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Von brennenden Männern und blutenden Bäumen

Auf ihren Fahrten begegneten die Freiämter Fuhrleute oftmals gar seltsamen Gestalten, die wie brennende Fackeln über den Fuhrweg wanderten. – Eine Hexe hütete das Geheimnis einer wundersamen Salbe. Strich man nur ein wenig davon an den Besenstiel, dann konnte man rittlings durch die Luft sausen und sich am gewünschten Zielort unbemerkt absetzen. – Um Mitternacht huschen dunkle Schatten über die Waldlichtung, wo einst eine Kegelbahn war. Man hört die rollenden Kugeln und das dröhnende Fallen der Kegel, aber auch das Lärmen und Stöhnen wütender Raufbrüder. – Blutende Bäume bezeichnen den Ort, wo der rote Wyssenbacher einst elf Jungfrauen zu Tode gebracht hat. Ihre Seelen schweben noch immer im Geäst der Bäume. – Und da steht der eitle Zwerg und betrachtet sich im Spiegel!

*

Die BDWM führt Sie in die Welt menschlicher Ängste und Abgründe, wie sie in Sagen zu finden sind. Dabei beginnt alles so harmlos und sanft. Sie besteigen in Wohlen den Zug und fahren eine Station weit, bis Wohlen Oberdorf (Halt auf Verlangen). Dem Wanderweg folgend, kommen Sie zur Oberen Haldenstrasse hinauf und wandern immer den gelben Markierungen nach aus der Ortschaft hinaus Richtung Wald. Sie befinden sich hier auf dem Freiämterweg mit den braunen Rhomben.

Nach zwei Kilometern erreichen Sie den Tierpark. Es ist ein Vergnügen, die Damwildherden zu beobachten, auch für die Kleinsten.

Nun biegen Sie links in den Freiämter Sagenweg ein. Schon nach wenigen Schritten treffen Sie auf einen der brennenden Männer. In Sandstein gehauen, mit leerem Blick. Weiter zum Topf, in dem die Hexe ihre Salbe zubereitete. Das Drachenbänkli. Die mächtigen Kegel. Die übergrossen Stiefel des gefürchteten Stifeliryters. Die drei Pilger, die mit abgeschlagenen Köpfen weiterwanderten. Und da hängt sogar die schwarze Gestalt des Teufels an einer steinernen Wand. Grauslich!

*

Dieses Waldgebiet birgt noch weitere Geheimnisse. Der Moränenhügel entstand vor vielen tausend Jahren, als diese Gegend von Gletschern bedeckt war. Die Eismassen transportierten jede Menge Gestein ins Tiefland, darunter gewaltige Felsbrocken. Überall ragen sie aus dem Waldboden. Einige dieser Findlinge sind beim Rückzug der Gletscher in merkwürdigen Formationen stehen geblieben. Da ist zum Beispiel der Bettlerstein: eine enorme Felsplatte steht schräg mitten im Wald, neben ihr noch weitere Gesteinsbuckel. In alten Zeiten haben Bettler hier ihr Nachtquartier aufgeschlagen, so wird erzählt.

Wenige hundert Meter weiter kommen Sie zum eindrücklichsten Zeugen der eiszeitlichen Vergangenheit, zum Erdmannlistein. Ein etwa 60 Tonnen schwerer Fels ruht auf zwei kleineren Blöcken. Ob da nur Naturkräfte am Werk waren? Oder war es ein Kultplatz? Oder ein prähistorisches Kalendersystem? – Sicher ist, dass hier früher fleissige Erdmännchen hausten. Nach einem üblen Streich verschwanden sie für immer. Nur wem es gelingt, den Erdmannlistein drei Mal hintereinander zu umrunden, ohne Atem zu schöpfen, hat die Chance, eines von ihnen kurz zu sehen.

Bei der nahen Bahnstation «Erdmannlistein» (Halt auf Verlangen) besteigen Sie wieder einen Zug der BDWM und fahren zurück nach Wohlen.

Damwild im Tierpark
Ein brennender Mann
Auf der Kegelbahn
Der eitle Zwerg
Blutende Bäume

Wir sind immer auf dem Freiämterweg

Begegnung mit dem Teufel

Der Bettlerstein

Der Erdmannlistein
Die Wanderweg- und Freiämterweg-Rhomben
Die Station Erdmannlistein der BDWM

Der Hühnerstein

Beim Start Vita-Parcours kommen wir aus dem Wald

Auf dem Stamm des Wegkreuzes begegnen wir dem Tod

Plankroki

Wenn Sie sich aber noch fit fühlen, gehen Sie von der Haltestelle geradeaus weiter, überqueren die Hauptstrasse und biegen links in einen asphaltierten Waldweg ein. Er führt Sie direkt nach Wohlen. Noch im Wald entdecken Sie am rechten Strassenrand eine grosse Steinplatte, den Hühnerstein. Der Überlieferung nach ruhten sich die Wohler Bäuerinnen hier aus, wenn sie nach Bremgarten auf den Markt gingen. Ihre schweren Körbe, in denen sie Hühner zum Verkauf mittrugen, setzten sie auf die Steinplatte ab. So kam der Stein zu seinem Namen.

Kurz vor den ersten Häusern von Wohlen kommen Sie an einem 267 Jahre alten Wegkreuz vorbei. An seinem Stamm erinnern Sie ein Schädel und zwei gekreuzte Knochen daran, dass Sie nicht nur auf dieser Strasse, sondern auch im Leben unterwegs sind. Irgendwann und irgendwo erreichen Sie Ihr Ziel …

*

Lust auf mehr Reiseabeuteuer? Hier lesen Sie regelmässig weitere Ausflugs- und Wandertipps im Einzugsgebiet der BDWM.

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Die BDWM und die Malediven

Die Pünktlichkeit im Bahnverkehr steht für die Fahrgäste (fast) über allem. Denn eine Verspätung ist in unserer Gesellschaft quasi ein GAU!

Angenommen, Sie fahren jeden Morgen mit der BDWM von Bremgarten nach Dietikon und steigen dort in einen SBB-Zug, der Sie nach Zürich bringt. Eines Tages hätten Sie ein wichtiges Meeting, und ausgerechnet jetzt hat die BDWM Verspätung. Sie verpassen den Anschluss, kommen eine halbe Stunde zu spät ins Büro, der Chef murrt, und vorbei ists mit der guten Laune. Angenommen, Sie haben ihren Ferienflug gebucht, und ausgerechnet jetzt legt eine Stellwerkstörung den Bahnbetrieb lahm. Sie kommen zu spät nach Kloten, und… das Paradies muss warten. Die Malediven bleiben ein Hochglanzbild im Ferienkatalog.

Keine Panik! Die BDWM ist pünktlich. Sie kommen rechtzeitig an Ihren Arbeitsplatz. Sie erreichen Ihren Flieger. Von genau 4000 Zügen, die im Juni 2017 verkehrten, hatten gerade mal 42 eine geringfügige Verspätung, nur rund 1 Prozent.

Sicherheit hat Vorrang
«In Sachen Pünktlichkeit tun wir alles, um in Wohlen und in Dietikon den Anschluss an die SBB-Züge sicherzustellen. Die andern Stationen haben diesbezüglich zweite Priorität.» Urs Marty leitet die Betriebsführung. Er kennt all die kleinen Komponenten, die in ihrer Summe zu Verspätungen führen. Dazu gehören die Stationen mit «Halt auf Verlangen». Der Taktfahrplan weiss nicht, wo jemand einen Halt verlangt und geht deshalb von einem Mittelwert aus. Dazu kommt die unterschiedlich starke, von Tageszeit und Wochentag abhängige Frequenz.

Verspätungen aufzuholen, ist kaum möglich. Zu kurz sind die Distanzen zwischen den einzelnen Stationen, zu strikt die Sicherheitsvorgaben. «Sicherheit first!» Trotzdem: Der Begriff «Verspätung» ist relativ. Bei der BDWM benutzt man ihn ab vier Minuten. Sobald ein solches Ereignis eintritt, erfolgt die automatische Durchsage an den Perrons und im Zug. Zusätzlich geht eine Meldung an den Online-Fahrplan der SBB.

Keine Panik?
Was ist mit grösseren Verspätungen? Kommen solche auch vor? – «Ja, wir hatten erst kürzlich einen gröberen Zwischenfall. Ein Blitzschlag traf das Stellwerk Berikon und legte alles still. Das verursachte Verspätungen von etwa 15 Minuten. Noch massiver wird es, wenn Verkehrsunfälle die Strecke blockieren. Wir setzen dann im betroffenen Abschnitt Busse ein. Allerdings beansprucht das Zeit.» – «Bricht in solchen Fällen bei der Fahrdienstleitung Panik aus?» – «Panik nicht, aber Hektik. Da manche Streckenabschnitte einspurig sind, können die Züge nur an ganz bestimmten Stellen kreuzen. Bei erheblichen Verspätungen stehen die Züge samt Personal am ‚falschen’ Ort. Da gerät so einiges durcheinander. Nun sind Entschlusskraft, Improvisationsgabe und viel Erfahrung gefragt.»

«Herr Marty, was können wir Fahrgäste zu einem pünktlichen Fahrbetrieb beitragen?» – «Vieles. Finger weg vom ‚Halt-auf-Verlangen-Knopf’ es sei denn, Sie steigen wirklich ein oder aus. Dann gibt es Kunden, die anderen Fahrgästen beim Aussteigen im Weg stehen. Oder sie bleiben in der Türe stehen, bis der Kollege auch noch angeschlendert kommt, so dass der Zug nicht abfahren kann. Die Folge ist absehbar.»

Cool bleiben
Marty kontrolliert auf seinem Bildschirm die aktuelle Situation auf dem BDWM-Schienennetz. «Oha, hat da einer 12 Minuten Verspätung? Das muss eine Falschmeldung sein!» Tatsächlich! In wenigen Augenblicken ist alles wieder im Lot. Die neue Software ist noch nicht richtig ausgereift. «Sehen Sie. Ich habs gesagt. In aller Regel klappt die Sache mit der Pünktlichkeit einwandfrei.» – Der Mann ist die Ruhe in Person.

Verspätungen 2017

Januar 30
Februar 16
März 10
April 17
Mai 20
Juni 42
Erstes Halbjahr 135 von ungefähr 24’000 Fahrten

 

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Der Fahrplan ist ein Versprechen

Du stehst wie jeden Morgen am Bahnhof Bremgarten und wartest auf den Zug, der dich nach Dietikon bringen soll. Der Zug kommt. Pünktlich. Darauf ist Verlass.

Doch dann die Durchsage:
«Geehrte Fahrgäste, leider konnten wir keinen Lokführer finden. Der Kurs muss deshalb ausfallen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.»
Oder: «Geehrte Fahrgäste, leider befindet sich die für diesen Kurs vorgesehene Zugskomposition in Revision. Der Kurs muss deshalb ausfallen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.»
Oder: «Geehrte Fahrgäste, leider gibt es eine Fahrleitungsstörung. Der Kurs muss deshalb ausfallen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.»
Unerhört, nicht wahr? Im Hochland von Peru vielleicht, aber hier in der Schweiz, in Bremgarten, bei der BDWM? Nein, undenkbar! Es soll funktionieren. Immer.

Das Vier-Säulen-Prinzip
Was steht hinter der ganzen Zuverlässigkeit? René Fasel, Leiter Bahnproduktion bei der BDWM, gibt Auskunft. Sein Credo: «Der Fahrplan ist ein Versprechen an die Fahrgäste.» Wenn da steht «Abfahrt Bremgarten 06.29, Ankunft Dietikon 06.56», dann ist das so.

Das Versprechen ruht auf vier Säulen: Verfügbarkeit des Personals – Verfügbarkeit des Rollmaterials – Verfügbarkeit der elektrischen Energie – Top-Zustand der baulichen Infrastruktur.

Menschen first
Zuerst die Menschen, die Mitarbeiter. «Das Geheimnis liegt in der Zufriedenheit des Personals. Kurzfristige Ausfälle, etwa im Krankheitsfall, lassen sich so auffangen. Wir müssen nicht bittibätti machen und schon gar nicht Druck ausüben. Wenn Not am Mann ist, melden sich die Leute. Ein Aushang genügt.» Voraussetzung ist allerdings die polyvalente Ausbildung des Personals. Und das Miteinander-Reden, wie es sich für einen «Familienbetrieb» gehört. «Für meine Planung muss ich wissen, was die Leute vorhaben – Ferien, Weiterbildung, längere Auszeiten, Neuorientierung. So kann ich Unvorhergesehenes auf ein Minimum reduzieren.» Von Zeit zu Zeit steigt Bahn-Fan René Fasel mit grösstem Vergnügen selber in den Führerstand.

S Sebni als Notnagel
«Ja klar müssen unsere Züge regelmässig in die Revision. Manchmal fallen Reparaturen an. Häufig benötigen wir für Extrafahrten zusätzliche Züge. Das alles macht einen Bestand von Reservefahrzeugen zum Muss. Im Extremfall fahren wir in Einzel- statt wie üblich in Doppeltraktion, also nur eine, statt zwei hintereinandergekoppelte Zugskompositionen. Wenns ganz strub wird, kommt unser Nostalgiezug ‚Sebni’ zum Einsatz.» Fasel klopft mit dem Zeigefinger auf sein Pult. «Ich habe das schon zwei Mal erlebt. Es hat funktioniert!»

René Fasel, Leiter Bahnproduktion BDWM
Die grosszügig ausgelegte Remise der BDWM
Martin Stössel an der alten, aber immer noch tauglichen Stellwerkanlage
Die neue, elektronische Stellwerkanlage
«S Sebni» als Notnagel

Eines der modernen Fahrzeuge der BDWM vor der Kulisse der Bremgarter Altstadt

Der Strom strömt
«Den Strom liefern uns AEW und EKZ. Wir beanspruchen elektrische Energie einerseits für die Fahrleitungen, anderseits brauchen wir eine gesicherte Stromversorgung für Stellwerke, Sicherheitselemente, Lichtanlagen und innerbetriebliche Einrichtungen. Technisch wie organisatorisch ist alles geregelt; Pannen sind da nicht vorgesehen. Wenn doch, stehen Batterien und Notfallpläne bereit. Diese sehen zum Beispiel einen eingeschränkten Bahnverkehr vor.» René Fasel erinnert sich: «Einmal brach die Stromversorgung wegen Bauarbeiten zusammen. Gespenstisch! Dunkel und ungewohnt still. Nach kurzer Hektik und unendlich langen 20 Minuten war die Sache wieder im Lot.»

Sie streikt nicht
Schliesslich die bauliche Infrastruktur. Die Warnanlagen, die Signale, die Weichen. Wenn die Weiche streikt, nützen die dienstfertigsten Mitarbeiter und alles Rollmaterial nichts. Aber die Weiche streikt nicht. «Regelmässige Kontrollen und eine sorgfältige Wartung», sagt Fasel, hebt die Schultern und öffnet die Hände als Zeichen der Selbstverständlichkeit. Und doch kommt es – selten zwar – trotz aller Sorgfalt auch mal zu Störungen.

Du kannst also beruhigt sein. Dein Zug fährt. Pünktlich um 06.29 Uhr. Du bist rechtzeitig am Arbeitsplatz. BDWM sei Dank.

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Risotto zum Abstechen? Nein danke!

Ein unternehmungslustiger Jüngling. Wie seine Kollegen, so hätte auch er gern ein Töffli. – Töfflibuebe! «Kannst du haben. Aber verdienen musst du es dir selbst.» Also nahm Adrian Ferienjobs im Würenloser Fressbalken an. Simple Arbeiten um Süsswaren und Glaces. Er stellte sich geschickt an und wurde «befördert». Jetzt durfte er sogar bei der Zubereitung von Patisserie und Torten helfen. «Das gefiel mir auf Anhieb.» Das Töffli stand in der Garage, die Berufswahl war entschieden. Adrian Dort wollte Konditor/Confiseur werden.

Bereits als 25-Jähriger machte er sich selbständig. In Fislisbach eröffnete er eine Bäckerei/Konditorei und gleichzeitig ein Café. Heute beschäftigt er hier und in der Filiale Berikon 28 Mitarbeitende. Das Geschäft läuft, auch weil Dort immer offen war für Neues, für Ungewöhnliches. So gibts in den beiden Cafés seit jeher nicht nur Crèmeschnitten, Gipfeli und Schwarzwäldertorten, sondern auch Mittagsmenüs.

Gastronomie auf Schienen
Irgendwann wurde Nadya Tiraboschi auf den innovativen Gastronom aufmerksam. Gut möglich, dass die Lage von Dorts Café in Berikon ausschlaggebend war, befindet es sich doch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof der BDWM. Bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn ist Tiraboschi unter anderem verantwortlich für die Genuss- oder Extrafahrten. Sie beinhalten immer ein gastronomisches Angebot. Die Namen erklären sich selbst: Mutschälle Zmorge, Fondue- und Raclettefahrt, *Tessiner Nacht mit Risotto oder Stubete mit Älplermagronen.

Die Ideen wären da. Aber die Umsetzung? Wie will man in einem Nostalgiezug, der allein für den Personentransport konzipiert ist, Älplermagronen oder Risotto zubereiten? Und zwar so, dass es schmeckt. Als Militärveteran fällt einem da die gute alte Kochkiste ein. Adrian Dort winkt ab: «Risotto aus der Kochkiste? Da musst du deine Portion mit dem Spaten abstechen. Nein, das geht gar nicht.»

Also startete er Versuche mit einem mobilen Gasrechaud. Besser, aber nicht befriedigend. Dazu das Gefahrenmoment, denn die ganzen Kochutensilien sind ja nicht rutschfest. «Ich gebe nie klein bei; ich suche immer nach Alternativen.» Gerade in qualitativer Hinsicht gibt sich Dort nicht mit Halbheiten zufrieden. Lauwarmer Kaffee, pappige Speisen – kommt nicht infrage. «Den Fahrgästen ist es egal, ob sich die Zubereitung der Speisen nur schwer bewerkstelligen lässt. Sie wollen etwas Feines auf dem Teller. Dafür haben sie bezahlt.»

Adrian Dort, Konditor/Confiseur

Heureka
Jetzt bereitet Adrian Dort die Speisen in seinem Café in Berikon vor. Exakt auf die Einfahrt des Zuges. Sämig statt pappig. Mmmmmh statt uäh. Da hat Dort als ehemaliger Koch-Olympiasieger einen Namen zu verteidigen! Am Schluss gibt es nur Gewinner: die Fahrgäste, die BDWM und Adrian Dort.

Egal, ob kalendarisch festgelegte Sonderfahrten oder solche für Privatgesellschaften und Firmenanlässe: Den gastronomischen Teil übernimmt Adrian Dort. «Nadya Tiraboschi konfrontiert mich zuweilen mit sehr speziellen Extrawünschen. So nach dem Muster: Wie kann ich den Dort fordern? – Ich mag solche Herausforderungen.»

Grösster Wunsch: eine Steckdose
«Herr Dort, wenn Sie einen Wunsch an die BDWM frei hätten, wie würde der lauten?» – «Ich wünschte mir in den Nostalgiezügen eine Steckdose für die Kaffeemaschine. Es widerstrebt mir, Kaffee ohne Schümli zu servieren.» – «Und wo liegt das Problem?» – «Beim Transformator. Der käme etwa so teuer zu stehen wie einige zehntausend Kaffees …»

*Jetzt anmelden, Plätze reservieren und sich aufs Risotto vorfreuen. Hier gehts zum Anmeldeformular.

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Birchermüesli on the road

Abfahrt ist erst in einer Dreiviertelstunde. Und doch tauchen schon erste Fahrgäste gleichsam aus dem Nichts des Sonntagmorgens auf. Eine Extrafahrt ist eben etwas anderes als eine normale Fahrt mit der Eisenbahn. Zum «Mutschälle Zmorge» der BDWM erscheint man gern etwas zeitiger.

Das «Sebni» steht auf einem Werkgeleise. In den Waggons brennt Licht. Drei Personen sind mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Am Tresen bauen sie ein Buffet auf. Der Lokomotivführer mit Leuchtweste überquert die Geleise, besteigt seinen Zug und zieht ihn wenig später vor, auf eine andere Warteposition.

«Wir haben diese Nostalgiefahrt von unserem Sohn zu Weihnachten als Wichtelgeschenk bekommen.»

09.00 Uhr. Gruppen, Paare, Einzelpersonen warten. Kinder und Erwachsene jeden Alters. Offensichtlich interessieren sich längst nicht nur ältere Menschen für diese Art Attraktion.

Die Zugkomposition fährt ein. Vorne, beim Einstieg der VIP-Gäste, ist der rote Teppich ausgerollt. Bei der hinteren Türe hat sich Gerri Allemann aufgestellt. Freundlich begrüsst er jeden einzelnen Fahrgast. Auf den Tischen stehen Namensschilder; wir werden erwartet. Alles ist vorbereitet, das Gedeck, ein Gipfeli und ein Brötchen, Butter, Konfitüre, Zucker. Gerri und Sonja Brunner gehen von Tisch zu Tisch, bieten Getränke an. Fast wie im Flugzeug.

«Meine Töchter wissen, dass ich ein Bahn-Fan bin. Die eine von ihnen lud uns zu dieser Frühstücksfahrt ein. Zu unserer Freude ist die andere Tochter heute auch mit dabei.»

09.15 Uhr. Der Zug fährt. Am Nachbartisch prosten sie sich mit Prosecco zu. Ein Familienfest. Fotoapparate klicken. Selfies und mehr. Ein halbes Dutzend verschiedene Käse, eine kalte Fleischplatte. Für jeden Frühstück-Geschmack etwas. «Noch etwas Brot, ein Stück Zopf? Ein Glas Mineralwasser, ein Orangensaft? Nein, Kirsch gibt es nur auf der Fonduefahrt.» Lachen.

«Vor langer Zeit haben wir uns beim Skilanglauf im Goms kennengelernt. Seither machen wir alljährlich eine Frühstücksfahrt. Mal mit dem Schiff, mal mit dem Postauto. Und heute mit der BDWM.»

Im Bahnhof Bremgarten erscheint der Hinweis auf die «Brunchfahrt»

Zugbegleiter Gerri Allemann weist den Weg

Die BDe 8/8  mit Jahrgang 1969 erhielt den Zunamen «Sebni»; sie war die siebente Zugskomposition dieses Typs bei der BDWM

Sorgfältig gedeckte Tischchen

Zugbegleiterin Sonja Brunner: «Haben Sie noch einen Wunsch?»
Prosit! Auf einen schönen Sonntagmorgen!
Zwischenhalt auf der Reussbrücke Bremgarten
Lokomotivführer Daniel Isenring an seinem Arbeitsplatz
Halt in Erdmannlistein, der kleinsten Bahnstation der Welt
Die Fahrgäste verlassen die Waggons, verweilen zu einem kurzen Schwatz
Genug Zeit für einen Spaziergang zum sagenumwobenen Erdmannlistein

Frontansicht der BDe 8/8: Schau mir in die Augen, Kleines!

Grünes Licht: Der Verkehr auf Gleis 2 ist durch den Zwischenhalt des Sebni nicht behindert

Vorne, im Führerstand herrscht ein ziemlicher Andrang. Daniel Isenring, der Lokomotivführer, gibt geduldig Auskunft, dem Knirps ebenso wie dem Papi, der sich als Insider zu erkennen gibt. Auf der Reussbrücke  bleibt der Zug einige Minuten stehen. Fototermin! Die Altstadtfront, der Fluss, die Holzbrücke.

«Freunde haben uns von diesem Angebot erzählt. Das war ein guter Tipp. Die Kinder sind begeistert!»

10.45 Uhr. Station Erdmannlistein. Halt im kleinsten Bahnhof der Welt. 40 Minuten Aufenthalt. Die Fahrgäste verlassen den Zug, vertreten sich die Beine. Bis zum Erdmannlistein sind es nur ein paar Schritte. Kinder klettern schneller und flinker als Grosseltern – logisch! Man kommt ins Gespräch. Die Gedanken drehen sich um die Kraft der Gletscher und die Existenz von Erdmännchen. Oder waren hier etwa doch Menschen am Werk, vor Jahrtausenden, wie in Stonehenge und Ägypten?

«Wir haben unserem Grosi diese Fahrt geschenkt.» – «Ich freue mich so, dass die Jungen mir damit etwas von ihrer Zeit schenken. Das ist nicht selbstverständlich.»

11.45 Uhr. Zurück in Bremgarten. Die Fahrgäste steigen aus, bedanken sich beim Personal und gehen ihrer Wege. Der Sonntag hat gut begonnen. Die Bahnfahrt, der Halt auf der Brücke, der Erdmannlistein, Gespräche mit andern Fahrgästen, das feine Frühstück. Die Kinder sind zufrieden, s Grosi ebenfalls. Sie alle haben etwas erlebt. Und noch steht ein langer Sonntagnachmittag an.

*

Allen Genussfahrten ist der Einsatz von Nostalgiezügen gemeinsam. Entweder die leuchtend rot-weisse BDe 8/8 von 1969, getauft auf den Namen «Sebni», oder die bereits 90-jährige blau-weisse BDe 4/4, genannt «Mutschälle-Zähni». Die Genussfahrten finden an fixen Daten statt (www.bdwm.ch/Nostalgiefahrten); Privatfahrten sind nach eigenen Vorstellungen möglich: Firmen-, Vereins-, Privatanlässe, mit oder ohne BDWM-Catering.

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Sämig statt pappig

Der Muttertag rückt näher. Sehr viele Plätze sind nicht mehr frei. Kein Wunder: Die Sonntagmorgenfahrten mit dem «Mutschälle-Zähni» sind ausserordentlich beliebt. Die Reise im Nostalgiezug mit Jahrgang 1928 ist ein besonderes Erlebnis: Unterwegs im Ambiente der Roaring Twenties. Auf dem Streckennetz der BDWM wird ein reichhaltiges Frühstück serviert. Abfahrt ist um 9.15 Uhr in Bremgarten. 2½ Stunden später fährt der Zug wieder in Bremgarten ein. Viel Zeit, viel Schwatz.

Panne als Spassfaktor
Die Genussfahrten der BDWM sind legendär. Durch und durch vorbereitet und getestet, so dass – hochheiliges Versprechen! – nie und nimmer etwas schief gehen kann. Nicht beim Mutschälle-Zmorge, nicht bei der Stubete, nicht bei der Tessiner Nacht und schon gar nicht beim Angebot «Alles Käse». Ein Fondue im fahrenden Zug – das ist doch gewiss keine Hexerei. Was sollte da schon passieren? Könnte man meinen … Leider war da kürzlich – aber lassen wir das! Wie sympathisch, wenn die Perfektion mal durchbrochen wird. Wenn der Käse nicht so will, wie er soll. Wenn Unvorhergesehenes passiert. Wenn Improvisation gefragt ist.

Das war ein einmaliger Zwischenfall. Wer dabei war, wird ihn nicht so schnell vergessen. Es ist das Aussergewöhnliche, das in der Erinnerung haften bleibt und später lustvoll als Humoreske aufgetischt wird: «Weisch no?»

Kurzer Halt auf der Reussbrücke in Bremgarten
Die kleinste Bahnstation der Welt: Erdmannlistein
Zwischenhalt in der Bahnstation Erdmannlistein

Zur Vorspeise eine kleine Tessinerplatte

Lust auf Fondue?

Safran-Risotto mit Luganighe 

Kochen ohne Küche
Bleiben wir doch bei der BDWM-Gastronomie! In der «Tessiner Nacht» ist Risotto angesagt, Weissweinrisotto. Und das in einem Zug ohne jegliche Infrastruktur, die den Namen Küche verdienen würde. Keine Rede von Mikrowelle, Kochherd oder Spülbecken. Nadya Tiraboschi vom BDWM-Team ist erfahren: «Ein Risotto in Wärmeboxen mitzuführen, das geht gar nicht. Während zehn Minuten mag das gut sein, danach ist alles nur noch pappig. Wir verlassen uns lieber auf das Catering der Confiserie(!) Alexanders in Fislisbach. Sie bringen uns das Risotto extrem al dente. Wir feuern dann die mitgeführten Gasrechauds an – im Zug! Erst jetzt verfeinern wir die Speise mit Weisswein, Bouillon und Parmesan. Sämig und einfach nur fein. Mmmh!»

Ganz ähnlich bei den Älpermagaronen, die bei der Stubete-Fahrt auf der Karte stehen. «Die Teigwaren und die Kartoffeln werden blutt angeliefert. Den Rest besorgen wir im Zug. Mit Rahm abschmecken, beizen – ah, ich werde schwach!»

Was mag da erst los sein in der «Spanischen Nacht»! In der Ausschreibung steht «Show-Cooking» und «frisch zubereitete Paella» … Keine Angst! Das geschieht nicht im Bahnwagen, sondern beim kleinsten Bahnhof der Welt, bei der Station Erdmannlistein. Hier ist reichlich Platz für die Paella-Pfanne, den Koch und die Gäste. Bei schönem Wetter setzen sich alle zum Mahl an die langen Tische. Es gibt keine Tischordnung; alle gesellen sich zueinander und geniessen die Paella und den spanischen Wein. Salud!

«Freut mich»
Das Vergnügen bleibt nicht auf die Gastronomie beschränkt. Die Genussfahrten haben auch einen sozialen Aspekt. Davon berichten Fahrgäste, die schon teilgenommen haben: Wer setzt sich zu uns? Mit wem teilen wir das Fahrvergnügen? Alle haben Zeit, und die meisten sind unkompliziert, offen für ungezwungene Gespräche, sonst hätten sie sich nicht zur Teilnahme an einer Genussfahrt entschieden.

Allen Genussfahrten ist der Einsatz von Nostalgiezügen gemeinsam. Entweder die leuchtend rot-weisse BDe 8/8 von 1969, getauft auf den Namen «Sebni», oder die bereits 90-jährige blau-weisse BDe 4/4, genannt «Mutschälle-Zähni». Die Genussfahrten finden an fixen Daten statt (www.bdwm.ch/Nostalgiefahrten); Privatfahrten sind nach eigenen Vorstellungen möglich: Firmen-, Vereins-, Privatanlässe, mit oder ohne BDWM-Catering.

Übrigens: Pannen gibts keine mehr. Nie mehr. Hochheiliges Versprechen!

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Der Feierabend muss warten

«Guete-n-Obig mitenand. Billetkontrolle.» *Marcel Hauser und *Heinz Wenger sind ausgesprochen freundlich. Die Fahrgäste der BDWM reagieren sehr unterschiedlich auf die beiden Sicherheitsmänner. Viele zeigen kaum eine Regung, holen ihr Abo hervor, und das wars. Andere erwidern die Freundlichkeit, reden ein paar Sätze, lächeln. Dann sind da die Eingeschüchterten, die sich ducken, obwohl bei ihnen alles in Ordnung ist. Und schliesslich die ganz Coolen, Beine weit vorgestreckt, sorgfältig gestylte Frise: «Was wottsch, Mann?» Hauser lässt sich nicht provozieren. Und Wenger sagt: «Den habe ich auch schon gesehen. Wenn er allein fährt, ist er ein netter Kerl. Aber wenn die Kollegen dabei sind …» Tatsächlich ist der junge Mann ohne Billett unterwegs. Einen Personalausweis trägt er auch nicht bei sich. Behauptet er wenigstens. Es ist schon das zweite Mal, dass er heute als Schwarzfahrer erwischt wurde.

*

Marcel Hauser ist erst seit elf Monaten bei der BDWM. Der gelernte Kondukteur war während 27 Jahren bei der Stadtpolizei Zürich tätig. Die beiden Berufe prädestinieren ihn zum Leiter der Abteilung Stichkontrolle und Sicherheit.

Sicherheit – was fällt alles unter diesen Begriff? «Es geht um Menschen und um Infrastruktur. Unsere Fahrgäste sollen sich sicher fühlen, keinerlei Belästigungen oder gar Angriffen ausgesetzt sein. Dasselbe gilt für unsere Mitarbeiter, also die Lokführer und das Stationspersonal.» – Konkret? – «Betrunkene Fahrgäste, jugendliche Pöbler, enthemmte Personen nach Grossanlässen wie Street Parade, Silvesterzauber oder Fussballspielen. – Wir haben verschiedene Kostgänger. Trotzdem: Solche Vorkommnisse sind extrem selten.»

«Gibt es Vorfälle, die mit einer gewissen Häufigkeit auftreten?»

*

Im Wohlen-Meisterschwanden-Bus. Im Fond sitzt ein Mann mittleren Alters. Den Kopf hält er gesenkt. Er hat keinen Fahrausweis. Emotionslos gibt er Auskunft. Die Bussbescheinigung nimmt er ohne Regung entgegen. Irgendwie unheimlich.

Ein distinguierter Herr nimmt mit seinem Gepäck ein ganzes Sitzabteil in Beschlag. Er hat nur ein halbes statt ein ganzes Billet. Verwunderter Gesichtsausdruck. Lange Diskussionen. Umständliches Hin und Her. Es gibt trotzdem eine Busse.

Eine Gruppe von acht Jünglingen, auch sie etwa 15-jährig. Alle haben ein Ticket, nur einer nicht. Er macht keine Anstände, bleibt höflich und verhält sich kooperativ.

Fünf Schwarzfahrer sind es an diesem Abend. Von etwa 250 Kontrollierten. Hauser hat die Statistik im Kopf: «Gegenwärtig sind wir bei 1,59 Prozent aller Fahrgäste. Das ist ein guter Wert. Wir wollen unbedingt unter 2 Prozent bleiben.»

BDWM-Zugverkehrsleiter André Wyssling an seinem Arbeitsplatz in Bremgarten

Videoüberwachung der neuralgischen Stellen: neun von etwa fünf Dutzend Bilder
Alarmanlage in den Bahnwagen: die rote Scheibe zur Seite schieben, darunter den Knopf drücken

Videokamera an der Bahnwagen-Decke

Heinz Wenger auf Billetkontrollgang

Marcel Hauser stellt sich vor einen Schwarzfahrer
Marcel Hauser und Heinz Wenger überprüfen die Identität des Schwarzfahrers

Verschiedenste Präventivmassnahmen dienen einer optimalen Sicherheit. Dazu Hauser: «Da sind zunächst die technischen Vorkehrungen. Videokameras überwachen die Bahnhöfe und die Bahnwagen. Daneben markieren wir Präsenz, vor allem an den Wochenenden. Zivil und uniformiert. Wir sind mit Pfefferspray und Handfesseln ausgerüstet. Es ist äusserst selten, dass wir davon Gebrauch machen. Bei Härtefällen arbeiten wir mit der Polizei zusammen.»

Das Betätigungsfeld der Patrouillen ist breit. Sie achten auf auffällige Menschengruppen, beurteilen die Situation auf den Haltestellen, ahnden Geleiseüberschreitungen. Ein Blick ins öffentliche WC, in den Warteraum auf dem Perron, hinüber zu den Fahrradständern und auf den Parkplatz. Schliesslich die Sicherheit der Anlagen: Keine Vandalenakte? Keine Graffiti? Keine Gegenstände auf den Geleisen? Funktioniert alles ordnungsgemäss? Und warum brennt dort ein Licht?

*

Mitternacht ist längst vorbei. Doch der Patrouillendienst dauert an. Er umfasst nicht nur angenehme Aufgaben. Marcel Hauser und Heinz Wenger müssen mit Provokationen und Anpöbeleien rechnen, in seltenen Fällen gar mit Aggressionen. Sie versahen ihren Dienst an diesem Abend mit mustergültiger Freundlichkeit und Korrektheit.

Das Gespräch verebbt. Ein kräftiger Händedruck. Der Zug setzt sich in Bewegung. Die beiden Männer fahren nochmals nach Wohlen, dann zurück nach Bremgarten West und zum Ausgangspunkt in Bremgarten. Alles im Dienste der Fahrgäste. Der Feierabend kann warten.

*Namen der Redaktion bekannt

 *

Die BDWM beteiligte sich am Swiss Arbeitgeber Award 2016. Die Mitarbeitenden bewerteten die organisatorischen Rahmenbedingungen und gaben Auskunft über ihre persönliche Einstellung zum Unternehmen. In der Kategorie 50–99 Mitarbeitende belegte die BDWM den vierten Rang. Insgesamt hatten sich 151 Unternehmen um die Auszeichnung beworben.

Übrigens: Die BDWM hat offene Lehr- und Arbeitsstellen für Personen, die sich in ein gut funktionierendes Team eingliedern wollen.

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«Chli stinke muess es»

Sie haben schon richtig gelesen: Fondue «im Sebni», nicht «am 7ni». «Sebni» ist eine aus drei Wagenkasten bestehende Zugskomposition der BDWM. 1969 trat der Triebwagen seinen Dienst an. Den Namen «Sebni» aber erhielt er erst 2012. Nein, er musste nicht 43 Jahre lang als Namenloser, als Nobody auf die Piste. Vorher war er auf den Namen «Widen» getauft. Und die Technik-Freaks hatten die nüchterne Bezeichnung BDe 8/8 7 für ihn. Da tönt doch «Sebni» wesentlich sympathischer, beinahe zärtlich.

Bald 50 Jahre alt, ist das «Sebni» die letzte Überlebende. Die BDWM hat ihre acht «Geschwister» ausrangiert und abgebrochen. Das 50 Tonnen schwere «Sebni» hingegen versieht seinen Dienst als Nostalgiefahrzeug auf dem Schienennetz der BDWM. Zum Beispiel bei Käsefahrten.

Wohlverstanden: Die Fahrt selber ist ganz und gar nicht Käse! «Käsefahrt» deshalb, weil unterwegs Käse serviert wird, in Fondue- oder Racletteform. Fondue im Nostalgiezug – nicht gerade alltäglich!

Halb Europa auf Achse
Etwas Besonderes darfs schon sein, dachte sich Angelika Strebel, als sie zusammen mit einem Kollegen den Firmenevent organisierte. Erstmals ging die Einladung an alle Vertriebspartner zu einem zweitägigen Besuch des Pacovis-Mutterhauses ins aargauische Stetten. Aus verschiedenen Ecken Europas reisten sie an, darunter aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Polen und Finnland. Im Vordergrund standen Aktivitäten geschäftlicher Art. Und die Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen.

Das Abendprogramm sollte typisch schweizerisch sein. Und bitte keine weite Anfahrt. «Warm anziehen» hiess es, sonst nichts. Die Umstände waren günstig; es lag frischer Schnee. So mutete der einleitende Spaziergang durch die Bremgarter Altstadt beinahe märchenhaft an. Oben, beim Bahnhof, wartete bereits das «Sebni» auf die Gesellschaft. «Grosses Staunen, Begeisterung»: So fasst Strebel die spontanen Reaktionen zusammen. Einsteigen! Wer setzt sich zu wem? «Ist hier noch frei?»

Angelika Strebel von der Firma Pacovis
Unterwegs im «Sebni»; der Käse dampft und duftet
Die Käsefahrt bereitet sichtlich Vergnügen
Der Nostalgiezug im Neuschnee

Los ging die Fahrt. In gemütlichem Tempo über den Mutschellen in Richtung Dietikon. Unterwegs als Gaumenkitzel schon mal ein Tessiner Plättli. Im Bahnhof Dietikon blieb der Zug so lange stehen, bis jedes Tischchen mit einem Fondue-Set ausgestattet war: Rechaud, Caquelon, Fonduegabeln, Käsemischung, Kirsch, Knoblauch. Den Spass bei der Zubereitung kann man sich ohne weiteres vorstellen: Italiener, Holländer, Belgier und Franzosen im Fondue-Fieber! Na prosit!

Was für ein Bild: Halb Europa im BDWM-Nostalgiezug beim Fondueschmaus! Und das alles unterwegs durch die winterliche Landschaft. In Bremgarten dann die verlangsamte Fahrt über die Reussbrücke, von der aus der Fluss und die Altstadtsilhouette einen besonders schönen Anblick bieten. Der Aufenthalt im Bremgarter Wald dauerte etwas länger. Alles aussteigen! Auf jungfräulich verschneiten Wegen spazierte die Gesellschaft mit Gaslaternen zum Erdmannlistein, bestaunte dort den eiszeitlichen Zeugen und arbeitete gleichzeitig an der Verdauung des üppigen Nachtessens. «Den Leuten gefiel es ausgezeichnet. Alles passte. Das Personal war zuvorkommend, offen, unkompliziert. Und wer Lust hatte, durfte sogar den Führerstand besichtigen.»

Die Kapellbrücke in Luzern, die Uhrenmanufakturen im Vallée de Joux, der Bärengraben und der Zytgloggeturm in Bern sind unbestritten reizvolle Ziele, wenn es um «swissness» geht. Nur: die lange Anreise … Für einen Firmenevent in unserer Nähe bietet sich darum eine Nostalgiefahrt mit dem BDWM-Triebwagen an, im «Sebni» oder im noch älteren «Murschälle-Zähni», mit Käse, mediterraner Gastronomie, als Zmorge-Fahrt oder im Rahmen des Jass-Cups, Barbecue beim Erdmannlistein inklusive.  Garantiert unvergesslich!

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