«Dinge» nutzen das Internet

Eurofighter «Typhoon»

Längst ist uns klar geworden: Das Internet beeinflusst unsere ganze Lebenswirklichkeit. Alles hat sich mit dem Internet verändert, alles: Längst aussortiert ist der Brockhaus; viele Zeitungen haben Mühe, sich zu halten; den Wetterbericht holen wir uns im Netz ab; Hotel- und Flugbuchungen tätigen wir zu Hause – und das sind nur einige wenige Beispiele.

Der Mensch bedient sich des Internets. Wir haben gelernt, uns mit dieser Tatsache anzufreunden. Das Internet ist allgegenwärtig und bestimmt unsern Arbeitsalltag. Der Mensch und das Internet sind unzertrennliche «Lebenspartner» geworden. Kein Arbeitsplatz, kein Home-Office ohne Internet.

Atemraubend!
Nur – damit sind wir noch längst nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Die Technik entwickelt sich mit einer atemraubenden Rasanz. Es gab Zeiten, da staunten wir über die Möglichkeiten des Schwarz-Weiss-Fernsehens. Dann kamen die Farben dazu, und wir dachten, weiter gehe es nun nicht mehr. Falsch! Das Satellitenfernsehen kam, die Fernbedienung, die Erweiterung der Senderpalette, das Pay-TV, der Flachbildschirm, der individuelle Zugriff auf unterschiedliche Kameraperspektiven usw.  Wenn wir heute eine Archivaufnahme eines Fussballspiels aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert sehen, dann glauben wir uns in die Steinzeit zurückversetzt. Niemals würden wir uns heute noch mit einem derart unscharfen Geflimmer abspeisen lassen.

Auch das Internet befindet sich in permanentem Wandel. Was gestern galt, ist heute überholt. Was heute dem neusten Stand der Technik entspricht, ist morgen schon Schnee von gestern. Bis gestern war es abschliessend richtig zu sagen: Der Mensch bedient sich des Internets. Gegenwärtig gelten neue Realitäten. Erstens: Das Internet bedient sich auch des Menschen. Und zweitens: Das Internet kommuniziert ebenso mit Dingen, und zwar ohne Zutun des Menschen. Das ist keine utopische Vision à la George Orwells «1984», sondern längst etablierte Wirklichkeit.

Alles wird «smart»
Das «Internet der Dinge und Dienste» (IoTS; Internet of Things and Services) meint die vollkommene Vernetzung aller Gegenstände des Alltags und sämtlicher Dienstleistungen. Smart Cars werden durch den Verkehr geleitet; in Smart Buildings reguliert sich die Heizung selbst; in Smart Homes sorgt das Internet dafür, dass die Zimmerpflanzen zur rechten Zeit in der optimalen Menge gegossen werden; der Smart Traffic reguliert die Rotlichtphasen; und das Smart Grid fakturiert die individuell verbrauchte Menge elektrischer Energie, gleicht sie mit dem von den Solarzellen des Smart Buildings erzeugten Wert ab, holt sich den entsprechenden Geldbetrag von einem dafür vorgesehenen Konto und schickt die Abrechnung an den Konsumenten.

Das IoTS kann aber noch mehr: Es erlaubt die Nachverfolgung von Gütern, zum Beispiel von Postsendungen. Wer ein Paket ins Ausland aufgibt, kann jederzeit abrufen, wo es sich gerade befindet. Problemlos lässt sich auch in Erfahrung bringen, wo sich unsere Lieben auf ihrer Weltreise gegenwärtig aufhalten. Für all diese Vorgänge ist eine gewaltige Zahl von Adressen und Adressaten notwendig. In der Fachliteratur liest man von 4 Milliarden IP (Internet Protokoll)-Adressen. Doch auch hier werden um ein Vielfaches erweiterte Räume angestrebt. Ein grundsätzlich neues System soll bis zu 340 Sextillionen Adressen bewirtschaften. Das ist eine Zahl mit 36 Nullen!

«Im Zuge der Umsetzung von Industrie 4.0 werden zukünftig auch Produkte, Produktionsmittel und sogar ganze Produktionsanlagen durch das Internet der Dinge und Dienste miteinander verbunden. Die Vernetzung führt dazu, dass sämtliche Geräte in der Lage sein werden, selbständig miteinander zu kommunizieren und ein- sowie ausgehende Daten zu analysieren, um entsprechende Massnahmen abzuleiten. Die Kommunikation im IoTS erfolgt nicht zwingend von Mensch zu Mensch, sondern auch von Objekt zu Objekt, beziehungsweise von Objekt zu Mensch.» (aus: Armin Roth Hrsg.: Einführung und Umsetzung von Industrie 4.0)

Nur gerade 70 Jahre liegen zwischen dem Erstflug der Douglas DC 3 und jenem des Eurofighters «Typhoon». Ein modernes Waffensystem ist ohne IoTS nicht mehr denkbar. Schon die Schulung der Piloten stützt sich auf diese Dienste.

Nur gerade 70 Jahre liegen zwischen dem Erstflug der Douglas DC 3 und jenem des Eurofighters «Typhoon». Ein modernes Waffensystem ist ohne IoTS nicht mehr denkbar. Schon die Schulung der Piloten stützt sich auf diese Dienste.

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