Eine Wohninsel mit Terrasse

Christoph Oswald kommt ins Grübeln. Wie lautet bloss die korrekte Bezeichnung? Sprechen wir von Dachgärten? von Terrassengärten? von Dachterrassengärten? Oswald hat einen salomonischen Lösungsvorschlag: «Einigen wir uns auf Dachterrassen. Den Rest erklären wir.»

Gärten für Dachterrassen sind im Trend. Christoph Oswald, Landschaftsarchitekt bei Gartenbau Wyder, bringt die Gegenwart auf den Punkt: «Wo man sich früher mit einem Oleandertopf begnügte, verbindet man heute das Wohnungsambiente mit dem Gartenfeeling. Man holt sich den Garten auf die Terrasse.» Ein klein wenig hebt Oswald die Brauen: «Niemand ist – niemand war! – zuständig für das Planen eines solchen Vorhabens. Nicht der Plattenleger, nicht der Spengler, nicht der Elektriker und auch nicht der Baumeister. Ihnen allen fehlt das Know-how für die gestalterischen Möglichkeiten des betreffenden Objekts. Auf die Idee, einen Landschaftsgärtner beizuziehen, kommt kaum jemand; des Gärtners Reich ist im Garten und nicht in luftiger Höhe. Irgendwann erschien jedoch ein Kunde und fragte: Macht ihr auch Dachterrassen? – Dann gings los.»

Der Raum wird weiter
Terrassensiedlungen: Was früher als architektonisches Neuland galt, ist heute eine weit verbreitete Wohnform. Aussichtsreiche Hanglagen ziehen die Menschen an. Die Bewohner geniessen die Fernsicht, und sie leben vermehrt im Freien, auf den Dachterrassen. Auch moderne Attikawohnungen haben mehrheitlich grosszügige Terrassen. Ein planerisches Tummelfeld für Gartengestalter.

Schranken setzt allerdings die Statik. Architekten und Ingenieure arbeiten nach Normen, nach standardisierten Modellen. Das Gebäude muss stabil sein und stehen bleiben. «Die Gestaltung ist für sie kaum relevant. Aber für uns sind die statischen Voraussetzungen entscheidend.»

Waren in der Vergangenheit ein Tischchen, vier Klappstühle, ein Wäscheständer und der Grill das Höchste der Gefühle, schlagen Landschaftsarchitekten jetzt faszinierende Lösungen vor mit Pflanzen, Wasser, Feuer, Sichtschutz, Licht- und Schattenspiel. Oswald beschreibt schattenspendende Schirmbäume, Pergolas, Hochbeete für Küchenkräuter, Feuerstellen, Jacuzzis. Die Anlage eines Bassins ist in technischer Hinsicht problemlos. «Wasser macht den Garten spannend.» Der Essbereich lässt sich grosszügig gestalten, ebenso die Lounge. An lauen Sommerabenden sorgt die stimmungsvolle Beleuchtung der Pflanzen für zusätzliche Atmosphäre.


«Tönt ziemlich elitär, Herr Oswald!» – «Aus jeder Dachterrasse lässt sich etwas Individuelles machen. Auch wenn das Budget und die Platzverhältnisse begrenzt sind. Es gibt Dachterrassen, die den Charakter von Nutzgärten haben; andere sind Design-Objekte. Nur: pflegeleicht müssen sie sein.» – «Will heissen?» – «Platten, Kies. Die Bewässerung frühzeitig planen.» – «Was meinen Sie mit frühzeitig?» – «Je früher, desto besser. Im besten Fall schon bei der Planung des Gebäudes. Details haben erhebliche Konsequenzen. Ich denke da an die Wasser- und Elektrozugänge, an Abflusspunkte oder an statische Eigenschaften; mit einem stützenden Element unter der Dachterrasse erhöhen sich die Gestaltungsmöglichkeiten. Ausserdem lässt sich vermeiden, dass die Handwerker zwei Mal erscheinen müssen.»

Kleinkunst
«Und was ist mit bereits bestehenden Gebäuden?» – «Interessante Gestaltungsansätze bieten sich überall. Auch bei Altbauten. Früher beschränkte man sich auf kleinflächige, meist vorgebaute  Balkone. Heutige Terrassen haben ganz andere Dimensionen. Die kleinen Projekte hingegen fordern uns heraus. Ästhetisch ansprechende Lösungen sind überall möglich. Im Kleinen kreative Lösungen zu suchen, empfinde ich als eine äusserst reizvolle Aufgabe.»

Oswald nimmt gedanklich einen neuen Standpunkt ein. Blieb er bisher auf der Dachterrasse, betrachtet er das Gebäude jetzt aus einer gewissen Distanz. «Das Erscheinungsbild des Hauses verändert sich mit der begrünten Dachterrasse. Eine geometrisch geformte Hecke entlang der Dachkante erzeugt eine andere Wirkung als die Anordnung von unterschiedlich gewachsenen Büschen.» – «Und Bäume?» – «Schwierig. Die meisten wachsen allzu sehr in die Höhe, und verlangen nach enormen Töpfen mit entsprechendem Gewicht. Nicht zu vergessen: Manche Nachbarn sind wenig erbaut, wenn im Herbst dürres Laub angeflogen kommt.»

Oswald breitet einige Pläne aus. Dazu Vorher-/Nachher-Bilder. Frappant! Einen Augenblick lang sagt der Mann gar nichts. Dann schaut er auf und lächelt.

Kontakt
Wyder Gartenbau AG

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