Dieses lähmende Unbehagen

Was ist nur los mit mir? Die Lehre habe ich erfolgreich abgeschlossen. Die Berufswahl war alles andere als eine Notlösung. Ich bin einer der Glücklichen, die ihren Traumberuf erlernt haben. Kaum ein Tag, an dem ich nicht mit Freude zur Arbeit ging. Auch in den drei Jahren nach dem Lehrabschluss fand ich berufliche Befriedigung. Ich gewann an Sicherheit und an Erfahrung. Die Dinge gingen mir immer leichter von der Hand. In problematischen Fällen bauten die Arbeitskollegen auf meine Kompetenz. Ist doch alles gut, oder?

Und doch … Ist es Langeweile? – Nein, ich liebe meinen Beruf und die Ansprüche, die er stellt. Ist es ein grundsätzliches Unbehagen, eine Unzufriedenheit, die in mir selber begründet ist? – Nein, ich habe eine Familie, die mich unterstützt, gute Kollegen, ein Hobby, das mich erfüllt. Ich bin ein zufriedener Mensch. – Aber was ist es dann? Ich spüre so was wie Müdigkeit, dumpfe Routine, ein Mangel an anspruchsvoller Tätigkeit. Es ist, als hätte ich einen Plafond erreicht, und nun stosse ich mit dem Kopf an die Decke. Da muss dringend etwas geschehen. Irgendwo sollte doch eine Treppe zu finden sein, die ins obere Stockwerk führt!

Die Nase im Wind
Im Gespräch mit meinem Chef verschaffe ich mir einen Überblick über verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Er unterstützt mich und schlägt mir die Ausbildung zum Technischen Kaufmann vor. «Einfach ist das nicht», warnt er mich. «Aber du baust dir damit eine optimale Ausgangslage auf für eine Berufskarriere. Du erweiterst deine Kenntnisse mit kaufmännischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekten. Du bewegst dich in einem breit gefächerten Wissensfeld. Damit weitest du sowohl den beruflichen wie den persönlichen Horizont. Mach das! Ich traue dir das zu.»

Lehrgangleiter Marcel Felder unterrichtet Wirtschaftskunde für TK-Studenten

Konzentriert bei der Arbeit

Lehrgangleiter Marcel Felder im Gespräch mit den Studenten

Organisation ist alles
Das war vor zwei Jahren. Der Chef hatte Recht. Es war keine einfache Zeit. Ich musste meine Lebensgewohnheiten neu ordnen. Meine Stelle reduzierte ich auf 90 Prozent. Im Sport trat ich kürzer, behielt aber einige körperliche Aktivitäten bei. Ich legte mir einen Wochenplan an, eine genaue Zeiteinteilung: Beruf – Studium – Nachbereitung und Vertiefung – Freizeit – Nachtruhe. Während zwei Jahren gab es kein Pardon.

Hürden und Zweifel
Ganz ehrlich: Leicht fiel mir das nicht immer. An warmen Sommerabenden lockte das Dolce far Niente, das Chillen mit den Kumpels. Ich gestehe: Zwei, drei Mal wurde ich schwach und habe den Verlockungen nachgegeben. Der Mensch ist nun mal kein Roboter. Ganz bewusst habe ich deshalb meine Ferien voll genossen und ein «Ferienregime» durchgezogen.

Zu Beginn des dritten Semesters dann die Krise. Die Motivation war wie mit nassen Tüchern zugedeckt. Ich zweifelte am Sinn des Ganzen und an mir selber. Glücklicherweise fand ich im Studienleiter einen verständnisvollen Gesprächspartner und in zwei Mitstudenten die notwendige Unterstützung von «meinesgleichen». Ich fasste neuen Mut und fand zum früheren Schwung zurück.

Wohin führt der Weg?
Heute liegt die schriftliche Schlussprüfung zum eidgenössischen Fachausweis bereits hinter mir. Ich bin stolz auf mich. Ich habe in den vier Semestern viel gelernt, bin selbstsicherer geworden und habe die Lust am Lernen neu entdeckt. Ich werde meinen Weg in der Fachhochschule fortsetzen. Wer weiss, wohin mich das noch führt!

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Vier Tipps vor der Anmeldung zum TK-Lehrgang

  1. Sprechen Sie mit Ihrer engsten Umgebung und mit Ihrem Chef. Es ist wichtig, dass Sie private und berufliche Unterstützung haben.
  2. Legen Sie sich eine rigorose Wochen-Zeiteinteilung an. Testen Sie sich selbst, inwiefern Sie die Vorgaben durchziehen.
  3. Das TK-Studium beansprucht 10 bis 15 Stunden Selbststudium pro Woche.
  4. Schätzen Sie ab, wie gross und wie dauerhaft Ihr Interesse an den neuen Wissensgebieten ist.

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Das BWZ Brugg bietet die Ausbildung zum Technischen Kaufmann/zur Technischen Kauffrau an. Kosten: total 13’800 Franken. Neu gewährt der Bund eine Beteiligung von bis zu 50% an die Kursgebühren.
Nächster Kurbeginn: 6. November 2017.
Informationen : www.bwzbrugg.ch oder Tel. 056 460 24 24.

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Die Erwachsenenbildung ist ein wichtiges Standbein des BWZ Brugg. Sie umfasst schwergewichtig Informatik-, Sprach- und Wirtschaftskurse wie den TK-Kurs. Weiter werden Kurse für Prüfungsvorbereitungen angeboten, zum Beispiel für die Zulassung zur FHNW. Mentaltraining, Förderprogramme für Startups sowie Staatskunde für Einbürgerungswillige runden das Angebot ab.

Kontakt
BWZ

Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg
«FLEX-Gebäude»
Industriestrasse 19
5201 Brugg

T +41 56 460 24 24
sekretariat@bwzbrugg.ch
www.bwzbrugg.ch

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