Industrie 4.0 im Alltag

Die Stromversorgung baut auf die Möglichkeiten von Industrie 4.0Die Stromversorgung baut auf die Möglichkeiten von Industrie 4.0

Schon merkwürdig! Wir benützen jede Menge Geräte, die wir nicht verstehen. Wer hat denn schon eine Ahnung, wie ein Fernseher, ein Kühlschrank oder ein Handy funktioniert! Schon eine elektrische Zahnbürste, ein Türschloss oder auch nur ein Kugelschreiber – geheimnisvolle Produkte! Und merkwürdig ist ferner, dass wir aufgegeben haben, die Dinge zu hinterfragen. Sie sind allzu komplex geworden, sie überfordern uns im Verstehen. Wir beschränken uns auf das Anwenden. In technischer Hinsicht bleiben die allermeisten von uns auf der Strecke.

Das hat seinen Grund. Die technologische Entwicklung schreitet in schwindelerregendem Tempo voran. Das gilt insbesondere für die Mikroelektronik – und auf dieser basiert Industrie 4.0. Immer kleinere elektronische Bausteine verarbeiten mit immer geringerem Energiebedarf immer grössere Datenmengen. Mit bescheidenem Aufwand lassen sich Temperaturfühler, Wasserstandsanzeiger oder Rauchmelder mit solchen Mikrobausteinen aufrüsten. Mikrobausteine, die «mitdenken», mahnen, warnen, Massnahmen einleiten. Unterbrüche lassen sich so vermeiden, Zwischenfälle innert kürzester Zeit beheben.

Das hat direkte Auswirkungen in unseren Alltag. Smarte Anlagen leisten bereits zur Selbstverständlichkeit gewordene Dienste. Das Smart Home schaltet die Heizung ein, wenn die Temperatur unter eine bestimmte Grenze fällt; es zieht die Sonnenstoren ein, wenn es zu regnen beginnt und senkt sie ab, wenn die Sonneneinstrahlung zu hoch ist. Smart Traffic regelt den Strassenverkehr, indem es zahlreiche Komponenten berücksichtigt, unter anderem die Belastbarkeit einer Baustelle, das aktuelle und das erwartete Verkehrsaufkommen, den Wochentag und die Tageszeit. Das elektrische Stromnetz Smart Grid verbindet und steuert alle dazu gehörenden Anlagen vom Kraftwerk über die Stromspeicherung bis hin zum Verbraucher. Viele Nutzer profitieren längst von Smart Grid, indem sie zu gewissen Tageszeiten von ihrer Solaranlage Strom ins Netz einspeisen und umgekehrt auch Strombezüger sind. Als letztes Beispiel sei auf die Möglichkeit verwiesen, aus der Wohnstube die Position von Verkehrsflugzeugen zu verfolgen oder den Standort einer Postsendung auf dem Weg zum Empfänger.

Doch auch kleine Geräte verfügen über Sensoren und Mikrochips. Dass Smartphones und Tablets mit unzähligen Diensten verbunden sind, wundert uns schon gar nicht mehr. Bereits heute gibt es auch vernetzte Steckdosen und Glühbirnen, intelligente Kühlschränke und Zahnbürsten.

Und die Vernetzung schreitet weiter voran. Waschmaschinen, Überwachungsvideos, Zugangsschleusen usw. sind mit Geräten verbunden, die deren Dienste verbessern. Die Geräte kommunizieren miteinander, analysieren eintreffende Informationen und leiten die notwendigen Massnahmen selbständig ein. So lassen sich ferngesteuert ganze Produktionsketten beeinflussen oder aufgrund von geringen Temperaturschwankungen etwa in Labors die Geräte justieren.

Die Industrie 4.0 ist in unseren Alltag eingedrungen, auch dort, wo wir uns dessen gar nicht bewusst sind. Und dieser Prozess hat erst begonnen.

 

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