann bohrt Löcher vor für die Halteschrauben
Die alten Stützmasten bieten einen traurigen Anblick
Junges Grün spriesst aus dem halb verrotteten Mast

Auch die alte Mastspitze ist nur noch eine Ruine

Die Deckspäne sind weg; im Innern das fast gänzlich verrottete Holz

Nicht so einfach
Ein paar Stangen ersetzen – das hört sich einfach an. Die Aufgabe ist jedoch aus mehreren Gründen komplex. Erstens brauchen die angeschlossenen Gemeinden permanent Strom; Notstromgruppen müssen während den Arbeiten an der Leitung überbrücken. Zweitens verfügt die AEW weder über genügend Leitungsmonteure noch über genügend ausgerüstete Fahrzeuge, um die Arbeiten innert nützlicher Frist zu bewältigen.

In solchen Situationen springt die Firma Lebag, Leitungs- und Elektrobau AG, Lenzburg, ein. Am Morgen um 9 Uhr sind ihre Spezialisten an einem der neuralgischen Punkte. Zwei verbrauchte Stützstangen liegen bereits am Boden. Die zwei Tragstangen sind mit starken Seilzügen gesichert. Bruno Achermann als Gruppenchef bearbeitet die neuen Stangen. Er haut Vertiefungen ins Holz, bohrt Löcher. Alles, was schon vorbereitet ist, erleichtert die Arbeit, wenn die Stangen erst mal stehen. Dort oben, im Gewirr der Leitungsseile und an einem Sicherungsband hängend, ist die Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt.

Subtil und brachial
Bruno hat sich die Steigeisen an- und den Werkzeuggurt umgeschnallt. So ausgerüstet besteigt er die Tragstange, als sei es ein Sonntagsspaziergang. Im Leitungsgewirr macht er sich bereit, die Stützstangenspitzen anzunehmen. Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt. Armandino bedient den mobilen Kran. Sachte hebt er die neuen Stangen hoch. Einem Zeigefinger gleich bewegen sie sich auf Bruno zu. Jogi, der Dritte im Team, überwacht den Vorgang vom Boden aus; Bruno dirigiert von oben. Es gelingt. Bruno legt eine provisorische Fixierung an. Jetzt braucht es kräftige Arme für die Sicherung am Betonsockel. Zum Glück ist Manuel Hofstötter aufgetaucht. Er überwacht die Fortschritte jedes einzelnen Teams und springt ein, wenn irgendwo Not am Mann ist. Zusammen mit Jogi stemmt er die Stützstangen in Position. Das Spannset verhindert ein Abrutschen der Stangen.

Neue Probleme. Der Zahn der Zeit hat offenbar die Position des Betonsockels um einige Grad verändert. Die Stützstange lässt sich nicht fugenlos einpassen. Jogi mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiss die Lösung. Er schiebt handgrosse Metallplatten ein. So funktionierts. Bruno setzt oben bereits die Isolatoren ein. Jetzt noch die wohl 40 Zentimeter langen Schrauben, die das Ganze zusammenhalten.

Jogi hängt den neuen Stützmast an; Armandino bedient den Kran
Bruno Achermann besteigt den Holzmast
Bruno Achermann nimmt das Stützmast-Paar in Empfang

Kein einfaches Unterfangen, die Stützmasten durch das Kabelgewirr zu manövrieren

Bruno Achermann fixiert die Stützmasten provisorisch mit einem Spannset

Kein einfaches Arbeiten in dieser Höhe!

Bruno Achermann verschraubt die Trag- mit den Stützstangen

AEW-Baustellenleiter Manuel Hofstötter
Mit vereinten Kräften bringen Jogi und Manuel Hofstötter die Stützmasten einigermassen in Position
Eine erste Fixierung verhindert das Abrutschen der Stangen

Das Anbringen des Sockelbands ist ein richtiger Kraftakt

Mehrere Teams sind an der Arbeit; nur so lässt sich das Vorhaben an einem einzigen Tag bewältigen

Grobes Handwerk, gepaart mit zentimetergenauer Feinarbeit. Bei 25 Grad im Schatten und direkter Sonneneinstrahlung. Der Schweiss perlt. Bis am Abend muss alles fertig sein. Dann werden die Notstromgruppen ausgeschaltet, und die Leitung muss ihren Dienst wieder tun. Andernfalls senkt sich Dunkelheit auf die Dörfer, und der Fussballmatch und der Feierabendkrimi bleiben aussen vor. – Sieben Dreierteams, alle geben Gas.

Anderntags meldet sich Manuel Hofstötter: «Alles paletti. Wir sind rechtzeitig fertig geworden.»

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Die hier erwähnten Lebag-Leute stehen stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Sie zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

Kontakt

LEBAG
Rodungsstrasse 1
CH-5600 Lenzburg 1

T +41 62 886 60 80
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«Güsel schmerzt bis ins Mark»

Die Trainkeeperin Denise Kohler muss nicht lange überlegen. «Am schlimmsten? – Am schlimmsten war es eindeutig beim Open Air Wohlen. Sie können sich nicht vorstellen, wie unsere Bahnwagen aussahen. Überall lag Güsel herum, dazu Erbrochenes, ausgeleertes Bier. Schlimm. Alles war klebrig, matschig, und zu allem Elend hatte es noch geregnet. Nein, ich sage Ihnen … So was schmerzt bis ins Mark!» Sie erzählt lebhaft und anschaulich. «Ich arbeite seit 17 Jahren im Reinigungsdienst der BDWM, zwölf davon als Leiterin Reinigung. Ich liebe meine Arbeit. Es macht mir Freude, wenn ich alles zum Glänzen bringen kann.»

«Hand aufs Herz, Frau Kohler, wie ist es denn beim Bremgartner Weihnachtsmarkt? Da transportiert die BDWM ganze Heerscharen von Passagieren.» – «Es ist eine ganz andere Klientel. Kann sein, dass etwas mehr Abfall einzusammeln ist. Aber damit hat sichs auch schon. Keine Spur von Glühwein-Gesabber. Vielleicht liegt es an der Oh-du-fröhliche-Stimmung.»

«Allerdings ergibt sich im Winter ein anderes Problem. Viele Fahrgäste tragen an den Schuhsohlen trotz Schmutzschleusen Streusalz in die Bahnwagen, und dieses verhält sich recht aggressiv und verwandelt den Bodenbelag buchstäblich in Schleifpapier. Da müssen wir sofort putzen.»

Frühe Tagwache
Morgens vier Uhr. Es ist noch stockdunkel und kühl. Kaum jemand unterwegs. Die Parkplätze beim Bahnhof Bremgarten sind allesamt frei. Die Menschen schlafen noch. Alle? – Nein, Denise Kohler ist längst auf den Beinen. Sie beginnt ihren Dienst üblicherweise um drei Uhr! Tagwache um zwei Uhr. Meistens ist sie vorher wach, denn verschlafen möchte sie auf keinen Fall.

Da steht sie und erwartet mich bei der Remise. Sie ist nicht allein. Zwei Männer sind ebenfalls mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Der eine eher im Aussenbereich; der andere, Christian Hofer, putzt schon seit langen Jahren die Bahnwagen der BDWM. Ich folge ihm durch den ganzen Wagen. Mit einem Sprühmittel und einem Lappen bewaffnet, nimmt er sich die Tischchen vor. Zisch, schwupp, schwupp, fertig. Das nächste. Der Mann hat ein atemraubendes Tempo drauf. Ihm zuzuschauen, macht Angst. Nie und nimmer könnte ich auch nur annähernd mithalten. Ich bleibe mal stehen und halte mich fest. Ehrlich: Ich werde schon müde vom Zuschauen.

Schon steht Hofer mit dem Staubsauger da. Tausend und tausend Mal hat er den Fussboden sauber gemacht. Er weiss, wie jedes Hindernis zu umfahren ist. Ich hole den Fotoapparat aus der Tasche. Zwar sind die Wagenlampen eingeschaltet, aber der Mann bewegt sich zu schnell, das Licht ist zu schummrig; die Bilder werden völlig unscharf. «Herr Hofer, bitte schauen sie schnell in die Kamera.» Er mag diese Art Störungen nicht sonderlich. Denise Kohler bittet ihn eindringlich, sich einen Moment dem Unvermeidlichen zu stellen. Zack, Pose – und schon gehts weiter. Die Zeit drängt. Längst ist er ein paar Abteile weiter vorn, und schon entschwindet er im nächsten Wagen. Wie Lucky Luke im Filmabspann. Zwölf Zugskompositionen sind zu reinigen. Da wird nicht getrödelt!

Christian Hofer, putzt schon seit langen Jahren die Bahnwagen der BDWM
Die BDWM gilt als das sauberste öffentliche Verkehrsmittel des Aargaus

Staubsaugen geht wie der Blitz. Schon entschwindet Christian Hofer aus dem Blickfeld

Denise Kohler, Leiterin Reinigung bei der BDWM

In wenigen Minuten verlässt der erste Morgenzug – blitzblank gereinigt – den Bahnhof Bremgarten

«Zugaben»
Um fünf Uhr startet der Fahrbetrieb. Bereits um acht Uhr kehren einzelne Züge ins Depot zurück. Nun darf es das Reinigungsteam etwas gemächlicher angehen. Aber auch kompletter: Tischchen reinigen, Abfalleimer leeren, staubsaugen, den Boden aufnehmen – wie schon in den frühen Morgenstunden. «Jetzt saugen wir zusätzlich noch die Sitze, waschen die Rückenlehnen und die Zwischenwände und putzen die Fenster. Zum Glück sind wir so gut wie nie mit Vandalenakten konfrontiert. Eine Sprayerei an einer Haltestelle ist das Einzige, woran ich mich erinnern kann.»

«Das ist ja ein gerütteltes Mass an Arbeit.» – «Es ist noch längst nicht alles. Wir reinigen die Büros, die öffentlichen Anlagen auf den Stationen und die WCs. Am Nachmittag fahren wir mit und leeren die Abfalleimer in den Haltestellen. Den ganzen Abfall trennen wir in Pet, Alu, Glas und Papier.»

Die Gedanken wieder bei den Zügen, ergänzt sie: «Von Zeit zu Zeit nehmen wir uns die Hutablagen vor, und wir reinigen die Böden unter den Sitzen.»

Anerkennung
«Frau Kohler, hören Sie auch mal ein anerkennendes Wort?» – «Ja, einzelne Fahrgäste nicken uns freundlich zu. Andere bedanken sich sogar. Natürlich freuen wir uns auch über ein Dankeschön unserer Vorgesetzten.

Der Kaffee ist getrunken. Draussen ist es noch immer dunkel. Denise Kohler ziehts nun auch zu den Zügen. Ein Handschlag, ein freundlicher Gruss. Ich fahre nach Hause und gönne mir hemmungslos noch eine Mütze Schlaf.

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Die BDWM gilt als das sauberste öffentliche Verkehrsmittel des Aargaus. Ihre Zugskompositionen sind seit 2009 im Fahrbetrieb, und sie sehen aus wie neu.

Die BDWM unterhält einen regelmässigen Fahrdienst von Bremgarten nach Dietikon und nach Wohlen mit Anschluss an die Buslinie Wohlen-Meisterschwanden. Sie bietet aber auch Genuss- und Nostalgiefahrten auf ihrem Streckennetz an. Egal wann und wie und wo – die Züge der BDWM sind blitzsauber. Denise Kohler und ihrem Team sei Dank!

Kontakt

BDWM Transport AG
Zürcherstrasse 10
CH-5620 Bremgarten

T +41 56 648 33 00
F +41 56 648 33 10

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www.bdwm.ch

Rebellische Menschen sind bunt

So, Herr Fischer, ich beginne einen Satz, und Sie vervollständigen ihn. Sieben Inputs, sieben Statements. Einverstanden? Rolf Fischer, renommierter Innenarchitekt mit jahrzehntelanger Erfahrung, lächelt: «Meinetwegen. Versuchen wirs!»

  • Mit wenig Kapital … lässt sich viel machen, wenn man die Mittel schwerpunktmässig einsetzt.
  • Bilder … haben eine extrem grosse Bedeutung; sie wecken Emotionen.
    Accessoires sind … nicht meine Aufgabe.
  • Einen Relaxsessel … braucht es nicht; entspannen kann man überall.
  • Schwarz und Weiss … fordert heraus, hat etwas Aggressives an sich.
  • Der Fussboden … ist allein schon wegen der grossen Fläche sehr wichtig. Er soll angenehm sein, denn da findet Berührung statt. Wenn möglich mit natürlichen Materialien.
  • Der Lichteinfall … steht in engem Zusammenhang mit den Lebensgewohnheiten. Hell: Aktivität; gedämpft: Rückzugsorte.

Zu Ihnen, Herr Fischer, für welche Art von Aufträgen fühlen Sie sich kompetent?
Die Innenarchitektur ist meine Leidenschaft. Ich mache alles, vom Kinderzimmer bis zum Grossraumbüro, vom Ausstellungsraum bis zur Kirche. Und vom Boden bis zur Decke.

Wie gehen Sie in ein Gespräch mit Kunden?
Ich suche den Kontakt zu ihnen über ein leichtes Gespräch, eine Plauderei. Es ist wichtig, dass wir gegenseitig Vertrauen aufbauen. Das geht nur über das Kennenlernen. Die Sachfragen sind nachgeschaltet: Warum kommen sie zu mir? Fühlen sie sich unwohl in ihren vier Wänden? Warum wollen sie unbedingt ein neues Sofa? Was stimmt nicht? Idealerweise laden sie mich zu einer Heimberatung ein. So kann ich mir ein Bild vom Wohnstil machen. Ich formuliere grundsätzliche Überlegungen und werde dann konkret. Ich beschreibe ihnen, welche Sofas ich mir vorstellen könnte, zeige ihnen Bilder. Aber dabei lasse ich es nicht bewenden.

Sondern?
Ich habe ein Visualisierungsprogramm aufgebaut. Damit mache ich die Vorstellungen der Kunden sichtbar. Sie sehen ihr Wohnzimmer mit den neuen Möbeln. Alles lässt sich beliebig ergänzen, umstellen und von allen Seiten betrachten. Das gemeinsame Nachdenken in der Wohnung der Kunden führt zu Bindungen. Mehr als einmal wurden so aus Kunden Freunde.

Eine wichtige Komponente ist bestimmt das Budget.
Selbstverständlich. Ich spreche das immer sehr früh an. Ich bitte die Kunden um ein Kostendach. Die Beratung wird so sehr viel substanzieller. Ich vergleiche das gern mit einem Besuch im Restaurant. Wenn der Kunde einen kleinen Salatteller bestellt, käme es mir nicht in den Sinn, einen Viergänger zu ordern. Er bevorzugt etwas Leichtes, und dem schliesse ich mich an.

Stichwort Farben
Gelassene Menschen neigen mehrheitlich zu ruhigen, gedämpften Farben. Sie setzen mit einem Accessoire bewusst Farbtupfer. Mutige oder rebellische Menschen haben eher einen Hang zur Buntheit. Interessanterweise setzen gerade die ruhigeren Menschen bei der Wahl ihres Hotelzimmers gern auf crazy rooms. Da zeigt sich ihre andere Seite.

Die Anordnung der Möbelstücke …
… will gut überlegt sein. Welche Bedeutung hat das Kochen oder das Baden? Wo möchten Sie in der Stube Ihre Gäste platzieren? Wie sieht ein klassischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

Abgesehen von der Individualität Ihrer Kunden – was sind die Trends?
Ich habe schon mehrere Trends erlebt. Eine Zeitlang kam nichts anderes als ein Spannteppich in Frage, unterdessen stehen die Leute mehr auf Parkett. Früher hatte das Badezimmer ausschliesslich eine funktionale Bedeutung. Heute ist es eine Wohlfühloase.

Zum Schluss noch ein sensibles Thema. Bekanntlich sind Lebenspartner nicht immer gleicher Meinung…
Ja, als Einrichter sind wir immer auch Mediatoren.

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Immer mehr Menschen wünschen sich eine Heimberatung von kompetenter Seite. Remo Kindler vom Möbelhaus Kindler in Schinznach-Dorf macht dabei identische Erfahrungen wie sie Rolf Fischer oben anspricht. «Vertrauen ist alles. Und Einfühlungsvermögen.» Nebst der Heimberatung bietet Kindler eine permanente Möbelausstellungen, wo immer auch Neuheiten zu sehen sind. Hingehen, vergleichen, ausprobieren.

Kontakt

Möbel Kindler AG
Degerfeldstrasse 7
5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 443 26 18
info@moebel-kindler-ag.ch
www.moebel-kindler-ag.ch

Borkenkäfer schmatzen leiser

Wieder einmal muss sich der Borkenkäfer ärgern. Man will ihm das Schlaraffenland sozusagen unter dem Allerwertesten wegsägen! Ist das die viel gepriesene feine Art der Menschheit, insbesondere der holzverarbeitenden Betriebe? «Das Interesse an Schweizer Holz steigt», stand in der Presse. Ja super! Der Borki-Sippe konnte man niemals ein nachlassendes Interesse an Schweizer Holz vorwerfen, ganz im Gegenteil. Wie sollte sie sich jetzt ihren Wettbewerbsvorteil sichern?

Viele Jahre lang, mindestens seit dem Jahrhundertsturm «Lothar», vernahm man Klagen über die schwierige Situation im Schweizer Holzhandel. Kein Interesse. Kein Absatzmarkt. Die Frankenstärke verschärfte die Situation zusätzlich. Bedeutet das rote Zahlen oder gar das Aus für Forstbetriebe, Sägereien, das ganze Holzgewerbe? Schweizer Holz nur noch als Heizstoff? Borki rieb sich die Hände: «Lasst die Bäume doch stehen. Mir fällt da schon etwas ein!»

Emotionen
Der ideelle Wert von Schweizer Holz blieb bestehen. Die Firma Theo Wernli AG, Holzbau, Fensterbau, Schreinerei, hat das erfahren. Ein nach Nordamerika ausgewanderter Schinznacher bestellte ein vorgefertigtes Holzhaus. Bedingung: Das Holz musste unbedingt aus der engeren Umgebung seiner Heimat stammen, am liebsten aus dem Schenkenbergertal. Die Holzbaufirma baute in den eigenen Werkstätten die einzelnen Elemente des gewünschten Einfamilienhauses – mit Holz aus den Gislifluh-Wäldern. In Container verpackt, reisten die Teile zuerst nach Basel, mit dem Schiff nach Amerika und dann mit Bahn und Lastwagen nach Lake Placid. Dort richteten die Wernli-Mitarbeiter innert kürzester Zeit das Haus auf dem vorbereiteten Fundament auf. Es war DIE Attraktion jener Tourismus-Destination. Als Folge davon konnte Wernli noch mehrere weitere Einfamilienhäuser in die USA liefern.

Allerdings bildet allein der ideelle Wert des Schweizer Holzes keine genügende Grundlage für den Fortbestand der Holzbranche. Und doch, auf einmal schreiben die Verbände von einem boomenden Holzbau. «Die Sägewerke sind gut ausgelastet und voll aufnahmefähig.» Bei Lignum/Holzwirtschaft Schweiz tönt es noch optimistischer: «Der Holzbau wächst extrem.» – Was steht dahinter?

Ungeahntes ist möglich
Bis vor einigen Jahren wagte sich niemand an mehrstöckige Holzbauten. Heute sind Holz-Gebäude mit bis zu zehn Stockwerken problemlos realisierbar. Die Fortschritte in der Statik und den Isolationswerten machens möglich. Das Interesse der Bauherrschaft und der Architekten ist geweckt.

Ein Liftschacht aus Holz? Früher ein absolutes No-Go. Im Brandfall bildet der Liftschacht eine der Evakuationsschleusen. Die Brandschutzvorschriften verbannten den Werkstoff Holz aus solch sensiblen Zonen. Verbesserte Produktionsmethoden ergeben hochwirksame Hitzeschilder! Liftschächte aus Holz? – Ja gern!

Gezieltes Marketing zeigt weitere wichtige Argumente für den Holzbau auf: Bestechende Wärmedämmwerte, die Langlebigkeit, die ökologische Bauweise, das angenehme Wohnambiente und die Ästhetik. Dazu kommt das gestiegene Bewusstsein für Swissness. Schweizer Holz boomt.

Und was den Borki samt Familie mit Cousins und deren Gang betrifft: Grossherzig beruhigen sie den tierliebenden Teil der Menschheit. «So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen. Wir haben noch einige Geheimtipps für opulente Gastmähler auf Lager. Hungern muss niemand.»

In der Sägerei ist man für die grosse Nachfrage gerüstet
Hohe Bretterstapel stehen bereit für den Abtransport

Vorgefertigte Elemente für den Holzhausbau in der Werkstatt von Holzbau Wernli in Thalheim

Einige Fakten
In der Schweiz macht der Holzbau aktuell 14% des gesamten Bauvolumens aus. Zum Vergleich: In Österreich sind es gegen 30%!
Rund ein Drittel aller Umbauten werden in der Schweiz aus Holz realisiert.
18% aller neuen Einfamilienhäuser sind in der Schweiz aus Holz, Tendenz steigend. 2011 waren es erst 12,6%. Der entsprechende Wert bei Mehrfamilienhäusern beträgt 6% (vor 10 Jahren 2%). «Der Mehrgeschossbau aus Holz boomt. Seit 2011 sind Mehrfamilienhäuser die grössten Abnehmer von Holz.»

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Holzbau Theo Wernli AG, Thalheim, realisiert individuelle Holzhäuser im Elementbau. Die Erfahrung des Unternehmens umfasst Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Anbauten und Aufbauten. Die Gebäude aus den vorgefertigten Elementen werden innert 1-2 Tagen aufgerichtet.

Kontakt
Theo Wernli AG

Fenster- und Holzbau
Hegi 300
5112 Thalheim

T +41 56 443 12 15
info@wernli-fensterbau.ch
www.wernli-fensterbau.ch

Auf der Mör’ker Wiesn

Eine Wiese. Eine grosse Wiese zwar, aber eben doch nur eine Wiese.

Wer würde vermuten, dass sich da in wenigen Tagen viele tausend Menschen einfinden? Die Spider Murphy Gang ist angesagt! Eine Top-Band in der Aargauer Provinz! Wie geht denn das? Tja, die Musiker treten nicht nur vor ihrer «Schickeria» auf, sondern auch im «Sperrbezirk» der Oldtimer Traktoren. Hunderte dieser antik anmutenden Raritäten werden in Möriken erwartet. Das zieht die Leute in Scharen an.

Die Hürlimann, Deutz, Bucher, Ford und Bührer kennt jeder, und die Lanz-Bulldog-Ungetüme fallen schon nur durch ihren hämmernden Motorenkrach auf. Aber wer hat schon mal einen Munktells, einen Eckert oder einen Murianer gesehen? Ausgesprochene Raritäten, die bei den Insidern Staunen und tiefe technische Ergriffenheit auslösen.

Dazu weitere Geräte wie Dreschmaschinen, eine mobile Sägerei von anno dazumal und sogar eine echte Schmalspur-Dampflok. Und das ganze Drumherum: ein grosses Festzelt, die Kaffeestube, all die vielen kleinen Verkaufsstände, eine Aussichtsplattform, Livemusik, Lautsprecherdurchsagen, Vorführungen und so weiter.

Von all dem ist noch nichts zu sehen. Nur eine Wiese, die Mör’ker Wiesn.

Hollensteins Gang
Ganz am Rand der Wiese ein Servicefahrzeug. Denn ohne Jost Elektro AG, ohne elektrischen Strom geht gar nichts. Die Elektriker sind von den Ersten auf dem Gelände. Der Platzchef erklärt ihnen anhand eines Plans, wie er sich die Organisation des Ganzen vorstellt. Markus Hollenstein und seine Leute hören konzentriert zu. Sie müssen wissen, wo die grossen Stromfresser hingestellt werden. Die Küche mit all den elektrisch betriebenen Geräten, die drei grossen Kühlwagen, die Soundanlagen im Bühnenbereich, die Scheinwerfer.

Ein armdickes, schwarzes Kabel bringt den Strom von der Trafostation auf das Festgelände und in einer ersten Verästelung zu den Verteilkasten. Hier docken die verschiedenen Verbraucher an. Die Jost-Mitarbeiter verlegen orangerote Kabel, montieren unterschiedlich grosse Stecker, positionieren die Verteilkasten.

Das Oldtimertreffen rückt näher. Die Wiese belebt sich. Die Anschlüsse sind installiert. Funktioniert alles? Fliesst genug Strom? Wie lassen sich die Installationen diskret anbringen? Kühlschränke, gekühlte Schaukasten, Kaffeemaschinen, mehrere elektrische Grills, die ganze Beleuchtung. Alles bereit!

Traktorentreff Möriken – Garant für einen grandiosen Publikumsaufmarsch, zumal die Spider Murphy Gang angesagt ist

Noch ist der Festplatz praktisch leer. Nur Jost Elektro AG ist vor Ort

Der Platzchef (vorne rechts) unterhält sich mit Markus Hollenstein (vorne links) über die beste Platzierung der Verteilkasten und die benötigten Stromstärken; vier Lernende warten auf Anweisungen

Ein Lernender montiert einen Stecker

Richtig anschliessen will gelernt sein
Markus Hollenstein übernimmt die komplexeren Aufgaben

Markus Hollenstein hat den grossen Verteilkasten provisorisch platziert

Im Festzelt ist der Strombedarf besonders gross

Blick in die Innereien eines modernen Verteilkastens

Im Materialzelt befindet sich das Jost-Lager für alle Eventualitäten

Die Stromquelle befindet sich in der Trafostation Gehren, etwa 150 Meter vom Festplatz entfernt. Ein armdickes Kabel führt den «Pfuus» aufs Gelände

Die Hauptkabel überquert die Strasse mit Hilfe eines Tors

Auf dem Festgelände ist es streckenweise in den Boden abgesenkt
 

Zu den grossen Stromfressern gehören die drei Kühlwagen

Zahlreiche Geräte der Festwirtschaft benötigen Strom
Insgesamt zehn Kaffeemaschinen sind im Kaffeezelt in Betrieb

Die Soundanlage im Festzelt: ein enormer Stromfresser

Und wenn doch mal was schiefgehen sollte, steht der Pikettdienst bereit

Die Jost-Leute haben ihren Job gemacht; das Oldtimer-Treffen nimmt seinen Lauf ...

Stockdunkle Stille
Die Menschenmassen wälzen sich über das Gelände, bestaunen die alten Traktoren, lassen sich von der Sonne braten. So, jetzt wäre eine Bratwurst samt kühlem Getränk angebracht, danach ein Kafi, den Kindern eine Glace. Wohl kaum jemand macht sich Gedanken darüber, wie die Bratwurst und der Kaffee heiss, das Bier und die Glace kalt werden. Fest steht: Ohne die Elektriker wäre alle Kunscht umsunscht. Die Band auf der Bühne wäre völlig aufgeschmissen, zu hören wären höchstens ein paar Fistelstimmchen, die Fans der Spider Murphy Gang wären zutiefst frustriert, es käme zum «Skandal im Sperrbezirk», die Festlämpli blieben dunkel. Ein Riesendebakel.

Aber alles klappt.  Draussen ratterts und knatterts; im Festzelt brutzeln die Würste, schwirren die Stimmen, und der Schweiss trieft.

*

Jost Elektro AG macht Wiesen zu Festplätzen, installiert Elektroanlagen jeglicher Grössenordnung und betreibt einen 24-Stunden-Servicedienst. Die Firmenkompetenzen erstrecken sich ausserdem auf Automationsanlagen, Gebäudetechnik und Haushaltgeräte.

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5200 Brugg

Standort BruggThomas Birrer058 123 8956
Standort BadenAdrian Scherrer058 123 8858
Standort Möriken-WildeggMarc Eigenmann058 123 8857
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Der Kraftmeier ist ausgebüxt!

Toller Auftrag für das Videoteam! Ein Schweizer Importeur der Automobilbranche hat einen Kraftprotz auf vier Rädern im Verkauf. Zusätzlich aufgemotzt von einer Tuningfirma. Optisch steht das Fahrzeug einem Indicar-500 in nichts nach. Und dem Motor haben die Tuner zusätzlich eine ganze Herde von Pferdchen zugeführt. Der Sound geht durch Mark und Bein. – Dann lasst uns die Rakete doch testen! Führen wir sie spazieren! Klappe, Film ab!

Puah, das lässt keinen Sportcar-Freak kalt. Einfach nur heiss, die Maschine. Hallo, Video-Leute, habt ihr die ersten Shots im Kasten? Noch eine Vorbeifahrt? Okay, machen wir. Volle Beschleunigung! Rrrrrrrrrrrroah!!!

*

So, nun lasst uns mal reinschauen. Wir parkieren am Rand des leicht abfallenden Seitensträsschens. Das Video-Firmenauto hinten, der Roadrunner vorne. Christian Baumann schliesst seine Profi-Kamera an den Monitor. Das ganze Team drängt sich vor. Wie sind die Aufnahmen gelungen? Kommt die Maschine in ihrem aufsehenerregenden Outfit voll zur Geltung? Fährt der Sound ein? Volle Konzentration auf den Bildschirm!

Super Aufnahmen. Gratulation. Die Leute lösen ihre Augen vom Bildschirm, blicken auf – und erblassen. Das getunte Auto steht nicht mehr da! Weg, wie vom Erdboden verschluckt. He, hallo, was geht denn hier vor? Sind wir bei Verstehen Sie Spass? Es ist doch völlig unmöglich, dass das Fahrzeug sich mir nichts, dir nichts in Luft aufgelöst hat. Gestohlen? Niemand hat ein Motorengeräusch vernommen.

Augen reiben, nochmals hingucken. Nix! Das Auto ist weg. Der Platz da vorne steht leer, da unten auf der Hauptstrasse fliesst der Verkehr; vom gesuchten Auto nichts zu sehen. Weiter unten ein Weg, der zu den Äckern und Wiesen hinab führt. Und dort, dort steht er! Mitten in der Wiese. Himmeldonnerwetter, was ist denn da passiert?

*

Eine Frau mit Hund an der Leine kommt heraufspaziert. Sie erzählt mit grösster Gelassenheit: «Ja, ein wenig gewundert habe ich mich schon. Wir gingen auf dem Feldweg Gassi. Da kam das Auto angerollt. Niemand drin. Kein Fahrer, nichts. Schon etwas ungewöhnlich.»

Der kostbare Flitzer hat sich offensichtlich selbständig gemacht. Gangschaltung auf Neutral, Handbremse nicht gezogen. Und das ganze Team nur neugierig auf die Video-Aufnahmen, voll fokussiert auf den Bildschirm. Ein besserer Moment zum Abhauen kommt nicht mehr. Der getunte Wagen setzt sich sachte in Bewegung, das Nebensträsschen runter, über die Hauptstrasse, die beiden Kandelaber, die Verkehrsinseln und die Fussgänger elegant umschiffend, auf den Feldweg und in der Wiese gemütlich ausrollend. Die grosse Freiheit. Wer wollte denn etwas gegen eine kleine Spritzfahrt einwenden?

«Wir behielten das alles schön für uns. Die ganz grosse Begeisterung hätten wir damit kaum geweckt, weder beim Importeur noch bei dessen Mitarbeitern. Aber vergessen werde ich diese Geschichte bestimmt mein Leben lang nicht.»

***

Wenns ums Geschichten-Erzählen geht, schöpft Christian Baumann aus dem Vollen. Als Multimediaproduzent erlebt er viele skurrile Situationen.

Heute, wo jede und jeder mit dem Smartphone eigene Videosequenzen aufnimmt, hört Baumann immer wieder elementare Fragen: Gibt es simple Tipps und Tricks für bessere Videos?

Tipps vom Video-Profi:

  • Video-Aufnahmen mit dem Smartphone immer im Querformat! Hochformatige Zuschauer-Videos, zum Beispiel in Nachrichtensendungen, haben links und rechts jeweils diese breiten, unscharfen und unschönen Seitenfelder.
  • Vor allem niemals zwischen Quer- und Hochformat switchen! Die Nachbearbeitung ist sonst sehr problematisch.
  • Auf Youtube sind nur Videos im Querformat möglich. Dasselbe gilt für die Wiedergabe an TV-Geräten.

Hanni Brunner und Christian Baumann von AV+PG

Die AVPG AG ist in allen Bereichen der modernen Medienwelt tätig. Für Firmen, öffentliche Dienste und Privatpersonen produziert sie Radio- und TV-Spots, Firmenporträts, Personalisierte Videos, Produktevideos, Imagefilme usw.

Ansprechpersonen sind Christian Baumann, Multimediaproduzent, Geschäftsleiter der Firma AVPG AG; Hanni Brunner, Marketing und Redaktion bei der Firma AVPG AG.

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Autio, Video & Promotion Group AG
Vorderi Böde 1
5452 Oberrohrdorf

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Der Griff in den Kochherd

Wochenende. An der Badenfahrt locken jede Menge Attraktionen. Konzerte auf allen Bühnen. Sämtliche Kollegen am Feiern. – Wonach steht den angehenden Elektroinstallateuren unter solche Vorzeichen der Sinn? Was machen die Jungs der BWZ-Abschlussklasse an diesem Tag? Abhängen, chillen, allerlei Flüssiges konsumieren?

Falsch! Fast die ganze Klasse hat sich freiwillig gemeldet, um am schulfreien Samstag ein Projekt mit ihrem Lehrer Hermann Leitner abzuschliessen. Sie installieren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Privathauses. Und zwar in Baden! Das Schulprojekt hat Priorität vor der Badenfahrt! Auch das ist «die heutige Jugend»!

Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie – weg von fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbarer Energie. Die Klasse hat sich mit diesem Thema intensiv befasst. Dabei ging es um technische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen, aber auch ganz praktische Probleme im Zusammenhang mit der Montage: Wie lassen sich die Solarpanels auf dem Dach sicher befestigen? Und welche elektrotechnischen Installationen sind erforderlich?

Leitner sieht im Projekt zudem eine soziale Komponente: «Gemeinsam haben wir alles erarbeitet, gemeinsam installieren wir die Anlage. Das Geld, das wir dabei verdienen, investieren wir in ein weiteres gemeinsames Unterfangen. Wir reisen für drei Tage ins Wallis und studieren die Wasserkraftanlage von Grande Dixence.»

Lernen durch Erleben
Zu Beginn seiner Tätigkeit als Fachlehrer am Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg BWZ unterrichtete Hermann Leitner nach klassischem Muster. Viel Theorie, wenig Praxisbezug, kaum eigene Aktivitäten der Schüler. Das ist lange her.

Irgendwann wuchtete er einen Kühlschrank ins Schulzimmer, dann einen Kochherd. «Wir griffen in die Innereien der Geräte und holten zum Beispiel ein elektrisches Teil mit Keramik heraus. Nun lag die Frage auf der Hand: Was macht denn der Werkstoff Keramik im Kochherd? Das Interesse der Schüler war geweckt. Der Bezug zum wahren Leben hergestellt.» Praxisbezogenes Lernen macht allen Beteiligten mehr Spass als trockene Theorie, auch dem Lehrer.

Ende der 90er-Jahre tauchte im BWZ – nur folgerichtig – der Begriff Elektrolabor auf. «Labor» – in den Ohren neugieriger junger Menschen ein verlockender Begriff. Eigene Aktivitäten entfalten, herumpröbeln, Versuche durchführen, Grenzen ausloten, auch mal scheinbar Unmögliches testen. Ein Tummelfeld für kreative Köpfe.

Hermann Leitner in seinem Unterrichtszimmer
Ergänzendes Material für die Lernenden
Lego-Platten erleichtern den Aufbau von Versuchsanlagen

Den Dozenten stehen grosse Demonstrationsobjekte zur Verfügung

Klassensets für den individualisierenden Unterricht
Hermann Leitner vor den Anlagen seines Elektrolabors

Jawohl, machen wir
Nach anfänglichem Stirnrunzeln bei der Schulleitung – die Kosten! – erkannte das neue Leitungsteam mit Andreas Bürgi seitens des Schulvorstands die verheissungsvollen Perspektiven. Mehr noch; sie stimmten der Anlage eines Laborschulzimmers zu, also einem Raum, der gleichzeitig «normalen» Unterricht und das Experimentieren im Elektrolabor zulässt. Möglich machen das absenkbare Laboreinrichtungen mit Steckern, Schaltern, Anschlussbuchsen, Messgeräten, In-house-Entwicklungen inklusive, alles vom Lehrerpult aus gesteuert. Praxis und Theorie im Einklang.

Hermann Leitner kommt auf die variablen Möglichkeiten des Elektrolabors zu sprechen. Lauter Begriffe, die dem Laien fremd sind, den Lernenden aber dank einleuchtender Unterrichtshilfen leicht verständlich werden. «Alles Schüler-sicher und Kurzschluss-fest!» Vergleichbares sucht man in der Schweiz vergeblich.

Respekt!
Nach 37 Jahren Lehrtätigkeit hat Hermann Leitner nichts von der Begeisterung für sein Fach eingebüsst. «Dies muss ich Ihnen auch noch zeigen, und jenes, unbedingt!» Er berichtet von Unterrichtssituationen, von Reaktionen der Lernenden. In deren Sprache formuliert er die Kommentare der Jugendlichen: «De alti Sack het doch no eine druff!»

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Im Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg werden Lernende in den Fachrichtungen Wirtschaft (KV), Technik (Elektroberufe) und Natur (Floristik, Gärtner, Forstwart) ausgebildet. Zudem gibt es ein breites Angebot an Weiterbildungskursen für Erwachsene.

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BWZ

Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg
«FLEX-Gebäude»
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5201 Brugg

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