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Das Debakel vor Augen

«Ja, ja, schon recht, aber wie stellen Sie sich das konkret vor?» Der Baustellenleiter kratzt sich am Ohr. Er beugt sich über den Situationsplan, auf dem die vorgesehenen Lagerplätze eingezeichnet sind. Im steilen Waldgebiet, hoch über dem Talboden. Möglichst nahe bei den geplanten Maststandorten für die neue Hochspannungsleitung. Nähe ist wichtig, denn die Bauplätze sind nur mit dem Helikopter erreichbar, und Heli-Flugzeit kostet Geld, viel Geld.

Aber ein Lagerplatz dort oben? Die Waldlichtung ist klein und uneben. Da und dort ein grösserer Felsbrocken. Da müsste man alles planieren. Wo stapeln wir dann die Eisenstangen? Wo ist genug Platz für die Vormontage der Mast-Ausleger? Und wohin käme das Zwischenlager für diese vorgefertigten Elemente?

Nichts als Probleme
Doch die Schwierigkeiten beginnen schon früher. Die Zufahrt zu den geplanten Lagerplätzen ist problematisch. Zu schmal, zu kurvenreich, zu wenig Tragkraft. Lastwagen aus Italien bringen die Einzelteile der Masten. Die schaffen es niemals bis dort hinauf. Ein Umschlageplatz müsste her. Von den schweren LKW auf leichtere Transportfahrzeuge, die dann x Mal auf den wenig befestigten Wegen fahren sollen – das Vorhaben erscheint immer komplizierter. Ein Murks. Pannen sind da vorprogrammiert.

Der Baustellenleiter steht vor einem Rätsel.

Die Geschäftsführer der Schwesterfirmen Eduard Steiner AG und Lebag AG sind Praktiker. Sie wissen, worauf im Freileitungsbau zu achten ist und erkennen die Problematik. Gemeinsam tragen sie die Verantwortung für den acht Kilometer langen Leitungsabschnitt im Oberwallis, zwischen Mörel und Ulrichen. Eine 380-Kilovolt-Leitung hat die Swissgrid in Auftrag gegeben. Die Baufortschritte und die Fristen sind definiert. Bauzeit bis Ende 2018. Zwanzig Masten samt Unterbau und Leitungsseilen in diesem schwierigen Gelände – da müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

Zurück auf Feld 1
«Gehen wir nochmals über die Bücher!» Einen Lagerplatz in die Talseiten zu legen, macht keinen Sinn. Die kurze Flugzeit wiegt die Nachteile nicht auf. Also runter damit ins Tal. Gesucht wird eine genügend grosse, ebene Parzelle mit problemloser Zufahrt.

«Hier!» – «Was? Auf dem Flugplatzgelände in Münster?» – «Ja, auf dem ehemaligen Militärflugfeld ist Platz genug, auch für die privaten Flugaktivitäten.» Abklärungen bestätigen die Annahmen. Am talseitigen Ende der Piste lässt sich ein Areal auszonen, das genau den Vorstellungen der Leitungsbauer entspricht. Sogar einen Kran dürfen sie aufstellen, ein unabdingbares Element eines solchen Lagerplatzes, aber keine Selbstverständlichkeit auf einem Flugplatz.

Das Areal auf dem ehemaligen Militärflugplatz Münster erweist sich als idealer Lagerplatz. Der Humus ist abgetragen, es ist eingekiest, und der Kran steht

Die Container für die Arbeiter und das Material stehen bereit. Im Hintergrund der verfügbare Flugzeugunterstand

Schon sind die ersten Metallteile eingetroffen

Ein fabrikneuer Pneutrax unterstützt die Arbeit auf dem Lagerplatz

Leitungsgraben für den elektrischen Strom zum Flugzeugunterstand

Der Lager- oder Installationsplatz im Überblick

Der Knoten ist durchschlagen
Die Detailplanung beginnt. Wie gross ist der Drehradius des Krans? Wie sieht es mit der Stromzuleitung aus? Hier sehen wir die Container für das Personal und das Werkzeug vor, das Schraubenlager und das Toitoi. Das Humusdepot kommt dort nach hinten. Super, da steht noch ein abschliessbarer Flugzeugunterstand als Gerätelager zur Verfügung. Der Baustellenleiter ist hoch zufrieden. «Mit dem Einkiesen fangen wir gleich an.» Die Gewissheit einer guten Lösung verleiht Schwung.

Zugegeben, jetzt ist die Flugdistanz für den Transporthelikopter grösser. Aber ein reibungsloser Ablauf ist gesichert. Bei geschätzten 80 Flügen und 60 Tonnen pro Mast, bei 900 Kilo Last pro Flug, ist das Gold wert.

*

Die Lebag AG und die Eduard Steiner AG sind seit Jahrzehnten im Leitungs- und Elektrobau tätig. Ihre Freileitungsmonteure arbeiten an unterschiedlichsten Objekten: an Bahn-Fahrleitungen, in Steilhängen, in grosser Höhe, mit oder ohne Helikoptereinsatz.

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Hilfe, die Stütze ist morsch!

Da liegen sie nun im Gras, die alten Holzstangen, hingestreckt wie tote Leiber. Tatsächlich sind sie morsch, lassen sich stellenweise mit blosser Hand zerreissen. Im Kern ist das Holz zerfallen; es bröselt, beinahe zu Erde geworden, auf den Boden. «Erde zu Erde, Staub zu Staub.» Diese Stangen müssten für Standsicherheit sorgen, doch das ist nur noch in reduziertem Mass gewährt.

Manuel Hofstötter, Baustellenleiter von AEW Energie AG, fotografiert die alten Stangen und hält so ihren traurigen Zustand fest. «Bei der routinemässigen Kontrolle haben wir die Schäden festgestellt. Zwischen Seengen und Sarmenstorf sind 19 Stangen der 16-Kilovolt-Leitung betroffen. Da mussten wir handeln.» Eine einzelne geschwächte Stange stellt kein gröberes Problem dar. Wenn es aber gleich so viele sind – da hört der Spass auf. Erst recht, wenn es sich um Stützstangen handelt. Dort, wo der Leitungsverlauf die Richtung ändert, stützen sie die normalen Tragstangen schräg ab. Aber morsches Holz fängt auftretende Kräfte nicht mehr auf.

Ein altersschwacher Mast steht bereits neben «seinem» Loch; der neue Mast liegt bereit
Der herausgezogene Leitungsmast ist mit Seilen gesichert

Am Morgen um 9 Uhr sind mehrere Teams an der Arbeit

Besonders heikel: Die Leitungsführung macht hier einen Richtungswechsel; der Mast benötigt eine Stütze

Die Leitungsseile sind gesichert
Bruno Achermann bereitet die Stützmasten zur Montage vor
Bruno Achermann bohrt Löcher vor für die Halteschrauben
Die alten Stützmasten bieten einen traurigen Anblick
Junges Grün spriesst aus dem halb verrotteten Mast

Auch die alte Mastspitze ist nur noch eine Ruine

Die Deckspäne sind weg; im Innern das fast gänzlich verrottete Holz

Nicht so einfach
Ein paar Stangen ersetzen – das hört sich einfach an. Die Aufgabe ist jedoch aus mehreren Gründen komplex. Erstens brauchen die angeschlossenen Gemeinden permanent Strom; Notstromgruppen müssen während den Arbeiten an der Leitung überbrücken. Zweitens verfügt die AEW weder über genügend Leitungsmonteure noch über genügend ausgerüstete Fahrzeuge, um die Arbeiten innert nützlicher Frist zu bewältigen.

In solchen Situationen springt die Firma Lebag, Leitungs- und Elektrobau AG, Lenzburg, ein. Am Morgen um 9 Uhr sind ihre Spezialisten an einem der neuralgischen Punkte. Zwei verbrauchte Stützstangen liegen bereits am Boden. Die zwei Tragstangen sind mit starken Seilzügen gesichert. Bruno Achermann als Gruppenchef bearbeitet die neuen Stangen. Er haut Vertiefungen ins Holz, bohrt Löcher. Alles, was schon vorbereitet ist, erleichtert die Arbeit, wenn die Stangen erst mal stehen. Dort oben, im Gewirr der Leitungsseile und an einem Sicherungsband hängend, ist die Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt.

Subtil und brachial
Bruno hat sich die Steigeisen an- und den Werkzeuggurt umgeschnallt. So ausgerüstet besteigt er die Tragstange, als sei es ein Sonntagsspaziergang. Im Leitungsgewirr macht er sich bereit, die Stützstangenspitzen anzunehmen. Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt. Armandino bedient den mobilen Kran. Sachte hebt er die neuen Stangen hoch. Einem Zeigefinger gleich bewegen sie sich auf Bruno zu. Jogi, der Dritte im Team, überwacht den Vorgang vom Boden aus; Bruno dirigiert von oben. Es gelingt. Bruno legt eine provisorische Fixierung an. Jetzt braucht es kräftige Arme für die Sicherung am Betonsockel. Zum Glück ist Manuel Hofstötter aufgetaucht. Er überwacht die Fortschritte jedes einzelnen Teams und springt ein, wenn irgendwo Not am Mann ist. Zusammen mit Jogi stemmt er die Stützstangen in Position. Das Spannset verhindert ein Abrutschen der Stangen.

Neue Probleme. Der Zahn der Zeit hat offenbar die Position des Betonsockels um einige Grad verändert. Die Stützstange lässt sich nicht fugenlos einpassen. Jogi mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiss die Lösung. Er schiebt handgrosse Metallplatten ein. So funktionierts. Bruno setzt oben bereits die Isolatoren ein. Jetzt noch die wohl 40 Zentimeter langen Schrauben, die das Ganze zusammenhalten.

Jogi hängt den neuen Stützmast an; Armandino bedient den Kran
Bruno Achermann besteigt den Holzmast
Bruno Achermann nimmt das Stützmast-Paar in Empfang

Kein einfaches Unterfangen, die Stützmasten durch das Kabelgewirr zu manövrieren

Bruno Achermann fixiert die Stützmasten provisorisch mit einem Spannset

Kein einfaches Arbeiten in dieser Höhe!

Bruno Achermann verschraubt die Trag- mit den Stützstangen

AEW-Baustellenleiter Manuel Hofstötter
Mit vereinten Kräften bringen Jogi und Manuel Hofstötter die Stützmasten einigermassen in Position
Eine erste Fixierung verhindert das Abrutschen der Stangen

Das Anbringen des Sockelbands ist ein richtiger Kraftakt

Mehrere Teams sind an der Arbeit; nur so lässt sich das Vorhaben an einem einzigen Tag bewältigen

Grobes Handwerk, gepaart mit zentimetergenauer Feinarbeit. Bei 25 Grad im Schatten und direkter Sonneneinstrahlung. Der Schweiss perlt. Bis am Abend muss alles fertig sein. Dann werden die Notstromgruppen ausgeschaltet, und die Leitung muss ihren Dienst wieder tun. Andernfalls senkt sich Dunkelheit auf die Dörfer, und der Fussballmatch und der Feierabendkrimi bleiben aussen vor. – Sieben Dreierteams, alle geben Gas.

Anderntags meldet sich Manuel Hofstötter: «Alles paletti. Wir sind rechtzeitig fertig geworden.»

*

Die hier erwähnten Lebag-Leute stehen stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Sie zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Die Flut kommt

Am frühen Abend des 8. Juli braute sich über der Region Zofingen ein gewaltiges Unwetter zusammen. Dunkelheit senkte sich auf die Gegend. Blitze fuhren durch die dräuenden Wolken, Donner krachten. Und dann öffneten sich alle Schleusen des Himmels. Es goss in Strömen. Wassermassen, wie man sie kaum jemals erlebt hat. Dazu strichweise heftige Hagelschauer. Dutzende Keller, Unterführungen, Tiefgaragen wurden geflutet. Die Bäche schwollen zu braunen Ungeheuern an. Vielerorts kam der Verkehr zum Erliegen.

Die Ürke, sonst ein sanftes Gewässer, führte an diesem Abend 44 Kubikmeter Wasser – pro Sekunde! Sie quoll über die Ufer, zerrte an der Vegetation und rieb sich mit Macht an den zu eng gewordenen Prallhängen. Feines Erdmaterial und Sand schliff sie innert kürzester Zeit weg; Steine lösten sich, kullerten mit der Strömung weiter. Ganze Böschungen kamen ins Rutschen. Talwärts, talwärts, die ganze braune Brühe ins Dorf Uerkheim hinein, samt dem Geschiebe: Dreck, Steine, Äste, Unrat. Abzuwehren gabs da nichts.

Der Mast liegt flach
Irgendwann – gesehen hat es niemand – passierte es. Ein tonnenschwerer, gut fundamentierter Betonmast der 16’000 Volt-Leitung Uerkheim-Bottenwil neigte sich zur Seite und stürzte auf den Radweg. Die tobende Ürke hatte den Mast unterspült. Zunächst blieb der Vorfall unbemerkt, denn dank einer automatisch aktivierten Ringverbindung kam es zu keinerlei Stromausfällen. Am darauffolgenden Tag waren Leute von der IBAarau Strom AG (IBA) vor Ort. Der Schaden musste so schnell wie möglich behoben werden.

Am Montag lief die Maschinerie an. Frühmorgens klingelte beim Lebag-Chef Daniel Stutz das Telefon. Er besprach mit der IBA die Sachlage. Viele Fragen tauchten auf: Ist das notwendige Material greifbar? Kann das Kabelwerk umgehend Leitungsseile in der notwendigen Länge und Qualität liefern? Stehen genügend Leitungsmonteure zur Verfügung? Und vor allem: Welche Lösungsvariante drängt sich auf? Seit längerer Zeit war nämlich geplant, den betroffenen Leitungsabschnitt in den Boden zu verlegen. Der Kanton hatte dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt. Durfte man subito mit den Tiefbauarbeiten beginnen? Es kam zu Rücksprachen mit kantonalen Stellen. Eine ganze Reihe von Entscheidungen stand an.

Beeindruckende Dynamik
Am Mittwochmorgen war alles geklärt. Die Verantwortlichen rieben sich die Augen, denn sämtliche Hürden lösten sich in Luft auf. Dank einer Reihe von günstigen Umständen stand der Reparatur nichts im Wege. Die Firma Lebag konnte die notwendige Zahl von Leitungsmonteuren für das Notfallprojekt freistellen. Das Kabelwerk teilte mit, die benötigten Seillängen und -querschnitte seien sofort verfügbar. Für den Transport standen genügend Kapazitäten bereit. Auch die Behörden hatten grünes Licht gegeben. Der Erdbau für die Verkabelung wurde umgehend in Angriff genommen. Diese Arbeiten nehmen zwar längere Zeit in Anspruch; sie beeinflussen aber das Wie der Leitungsreparatur. Im havarierten Leitungsabschnitt verzichtet man auf einen neuen Betonmast. Stattdessen sollten die Lebag-Leute den Abschnitt mit einem Provisorium wieder betriebssicher machen. Dieses wird man rückbauen, sobald die Erdverkabelung abgeschlossen ist. – Was sonst wohl noch Wochen und Monate gedauert hätte, war unter dem Druck der Ereignisse sofort möglich.

Bereits am Donnerstagabend waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Lebag-Leute hatten den Betonmast durch ein «Joch» oder «Tor» ersetzt, die Leitungsseile daran aufgehängt und den ganzen Platz aufgeräumt und gereinigt. Tags darauf nahm die IBA die Leitung wieder in Betrieb.

Die hochgehende Ürke hat das Fundament des Betonmasts unterspült; es kam in der Folge zu Rutschen

Das Hochwasser hatte viele Rutschungen ausgelöst
In flacheren Uferpartien sind die Spuren des Hochwassers unübersehbar
Betonmasten tragen die Leitung in Uerkheim
Als Provisorium haben die Lebag-Leute den umgestürzten Betonmast durch ein «Joch» oder «Tor» ersetzt

Das Joch ist unter anderem durch einen tonnenschweren Betonklotz gesichert

Zusätzlich ist das Joch durch mehrere Verankerungen gesichert

Warnschilder am Joch

Üblicherweise bekommt es die Lebag mit von langer Hand geplanten Projekten zu tun. Der Bau von neuen Leitungsabschnitten, der Rückbau überalterter Trassen, der Unterhalt oder die Nachrüstung von Masten gehören dazu. Das Beispiel «Uerkheim» belegt die Beweglichkeit der Firma. Sie bewährt sich auch in kurzfristigen Notfall-Szenarien.

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Pontier und Lenzer

Selbst die mächtigen Habsburger waren in schwierigen Zeiten auf die Dienste des niederen Landadels angewiesen. Und dieser wiederum auf die Untertanen. Ein Zusammenspiel der Kompetenzen und Kräfte.

Wir erfinden vor diesem Hintergrund eine ganz und gar unhistorische Szenerie. Die Protagonisten nennen wir Pontier (von pons = Brücke, Brugg) und Lenzer. Die Lenzer haben ihre Basis in Lenzburg – logisch; die Pontier residieren in Brugg. Insider kennen die Lenzer auch unter deren Decknamen Lebag. Die Pontier dagegen laufen unter dem neulateinischen Überbegriff Brugg Cables. Aber das nur nebenbei.

Die Pontier – unweit der Habsburg domiziliert – sind ziemlich stark. Sie verfügen über hohe Fachkompetenz und pflegen weltweite Beziehungen. Gross ist die Zahl der Personen, die sich tagtäglich in den Dienst der Pontier stellen und so ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Lenzer dagegen sind weniger leicht zu erkennen. Schaffenskraft zeichnet sie aus. Darum tauchen hier immer wieder Boten der Pontier auf mit inhaltsschwerem Pergament. Darin stehen Angebote zur Zusammenarbeit. Die Pontier möchten das Wissen und Können der Lenzer nutzen. Bedeutende Werke sollen entstehen. Unter der Federführung der Pontier und mit der Unterstützung der Lenzer.

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Hier verlassen wir das Reich der Fantasie und kommen zu den Fakten.

Gefragt ist Top-Qualität
Die Firma Lebag, der Juniorpartner in unserem Gedankenspiel, betätigt sich mit Leitungs- und Kabelbau. Wenn grössere Aufträge oder mehrere Projekte zeitgleich anstehen, kommt es bei den «Pontiern» Brugg Cables zu personellen Engpässen. Da zählt das Unternehmen gern auf die «Human Ressources» von Lebag. Oder sollte der Projektzuschlag etwa daran scheitern, dass zu wenig Kabelmonteure zur Verfügung stehen? Sicher nicht! Brugg Cables sichert sich die Dienste und die Fachkompetenz der Lebag. Die haben Leute. Gute, erfahrene Leute. Nicht die husch-husch Herzitierten aus allen Teilen Europas, die sich zu Dumpingpreisen als Alleskönner ausgeben. Im Energiebereich ist Spitzenqualität gefragt. Wenn bei der Abnahme des Auftrags ein Knall, ein Blitz und ein Räuchlein alles ist, was resultiert, dann muss sich Brugg Cables bei der nächsten Ausschreibung nicht mehr bemühen. Ist doch klar.

Knirschen verboten
So haben beide, Brugg Cables und die Lebag, das grösste Interesse an einer fundierten Ausbildung der Facharbeiter. Sie sind aufeinander angewiesen und sollten für eine erspriessliche Zusammenarbeit ungefähr den gleichen Wissensstand haben und die gleiche Sprache sprechen. Andernfalls sind wir beim Bau eines (habsburgischen?) Wehrturms, dessen Gebälk schon vor der Einweihung verdächtig knirscht.

Eine gründliche Erstausbildung genügt da nicht, denn die Technologie entwickelt sich permanent weiter, auch im Kabelbau. Ein Kabel-Endverschluss ist heute etwas anderes als vor dreissig Jahren. Eine Muffe, die zwei Kabel miteinander verbindet, muss heute ganz anderen Anforderungen gerecht werden als vor einigen Jahrzehnten. Die Erfahrung der Lebag-Leute ist zwar viel wert; sie muss aber immer und immer wieder neu gefüttert werden mit dem aktuellen Stand der Technik.

Gerade in diesem Zubehör – Muffen und Endverschlüsse – liegt eine der Hauptkompetenzen von Brugg Cables. Und in der Weiterentwicklung der unterschiedlichen Systeme. Das entsprechende Wissen gibt die Firma gerne  an die Mitarbeitenden der Subunternehmen weiter. Denn deren Top-Ausbildung liegt im beidseitigen Interesse. Ausserdem verlangt eine Richtlinie, dass sich die «Hochspannungsleute» periodisch zertifizieren lassen. Ohne Zertifikat von Brugg Cables kannst du die Auftragsvergabe vergessen. Das ist wie bei den Fliegern. Die müssen ihren Pilotenschein ebenfalls periodisch erneuern, sonst ist fertig lustig.

Auskunftsperson Doris Haller, Leiterin Kommunikation und Marketing bei Brugg Cables

Aussendienstmitarbeiter Sven Rüdiger
Aufbau eines Polymer-Hochspannungskabels
Freiluft-Endverschlüsse von Hochspannungskabeln
Bild einer Muffe
Kabelkeller im Unterwerk Laufenburg

GIS (Gasisolierte Schaltanlage) im Unterwerk Laufenburg

Lebag-Leute sind Praktiker
Okay, aber jetzt ganz ehrlich: Wie ist das, wenn die erfahrenen Praktiker der Lebag bei Ihnen die Schulbank drücken? Sven Rüdiger differenziert: «Die meisten sehen die Schulung als willkommene Chance, nicht als notweniges Übel. Und doch: Es sind Männer der Tat, die es gewohnt sind, selber anzupacken. Wenn sie sich aber erst mal eingefunden haben, sind sie offen und bereit, den Kurs mit ihrem praktischen Wissen zu bereichern. Grundsätzlich stehen sie allem Neuen unvoreingenommen und interessiert gegenüber.»

Erst kürzlich haben sie wieder eine Weiterbildung bei Brugg Cables absolviert, die Lebag-Leute. Die Aufträge können kommen. Die Lenzer sind gerüstet.

Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Warnung vor Todesfallen

28. September 2016. Ein Super Puma der Schweizer Armee stürzt auf der Gotthard-Passhöhe ab. Die beiden Piloten sterben. Kurz vor dem Unfall hat der Helikopter eine Hochspannungsleitung touchiert, berichten Augenzeugen.

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Der Lebag-Chefmonteur Marc Streiter glaubt, dass seither mehr Aufträge für die Montage von Fliegerwarnkugeln eingegangen sind als in den letzten Jahren. In ähnlichem Sinn äussert sich der frühere Chef der Schweizer Luftwaffe, Korpskommandant a. D. Markus Gygax: «Angesichts der zunehmenden Zahl an Ultralight-Fluggeräten werden Fliegerwarnkugeln immer wichtiger. Auf der Suche nach Thermikschläuchen bewegen sich Gleitschirme gern in Bodennähe; dort sind Transport- und Leitungsseile eine erhebliche Gefahr.» Gygax konkretisiert: «In der Luft sind Kabel kaum zu erkennen. Man sieht nur die orangen Kugeln. Es hilft schon, wenn eine solche Kugel auf der Mastspitze angebracht ist.» Gygax spricht nicht nur von den Freizeitfliegern; er verweist auf die Helikopter-Bewegungen bei Löscheinsätzen, Gebirgstransporten oder Ambulanzflügen. Alles Aufträge in Bodennähe. «Die Bedürfnisse für solche Flüge nehmen zu.»

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Heute ist Marc Streiter zusammen mit seinem Zweierteam in der Berner Gemeinde Wynigen an der Arbeit. Zu dritt bestücken sie eine Hochspannungsleitung mit Fliegerwarnkugeln. Mit dem Firmen-Pickup hat er ein ganzes Sammelsurium an Material hergebracht: Die leuchtend orangen Halbkugeln, Durchmesser 60 Zentimeter, Spiraldrähte, jede Menge Seile, Kabelrollen, einen Generator, Bohrmaschinen, Kleinwerkzeug, Taschen, Schnurrollen, eine Leiter und ein fahrradähnliches Ding, das sie «Carillo» nennen. Dazu das persönliche Material der beiden Freileitungsmonteure. Sie schnallen es sich an einem Werkzeuggurt um den Leib.

Noch eine kurze Besprechung über den Ablauf der Arbeiten: Eine Fliegerwarnkugel kommt auf die Mastspitze; je zwei weitere links und rechts davon im Abstand von jeweils 40 Metern ans Erdseil. (Das Erdseil ist ein geerdetes Seil, das als Blitzschutz oberhalb von Hochspannungsleitungen gespannt wird.) «Wenn wir das am Boden machen könnten, wäre es eine kleine Sache.» Dort oben aber ist jeder Arbeitsschritt sehr viel mühseliger. Die Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt. Die Schutz- und Sicherheitsvorrichtungen, die dicke Kleidung, der sperrige Werkzeuggurt, die kaum existierende Standfläche: All das bremst die Monteure in ihrem Tun.

Ein Fahrradsattel als Arbeitsplattform
Die zwei Freileitungsmonteure sind längst oben angekommen. Gut gesichert haben sie ein Transportseil installiert. Die Kugelhälften schweben himmelwärts. Danach die Leiter und der «Carillo». Sorgfältig lösen die Männer jedes Werkstück vom Seil und sichern alles. Ein runterfallender Gegenstand, und sei er noch so klein, könnte schlimme Folgen haben.

Inzwischen hat Emiliano das seltsame «Fahrrad» am Erdseil aufgehängt und sich – behängt wie ein Weihnachtsbaum – auf den Sattel gesetzt. Die Übersetzung lässt nur ein gemächliches Fahr-«Tempo» zu. 80 Meter vom Mast entfernt, beginnt Emiliano mit der Montage der ersten Kugel. Sechs Schrauben pressen die beiden Kugelhälften am Erdseil fest. Marc weiss um die Schwierigkeiten der Arbeit: «Genau jetzt sollte er eine dritte Hand haben; eine für jede Halbkugel und eine für den Akku-Schraubenzieher.» Dem Laien bleibt ein leises Bangen.

Eine von 87
Es klappt. Die Kugel ist fixiert. Wie viel Zeit mag verstrichen sein? Eineinhalb Stunden? Gut möglich. Beim Beobachten des Geschehens vergisst man trotz des langsamen Arbeitsfortschritts die Zeit.

«Für die Montage von sechs Kugeln benötigen wir ungefähr einen halben Tag.» Die Lebag setzt für den Auftrag drei Dreierteams ein. Sie müssen insgesamt 87 Kugeln montieren.

Ein feiner Nieselregen, ein kühler Wind – dort oben wird gearbeitet.

Ein Mast, etwa 50 Meter hoch, in der Berner Gemeinde Wynigen

Am Fuss des Mastes eine Anzahl überdimensionierte «Schüsseln»
Der Lebag-Pickup nähert sich

Die Pickup-Brücke und der Anhänger sind voll Material

Das Fahrrad für den Drahtseilakt
Hoch oben bringen die Monteure eine Leiter an, um das Verbindungsstück vom Mast zum Erdungsseil zu überbrücken
Die Männer sind gut gesichert
Der Lebag-Chefmonteur unterstützt die Arbeit vom Boden aus. Soeben hat er den «Carillo» ans Transportseil gehängt
Das fahrradähnliche Ding wird in die Höhe gehievt

Einer der Freileitungsmonteure macht sich mit dem «Carillo» auf die Reise; sein Kollege beobachtet das Geschehen von der Mastspitze aus

Ein freundliches Zeichen nach unten

Die erste Fliegerwarnkugel ist fertig montiert

Markus Gygax, der ehemalige Chef der Schweizer Luftwaffe

Die hier erwähnten Lebag-Männer stehen stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL liefert zur beschriebenen Problematik statistische Angaben:

Von 01.01.2007 bis 31.12.2016 gab es 12 Fälle, bei denen Luftfahrzeuge ein Transportseil oder eine Leitung touchierten und die SUST eine Untersuchung vornahm. (das heisst, der Vorfall wurde als Unfall klassifiziert)

Zu den Zwischenfällen: Hier haben wir seit 2012 bis Ende 2016 insgesamt 17 Vorfälle mit Kabeln oder Leitungen erfasst.
Es wurden uns unter anderem folgende Situationen gemeldet:

  • Kollision mit einem Kabel bei der Landung
  • Kollision einer Unterlast mit einem Kabel
  • Heuseil durchtrennt, durch Unterlast touchiert, war nicht auf LFH-Karte eingetragen
  • Ablenkung durch Kabel im Landeanflug und darauf zurückzuführen eine beinahe-Landung mit eingefahrenem Fahrwerk

Es gibt drei Hauptgründe, wie es zu Vorfällen kommt, nämlich dass ….:

  • die Kabel nicht gesehen wurden
  • die Kabel vergessen wurden
  • die Kabel nicht in die Hinderniskarten eingetragen waren.

Die Zahlen zeigen, dass es im Schnitt jährlich zu einem Unfall und zwei Vorfällen aufgrund von Kabeln kommt.

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Attacke auf Moos und Vogelkot

Schmuddelwetter. Kühl, Dauerregen, Wind.

Der Lebag-Mann ist an seinem Arbeitsplatz. Zuoberst auf dem Betonmast. Gegen 20 Meter über dem Boden. Helm, Schutzkleidung, stabiles Schuhwerk, den Werkzeuggurt umgeschnallt. Gut gesichert steht er auf dem obersten Ausleger, den Stab mit der Sprühdüse fest in Händen.

Die Aufgabe erscheint einfach: Die 60 Jahre alten Betonmasten benötigen einen Refresh. Moos und Flechten setzen dem Beton zu. Vogelkot ebenfalls. Das alles muss weg. Ein Hochdruck-Wasserstrahl schafft da klare Verhältnisse.

Allseitig eingeengt
In dieser luftigen Höhe ist es allerdings vorbei mit der Einfachheit. Ein Lebag-Pickup bringt den gefüllten Wasserkanister zum Betonmast. Es braucht eine Pumpe und einen langen Schlauch. Materialseitig alles kein grosses Problem. Aber der Mann dort oben, der hats nicht leicht. Seine Bewegungsfreiheit ist durch den Mast, die Seile, die Isolatoren stark eingeschränkt. Der «Stehplatz» ist eng begrenzt. Dann die Sicherungsseile, der Schlauch, der Stab mit der Düse, der einengende Werkzeuggurt. Und das Wetter …

Schäden orten
«Retrofit» nennt sich der Vorgang, alte Anlagen wieder fit machen. Die Betonmasten sollen noch ein paar weitere Jahrzehnte ihren Dienst tun. Allein mit dem Abwaschen ist es nicht getan. Allfällige Materialrisse und eine poröse Oberfläche lassen Wasser eindringen. Die Folge sind korrodierende Armierungseisen und Beton-Abplatzungen; die Lebensdauer der Masten verkürzt sich. Ist alles gereinigt und ausgebessert, wird der Mast «hydrophobiert», das heisst mit einer wasserabweisenden Schutzschicht versiegelt. Eine weitere Kontrolle gilt den elektrischen Armaturen: Ist alles noch intakt und funktionstüchtig? Sonst muss Ersatz her.

Und was wäre, wenn? – Die Masten würden schneller altern. Grössere Schäden, etwa durch Blitzschlag, Hagel oder umgestürzte Bäume, blieben unbemerkt. Armierungseisen würden schnell rosten und zusätzliche Schäden verursachen. Und irgendwann wäre «game over».

Arbeitsplatz in luftiger Höhe: Ein Lebag-Mann hat den Betonmast erklettert

Gut gesichert auf dem obersten Ausleger

Reinigung mit Hochdruck

Moos, Flechten und Vogelkot werden weggesprüht

Die Elektroarmaturen kommen in den Genuss einer Dusche

Reinigung des Mast-Stamms

Die Reinigung ist nahezu abgeschlossen

Fertig! Das Wasserfass auf dem Lebag-Pickup ist fast leer

Good News
Die Mittelspannungs-Leitung gehört der AEW. Alois Durrer, der AEW-Projektleiter, taucht auf. Er bringt gute Nachrichten: Die Leitung bleibt noch einige zusätzliche Tage vom Netz, so dass keine Eile geboten ist. Bei den aktuellen Wetterverhältnissen ist ohnehin nicht ans Hydrophobieren zu denken. Durrer kennt sich aus. Jahrelang hat er als Freileitungsmonteur gearbeitet. «Nur ein einziges Mal stiegen wir wetterbedingt nicht auf die Masten: Es war minus 26 Grad kalt!» – Harte Typen!

Das AEW-Leitungsteam «Geschäftsbereich Netze», René Soland und Adrian Schwammberger, verspricht sich von diesen Arbeiten eine deutlich verlängerte Lebensdauer der Masten. «Jedenfalls haben wir jetzt wieder 25 Jahre Ruhe.» Besondere Aufmerksamkeit gelte den exponierten «Schnittstellen» zwischen den vertikalen und den aufgestülpten horizontalen Mastteilen, also dem Betonstamm und den Auslegern.

Die AEW hat doch eigene Freileitungsmonteure. Weshalb ziehen Sie für diese Arbeiten trotzdem die Lebag zu?
Es sind in erster Linie Kapazitätsgründe. Wir haben nicht genügend Personal, um alle anstehenden Arbeiten zu erledigen. Dabei sind aber immer auch Arbeiten, die unsere eigenen Leute nicht ausführen können.

Und weshalb kooperieren Sie mit der Firma Lebag? Es gibt doch noch weitere Firmen, die sich anbieten würden.
Die Lebag ist eine zentral gelegene Aargauer Firma, die über ein grosses Knowhow im Freileitungsbau verfügt. Im Verlaufe einer langjährigen Zusammenarbeit bildete sich ein solides Vertrauensverhältnis, das sich auf Zuverlässigkeit sowie auf die Qualität der Arbeit stützt. Und was halt auch wichtig ist: Die Lebag hat eine akzeptable Preispolitik.

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Der Lebag-Mitarbeiter ist wieder auf dem Boden. Etwa eine Stunde war er auf dem Mast beschäftigt. Jetzt befreit er sich vom Werkzeuggurt und streckt seine Glieder, fährt sich durchs Haar. «Nichts Besonderes. Routine.» – «Hast du kalt?» – «Nein.» Mehr gibt es nicht zu sagen.

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Der hier erwähnte Lebag-Mann steht stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Know-how aus der DDR

Er ist kein Mann der grossen Worte. Eine knappe Antwort, ein prüfender Blick: Hast du mich verstanden? – Dann schweigt er, wartet auf die nächste Frage, den nächsten Impuls. Bestimmt behagt ihm diese Gesprächssituation viel weniger als die Arbeit im Freien. Im beruflichen Umfeld fühlt er sich sicher.

Aus der DDR
Peter Ehrentraut, Jahrgang 1960, ist in Radeberg bei Dresden aufgewachsen. Sein Interesse galt von jeher der Elektrik und der Elektronik. Nach dem Schulabschluss lebte er deshalb drei Jahre lang in einem Internat für Lernende im Erzgebirge. «Es war streng, in beruflicher ebenso wie in erzieherischer Hinsicht.» Peter rühmt die Qualität jener Berufsausbildung. Eine erste Stelle fand der junge Mann bei «Energiebau Freileitungen», einer staatlichen Firma in der DDR.

Peter berichtet nur sparsam von damals. Er muss die Zeit in der DDR als belastend empfunden haben. «Das Leben war stark eingeschränkt. Ich wollte weg.» Er stellte einen Ausreiseantrag – mit Konsequenzen: In den folgenden drei Jahren setzte ihn die Firma nicht mehr für Arbeiten ein, die auch nur im Entferntesten mit «Staatssicherheit» zu tun hatten. Nur noch simple Aufträge. Kein Zutritt mehr zu Kraftwerken, schon gar nicht zu Kernkraftwerken.

Endlich gaben die Behörden seinem Antrag statt. 1988 verliess Peter Ehrentraut die DDR zusammen mit seiner Familie und ein paar Kumpels. Er reiste nach Süddeutschland und liess sich in Lottstetten nieder, unmittelbar an der deutsch-schweizerischen Grenze. Dort wohnt er noch heute.

08/15? Nein danke!
Lange Jahre arbeitete Peter als Elektromonteur für Freileitungen und Schaltanlagen bei der BBC, später ABB. «Der Berufsalltag unterschied sich kaum von dem, was ich in der DDR erlebt hatte.» Er besinnt sich, wischt sich über die Oberlippe und sagt ohne grosse Emotionen: «Mir gefällt der Job. Man ist an der frischen Luft, kommt an viele verschiedene Orte und geniesst einen grossen Freiraum. Die Arbeit ist interessant und abwechslungsreich. Jeder Ort, jeder Auftrag bietet neue Herausforderungen. Mal müssen wir uns mit schwierigem Gelände auseinandersetzen, mal mit logistischen Problemen. Dazu das Wetter …» Peter spricht von Verantwortung. Unsachgemässe Arbeit kann zu erheblichen Konsequenzen führen. Stromausfall oder noch Schlimmeres.

Blickrichtung Mastspitze: Chefmonteur Peter Ehrentraut und Daniel Stutz, CEO der Firma Lebag AG

Lebag, sonst nichts
Vor zwölf Jahren stiess Peter Ehrentraut auf ein Stelleninserat der Firma Lebag AG in Lenzburg. Ein Augenschein und ein Gespräch – es passte. «Im Gegensatz zur ABB ist die Lebag ein überschaubares Unternehmen. Das gefällt mir.» – «Gab es nie Ambitionen, die Stelle nochmals zu wechseln?» – «Nein. Ich fühle mich wohl bei der Firma und im Beruf. Was will ich mehr?»

Heute ist Peter Chefmonteur. Seine jahrzehntelange Erfahrung, seine ruhige Art verschaffen ihm eine natürliche Autorität. Extreme Leitungen, schwierige Helikoptereinsätze, komplizierte Planverfahren – Peter kennt das alles. Er lässt sich nicht so leicht irritieren. «Ich bin gelassener geworden.»

Zehn Jahre
«Mal ehrlich, Peter, ein Freileitungsmonteur ist viel unterwegs, manchmal wochenlang. Für das Familienleben ist das gewiss nicht förderlich. Wie gehst Du, wie geht Deine Familie damit um?» – «Meine Frau und meine Kinder sind das gewöhnt. Sie haben mich nie anders erlebt. Und was mich selbst betrifft: Wer die ersten zehn Jahre auf diesem Beruf gearbeitet hat, der bleibt dabei. Ich kann und will mir nichts anderes vorstellen. Jetzt, da ich schon etwas älter bin, sowieso nicht mehr.»

Peter schweigt, den Blick auf den Tisch gesenkt. Gewiss wandern seine Gedanken. Was mag ihm durch den Kopf gehen?

*

Peter Ehrentraut steht stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Einer wie João

João Simões: Jahrgang 1960. Ein offenes Gesicht, ein direkter Blick. In Portugal aufgewachsen, seit 1984 in der Schweiz. Gelernter Polymechaniker, jetzt Baustellenleiter bei der Firma Lebag.

João Simões: Sieben Sprachen fliessend – Schweizerdeutsch, Deutsch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch. Er sagt von sich: «Abwechslung liegt mir.» Sein Berufsweg legt Zeugnis davon ab. Sein privater Lebensweg ebenfalls.

*

Nach der Lehre als Polymechaniker hatte João keine Chance, auf dem erlernten Beruf zu arbeiten. In Portugal gab es damals kaum freie Stellen. Ein anderer wäre zu Hause geblieben, hätte sich auf der Strasse herumgetrieben oder wäre in Trübsal verfallen. Nicht so João. Er nahm verschiedene Gelegenheitsjobs an. «Ich half in einem Restaurant aus, im Service und in der Küche; eine Baufirma beschäftigte mich als Chauffeur; ich erledigte administrative Arbeiten; ich betätigte mich als Discjockey und Barkeeper.» Dort in der Bar lernte er seine zukünftige Frau kennen. Sie lebte mit ihren Eltern in Zürich und verbrachte einen Urlaub in ihrer Heimat Portugal. João, schon damals ein Mann der Tat, entschloss sich spontan, sie in die Schweiz zu begleiten.

Hoffnungslos – oder?
Der Start war schwierig. Vier Monate lang war João umsonst auf Arbeitssuche. Eine verzwickte Situation: Ohne Arbeit erhielt er keine B-Aufenthaltsbewilligung. Und ohne B-Bewilligung bekam er keine Arbeit. Schliesslich half ihm ein Restaurateur in Höngg. Er stellte ihn als Tellerwäscher an und verschaffte ihm die erforderlichen Papiere. «Drei Monate lang wusch ich Teller.»

Eine neue Stelle beim Bauunternehmen Walo Bertschinger kam seinen Fähigkeiten und Neigungen besser entgegen. Er war im Strassenbau, als Maschinist und Magaziner tätig. In einer Tochterfirma spezialisierte er sich schliesslich auf Bodenbeläge und vor allem auf Farben. «Ich mischte Farben nach ungefähr 400 Rezepturen.» Seine Vielseitigkeit  und seine Arbeitseinstellung verschafften ihm Anerkennung. Und doch vollzog er den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt.

Schweiz–Portugal retour
«Ende 1997 kehrte ich mit meiner Frau und den beiden Söhnen nach Portugal zurück. Ich folgte dem Ruf eines Freundes. Er hatte mir von einer Sprengstofffabrik erzählt, die sich im Aufbau befand.» Vier Jahre lang war João daran beteiligt, zuletzt als Chef Unterhalt und Produktion. Aber merkwürdig – er fühlte sich nicht mehr wohl in Portugal, empfand sich als fremd, beurteilte manche gesellschaftlichen Aspekte als unbefriedigend. «Das damalige politische System passte mir nicht, das Gesundheitswesen lag im Argen, und für die Ausbildung unserer Söhne sah ich nur beschränkte Möglichkeiten. Irgendwann kam der Blitz: zurück in die Schweiz!»

2002. Neuanfang. Die Familie Simões bezog eine Wohnung in Neuenhof. João fand Arbeit in einer Firma für Bohrungen. Seine Zuständigkeit umfasste das Magazin, die Maschinen, die er im Schuss halten musste, und die Organisation der Transporte. Schon bald stellten sich firmeninterne Probleme ein, die sich immer mehr akzentuierten. Die Stimmung im Team war schlecht. Nach über zwei Jahren in dieser belasteten Atmosphäre spürte er, wie seine Gesundheit darunter zu leiden begann, physisch und psychisch. «Es musste etwas geschehen.»

João Simões auf dem Werkplatz seiner Walliser Grossbaustelle. Er hat die Sache im Griff

João Simões (ganz rechts) im Gespräch mit Lebag-Geschäftsführer Daniel Stutz, einem Helikopterpiloten und dem Lebag-Projektleiter Peter Ehrentraut (von links)

Es regnet in Strömen. Die Lebag-Mitarbeiter sind zum Nichtstun verurteilt. João hofft für morgen auf besseres Wetter

Ein Glücksfall
Ein Kollege machte João auf ein Stelleninserat der Firma Lebag aufmerksam. Er meldete sich, stellte sich vor, und kurze Zeit später nahm er die Arbeit als Allrounder auf: Magaziner, Maschinist, Automechaniker, Hauswart – alles!

Schon bald begleitete er jedes Lebag-Projekt in Frankreich. «Ich organisierte die Einsätze, fungierte als Dolmetscher, pflegte den Kontakt mit Behörden und Privaten, sorgte für den Unterhalt der Maschinen und half den Netzelektrikern, wo immer sie mich brauchen konnten.»

«Jetzt bin ich Baustellenleiter auf unserer Grossbaustelle im Wallis. Ich bespreche mich mit Kunden, bin für die Organisation und die Administration verantwortlich; ich koordiniere die Einsätze der Helikopter, suche Landbesitzer auf und ziehe die Bewilligungsverfahren durch. Die Kommunikation mit unterschiedlichen Menschen gehört zu meinen Stärken. Dann die Rapporte, die Planung der Arbeitsschritte und der Arbeitseinsätze, die Projekt-Dokumentationen.» Aus seinen Worten spricht berechtigter Stolz.

Portugiese? Schweizer?
«Ich bin Portugiese. Zwar fühlte ich mich im Portugal-Treff nie so richtig wohl. Aber meine angestammte Familie, das Land, das schöne Wetter, der Strand, die Sprache und das Essen, das nach meiner Jugend schmeckt: All das trage ich in meinem Herzen. Die portugiesische Mentalität nicht mehr. Diesbezüglich bin ich Schweizer geworden. Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit. Die meisten meiner Kollegen sind Schweizer.»

Das Gespräch kommt zum Ende. Draussen ist kaltes Schmuddelwetter. João denkt an seine Leute. «Unser Team funktioniert extrem gut. Es sind flotte Leute, zuverlässige Arbeiter. Es macht Freude, mit ihnen zu arbeiten. – Ich bleibe bei Lebag.»

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João Simões steht stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Auf den Masten haben Störche Vortritt

Das ist echte Demokratie: Auch die Kleinen haben ihre Rechte, und die Grossen müssen gefälligst darauf Rücksicht nehmen. So ist es, wenn im Freiamt die Störche unterwegs sind und auf den AEW-Freileitungsmasten nisten. Dann ist rein gar nichts zu machen. Stören verboten. Die Revision oder der Rückbau muss warten, bis die Storchenfamilie abgereist ist. Sonst gibts Ärger.

Tja, die Leitungsmasten. Gleich wie Autobahnen, Zementfabriken, Kehrichtverbrennungsanlagen, Tiefenlager oder Flughäfen ist niemand darauf erpicht, sie gleich vor dem Gartentor zu haben – und doch sind wir alle auf sie angewiesen und nutzen sie unverdrossen. Wir erachten es als selbstverständlich, dass der elektrische Strom auch im hintersten Winkel unseres Landes zu haben ist, 24 Stunden am Tag, wenns recht ist. Und dazu sind nun mal die Leitungsmasten unabdingbar.

Üblicherweise fallen uns die Leitungen gar nicht auf, sind sie doch viel diskreter geführt als in früheren Jahrzehnten. Wer die Wahrnehmung aber auf sie einstellt, entdeckt sie überall. Nicht nur wenn sie in der Nähe von Kraftwerken gebündelt auftreten, nicht nur jene Leitungen, die im Gebirge über Schluchten führen, sondern auch die Leitungsmasten aus Beton, weniger hoch als die Gittermasten, weniger augenfällig ausgelegt. Betonmasten, deren Leitungsstränge im Aargau für den Transport der elektrischen Energie in Mittelspannung zwischen dem Unterwerk und den Gemeinden verantwortlich sind.

Unterhalt ist unumgänglich
Lebag, die Lenzburger Leitungsbaufirma, baut sie alle: Holzmasten, Betonmasten und Gittermasten. Mit dem Aufbau allein ist es aber nicht getan. Jede Infrastruktur zieht Pflege und Unterhaltsarbeiten nach sich. Auch die Betonmasten der AEW Energie AG. Nehmen wir doch jenen eingangs erwähnten imaginären Mast, auf dem die Storchenfamilie ihr Nest hat. Mama und Papa Storch, dazu zwei Jungstörche, die penetrant nach Nahrung verlangen. Eines ist sicher: Da fällt einiges an unterschiedlichsten «Abfällen» an. Manches davon löst auf dem Betonuntergrund chemische Prozesse aus, anderes könnte Einfluss auf die Isolationsfestigkeit der Isolatoren haben. Wie auch immer – irgendwann ist dort oben eine tüchtige Reinigung fällig.

Das ist nicht alles. Nehmen wir an, unser Betonmast habe ein Alter von 40 oder 50 Jahren. Da erstaunt es nicht, dass Risse, gar Abplatzungen auftreten. Und jetzt, wer repariert das? Wer hat das notwendige Know-how? Die AEW hätte das, verfügt aber nicht über genügend Personal. Christian Flury, Teamleiter Leitungsbau, äussert sich pragmatisch: «Wir sind auf die Kooperation mit spezialisierten Firmen angewiesen.» Und da besteht ein in Jahrzehnten gewachsenes Vertrauensverhältnis mit der Firma Lebag. Genau gleich wie für die Realisierung von neuen Leitungen, für den Mastneubau und allenfalls für den Rückbau, arbeitet Lebag auch beim Unterhalt und bei Reparaturarbeiten mit der AEW Energie AG zusammen. Flury: «Die Lebag ist quasi unser Hauslieferant, sei es mit Personal, das sie uns zur Verfügung stellt, oder dass sie ganze Projekte vollumfänglich übernimmt.»

Christian Flury, Teamleiter Leitungsbau, AEW Energie AG

Flechten und Moose auf dem Ausleger eines Betonmastes, fotografiert aus dem Helikopter

Flechten und Moose auf dem Ausleger eines Betonmastes, fotografiert aus dem Helikopter

Den Störchen wollte der für sie vorbereitete Nistplatz nicht gefallen; sie bauten ihr Nest ein Stockwerk tiefer

Leitungsabschnitt mit Betonmasten; hinten ein Mast mit vorbereitetem Nistplatz für Störche

Voilà!

Die Störche sind umgezogen; jetzt ist der Weg frei für die Lebag-Mannschaft

Bei hartgefrorenem Boden sind Lebag-Männer in Zuzgen mit dem Rückbau eines Leitungsabschnitts beschäftigt

Wenn die Lebag-Männer alte Betonmasten «fällen», sprühen die Funken

Für den Abtransport der alten Betonmasten setzen die Lebag-Männer schweres Gerät ein

Vom Boden aus und aus der Luft
Rund 2300 Betonmasten unterhält die AEW  im Kanton Aargau. Die Lebag hilft bei der Inspektion vom Boden aus, was einfacher tönt, als es ist. Denn nicht nur Störche erfordern spezielle Massnahmen. Da viele Masten in landwirtschaftlich genutztem Gelände stehen, spielt zudem die Fruchtfolge eine Rolle. Bei widrigen Wetterverhältnissen und aufgeweichten Böden sind Landschäden ein Thema. Und zuweilen behindern Bahnlinien, Strassen oder Siedlungen den ungehinderten Zugang zu den Masten.

Die besonders exponierten Teile eines Betonmasts, nämlich die Ausleger, sind vom Boden aus überhaupt nicht zu kontrollieren. Stattdessen kommen Helikopter und hochauflösende Spezialkameras zum Einsatz. Auf ihren Bildern lassen sich selbst feinste Schäden erkennen. Zum Beispiel jene durch die Störche verursachten.

Und nun ist die Reihe wiederum an den Lebag-Männern. Sie verfügen über die notwendigen Gerätschaften. Sie wissen, wie man die Masten erklettert, haben das x Mal gemacht. Sie wissen auch, wie sie sich sichern müssen. Sie wissen, wie schadhafte Stellen zu behandeln sind. Sie wissen, welche Reinigungsmethoden angebracht sind. Und sie wissen, welche Schutzanstriche lang andauernd wirken. Bei 2300 Masten gibts reichlich Arbeit, auch wenn sie nur alle 25 bis 40 Jahre gewartet werden. Anders gesagt: Auf den Betonmasten der AEW trifft man nebst Störchen zuweilen auch die harten Burschen der Lebag.

Von den Lebag-Männern wird viel Können und Wissen verlangt und viel Rücksicht auf Landbesitzer, auf bestehende Strukturen – und auf Störche. Denn wohin käme die Menschheit ohne Störche!

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«Wenns seicht und dräcket»

Heute ist ein guter Tag. Die Sonne scheint, es ist windstill, und die Temperatur liegt wenige Grad unter Null. Raureif verzuckert die Landschaft. Der Boden ist gefroren. Da ist es die reine Freude, draussen zu arbeiten. Brunos Schuhe bleiben sauber, obwohl er auf dem Acker unterwegs ist. Oberhalb von Zuzgen/AG muss er zusammen mit Marc und Horst die Masten einer alten Leitung entfernen. Holzmasten sind es, wie man sie früher überall sah.

An sich ist es keine spektakuläre Arbeit. Die Männer bringen ein mit einem Kran ausgerüstetes Fahrzeug in Stellung, ziehen die Stangen aus dem Boden und legen sie zur Seite. That’s it. Und doch sagt Bruno Achermann: «Egal, ob wir Masten auf- oder abbauen, wir verändern das Landschaftsbild.»

Mit 24 Jahren schon Gruppenführer
Kaum hatte er seine Lehre als Netzelektriker abgeschlossen, meldete sich der 18-jährige Bruno bei der Firma Lebag. Aus seinem Wohnort Giswil in der Innerschweiz reiste er zum Vorstellungsgespräch nach Lenzburg. Nicht gerade um die Ecke! «Im Elektrizitätswerk Obwalden war einer, der hatte einige Jahre bei Lebag gearbeitet. Er erzählte viel über die interessante Büez und das angenehme Arbeitsklima.» Mit einem Lächeln und einem Achselzucken: «Ich fragte einfach an, ob sie mich einstellen.»

Das war vor sechs Jahren. Bruno ist inzwischen mit allen Aspekten der Freileitungsmontage vertraut und hat sich weitergebildet. Dass er mit seinen 24 Jahren bereits als Gruppenführer auftritt, spricht für sich. «Es braucht halt einen, der organisiert, koordiniert und die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf übernimmt.» Im Arbeitsalltag gibt es keinen Unterschied zu den übrigen Teammitgliedern. Bruno braucht die Abwechslung und die Arbeit mit Maschinen und Lastwagen, mit vielerlei Geräten und technischen Hilfsmitteln.

Und wie charakterisiert er seine Beziehung zur Firma? «Ich bin stolz, bei Lebag zu arbeiten. Das Unternehmen hat einen sehr guten Namen in der Szene.» Weit im Vordergrund stehen aber die Mitarbeiter, mit denen er es zu tun hat. Die Qualität des Teams ist ihm wichtig. Im Fachlichen muss es ebenso stimmen wie im persönlichen Umgang.

Umgang mit Maschinen und Technik: Bruno Achermann im Element
Das Lebag-Team entfernt die alten Leitungsmasten

Hudelwetter, Angst und Stolz
Hand aufs Herz – gibt es nie Tage, an denen du lieber einen Bürojob hättest?
«Doch, das kommt schon vor. Wenns draussen seicht und dräcket, dazu sehr kalt ist und windet, tja, dann … – Aber das ist sehr selten. Ich bin einfach gerne draussen.»

Freileitungsmonteure sind wetterfeste Burschen. Wenns kalt ist, steigen sie ebenso auf ihre luftigen Arbeitsplätze, wie bei Hitze. Problematisch wird es erst bei Eis wegen der Rutschgefahr und bei starkem Regen. «Es gibt keine Kleidung, die dich länger als eine Stunde vor Nässe schützt.»

Und wie steht es mit der Angst?
Angst ist das falsche Wort. Und der Begriff Respekt trifft die Sache auch nicht. Bei gefährlicheren Situationen bin ich alert, angespannt, voll konzentriert. Das war so im Wallis, als wir die alten Freileitungsmasten abbauten. Vier Tonnen schwere Einzelteile waren bereits mit dem Helikopter verbunden; ich musste nur noch die letzten Bolzen herausschlagen. Wie würde sich das gelöste Teil verhalten? Würde es zurückschwingen, mich treffen? Aber irgendwann realisierte ich, dass es funktioniert, und ich wurde gelassener.

Kennst du so etwas wie Berufsstolz?
Ja gewiss! Ich freue mich, wenn wir einen neuen Mast aufgestellt haben. Das sieht einfach gut aus. Ich bin stolz, wenn ich meinem Umfeld das Ergebnis meiner Arbeit zeigen kann. Es ist ein spezieller Beruf mit extremen Aspekten, punkto Arbeitsplatz und Arbeitsorte.

Drei kurze Fragen, drei kurze Antworten
Wie hoch war der höchste Mast, den du jemals erklettert hast?
96 Meter, bei Mühleberg.

Welches war die weiteste Anreise an einen Arbeitsort?
Hm, ich weiss nicht genau. Ich habe im österreichischen Burgenland nahe der ungarischen Grenze gearbeitet, in Lourdes am Fuss der Pyrenäen und in Korsika.

Und wie lange dauerte der längste arbeitsbedingte Aufenthalt?
Im Burgenland arbeitete ich drei Wochen lang ohne einen freien Tag. Das war richtig hart.

Wo stehst du heute in zehn Jahren?
Keine Ahnung. Im Moment bin ich sehr zufrieden bei der Lebag. Die Arbeit ist interessant und abwechslungsreich. Vielleicht bin ich also immer noch «da». Vielleicht ergeben sich andere Prioritäten. Wer weiss, vielleicht gründe ich eine Familie. Man wird sehen …

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