Eva Kohli kreiert keine Mode. Sondern Produkte aus Stoff.

Eva Kohli mit schwedischem Kapuzenschal Luva

Die Kreationen von Eva Kohli sind funktional, trendig, provokativ. Letzteres ist ihr besonders wichtig. Nicht weil sie mit ihrer Arbeit auffallen will, sondern weil sie ganz Alltägliches hinterfragt.

Warum trägt Mann Krawatte? Wenn nicht aus Zwang oder Eitelkeit? Eva kombiniert Selbstbinder mit Kapuzen. So einfach geht das und schon hat sie einen Blickfang, ein Accessoire, das der Krawatte das Seriöse nimmt und dem Mann Spielraum lässt. Ihr preisgekröntes Label heisst «Luva», ein altes schwedisches Wort für Kapuze. Die Luven sind losgelöst von der Bekleidung und geben mit anderen Werteträgern wie Halstuch oder Hosenträger einen neuen Sinn.

Eine andere Idee mit Aufstick-Tattoos ist entstanden, weil Bleibendes der Mode widerspricht. Evas Tattoos lassen sich mit einem Faden in die oberste Hautschicht nähen und mit einer Schere wieder entfernen. Diese Haut Couture ist ein Kunstprojekt und nicht für den Markt entworfen. Allen anderen verkauft sie verspielte Lampen aus Pralinen- und Muffinformen oder Klapptischkarten und Smartphonebeutel.

Ganz selbstverständlich führt Eva zusammen, was nicht zusammen gehört. Viele ihrer Ideen entstehen aus Eigenbedarf. Bis solche Ideen aber ausgereift und entwickelt sind, braucht es Geduld. Mit dem Einkommen als Teilzeitkindergärtnerin finanziert sie ihre gestalterische Arbeit. Und das Arbeiten mit Kindern gibt ihr die Kraft dafür und den langen Atem.

Eva ist eine Idealistin mit klaren Werten, denn sie setzt auf Schweizer Qualität und gutes Handwerk. Das kostet. Aber so lange der Atem reicht, so lange hält sie an ihrem Ziel fest: Einmal ein Produkt zu entwerfen, das so viel Anklang findet, dass sie davon leben kann. Und wenn es auch nur wenig Geld abwirft, so bleibt ihr doch die Erfahrung und eine spannende Zeit.

Photo Frederike Asaël

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