Stichsägen und Blut

Keine Angst! Hier geht es nicht um einen Horrorfilm. Die Rede ist nicht von blutrünstigen Kino-Ungeheuern, Made in irgendwelchen Hollywood-Studios, die uns am guten Geschmack der Menschheit zweifeln lassen.

Der Schauplatz dieser Stichsägen-und-Blut-Geschichte ist sehr viel harmloser. Wir befinden uns in der Vianco Arena in Brunegg. Und zwar upstairs, nicht unten in der Event-Halle, sondern im ersten Stock. Nebst einigen Diensträumen gibt es dort einen grösseren Raum für bis zu 120 Personen. Er hat den beinahe banal erscheinenden Namen «Schulungs- oder Seminarraum». Reisst niemanden aus den Socken, oder?

Schulungen und Seminare werden dort zwar tatsächlich durchgeführt. Aber hier geht es darum aufzuzeigen, dass jener Raum für unterschiedlichste Zwecke gebucht wird.

Gruss aus Préverenges und – aus Japan
Makita – das ist eine weltweit tätige japanische Firma, die sich seit mehr als 100 Jahren mit der Entwicklung und dem Bau von elektrischen Maschinen befasst. Es handelt sich zumeist um kleinere Geräte für das Baugewerbe und neuerdings auch für den Einsatz in Gärten: Rasenmäher, Vertikutierer, Trimmer, Heckenscheren und viele mehr. Für Bauhandwerker bietet Makita zum Beispiel Schleifer, Schrauber, Bohrer oder Sägen an. Säbelsägen, Bandsägen, Kreissägen oder eben Stichsägen, siehe Titel.

Das Schweizer Zentrum von Makita befindet sich am Genfersee, in Préverenges. Hier ist der Arbeitsplatz von Jan Mani, Marketingleiter von Makita Schweiz. Er hat die Vianco Arena für seine Produkte-Show reserviert. Mani: «Zentral und verkehrsgünstig gelegen, dazu jede Menge Parkplätze.» Schweizweit erging die Einladung an die Vertragshändler, nach Brunegg zu kommen, um hier die Neuigkeiten aus dem Makita-Verkaufsprogramm kennenzulernen. Die Arena dient dabei als Ausstellungsraum. Den Schulungsraum hat Mani aber gleich dazu genommen, um dort Verkaufs- und Beratungsgespräche zu tätigen.

Übrigens: Die Top-Chiefs aus Japan sind ebenfalls angereist. Sie anzusprechen wäre aber eine grobe Ungehörigkeit. Die reden nur mit ihresgleichen. Sie haben seitlich Platz genommen und machen sich ihre Notizen …

Humba humba täterä
Ein paar Wochen später. Oktoberfest in der Vianco Arena. Ein Mal im Jahr findet eine solche Veranstaltung Eingang ins Event-Programm. Nur ein Mal. Aber da geht so richtig die Post ab. Die Halle ist bumsvoll mit etwa 1000 nach Bayernart hergerichteten Fans: Lederhosen, eng karierte Hemden, Dirndlrock, Rüschen und grosszügige Ausschnitte. Auf der Bühne heizen die «Hexen» ein, eine Band aus acht feschen Girls. Es gelingt ihnen ohne weiteres, die Leute auf die Bänke, auf die Tische zu holen, und es wird gewippt, geschaukelt und geschunkelt, was das Zeug hält. Und no a Mass, und no a Mass.

Oben im Seminarraum haben sich die Frauen vom Samariterverein Mägenwil eingerichtet. Sie wissen aus Erfahrung: Je später der Abend, desto höher steht der Bierpegel und desto mehr Arbeit gibts. Sie sind nicht zum ersten Mal hier, kennen die Vorzüge, die der Raum bietet: Viel Platz, grosszügige Liegeflächen, gute Infrastruktur, angenehme Temperatur. Und erst noch lässt sich die Halle von hier oben aus überblicken. Und für den Notfall hat es immer Securitasmänner, und zwar kräftige, gute ausgerüstete Burschen!

Die japanische Firma Makita nutzt die Vianco Arena, um ihre Händler mit der Produktepalette vertraut zu machen. Im Schulungsraum finden Verkaufs- und Beratungsgespräche statt
Die japanische Firma Makita nutzt die Vianco Arena, um ihre Händler mit der Produktepalette vertraut zu machen. Im Schulungsraum finden Verkaufs- und Beratungsgespräche statt
Oktoberfest in der Vianco Arena. Ein zerbrochener Humpen verursachte eine Schnittverletzung
Die Samariterinnen versorgen den Verletzten fachgerecht
Die vorsorglich aufgestellten Ausnüchterungsliegen bleiben unbenutzt – jedenfalls bis Mitternacht

Bis um 22.30 Uhr bleibt es absolut ruhig im Schulungsraum. Die Samariterinnen vertreiben sich die Zeit mit Kaffee und einem saftig gebratenem Hühnchen. Doch dann kommt der erste «Kunde». Sieht schlimm aus: Blut am Handgelenk. Ziemlich rot! Wenn nur nicht die Schlagader nicht … Aber nein, die Samariterinnen bleiben völlig cool, säubern und desinfizieren die Wunde und legen ein schönes Pflaster auf den eher unbedeutenden Kratzer. Beim Prosten war ein Bierglas in die Brüche gegangen. Noch einige weitere Schnittwunden, alle wenig aufregend, eine Schürfung von einem Sturz, eine Prellung am Fuss wegen einer umgekippten Bank. Und eine Kopfwehtablette.

Mitternacht ist vorbei. Sensationelles ist nicht zu vermelden. Und keine einzige Bierleiche musste auf die vorbereiteten Pritschen gebettet werden. Die Spuckbecken bleiben unbenutzt.

Nur ein Schulungs- und Seminarraum? Denkste!

Kontakt

Vianco Arena
Feldstrasse 31
5505 Brunegg

T +41 62 889 79 74
arena@vianco.ch
www.vianco-arena.ch

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