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Titan im Körper

In der Raumfahrt und in der Flugzeug-Industrie baut man auf Titan. Auch in der Elektronik, bei Armbanduhren, Schmuck und – in der Medizin. Chirurgen stabilisieren Knochen und Zähne mit Titan-Produkten der Firma Werder Feinwerktechnik AG.

Sie heisst Siska, unsere schwarze Labrador-Hündin. Die kurzen Haare ihres Fells glänzen auch dann, wenn der Himmel bedeckt ist. Sie sind gleichsam ein Spiegel ihres Gemütszustands: quicklebendig, neugierig, für jeden Spass, jede Unternehmung, jedes Zeichen der Zuneigung dankbar. Seit acht Jahren gehört sie zu unserer Familie, begleitet unsere beiden Buben durch die Kindheit.

Und jetzt das.

Der Unfall
Passiert ist es in den Ferien. Wir fuhren zum Einkaufen ins Dorf. Ich öffnete die Box im Kofferraum, und Siska sprang heraus. Mit ein paar Schritten wollte sie die allernächste Umgebung erkunden, wie sie es immer zu tun pflegt.

Ihr Schrei traf uns bis ins Mark. Der Lieferwagen war rückwärts gefahren; der Chauffeur hatte unsere Siska nicht bemerkt, die an seinem Hinterrad geschnüffelt hatte. Die Hündin winselte und zog den rechten Hinterlauf an. Auf drei Beinen kam sie hergehumpelt, legte sich hin und begann leise wimmernd das offensichtlich verletzte Bein zu schlecken.

Wir hoben sie ins Auto und fuhren zum Tierarzt. Auf den Röntgenaufnahmen war der Knochenbruch deutlich zu erkennen. «Für den Heilungsprozess ist es wichtig, dass sich Ihr Hund möglichst ruhig verhält. Den gebrochenen Knochen will ich fixieren.» – «Fixieren? Wie das?» – «Mit einem chirurgischen Eingriff setze ich ein Titan-Implantat ein, das über die Bruchstelle zu liegen kommt. An den beiden Knochenteilen festgeschraubt, stabilisiert es das Bein.»

Wenige Wochen später bewegte sich Siska wieder so unbeschwert wie eh und je. Ihr Fell glänzt.

Knochenschraube für die Wirbelsäule von Diskushernie-Patienten
Implantat für den gesunden Gang von Hunden, gegen Hüftprobleme
Implantat für die Stabilisierung gebrochener Knochen
Titanstangen

Titan-Abschnitte aus dem Verarbeitungsprozess

Sammelbehälter mit Titan-Abschnitten für die Wiederverwertung

Titan in der Medizin
«Aus Titan stellen wir vor allem Produkte für die Veterinär-Medizin her.» Bernhard Erne, bei Werder Feinwerktechnik AG für den Materialeinkauf verantwortlich, hat in Verlauf der letzten Jahre eine markante Entwicklung beobachtet. «Die Tierchirurgie nimmt rapide zu. Schon früh lieferten wir Titan-Implantate in die USA. Längst wenden auch Schweizer Tierärzte die Fixationen aus hochwertigem Titan an. Wir beliefern sie mit Knochenschrauben, Wirbelsäulen- und Beinknochen-Fixativen sowie mit Hüft-Implantaten für den gesunden Gang von Hunden und Katzen.»

«Warum Titan?» – «Titan ist extrem fest und hat doch ein relativ geringes Gewicht. Es ist nur etwa halb so schwer wie Stahl. Menschliche und tierische Organismen nehmen Titan-Implantate ohne weiteres an. Gewebezellen wachsen am Implantat an.»

Knowhow
Die Firma Werder bezieht das Rohmaterial in Form von Stangen und Platten: ein dunkelgrau-metallisch glänzendes Metall, im Wert von 60 – 120 Franken pro Kilo. Für die präzise Bearbeitung sind stabile, gut ausgerüstete Maschinen und spezielles Werkzeug unabdingbar. «Das Verarbeiten von Titan ist anspruchsvoll, Stichwort hohe Festigkeit. Zum Vergleich: Stahl ist härter zu verarbeiten als Alu. Und Titan wiederum härter als Stahl. Nur ISO-zertifizierte Unternehmen erfüllen die Anforderungen der Kunden aus der Medizin.» Die Produkte müssen rückverfolgbar sein, von der Schmelznummer bis zum fertigen Einzelteil. Abschnitte und Späne kommen in einen Sammelbehälter und gehen zurück an den Recycling-Partner.

Bernhard Erne weiss um die Emotionen von Haustierhaltern, wenn es um ihre vierbeinigen Lieblinge geht. Der Werkstoff Titan ist nach Unfällen in diese Emotionen eingebunden. Erne sieht die Sache allerdings recht nüchtern: «Für uns ist Titan ein Material. Es sieht schön aus, hat spezielle Eigenschaften, aber es ist und bleibt ein Material. Wie gut, dass wir damit umgehen und helfen können.»

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Die 70 Mitarbeitenden der Firma Werder Feinwerktechnik produzieren anspruchsvolle Werkstücke aus Titan, Aluminium, Stahl, Silber, Messing, Bronze, Neusilber, Magnesium und aus Kunststoff in höchster Präzision und mit unterschiedlichen Veredelungstechniken. Von Kleinauflagen bis zu Serien von 100’000 Stück.

Kontakt
Samuel Werder AG

Werdstrasse 2
5106 Veltheim

T +41 56 463 66 00
info@werder-ag.ch
www.samuelwerder.ch

Jetzt ist ausgeschnüffelt

Sushi – wer hätte sich bis vor wenigen Jahrzehnten an so was herangewagt! Eine japanische Speise, deren Bestandteile einen gänzlich fremdartigen Klang haben: gesäuerter Reis, roher Fisch, Wasabi, Seetang, Tofu – du meine Güte! Aber o Wunder: die Cervelats und Röschti gewohnten Gaumen fanden Gefallen am Neuen. Sushi kam auf die Menükarten von Feinschmecker-Restaurants und sogar in die Kühltruhen der Grossverteiler.

Aber frisch muss es sein, das Sushi, unbedingt. Sonst riskiert man unappetitliche Rebellionen des Magens oder Schlimmeres. Sushi-Liebhaber brauchen da absolute Gewissheit. Die wenig zimperlichen unter ihnen öffneten hemmungslos die Verpackungen und verschufen sich Klarheit. Per Augenschein, Schnüffelprobe und schlimmstenfalls per Fingerdruck. Kaum zu glauben, aber wahr! Daumendruck auf den kalten Fisch, dann die Verpackung wieder schliessen und eine gleichartige in den Einkaufkorb gelegt. Wer würde eine so misshandelte, nur halb verschlossene Verpackung noch kaufen wollen!

Wie diesem hemmungslosen Verhalten begegnen? Einen Mitarbeiter neben die Kühltruhen postieren und die Sushi-Kunden streng überwachen?

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Die Firma Tanner & Co. AG Verpackungstechnik nahm sich dem Problem an. Sie fand eine bessere Lösung. Das Zauberwort heisst banderolieren. Ein breites, sanft gespanntes Band hält die schwarze Schale und den transparenten Deckel der Sushi-Packung so zusammen, dass sie nicht willkürlich geöffnet werden kann. Auf einem Einlaufband kommt das Produkt in die Banderoliermaschine. Schwupps! ist es mittig vom Folienband umfangen, verschweisst und wieder ausgestossen. Die Banderole ist breit genug für aufgedruckte Zusatzinformationen, zum Beispiel Preisangaben, Lebensmittel-Deklarationen, Aktionsrabatte, Verfalldaten oder Werbebotschaften. Trotzdem bleibt der Blick auf den Inhalt der Packung frei.

Perfekt! Doch all das klappt nur, wenn die Banderoliermaschine anstandslos ihren Dienst versieht. Um das sicherzustellen, verlässt sich der Maschinenhersteller seit vielen Jahren auf die Zusammenarbeit mit Amsler & Frey AG. Denn die Firma Tanner beschränkt sich auf das Ingenieering und den Zusammenbau der Maschinen; die Einzelteile bezieht sie von Drittfirmen, darunter Amsler & Frey.

Anfänglich kam es ausgerechnet im «Herzen» der Maschine zu produktionshemmenden Pannen: Das Band fand seinen Weg nicht immer problemlos durch die Führung. Winzigste Unebenheiten – das Band stösst an, verwickelt sich innert Sekunden. Alles stopp, das Band passgenau «einfädeln», Neustart. Bis zum nächsten Unterbruch. Ärger.

Die Konstrukteure von Amsler & Frey schlugen eine neue Lösung vor. «Wir stellen den Bandeinschussbogen nicht wie bisher aus acht Teilen, sondern aus einem einzigen Stück her. So kann das Band nicht mehr anstossen; und siehe da – die Produktion läuft reibungslos.»

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Hinter vielen banderolierten Produkten stehen letztlich die Präzision und das Knowhow von Amsler & Frey. Im Food-Bereich, wenn drei Teigwaren-Packungen als Aktion im Angebot sind. In der Druckindustrie bündeln Banderolen immer dreissig Zeitschriften. Für jeweils hundert gleiche Banknoten braucht es eine Banderole, und grössere Mengen vorgestanzte Verpackungskartons fasst man so zusammen.

Selbst eine Grosswäscherei in Mallorca setzt auf Banderoliermaschinen. Um jeden gereinigten Stapel mit Frottierwäsche, Bademänteln oder Tischtüchern legt die Maschine eine Banderole, versehen mit dem Namen des jeweiligen Hotels. Verwechslungen sind ausgeschlossen.

Toastbrot «Pane rustico»: Die Breitband-Banderole ist mit Zusatzinformationen bedruckt

Eine lose Banderole hält Textilien zusammen

Die Sushi-Packung wird mit einer vorbedruckten, breiten Banderole zusammengehalten

Banderoliermaschine der Firma Tanner AG

Unterschiedlich breite Transparentbänder
Bedruckte Bänder mit unterschiedlicher Breite

Die Firma Amsler & Frey AG konstruiert anspruchsvolle, hoch präzise Teile aus Kunststoff. Einzelteile und ganze Serien. Sie montiert Kunststoff-Baugruppen und handelt mit Halbfabrikaten aus Kunststoff. Die Kunden gehören zu den unterschiedlichsten Branchen: Maschinen- und Apparatebau, Medizinaltechnik, Lebensmittelindustrie, Elektrotechnik, Messwesen, Energieversorgung, öffentliche Betriebe wie Hochschulen, Bundes- und Forschungsstellen.

Kontakt

Amsler & Frey AG
Feldstrasse 26
CH-5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 463 60 70
F +41 56 463 60 79

info@amsler-frey.ch
www.amsler-frey.ch

Mir stinkts in meiner Wohnung

«Oft ist es ein diffuses Unbehagen, das einen Kunden zu mir führt. Er kann es nicht festmachen, weiss es nicht zu benennen. Das Innenleben der eigenen Wohnung macht keine Freude mehr, ist emotional abgewetzt.» Reto Eilinger schiebt noch einen Erfahrungswert nach: «80 Prozent der Menschen kennen die eigenen Wohnbedürfnisse nicht! Sie betreten ziellos ein Möbelhaus, sehen sich um, tätigen einen Zufallskauf oder verlassen das Geschäft unverrichteter Dinge wieder, ernüchtert und ratlos.» Reto Eilinger ist Präsident von interieursuisse (www.interieursuisse.ch), in dem Einrichtungsfachgeschäfte – vor allem kleinere Betriebe – zusammengeschlossen sind.

Als Innendekorateur weiss Eilinger: «Im Laden sitzen und auf den Kunden einreden, das genügt nicht mehr. Das Zauberwort heisst Heimberatung.» In den eigenen vier Wänden fühlen sich die Menschen sicherer. Es gelingt eher, Vertrauen aufzubauen. Die Fragen werden konkreter: Passt dieses Möbelstück in meine Wohnung? Ist es die Farbe der Wände, die mir nicht mehr gefällt? Gibt es Alternativen zum Bodenbelag? Stimmt die Lichtsituation nicht?

Das Gegenüber erkennen
Beim genauen Hinhören erkennt der Berater, was dem Kunden wichtig ist. «Ich sehe die Ecken, wo er sich wohl fühlt.» Manchmal ist es ein einziges Möbelstück, eine Kommode beispielsweise oder ein Sofa. Was sagt es aus über die Menschen, die hier wohnen? Da ist ein Sessel, ein Erbstück vom Grosi, mit lebhaften Erinnerungen verbunden. Der Sessel ist «gesetzt». Er bleibt in der Stube. «Nehmen wir ihn doch als Ausgangspunkt für die weitere Einrichtung!» Ein traditionsbewusster Kunde bevorzugt eine klare stilistische Linie. Ein anderer sucht im Modernen den Gegensatz zum über hundertjährigen Sessel.

Besonders anspruchsvoll ist die Heimberatung bei Patchwork-Familien. Jeder hat seine eigenen Vorlieben. Klaffen die Einrichtungswünsche und die «mitgebrachten» Möbel zu weit auseinander, führt das manchmal zu ernsthaften Problemen.

Alternativen
Die Heimberatung setzt voraus, dass der Berater seinen eigenen Geschmack zurückstellt. Aufgrund seiner Erfahrung und seines Einfühlungsvermögens schlägt er Farben, Formen und Anordnungen im Sinne des Kunden vor. Heimberatung ist etwas Ganzheitliches, vom Vorhang bis zur Esszimmergarnitur, von den Leuchten bis zu den Bildern an den Wänden. «Niemals würde ich etwas schlecht reden. Ich schlage Alternativen vor.»

Stichwort Vertrauen: «Ein Kunde gab mir seinen Wohnungsschlüssel und verreiste für einige Wochen. ‚Richten Sie währenddessen die Wohnung in meinem Sinn ein.’ Wohlgemerkt: Es ging um die Neueinrichtung einer ganzen Wohnung! Der Kunde kannte mich und  hatte die Gewissheit, dass ich in seinem Sinne vorgehen würde. Es gab zwar einige Absprachen, doch die ganze praktische Umsetzung samt dem Farbkonzept überliess er mir. – Wir sind übrigens immer noch befreundet.»

Es muss passen
Die Wohnumgebung hat grossen Einfluss auf die Lebensqualität. Heimberatung ist deshalb kein Luxus. Ein guter Berater kennt den Markt und die Trends. Er begleitet den Kunden auf dem Weg aus dem eingangs erwähnten Unbehagen zu der individuell stimmigen Lösung.

Drei Inputs, drei Überzeugungen
Reto Eilinger beendet angefangene Sätze

  • Am wichtigsten ist es, …
    einen Stil durchzuziehen.
  • Auf keinen Fall …
    überhastet handeln.
  • Mit einem kleinen Budget …
    lässt es sich schön einrichten.

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Immer mehr Menschen wünschen sich eine Heimberatung von kompetenter Seite. Remo Kindler vom Möbelhaus Kindler in Schinznach-Dorf macht dabei identische Erfahrungen wie sie Reto Eilinger oben anspricht. «Vertrauen ist alles. Und Einfühlungsvermögen.» Nebst der Heimberatung bietet Kindler eine permanente Möbelausstellung, wo immer auch Neuheiten zu sehen sind. Hingehen, vergleichen, ausprobieren.

Remo Kindler, Geschäftsführer Möbelhaus Kindler AG

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Möbel Kindler AG
Degerfeldstrasse 7
5107 Schinznach-Dorf

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Dieses lähmende Unbehagen

Was ist nur los mit mir? Die Lehre habe ich erfolgreich abgeschlossen. Die Berufswahl war alles andere als eine Notlösung. Ich bin einer der Glücklichen, die ihren Traumberuf erlernt haben. Kaum ein Tag, an dem ich nicht mit Freude zur Arbeit ging. Auch in den drei Jahren nach dem Lehrabschluss fand ich berufliche Befriedigung. Ich gewann an Sicherheit und an Erfahrung. Die Dinge gingen mir immer leichter von der Hand. In problematischen Fällen bauten die Arbeitskollegen auf meine Kompetenz. Ist doch alles gut, oder?

Und doch … Ist es Langeweile? – Nein, ich liebe meinen Beruf und die Ansprüche, die er stellt. Ist es ein grundsätzliches Unbehagen, eine Unzufriedenheit, die in mir selber begründet ist? – Nein, ich habe eine Familie, die mich unterstützt, gute Kollegen, ein Hobby, das mich erfüllt. Ich bin ein zufriedener Mensch. – Aber was ist es dann? Ich spüre so was wie Müdigkeit, dumpfe Routine, ein Mangel an anspruchsvoller Tätigkeit. Es ist, als hätte ich einen Plafond erreicht, und nun stosse ich mit dem Kopf an die Decke. Da muss dringend etwas geschehen. Irgendwo sollte doch eine Treppe zu finden sein, die ins obere Stockwerk führt!

Die Nase im Wind
Im Gespräch mit meinem Chef verschaffe ich mir einen Überblick über verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Er unterstützt mich und schlägt mir die Ausbildung zum Technischen Kaufmann vor. «Einfach ist das nicht», warnt er mich. «Aber du baust dir damit eine optimale Ausgangslage auf für eine Berufskarriere. Du erweiterst deine Kenntnisse mit kaufmännischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekten. Du bewegst dich in einem breit gefächerten Wissensfeld. Damit weitest du sowohl den beruflichen wie den persönlichen Horizont. Mach das! Ich traue dir das zu.»

Lehrgangleiter Marcel Felder unterrichtet Wirtschaftskunde für TK-Studenten

Konzentriert bei der Arbeit

Lehrgangleiter Marcel Felder im Gespräch mit den Studenten

Organisation ist alles
Das war vor zwei Jahren. Der Chef hatte Recht. Es war keine einfache Zeit. Ich musste meine Lebensgewohnheiten neu ordnen. Meine Stelle reduzierte ich auf 90 Prozent. Im Sport trat ich kürzer, behielt aber einige körperliche Aktivitäten bei. Ich legte mir einen Wochenplan an, eine genaue Zeiteinteilung: Beruf – Studium – Nachbereitung und Vertiefung – Freizeit – Nachtruhe. Während zwei Jahren gab es kein Pardon.

Hürden und Zweifel
Ganz ehrlich: Leicht fiel mir das nicht immer. An warmen Sommerabenden lockte das Dolce far Niente, das Chillen mit den Kumpels. Ich gestehe: Zwei, drei Mal wurde ich schwach und habe den Verlockungen nachgegeben. Der Mensch ist nun mal kein Roboter. Ganz bewusst habe ich deshalb meine Ferien voll genossen und ein «Ferienregime» durchgezogen.

Zu Beginn des dritten Semesters dann die Krise. Die Motivation war wie mit nassen Tüchern zugedeckt. Ich zweifelte am Sinn des Ganzen und an mir selber. Glücklicherweise fand ich im Studienleiter einen verständnisvollen Gesprächspartner und in zwei Mitstudenten die notwendige Unterstützung von «meinesgleichen». Ich fasste neuen Mut und fand zum früheren Schwung zurück.

Wohin führt der Weg?
Heute liegt die schriftliche Schlussprüfung zum eidgenössischen Fachausweis bereits hinter mir. Ich bin stolz auf mich. Ich habe in den vier Semestern viel gelernt, bin selbstsicherer geworden und habe die Lust am Lernen neu entdeckt. Ich werde meinen Weg in der Fachhochschule fortsetzen. Wer weiss, wohin mich das noch führt!

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Vier Tipps vor der Anmeldung zum TK-Lehrgang

  1. Sprechen Sie mit Ihrer engsten Umgebung und mit Ihrem Chef. Es ist wichtig, dass Sie private und berufliche Unterstützung haben.
  2. Legen Sie sich eine rigorose Wochen-Zeiteinteilung an. Testen Sie sich selbst, inwiefern Sie die Vorgaben durchziehen.
  3. Das TK-Studium beansprucht 10 bis 15 Stunden Selbststudium pro Woche.
  4. Schätzen Sie ab, wie gross und wie dauerhaft Ihr Interesse an den neuen Wissensgebieten ist.

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Das BWZ Brugg bietet die Ausbildung zum Technischen Kaufmann/zur Technischen Kauffrau an. Kosten: total 13’800 Franken. Neu gewährt der Bund eine Beteiligung von bis zu 50% an die Kursgebühren.
Nächster Kurbeginn: 6. November 2017.
Informationen : www.bwzbrugg.ch oder Tel. 056 460 24 24.

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Die Erwachsenenbildung ist ein wichtiges Standbein des BWZ Brugg. Sie umfasst schwergewichtig Informatik-, Sprach- und Wirtschaftskurse wie den TK-Kurs. Weiter werden Kurse für Prüfungsvorbereitungen angeboten, zum Beispiel für die Zulassung zur FHNW. Mentaltraining, Förderprogramme für Startups sowie Staatskunde für Einbürgerungswillige runden das Angebot ab.

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Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg
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Das Debakel vor Augen

«Ja, ja, schon recht, aber wie stellen Sie sich das konkret vor?» Der Baustellenleiter kratzt sich am Ohr. Er beugt sich über den Situationsplan, auf dem die vorgesehenen Lagerplätze eingezeichnet sind. Im steilen Waldgebiet, hoch über dem Talboden. Möglichst nahe bei den geplanten Maststandorten für die neue Hochspannungsleitung. Nähe ist wichtig, denn die Bauplätze sind nur mit dem Helikopter erreichbar, und Heli-Flugzeit kostet Geld, viel Geld.

Aber ein Lagerplatz dort oben? Die Waldlichtung ist klein und uneben. Da und dort ein grösserer Felsbrocken. Da müsste man alles planieren. Wo stapeln wir dann die Eisenstangen? Wo ist genug Platz für die Vormontage der Mast-Ausleger? Und wohin käme das Zwischenlager für diese vorgefertigten Elemente?

Nichts als Probleme
Doch die Schwierigkeiten beginnen schon früher. Die Zufahrt zu den geplanten Lagerplätzen ist problematisch. Zu schmal, zu kurvenreich, zu wenig Tragkraft. Lastwagen aus Italien bringen die Einzelteile der Masten. Die schaffen es niemals bis dort hinauf. Ein Umschlageplatz müsste her. Von den schweren LKW auf leichtere Transportfahrzeuge, die dann x Mal auf den wenig befestigten Wegen fahren sollen – das Vorhaben erscheint immer komplizierter. Ein Murks. Pannen sind da vorprogrammiert.

Der Baustellenleiter steht vor einem Rätsel.

Die Geschäftsführer der Schwesterfirmen Eduard Steiner AG und Lebag AG sind Praktiker. Sie wissen, worauf im Freileitungsbau zu achten ist und erkennen die Problematik. Gemeinsam tragen sie die Verantwortung für den acht Kilometer langen Leitungsabschnitt im Oberwallis, zwischen Mörel und Ulrichen. Eine 380-Kilovolt-Leitung hat die Swissgrid in Auftrag gegeben. Die Baufortschritte und die Fristen sind definiert. Bauzeit bis Ende 2018. Zwanzig Masten samt Unterbau und Leitungsseilen in diesem schwierigen Gelände – da müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

Zurück auf Feld 1
«Gehen wir nochmals über die Bücher!» Einen Lagerplatz in die Talseiten zu legen, macht keinen Sinn. Die kurze Flugzeit wiegt die Nachteile nicht auf. Also runter damit ins Tal. Gesucht wird eine genügend grosse, ebene Parzelle mit problemloser Zufahrt.

«Hier!» – «Was? Auf dem Flugplatzgelände in Münster?» – «Ja, auf dem ehemaligen Militärflugfeld ist Platz genug, auch für die privaten Flugaktivitäten.» Abklärungen bestätigen die Annahmen. Am talseitigen Ende der Piste lässt sich ein Areal auszonen, das genau den Vorstellungen der Leitungsbauer entspricht. Sogar einen Kran dürfen sie aufstellen, ein unabdingbares Element eines solchen Lagerplatzes, aber keine Selbstverständlichkeit auf einem Flugplatz.

Das Areal auf dem ehemaligen Militärflugplatz Münster erweist sich als idealer Lagerplatz. Der Humus ist abgetragen, es ist eingekiest, und der Kran steht

Die Container für die Arbeiter und das Material stehen bereit. Im Hintergrund der verfügbare Flugzeugunterstand

Schon sind die ersten Metallteile eingetroffen

Ein fabrikneuer Pneutrax unterstützt die Arbeit auf dem Lagerplatz

Leitungsgraben für den elektrischen Strom zum Flugzeugunterstand

Der Lager- oder Installationsplatz im Überblick

Der Knoten ist durchschlagen
Die Detailplanung beginnt. Wie gross ist der Drehradius des Krans? Wie sieht es mit der Stromzuleitung aus? Hier sehen wir die Container für das Personal und das Werkzeug vor, das Schraubenlager und das Toitoi. Das Humusdepot kommt dort nach hinten. Super, da steht noch ein abschliessbarer Flugzeugunterstand als Gerätelager zur Verfügung. Der Baustellenleiter ist hoch zufrieden. «Mit dem Einkiesen fangen wir gleich an.» Die Gewissheit einer guten Lösung verleiht Schwung.

Zugegeben, jetzt ist die Flugdistanz für den Transporthelikopter grösser. Aber ein reibungsloser Ablauf ist gesichert. Bei geschätzten 80 Flügen und 60 Tonnen pro Mast, bei 900 Kilo Last pro Flug, ist das Gold wert.

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Die Lebag AG und die Eduard Steiner AG sind seit Jahrzehnten im Leitungs- und Elektrobau tätig. Ihre Freileitungsmonteure arbeiten an unterschiedlichsten Objekten: an Bahn-Fahrleitungen, in Steilhängen, in grosser Höhe, mit oder ohne Helikoptereinsatz.

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Blackout in der Migros

«Das vergesse ich nie!» Servicemonteur Markus Hollenstein schüttelt den Kopf. Zehn Jahre sind verstrichen, aber ihm ist, als wäre es gestern gewesen.

«Ein simpler Auftrag. Ich sollte in der Migros Unterentfelden einen Lichtschalter versetzen. Ungünstig im Lagerraum angebracht, touchierten und beschädigten ihn immer wieder irgendwelche Fahrzeuge.» Kein Problem für den Jost-Elektro-Mann. Ein besserer Standort war schnell gefunden. Markus holte das notwendige Werkzeug, nahm die Bohrmaschine zur Hand, steckte das Kabel ein.

Ende Feuer
Pic – alles dunkel, im ganzen Lager kein Strom mehr. Was heisst im ganzen Lager? Auch das Einkaufscenter war stockdunkel. Kunden blieben verunsichert stehen. Der Filialleiter wurde laut, die Mitarbeiter erstarrten. Kein Licht, keine Kühlaggregate, nichts mehr. «Ich hatte keine Ahnung, wie mir geschah. Ich hatte das Kabel der Bohrmaschine eingesteckt, sonst nichts. Und deswegen ein Totalausfall?»

Hollensteins erster Gedanke: Die «Kröte» musste im Verteilkasten zu finden sein. Also runter in den Keller. Aber auch auf der Elektroverteilung war kein Strom mehr. Alles tot.

Nochmals einen Schritt zurück im System. Hollenstein nahm sich den Einspeisepunkt vor. Und siehe da, der Kasten war total heiss. Die Hauptsicherungen hatten ausgelöst.

Jetzt rief er die Industriellen Betriebe Aarau auf den Plan. «Dringend! Neue Sicherungen!» Das Notfallszenario funktionierte tadellos. Die Jungs tauchten innert kürzester Zeit auf und setzten stärkere Sicherungen ein. Nochmals pic! – Es werde Licht, und es ward Licht.

Markus Hollenstein, Servicemonteur bei Jost Elektro AG

Zu viel des Guten
Was war geschehen? «Die ursprünglichen Sicherungen hatten den Betrieb des Centers sichergestellt. Im Lauf der Jahre kamen immer neue Verbraucher dazu. Da ein Tiefkühler, dort eine Klimaanlage, da ein Backofen, dort ein paar Lampen – und irgendwann ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Die unterdimensionierten Sicherungen gaben den Geist auf.»

Der Unterbruch dauerte insgesamt etwa eine halbe Stunde. Zu wenig, um grössere Schäden am Sortiment zu bewirken. Zum Glück!

Und die Menschen? Hollenstein erinnert sich: «Die Migros-Leute reagierten erstaunlich gelassen. Auch die im Center anwesenden Kunden machten kaum Aufhebens. Keine Panik, kein Gezeter. Sie wurden vom Migros-Personal in aller Ruhe hinausgeleitet, und das wars.»

Markus Hollenstein reibt sich leicht amüsiert das Kinn. «Ja, ja …»

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Jost Elektro AG betreibt einen 24-Stunden-Servicedienst. Für jede Art von Elektro-Pannen. Es muss ja nicht gleich ein Migros-Blackout sein.

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5200 Brugg

Standort BruggThomas Birrer058 123 8956
Standort BadenAdrian Scherrer058 123 8858
Standort Möriken-WildeggMarc Eigenmann058 123 8857
Standort FrickUrs Urech058 123 8869
Standort OltenKurt Berchtold058 123 8870
Standort LenzburgMartin Schmidmeister058 123 8853

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Volldampf im Kernkraftwerk

Annelies Boutellier ist Elektromonteurin. Ihr Traumberuf. Trotz aller Begeisterung erging es ihr – ach! – wie so vielen Andern. Mit der Zeit verlor der Berufsalltag an Reiz, wurde zur Routine. «Ein ganzes Leben lang Wände aufspitzen und Kabel verlegen? Immer die gleichen Schalter, Stecker, Fassungen, Sicherungen. Hm …»

Seit 2010 war sie dauerhaft im Kernkraftwerk Leibstadt tätig. Anfangs als einfache Projektmitarbeiterin, danach bei der Gruppe Instandhaltung «Werksicherung- und Überwachungssysteme». Ein interessanter Arbeitsort, «und trotzdem dachte ich immer intensiver über eine Weiterbildung nach». Annelies Boutellier wollte vermehrt Führungsaufgaben übernehmen, mehr Verantwortung. Zugang zu anspruchsvolleren Aufgaben.

«Jep, das will ich»
Da hörte sie von einem Lehrgang des Berufs- und Weiterbildungszentrums Brugg (BWZ): Technischer Kaufmann/Technische Kauffrau, kurz TK. Er richtet sich an Erwachsene mit Führungsambitionen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Lehre mit technischem, gewerblichem oder industriellem Hintergrund und Praxisjahren. «Das passte auf mich.»

Zwei Jahre lang absolvierte Annelies die TK-Ausbildung. Rund 700 Lektionen – ein Teilzeitjob! Ihr Interesse galt dem Projektmanagement, den Führungsthemen und der Informatik. «Die thematische Bandbreite war überraschend gross: Finanzwirtschaft, Personalmanagement, Rechnungswesen, Recht, Problemlösungs- und Entscheidungsmethodik und anderes mehr.»

Büffeln
Irgendwann stand die Abschlussprüfung vor der Tür. «Ich realisierte, dass ich zu wenig gelernt hatte.» Der konsequente Besuch aller Unterrichtseinheiten reicht nicht. «Wir sprechen hier von Erwachsenenbildung, von Eigenverantwortung. Die Motivation muss jeder und jede mitbringen. Das nimmt einem niemand ab.» Also klemmte sich Annelies mit aller Konsequenz hinter die Lehrmittel. Büffeln war angesagt. Eine misslungene Prüfung wiederholen? Für Annelies keine Option!

Neue Perspektiven
Und jetzt? Was hat sich in der Zwischenzeit für Annelies Boutellier geändert? «Seit August 2017 bin ich im Kernkraftwerk Leibstadt fest als Projektleiterin angestellt. Der Kreis meiner Ansprechpartner hat sich erweitert. Nebst meinen Vorgesetzten vom Kernkraftwerk und den Projektmitgliedern werde ich auch mit Behörden zu tun haben, zum Beispiel mit dem ENSI. Gegenwärtig trage ich die Verantwortung für mehrere Umbauprojekte im Bereich Elektro. Unter anderem begleitete ich die Erneuerung des Eingangsgebäudes mit integrierter Wachzentrale im Bereich Sicherungstechnik.»

«Ja, ich empfehle die TK-Ausbildung unbedingt. Die Vielfalt macht es aus. In unserem Kurs waren Bauzeichner, Automatiker, Bodenleger und sogar eine Forstwartin. Sie alle trugen zur Interessanz des Lehrgangs bei. Aber eines ist gewiss: Es braucht Einsatz und Lernbereitschaft. Die Verknüpfung des Unterrichts mit den Erfahrungen des Berufsalltags ist zwar hilfreich. Trotzdem: Der Zeitaufwand ist beträchtlich. Aber es zahlt sich aus. Ich wurde mir sehr viel klarer über meine Perspektiven bewusst. Und die will ich nutzen.»

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Das BWZ Brugg bietet die Ausbildung zum Technischen Kaufmann/zur Technischen Kauffrau an. Kosten: total 13’800 Franken. Neu gewährt der Bund eine Beteiligung von bis zu 50% an die Kursgebühren. Nächster Kurbeginn: 6. November 2017. Informationen : www.bwzbrugg.ch oder Tel. 056 460 24 24.

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Die Erwachsenenbildung bildet ein wichtiges Standbein des BWZ Brugg. Sie umfasst schwergewichtig Informatik-, Sprach- und Wirtschaftskurse wie den TK-Kurs. Weiter werden Kurse für Prüfungsvorbereitungen angeboten, zum Beispiel für die Zulassung zur FHNW. Mentaltraining, Förderprogramme für Startups sowie Staatskunde für Einbürgerungswillige runden das Angebot ab.
Informationen: Tel 056 460 24 24; kursadmin@bwzbrugg.ch

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Das Bad in der Mulde

Christian Baumann, Video-Profi, bringt jeden Kundenwunsch in den Kasten, mit oder ohne Drohne. Schön, wenns so richtig fetzt. «Äktschen», und zwar nicht zu knapp.

Und jetzt das: Der Kunde braucht ein Werbevideo für seinen Muldenservice. Ausgerechnet: Ein Werbevideo über eine Mulde! Gibt es denn etwas Statischeres? Eine ganz normale Allzweckmulde, wie sie auf jeder Baustelle herumsteht, auf jedem Werkplatz, jedem Industrieareal, beim Festgelände, auf dem Entsorgungsplatz. Wie sexy ist das denn, bitteschön?

Nicht einfach!
Christian Baumann setzt sich erst mal hin. Stirnrunzeln. Sorgenfalten. «Soll ich einen Lastwagen filmen, wie er die Mulde auflädt und dann wegfährt? So langweilig! Soll ich einen Bauarbeiter filmen, der irgendwelche Abfälle in die Mulde wirft? Nein, wer interessiert sich denn für so was?» Überhaupt wecken Abfälle keine positiven Emotionen. Höchstens Ratlosigkeit, Ekel oder das schlechte Umweltgewissen. Auf dieser Basis ein Werbevideo produzieren? Lieber nicht.

Fantasie war gefragt. Irgendwann, wie aus dem Nichts, die zündende Idee. «Wir setzen die Mulde völlig zweckentfremdet ein. Wir stellen irgendetwas Verrücktes mit ihr an. Überraschend soll es sein und witzig. Wir funktionieren die Mulde um in … na, in was denn nun?» – Brainstorming. Die Mulde als Kleinstgarten? Die Mulde als Schildkrötengehege? Die Mulde als Laufgitter? – Oder die Mulde als Schwimmbad, als Mini-Pool? «Genau, das machen wir!»

Badespass
Eine nagelneue, leuchtend gelb bemalte Mulde musste her. Und zwar direkt vors Wohnhaus. Schlauch hinein. «Du kannst aufdrehen!» Na gut, Wasser in der Mulde ist erst die halbe Miete. Jetzt musste Leben rein. Kleine Kinder, wer hat kleine Kinder? Gott sei Dank gibts Kollegen mit ihren jungen Familien.

Alles bereit für den Dreh. Das Wasser in der Mulde hat sich in der Zwischenzeit aufgewärmt. Drei Kids sind schwimmbadmässig ausgerüstet. Badehosen, Flügeli und vor allem voller Badelust. Herrlich, sich an diesem heissen Sommertag im ungewöhnlichen Privatpool abzukühlen, Spritzschlacht inklusive. Planschen, untertauchen, herumtoben. Anweisungen gibt Christian Baumann keine. «Wer wollte aufgeweckten Fünfjährigen das Spritzen beibringen! Regieanweisungen würden sie nur verunsichern.» Baumann schultert die Kamera und zoomt mitten ins Getümmel.

Überraschung
Sind die Aufnahmen gelungen? Ja, die Bilder sind witzig. Nichts zu sehen als nur Wasser und die Kinder. Nicht der geringste Hinweis auf die Mulde. Es könnte ebenso gut im Gummi-Planschbecken, im See, am Strand oder im Schwimmbad sein. Da erscheint die Mutter am Fenster – auch sie aus dem Freundeskreis – und macht dem fröhlichen Treiben ein jähes Ende. «Chinder, losed, jetz isch fertig bädelet!» Baumann filmt nun aus Distanz. Erst jetzt ist zu sehen, dass sich die Kids in einer Mulde vergnügt haben.

Das Drehbuch setzt noch einen drauf. Zoom auf die Mulde, dazu die sonore Stimme: «Übrigens – Mulden eignen sich auch hervorragend zum Abfall Entsorgen.»

Baumann ist sichtlich stolz:. «Gedankliche Schranken beseitigen, völlig quer denken; das führt zu überzeugenden Lösungen.»

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Die AVPG AG ist in allen Bereichen der modernen Medienwelt tätig. Für Firmen, öffentliche Dienste und Privatpersonen produziert sie Radio- und TV-Spots, Firmenporträts, Personalisierte Videos, Produktevideos, Imagefilme usw.

Ansprechpersonen sind Christian Baumann, Multimediaproduzent, Geschäftsleiter der Firma AV+PG AG; Hanni Brunner, Marketing und Redaktion bei der Firma AV+PG AG.

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Acht alternative Vorschläge von FB-Freunden:

  1. Mulde als Sandkasten.
  2. Mulden-Bar im Retrostil einrichten.
  3. Mulde als Behälter für Küchenabfall, gut zudecken, nach der Gärung einen feinen «Hausküchenschnaps» brennen.
  4. Mulde als grosse Blumenkiste.
  5. Mulde umdrehen und als Kommandoplattform einsetzen.
  6. Mulde zum Monstergrill umfunktionieren.
  7. Mulde als Brunnentrog.
  8. Mulde auf die Seitenwand stellen: Strandkorb für die ganze Familie.

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AV+PG AG
Autio, Video & Promotion Group AG
Vorderi Böde 1
5452 Oberrohrdorf

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«Ich bin ein Rasen, lasst mich liegen!»

Sie haben keine Ahnung, wie stressig das Dasein als Rasen sein kann. Die Leute glauben, ich hätte das reinste Flohnerleben, Massagen, Nahrung vom Feinsten, frisieren und den ganzen Tag an der Sonne liegen. Aber nein, ich werde geduscht, gequetscht, geschnitten, gefräst, gerollt, wieder gequetscht und geschnitten, um nur das Gröbste aufzulisten. Wenn ich endlich meine, zur Ruhe zu kommen, dann tauchen irgendwelche Typen mit Stollenschuhen auf. Oder die vereinte Kinderschar mit Häckeli und Schüfeli. Oder Fido, Bello oder Strolchi – und was dann passiert …

Zu früh gefreut
Dabei fing alles so wohlig an. In grossen Säcken kam ich mit Millionen anderer Samen aus den USA zum Bauern nach Gurbrü bei Kerzers. Neben uns waren auch Säcke aus verschiedenen europäischen Ländern. Sie fuhren uns aufs Feld hinaus. Was ich zu sehen bekam, übertraf meine Erwartungen. Der leicht sandige Boden war tadellos vorbereitet. Keine Steine, schön gepflügt und mit der Umkehrfräse in ein feinkörniges Saatbeet aufgewertet. Selbst an die Kraftnahrung in Form von Dünger hatte der Landwirt gedacht. Voller Vorfreude liess ich mich auf die Erde fallen. Die Walze drückte mich zwischen die Krumen, und schon gabs eine sanfte Regenwald-Dusche – welche Wohltat!

Die ersten fünf Wochen meines Lebens waren die reine Freude. Ich durfte in Ruhe wachsen und gedeihen. In regelmässigen Abständen liess man es regnen. Mir fehlte es an nichts. Ich schlug Wurzeln und reckte mich dem Licht entgegen. Doch da tauchte ein grässlich lärmiges Ungetüm auf, das mich überrollte und mir eine Kurzhaarfrisur à la Bürstenschnitt verpasste. Immer und immer wieder, alle paar Tage. So wuchs ich notgedrungen in die Breite und hielt mich an meinen Nachbargräsern fest. Wir bildeten ein dichtes Geflecht, auf dass wir nicht einfach weggezerrt würden.

Mir reichts
Mehr als ein Jahr verging. Irgendwann hatte ich genug von der ewigen Quälerei. Ich wollte nur noch weg. Mein Hilferuf wurde erhört. Ein neues Monstrum, ein Vollernter, tauchte auf. Er senkte ein scharfes Messer ab und schälte mich in 40 Zentimeter breiten Bahnen vom Boden weg. Über ein Förderband gings in die Höhe, und ehe ich protestieren konnte, war ich schon in handliche Rollen aufgewickelt, 40 Zentimeter breit und 2,5 Meter lang, jede etwa 20 Kilogramm schwer.

Rauf auf die Ladebrücke und in flottem Tempo zum Gartenbauer. Die Leute hatten Stil! Behutsam legten sie mich auf den fein präparierten Untergrund, entrollten mich, platzierten mich satt neben meine Kolleginnen, achteten auf eine tadellose Liegeposition und entschädigten mich für die gehabten Strapazen mit einem sanften Nieselregen. So ists recht. Genau so mag ichs.

Saubere Schnittkanten; der Mäher hatte scharfe Messer
Riesiges Rasenfeld in Gurbrü BE

Die gute Bewässerung des Rasens ist matchentscheidend

Ein Rasen-Vollernter schält die Rasensode ab und wickelt sie zu einheitlichen Rollen auf

Die Umkehrfräse bereitet den Untergrund für den Rollrasen vor
Selbst das richtige Stapeln des Rollrasens will gelernt sein
Grossflächiges Verlegen von Rollrasen mit Spezialgeräten

Daniel Landolf, Garten- und Sportplatzbauer

Jörg Frutig, Fachberater Rasen

Jörg Frutig von «UFA Samen Profi Grün» steht «seinen» Landwirten während der ganzen Aussaat, der Wachstumsperiode und der Rasenernte zur Seite. «Wir besprechen verschiedene Saat-, Pflege- und Ernteaspekte. Dazu gehört zum Beispiel die Zusammensetzung der Grasarten. Ich mache mir auch ein Bild über den Entwicklungsstand der Rasenflächen, und wir unterhalten uns über den günstigsten Erntezeitpunkt.» Meist fungiert Frutig als Schnittstelle zwischen den Produzenten und den Garten- und Anlagebauern; in der Regel laufen die Bestellungen für Rollrasen vom Gartenbauer über Frutig zu den Produzenten.

Bauführer Daniel Landolf arbeitet für das Gartenbauunternehmen Bächler+Güttinger. Seine Spezialität sind Sportplätze. Der Berufsstolz ist unüberhörbar: «Die Arbeit mit dem Rollrasen bedingt Organisationstalent und Zuverlässigkeit.» Die bestellte Menge muss früh am Morgen vor Ort sein. Denn das Verlegen braucht Zeit. Eine durchschnittliche Mann-Leistung liegt bei 70–80m2 pro Tag. Der aufgerollte Rasen ist empfindlich, seine Lagerung problematisch. Gärung und Fäulnis drohen. Nach der Ernte ist deshalb speditives Arbeiten angesagt: verlegen, wässern und walzen.

«Nach 7–10 Tagen erfolgt der erste Schnitt; nach drei Wochen ist der Rasen beanspruchbar.»

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Die Vorteile von Rollrasen gegenüber der «normalen» Aussaat von Rasen liegen auf der Hand:

  • Innert kürzester Zeit ist die Hausumgebung grün.
  • Rollrasen ist nach drei Wochen benützbar.
  • Rollrasen ist frei von Unkräutern.

Aber:
Die Anlage von Rollrasen ist teurer als die Aussaat von Rasen.
Ist der Rollrasen einmal verlegt, benötigt er die gleiche Pflege wie ein «normaler» Rasen.

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Gartenbau Wyder, Oberentfelden, verfügt über Spezialisten im Anbau und Unterhalt von Rasenflächen. Sie haben grosse Erfahrung sowohl mit Aussaat- als auch mit Rollrasen.

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Wyder Gartenbau AG

Industriestrasse 20
5036 Oberentfelden

T +41 62 724 84 80
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Akrobaten in Handwerkskluft

Erstaunliche Typen! Ich habe sie auf dem Bauplatz in Mägenwil bei der Arbeit beobachtet, fast zwei Stunden lang. Mir blieb die Spucke weg. Und zwar nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen. Mich fasziniert das Tempo, das sie drauf haben. Dort oben auf der Garage errichten sie einen Aufbau aus vorgefertigten Holzelementen. Eine Wohnung mit 3½ Zimmern. Der Kranwagen hebt ganze Wandteile hoch. Die Handwerker positionieren und fixieren sie genau nach Plan und sind schon bereit für das nächste Element. Aufrichte am späteren Nachmittag!

Juniorchef Beni Wernli packt mit an. Er vermisst ein fertiges Element und passt die isolierende Glaswatte ein

Die Glaswatte muss ganz genau in die Hohlräume eingepasst werden

Die Dachbalken liegen in der Werkstatt fertig zugeschnitten bereit

Ein Mitarbeiter der Firma Wernli baut ein Zwischenwand-Element

Links und rechts stehen die fertigen und durchnummerierten Element bereit für den Abtransport auf die Baustelle

Die Schreiner und Zimmerleute bewegen sich auf den Balken, die doch höchstens 15 Zentimeter stark sind, als ob sie auf einem breiten Trottoir spazieren würden. Mit grösster Gelassenheit und ohne jedes Zaudern, in der Hand das Werkzeug und eine Leimpresse. Noch hat das Element seine endgültige Position nicht erreicht. Ein kleiner Dreh, die Dachpappe anheben, die isolierende Glaswolle zurechtrücken. Beinahe schwerelos sind sie unterwegs dort oben. Einer steht auf dem obersten Tritt der Bockleiter, ein anderer kommt über den Dachfirst. Alle tragen sie einen Helm – aber welchen Schutz bietet der bei einem Fehltritt? Ja klar, das Gebäude ist eingerüstet. Aber die Handwerker müssen näher ran. Wie Zirkusakrobaten, wie versierte Berggänger nutzen sie jede noch so kleine Fläche, jedes vorstehende Balkenstück. Ehrlich: Ich möchte nicht tauschen.

Mir fällt auf, dass keiner nur dasteht und wartet, bis sich die Arbeit vom Himmel absenkt. Sie wissen, was noch zu richten oder zu fixieren ist. Jeder ist unterwegs mit Schrauben, batteriebetriebenen Bohrmaschinen, Keilen, einem Vorschlaghammer.

«Mutprobe»
Doch dann fasse ich mir ein Herz und besteige das Gerüst. Eine wackelige Angelegenheit! Glücklicherweise gibts ein Geländer und oben Sicherungsstangen. Hols der Kuckuck, was soll ich bloss tun, um sicher zu stehen? Einer der Handwerker eilt an mir vorbei. «Tschuldigung.» Weg ist er. Ich stelle mich in eine Ecke, bin von zwei Seiten gestützt. Die Hände frei zum Fotografieren. Ich beobachte die Handwerker, wie sie sich beinahe katzenartig bewegen. Das nächste Element, das nächste. Kaum abgesenkt, kaum fixiert, dient es ihnen als «Fussweg» in luftiger Höhe.

Tropische Verhältnisse
Mir reichts. Mit der gebotenen Sorgfalt steige ich hinab. Endlich wieder festen Boden unter den Füssen! Mutter Erde, du hast mich wieder.

Ich verfolge das Geschehen nun aus einer gewissen Distanz. Die dort oben sprechen kaum miteinander.

Einer holt eine Paste aus den Tiefen seiner Hosentasche, bestreicht sich die Arme und verreibt alles auf der Haut. Er schützt sich vor der Sonneneinstrahlung. Erst jetzt werde ich wieder gewahr, wie heiss es heute ist. Ich suche den Schatten eines benachbarten Gebäudes auf. Die Handwerker arbeiten an der prallen Sonne. Nicht nur zwei schlappe Stunden, sondern den ganzen Tag lang.

Auf der Baustelle hat der Aufbau begonnen; bereits sind zahlreiche Elemente aufgestellt und fixiert

Da schwebt das erste Dachelement ein

Beim Absenken ist grösste Sorgfalt erforderlich

Die Dachpappe ist hochgeschlagen, das Element wird abgesenkt. Es passt genau

Das erste Dachelement ist fixiert. Die Gleichgewichtsartisten der Firma Wernli bereiten den nächsten «Landplatz» vor

Die Pläne geben Auskunft über die Endposition von jedem Element

Der Aufbau nimmt Form an

Das Fensterglas wartet auch schon auf den Einbau

Das nächste Dachelement ist an der Reihe. Ein Mitarbeiter hängt die Kranseile ein

Am nächsten Tag ist das Dach fertig montiert

Auch der Innenausbau schreitet zügig voran

A la minute
Eine gewaltige Regenwolke zieht auf. «Wann seid ihr fertig?» – «Noch heute Nachmittag ist alles aufgerichtet.» – «Bevor es zu regnen beginnt?» – «Ja sicher, das haben wir im Griff.» – Logisch haben sie es im Griff. Wer würde beim Zuschauen daran zweifeln!

Am Morgen um 7 Uhr war der Kranwagen vor Ort. Um 8 Uhr kamen die Handwerker der Firma Theo Wernli AG, Fenster- & Holzbau. Um 12 Uhr war das erste Dachelement montiert, und am späten Nachmittag ist Aufrichte! Was fehlt, sind die in der Firmenwerkstatt vorgefertigten Fenster und Türen, der Innenausbau samt der Verglasung der Hebeschiebetüren, die Fassade und die Dachdeckerarbeiten. Bis in fünf Wochen ist alles fertig.

Sympathisch und versiert
Mit einigen Nachbarn schauen auch Gabi Lerf und Richard Grob als Bauherren dem Aufbau zu. Sie werden hier einziehen. Ins «Stöckli», wie sie es nennen.

Weshalb haben Sie sich für Wernli entschieden?
Zuerst war Sympathie da. Dann spürten wir das Interesse an unserem Vorhaben. Ausschlaggebend war, dass alles aus dem gleichen Haus kommt: die Holzkonstruktion, die Fenster, die Türen und die Fassaden. Das ist uns wichtig.

Und jetzt – was geht Ihnen beim Zuschauen durch den Kopf?
Wir sind beeindruckt. Alles ist durchorganisiert. Alles passt. Alles ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Erstaunlich, wie zügig die Arbeiten voranschreiten.

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Theo Wernli AG, Fenster- & Holzbau, Thalheim, verfügt über grosse Erfahrung im Bau von vorgefertigten Elementhäusern samt Eigenproduktion der Fenster. Die Firma hat schon viele solcher Elementbauten aufgestellt. Anbauten, Aufbauten, ganze Ein- und Mehrfamilienhäuser. Einige davon haben sie sogar in die USA geliefert.

Kontakt
Theo Wernli AG

Fenster- und Holzbau
Hegi 300
5112 Thalheim

T +41 56 443 12 15
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