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Bleiben Sie cool!

«Herr Minder, obwohl wir unsern Rasen regelmässig mähen, düngen, giessen und vertikutieren, beschert er uns immer wieder Ärger. Das Moos, die Unkräuter, dazu Pilze und diverse Tierspuren …» Fabian Minder von Gartenbau Wyder winkt ab: «Wir haben eine Idealvorstellung des perfekten Rasens. Einmal angelegt sollte er nichts weniger als perfekt sein. Die Natur hält sich jedoch nicht an solche Vorstellungen. – Aber erzählen Sie mal von Ihren Sorgen!»

Moos ohne Ende
«Moos! Wir kämpfen seit Jahren gegen das Moos. Wir rechen, wir düngen, wir zupfen es aus. Mit schönster Regelmässigkeit meldet es sich immer wieder zurück. Ist dieser Kampf aussichtslos?» – Minder lächelt. Er kennt das Thema zur Genüge. «Sie betreiben Symptombekämpfung. Ihre mühseligen Massnahmen bringen das Moos zum Verschwinden, aber nur vorübergehend. Wollen Sie das Übel an der Wurzel packen, müssen Sie jeder Art von Staunässe entgegenwirken. Den Boden auflockern, Sand einbringen, Sträucher zurückschneiden, den Untergrund belüften und auf das Giessen von ‚Problemzonen’ verzichten. Nur so erzielen Sie eine Langzeitwirkung. Moos reagiert extrem auf Trockenheit.» – «Das alles sagt sich so leicht …» – «Pflege bedeutet Arbeit. Auch beim Rasen.»

Kampf dem Unkraut
«Wenn Sie es sagen … Und was ist mit all den Unkräutern? Löwenzahn, Weissklee, Breitwegerich und Konsorten?» – «In aller Regel befindet sich ein Rasen nicht in einem hermetisch abgeschirmten Raum. Wind und Wetter begünstigen den Sameneinflug aus dem nahen Wies- und Weideland. So gesehen weisen die von Ihnen genannten Pflanzen auf eine natürliche Umgebung hin, und das ist doch positiv. Ein gut gepflegter, gedüngter Rasen ist ein dicht verwobenes Ganzes. Er bietet einfliegenden Samen kaum Platz. Wenn immer möglich sollten Sie auf das Ausstechen von Unkräutern verzichten, denn damit wird der Rasen uneben und anfälliger. Es gibt Spritzmittel, die auf Pflanzen mit breiteren Blättern wirken. Das Rasengras nimmt den frei werdenden Platz rasch ein. Bei regelmässigem Rasenschnitt reduziert sich die Zahl der unerwünschten Kräuter schnell.»

Pilze als Alarmzeichen?
«Besonders nach einigen Regentagen machen sich ganze Pilzkolonien in unserem Rasen breit. Sind das Alarmzeichen?» – «Ach wo! Schirmlinge sind absolut unproblematisch. Schon beim nächsten Mähen ist das Problem erledigt. Etwas anders sieht es bei Pilzerkrankungen aus. Bei uns kennen wir den Schneeschimmel und die Rotspitzigkeit. Beide mögen anhaltende Feuchtigkeit und einen dichten, wenig durchlüfteten Rasenfilz. Wenn Sie den Rasen rechen und das Schnittgut entfernen, wirken Sie dem Befall entgegen.»

Allerlei Getier
«Na, dann wenden wir uns mal der Tierwelt zu. Ich gebe Ihnen ein Stichwort, Sie reagieren darauf.» – «Okay, versuchen wirs.» – «Haustiere, also Katzen und Hunde.» – «Problemlos. Allenfalls Flecken von Urin und Kot. Wenn Sie das stört, spritzen Sie die entsprechenden Stellen mit dem Schlauch ab.» – «Füchse.» – «Dasselbe wie bei den Haustieren. Ein Zaun nützt übrigens kaum. Tiere finden immer einen Zugang.» – «Maulwurf und Mäuse.» – «Gleichen Sie Unebenheiten mit dem Rechen aus.» – «Regenwürmer, Stichwort Erdhäufchen.» – «Auch hier gilt: Wollen Sie einen unebenen Rasen vermeiden, müssen Sie den Rechen in die Hand nehmen.» – «Ameisen.» – «Kein grundsätzliches Problem. Sie sind höchstens bei der Nutzung des Rasens lästig.»

Fabian Minder, Rasenspezialist bei Gartenbau Wyder AG
Viele Rasendünger bekämpfen laut Verpackung das Moos

Gänseblümchen im Rasen – eigentlich keine Katastrophe

Im Fachhandel gibt es Sprays gegen Rasenunkräuter

Pilze im Rasen? Einfach wegmähen

Fabian Minder öffnet die Hände: «Die Natur würde niemals Rasen generieren. Rasen ist ein Kunstprodukt. Er braucht Pflege. Ich vergleiche das gern mit unseren Wohnzimmern, die wir ebenfalls pflegen. Abstauben, aufräumen, feucht aufnehmen, staubsaugen – all das gehört nun mal dazu. Umso begründeter sind die Freude und das Wohlbefinden danach.»

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Gartenbau Wyder hilft Ihnen bei der Pflege Ihres Rasens. Im einmaligen Einsatz oder im Abonnement. Ganz wie Sie wünschen.

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Gnadenlose Attacke aufs Gras

Das Finale der UEFA Europa-League. Der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp trifft auf den Titelverteidiger FC Sevilla. Das äusserst animiert ausgetragene Spiel endet mit einem 1:3-Erfolg für die Spanier. Bravo! Die Fans im Basler «Joggeli» sind begeistert.

Bereits im Oktober des Vorjahres war eine UEFA-Delegation aufgetaucht und hatte den Rasen begutachtet. Für Marc Studach eine Reifeprüfung. Er ist Head Greenkeeper des FC Basel 1893. «Die da kamen, waren Engländer. Ausgerechnet Engländer! Die würden sicher jedes einzelne Gräschen begutachten; ich war auf alles gefasst.» Doch es kam anders. Die Herrschaften wollten eine ausgestochene Rasenprobe sehen. Dabei ging es ihnen um die Länge der Wurzeln. Grosses Aufatmen: «Sie waren zufrieden, sagten, das sei eine super Sache.» Ansporn für Studach und seine Leute! Sie unternahmen alles, um bis zum Finaltag einen tadellosen Rasen hinzubekommen. «Ich würde sagen, wir erreichten 99 von 100 Punkten. Mindestens!»

Ein Schlachtfeld
Und dann betreten 22 Spieler und der schwedische Schiedsrichter das Feld, in der festen Absicht, den Wunderrasen kein bisschen zu schonen, ihn mit ihren stollenbewehrten Schuhen gnadenlos zu bearbeiten, bei brüsken Richtungswechseln oder Stopps Narben aufzureissen, vor dem Tor alles umzupflügen und den Luxusrasen, dieses Resultat monatelanger Arbeit, obendrein zu bespucken und zu beschnudern!

Bei wichtigen Matchs kann Studach kaum hinschauen. Was er mit Herzblut, Können und Erfahrung aufgebaut hat, verwandeln die Herren Fussballprofis in 90 Minuten in ein mittleres Schlachtfeld. «Ich kann nicht hinschauen. Lieber verfolge ich die Spiele am Fernsehen. Da haften die Kameras an den strammen Spielerwadli, am Torjubel von Ronaldo oder generell an den Protagonisten; sie schonen meine verwundete Seele. Und doch sehe ich, wie besonders die kräftigen Spieler meinen Rasen malträtieren – da könnte ich manchmal heulen. Aber was solls – das ist mein tägliches Brot.»

36–20–55–7200
Für das Verlegen eines neuen Rasens steht nur ein ungünstig schmales Zeitfenster offen. «Ideal wäre der Oktober, wenn die Tage schon etwas kühler sind und im Winter Zeit bleibt für einen robusten Wurzelaustrieb. Aber das geht bei uns nicht. Mitten im Spielbetrieb den Rasen austauschen? Wo denken Sie hin!» Es muss also im Hochsommer sein, wenn der Spielbetrieb ruht.

Ein Jahr im Voraus macht sich Studach auf den Weg nach Deutschland und in die Niederlande, denn nur dort findet er die nötige Rasenqualität. Er checkt genau jene Rasensoden ab, die er im Folgejahr in Basel erwartet. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, machen sich 36 Lastwagen(!) mit Rasenrollen auf den Weg, jeder mit etwa 300 m2 Rasenfläche beladen.

Was jetzt folgt, ist eine Generalstabsübung: Den alten Rasen herausschälen, die Unterlage auf fünf Millimeter genau planieren, vorsorglich düngen, die Lastwagen einen nach dem andern entladen, den Rollrasen sofort verlegen, belüften, giessen. Etwa 20 Mann sind zwei Tage lang an der Arbeit, und das bei 50–55° Celsius im Stadionkessel! Danach sehen die 7200 m2 Spielfläche wieder aus «wie gschläcket». Theoretisch wäre der Rasen sofort benutzbar, aber wenn immer möglich, erhält er bei intensiver Pflege noch zwei, drei Wochen Schonzeit. Und die Kosten? «Eine Viertelmillion!»

Der Rasenteppich im «Joggeli»

 

Der Rasenteppich im «Joggeli»

Marc Studach, Head Greenkeeper beim FC Basel
Das Emblem des FC Basel auf Kunstrasen

Perfektion bei Spielbetrieb
Richtig strub wirds, wenn im «Joggeli» während der Sommerpause Konzerte stattfinden. Schwerlastplatten machen das Stadion dann für LKWs befahrbar. Zum Schaden des Rasens, der darunter förmlich erstickt. «Aber solche Events haben wie der Sport Priorität. Wir müssen uns danach richten.» Kurz darauf geht der Spielbetrieb wieder los. «Dann wollen wirs wieder perfekt haben. Auch für die Fernsehkameras kommt nichts anderes als Grün infrage. Braune Flecken im Fünfer – das geht gar nicht!»

Das grösste und schönste
Herr Studach, woher nehmen Sie bei solchen Tatsachen bloss Ihre Motivation? Sie geben sich die grösste Mühe, ideale Zustände zu schaffen, die danach innert kürzester Zeit aufs Gröbste misshandelt werden. – «Ich suche nach immer neuen Methoden, das Wurzelwachstum zu fördern und die Scherfestigkeit zu erhöhen. Das macht mir Freude. Zudem erledige ich mit meinem Team noch zahlreiche andere Arbeiten. Ich bin stolz, im grössten Stadion der Schweiz zu arbeiten.» Mit einem Augenzwinkern: «Und natürlich im schönsten.»

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Die Firma Gartenbau Wyder AG verlegt auf Wunsch ihrer Kunden ebenfalls Rollrasen. Nicht so aufwändig wie im Basler «Joggeli», auch nicht in vergleichbaren Dimensionen. Aber ebenso professionell.

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Hol den Mäher aus dem Stall!

Der Rasen ist angelegt, hat Wurzeln getrieben, bietet dem Auge Weite und Labsal der Seele.

Was jetzt folgt, ist weniger poetisch, sondern sachlich und handgreiflich. Der Rasen verlangt nach Pflege. Das ist nun mal so. Mähen, giessen, düngen, vertikutieren. Nicht nur einmal, sondern regelmässig. Wenn wir jedoch die ganzen Mühen von Fabian Minder geschildert bekommen, Rasenspezialist bei Wyder Gartenbau und zugleich begnadeter Motivator, tja, dann zieht es uns förmlich ins Freie. Also, Mähmaschine raus aus dem Gartenschopf und los gehts.

Nur scharfe Sachen
Ungefähr 15 Mal pro Saison ist ein Rasenschnitt fällig. Im Hochsommer alle zwei Wochen, im Frühling und Herbst etwas häufiger. «Aber bitte mit scharfer Klinge!» , mahnt Minder. Andernfalls zerreisst die Maschine die Gräser, statt sie zu schneiden. Die so zerfaserten Wundstellen begünstigen den Auftritt von Krankheiten und Pilzen. Ein sauberer Schnitt dagegen bewirkt, dass die Schnittstelle in kurzer Zeit heilt und die Gräser weniger in die Höhe, als vielmehr in die Breite wachsen. Der Rasen bietet einen «satten» Anblick. Also, Herr Minder, und wie tief darfs denn sein? «Im Sommer etwa auf 7, im Frühling und Herbst auf 5 Zentimeter hinunter. Tiefer würde ich nicht mähen. Die Gräser sind auf eine gewisse Blattmasse angewiesen.»

Und das ganze Schnittgut? Herr Minder, bitte befreien Sie mich von der Notwendigkeit, das alles einzusammeln. – «Nun übertreiben Sie mal nicht! Die meisten Rasenmäher haben ja so was wie einen Sammelbehälter. Die Nachbehandlung mit dem Rechen ist Ihrem Rasen auf jeden Fall eine Wohltat. Sie beugt der Verfilzung vor und begünstigt den Lufthaushalt. Es ist, als ob Sie sich kämmen würden. Fast ebenso sinnlich.»

Kein verwöhnter Rasen
Jetzt kommt die gute Nachricht: «Giessen Sie Ihren Rasen nur im äussersten Notfall.» Überraschend! Minder findet den unerwarteten Begriff «verwöhnen». Den Rasen nicht verwöhnen. Er braucht nicht permanent die gleiche Menge Feuchtigkeit. Auch braune Stellen sind im Hochsommer nichts Alarmierendes. Das Gras grünt wieder, garantiert!

Das gilt natürlich nicht bei einer Neuaussaat. Auch nicht für Gartenbesitzer, die sich jederzeit an einer sattgrünen Fläche erfreuen wollen. Für sie empfiehlt Minder einen Kreiselregner, der grossflächig und gleichmässig wirkt. Und erst noch selbständig. Denn die Berieselung mit dem Schlauch ist mühsam und ungleichmässig: Hier ist der Boden kaum angefeuchtet, und dort hat man ungewollt einen kleinen Sumpf produziert.

Fabian Minder, Rasenspezialist bei Gartenbau Wyder

Der handbetriebene Spindelmäher garantiert einen sauberen Schnitt
Elektromotormäher sind geräuscharm und erzeugen keine Abgase. Aber Vorsicht mit dem Kabel!
Benzinmotormäher sind laut und erzeugen Abgase. Aber sie sind leistungsfähiger als Elektromäher
Der Rasen soll nicht breit, sondern tief wurzeln

Düngen – eine unabdingbare Pflegemassnahme

Doping gefällig?
Herr Minder, weshalb sollte ich meinen Rasen düngen? Muss ich ihn immer wieder aufpäppeln? Was sind denn das für schlappe Grassorten? – «Mein lieber Mann, Sie entziehen dem Rasen laufend die benötigten Nährstoffe, indem Sie das Schnittgut abführen. Zusätzlich beanspruchen Sie ihn aufs Gröbste mit Ihren Gartenpartys und den herumtobenden Kindern. Da brauchts halt alljährlich zwei, drei Mal einen Vitalitätsschub, einen Kraftriegel sozusagen. Das ist doch nachvollziehbar, oder?» – «Na gut, aber wie wärs, wenn ich alles aufs Mal, die doppelte oder dreifache Menge …» – «Ums Himmels Willen! Sie nehmen die Nahrung doch auch portionenweise auf, sonst wirds ungesund! Wenn Sie zu viel Dünger ausbringen, verpufft die Wirkung, und Sie riskieren, dass der Rasen verbrennt. Nein, beachten Sie die Angaben auf dem Düngersack und streuen Sie die Körner möglichst gleichmässig aus. Noch etwas: Beachten Sie die Randbereiche. Blumenbeete und Gartenteiche mögen keinen Rasendünger.»

Mehr Luft!
Herr Minder, ich habe folgendes gelesen: «Vertikutieren wird im Gartenbau das Anritzen der Grasnarbe einer Rasenfläche genannt. Mit dessen Hilfe sollen Mulch (altes Schnittgut) und Moos entfernt und die Belüftung des Bodens gefördert werden.» Was sagen Sie dazu? – «Gut formuliert! Beim Vertikutieren entfernen wir abgestorbene Pflanzenteile. Wir lockern den Rasen auf und wirken dem Verfilzen entgegen.» Aber? – «Das Vertikutieren hat kaum Einfluss auf die Unkräuter im Rasen. Auch das Moos entfernen wir nur zeitlich begrenzt, vergleichbar einer Symptombekämpfung.»

Ich stelle mir vor, dass der Rasen durch den Vertikutierer massiv verletzt und gestört wird. Herr Minder, wollen Sie ihm das zumuten? – «Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht. Im Ganzen überwiegen aber die positiven Aspekte. Es kann jedoch sinnvoll sein, nach dem Vertikutieren nachzudüngen oder nachzusäen, besonders an stark beanspruchten Stellen.»

Fazit: Was die Rasenpflege betrifft, ist in unseren Breitengraden das Mähen und Düngen am wichtigsten. Giessen und vertikutieren sind nicht zwingend.

Und falls Sie den Aufwand scheuen – Gartenbau Wyder übernimmt das gerne für Sie! Auch im Abonnement. Anruf genügt.

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Wie halten Sie es mit Willi Wildwuchs?

«Jede Rasenfläche, wie klein sie auch sein mag, wirkt sich wohltuend auf Auge und Seele aus», schreibt die Autorin Christa Lung. – Ach ja? wie nett! Weiss denn Frau Lung nichts von der mühseligen Mäherei, von Maulwurfshügeln und vom Moos, das sich hartnäckig resistent zeigt gegen all die Versprechungen auf den Düngersäcken? Nichts vom Vertikutieren, vom Unkraut Jäten, vom Schneiden der Ränder, Kniebläuel und Rückenweh inklusive? «Wohltuend auf Auge und Seele»: Schön und gut, aber diese Wohltat muss ziemlich teuer erkauft werden, das wollen wir doch bitteschön nicht verschweigen. Herr Minder, so sagen Sie doch auch mal etwas!

Fabian Minder gilt bei Gartenbau Wyder als DER Spezialist für Rasen. Er ist ein hoch anständiger Mensch und bestätigt den Gedanken von Autorin Lung: «Ein Rasen vermittelt Weite. Das wirkt entspannend, auch durch die einheitliche Wuchshöhe und die gleichbleibende Farbigkeit – im Gegensatz zur bunten ‚Unruhe’ von angrenzenden Blumenbeeten.»

Sonne vor allem
Minder hat schon Dutzende von Rasenflächen angelegt. Mit der Gelassenheit des Erfahrenen erklärt er: «Je sonniger, desto besser. In schattigen und feuchten Lagen kommt es eher zu Fäulnis. Das verlangt nach gezielter Pflege.» Gezielte Pflege? Das tönt nach Schwerstarbeit. Da leuchten doch gleich die Warnlampen auf. Minder registriert die aufkommende Verkrampfung und relativiert: «Es kommt auf Ihre Ansprüche an. Sind Sie der Greenkeeper-Typ? Oder eher ein Willi Wildwuchs?» – «Wie meinen?» – «Tja, der Golfplatz-Greenkeeper hat die Rasenpflege auf seinem täglichen Programm. Tief geschnittener Rasen, Sand eingestreut, belüftet, gut bewässert, gedüngt und was der Arbeiten mehr sind. Ein Unkräutchen sucht man dort vergebens.» – «Da möchte ich mich doch eher mit Willi Wildwuchs anfreunden.» – «Tatsächlich verzichten heute viele Gartenbesitzer auf die Intensivpflege ihres Rasens. Sie weichen den Übergang zur Wiese förmlich auf und leben gut mit Löwenzahn, Moos und Co. auf der Spielwiese der Kinder. Das subjektive Empfinden spielt immer mit. Nicht jeder Mensch hat die gleichen Vorstellungen von Ästhetik.»

Alles perfekt – oder?
Minder beschreibt die sorgfältige Anlage eines neuen Rasens. Jeder Schritt, jedes Hintereinander ist vielfach erprobt und hat sich bewährt. Von der Vorbereitung des Untergrunds über die Aussaat bis zum ersten Schnitt, dem Nachsäen und Nachdüngen. «Hält sich die Natur denn immer an Ihren Produktionsplan? Keine Abweichungen, keine Pannen?» – «Schön wärs. Im Umgang mit Lebendigem bleiben Überraschungen nie aus.» – «Na also, erzählen Sie!» – «Wir hatten auf einer leicht geneigten Gartenfläche Rasensamen ausgebracht. Lehrbuchmässig, versteht sich. Den Samen leicht eingearbeitet, festgewalzt und angefeuchtet, ganz wie es sich gehört. Alles perfekt und picobello. Wenige Tage später – die Rasensamen keimten bereits – fiel ein exemplarischer Gewitterregen. Das ganze Saatgut schwamm in die untere rechte Ecke des Gartens. Tiefe Furchen schienen den Boden förmlich zu spalten. Wir konnten wieder von vorne beginnen.»

Fabian Minder, «Mister Rasen» bei Gartenbau Wyder
Rasensamen
Sorgfalt beim Auslegen von Rollrasen

Beim Auslegen des Rollrasens arbeitet der Gartenbauer zur besseren Gewichtsverteilung auf einem Brett

Schon während des Auslegens wird der hintere Teil des Rasens bewässert

Rollrasen eignet sich auch für Hanglagen

Probieren Sies aus!
«Kann es sein, dass Sie sich die ganze Sache unnötig kompliziert machen? Heutzutage kennt man doch das Rollrasen-Verfahren. Da leuchtet nach wenigen Stunden die Umgebung Ihres Hauses satt grün.» – «Da haben Sie Recht. Allerdings ist der Preis beim Rollrasen etwa drei Mal so hoch wie bei der Aussaat von Rasensamen. Bei grösseren Flächen geht das ganz schön ins Guttuch. Auf der andern Seite ist Rollrasen schon nach etwa zwei Wochen belastbar, und er hat mindestens zu Beginn keine Unkräuter. Nichts auf dieser Welt ist eben nur positiv oder nur negativ.»

Zurück zu Frau Lung! «,Jede Rasenfläche wirkt sich wohltuend auf Auge und Seele aus’ – wollen Sie das gelten lassen?» – «Machen Sie die Probe aufs Exempel! Klappen Sie Ihren Relaxsessel auf, nehmen Sie ein Buch zur Hand und machen Sie es sich bequem. Na?»

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Vergiss den Rasen!

Christoph Wyder spricht aus Erfahrung: «Sie haben einen kleinen Garten, aber Sie nutzen ihn nicht. Er macht Ihnen keine Freude.»

Der Augenschein vor Ort erklärt vieles. Der Garten ist tatsächlich klein. Und L-förmig, in «Bein» und «Fuss» aufgeteilt. Im «Bein» nichts als Kies. Der «Fuss» ein «Rasen»: Gras und Moos und Löwenzahn und Klee und Wegerich, im Wildwuchs vereint. Mehr nicht. Wer wollte sich da im Freien aufhalten?


(K)eine Frage des Portmonees
Jeder Garten hat das Potenzial zu einem Schmuckstück, und sei er noch so klein. Aber eines muss man wissen: «Je kleiner der Garten, desto sorgfältiger das Planen.» Für Gartenbau Wyder eine bestbekannte Tatsache. «Es ist wie mit den Ferien. Wenn Sie zwei Monate lang verreisen, spielt ein unvorhergesehener Zwischenhalt keine Rolle. Steht aber nur eine Woche zur Verfügung, sollten Sie den Urlaub genau planen.»

Einige wenige gestalterische Elemente verleihen dem Garten ein neues Gesicht

 
 

Einige Monate später: Aus dem Garten ist ein Bijou geworden

 
 

Nutz- oder Ziergarten?
Welche Funktion soll der Garten haben? Will man einen Nutzgarten mit Beeren, Gemüse und Obst? (Ja, es gibt spezielle Obstbaum-Züchtungen für kleine Gärten.) Oder mit Schnittblumen? Soll es ein Ziergarten werden mit gestalterischen Elementen? Welchen Stellenwert hat der Sichtschutz? Und wie steht es mit ökologischen Anliegen? Soll die Hecke zum Nachbargrundstück aus immergrünem, aber ökologisch wertlosem Thuja bestehen? Oder doch lieber aus Schwarzdorn, der allerdings in der kalten Jahreszeit keine Blätter trägt? Dazu Wyder: «Bei engem Raum wirds komplex. Umso wichtiger sind klare Vorstellungen der Eigentümer. Das allerdings hat erfahrungsgemäss seine Tücken. Für Frauen ist die Ästhetik ein wichtiges Anliegen. Männer dagegen achten mehr auf die Funktionalität. Manchmal gestaltet sich die Suche nach Kompromissen schwierig. Sicher ist nur, dass die Anlage eines Rasens wegfällt, denn irgendwann macht der Einsatz eines Rasenmähers keinen Sinn mehr.»

Holzpfosten gliedern den Garten in zwei Räume

Holzpfosten gliedern den Garten in zwei Räume

Kies und Wasser als gestalterische Elemente

Einladung zum Verweilen

Bei sich bleiben
In Zeiten des verdichteten Bauens nimmt die Zahl der kleinen Gärten zu. Zudem sind immer mehr Menschen aus beruflichen Gründen dauernd unterwegs sind, sei es auf Fernreisen oder wegen langer Arbeitswege. Sie wollen am Wochenende das Daheim geniessen, und dazu gehört der Garten.

Für die Bewohner bleiben die Gärten ein intimer Ort. Die Farben, die Formen, die Düfte, das Werden und Vergehen der Pflanzen, die Pflege. Sich zu einem Kaffee niederlassen, die Zeitung lesen, am Feierabend den Sundowner geniessen, am Wochenende ein gutes Buch aufschlagen.  Das alles in der zugleich anregenden und beruhigenden Atmosphäre des eigenen Gartens.

«Manche unserer Kunden kontaktieren uns, weil sie bei Bekannten etwas Schönes gesehen haben. Sie sind bereit, unter Beizug eines Gartenbau-Profis über den eigenen Garten und dessen Gestaltungsmöglichkeiten nachzudenken. Gemeinsam erarbeiten wir ein detailliertes und sehr konkretes Konzept. Selbstverständlich spielt der finanzielle Spielraum eine Rolle. Aber schöne Lösungen sind nicht an hohe Summen gebunden.»

Am Anfang steht oft ein Unbehagen. Am Schluss steht die Freude.

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Alpenkalk mit Grünweissblau

Erich steht auf seiner Dachterrasse, die Hände in die Hüften gestützt. «Unser Garten macht mir Freude.»

Eine gehaltvolle Aussage. Jeder Garten ist aufs Engste verbunden mit den Menschen, die ihn anlegen, pflegen und beleben, ein intimer Teil ihrer Biographie, oft sogar ein Abbild ihrer Persönlichkeit, ja sogar ihrer Wertvorstellungen. Das gilt auch für begrünte Dachterrassen. Die Dachterrasse von Erich ist ein gutes Beispiel dafür.

Praktische Vorgaben und Kreativität
Erich erzählt von Architekten und deren eher monotonen Ideen. Auf den ursprünglichen Plänen war nichts anderes vorgesehen als ein begrünter Rahmen der Terrasse ohne jedes gestalterische Element. Erich wandte sich an den Gartenarchitekten Christoph Wyder, ein Freund aus vergangenen Sportlerzeiten.

Wyder fühlt sich in seiner Kreativität herausgefordert. Doch Kreativität allein genügt nicht. Es geht auch um praktische Aspekte, zuallererst um die Statik. Wo genau sind im Raumprogramm stützende Wände oder Säulen? Was ist dem Material zuzumuten? Dann die Absturzsicherheit: Halbhohe Beete in Brüstungsnähe verleiten Kinder zum Klettern. Zudem muss der Zugang gewährleistet sein, denn jeder Garten braucht Pflege. Und schliesslich muss der Gärtner die Frage des Sichtschutzes berücksichtigen, nicht nur für den Eigentümer, sondern auch für den Nachbarn.

Erich hat seinen beruflichen Hintergrund im Baugewerbe. Das Gespräch mit Christoph Wyder verläuft auf Augenhöhe. Jeder hat sein Fachgebiet. Beide wissen, worauf es ankommt. Technische Finessen noch und noch. Die Bewässerungsanlage, das Vlies, die Stützkonstruktion für das Hochbeet, der «Gartenweg» zwischen der Brüstung und dem Pflanzbeet. Und der Baumschnitt, der dem Nachbarn oben nicht die Sicht verstellt und für Erich gleichsam einen breiten Streifen Fernsicht zulässt.

Wenn ich mit einem intellektuellen Freund spreche, festigt sich in mir die Überzeugung, vollkommenes Glück sei ein unerreichbarer Wunschtraum. Spreche ich dagegen mit meinem Gärtner, bin ich vom Gegenteil überzeugt. (Bertrand Russell 1872 – 1970)

Ein Garten ist ein grossartiger Lehrer. Er lehrt uns Geduld und umsichtige Wachsamkeit; er lehrt uns Fleiss und Sparsamkeit; und vor allem lehrt er vollkommenes Vertrauen. (Gertrude Jekyll) 1843 – 1932

Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat. (Persische Weisheit)

Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum. (Dieter Kienast, Schweizer Landschaftsarchitekt, 1945 - 1998)

Vier Open-air-Räume
Christoph Wyder gliedert die Terrassenfläche mit Alpenkalksteinen in «Lebensräume», die einer inneren Logik entsprechen: Die Schiebetüre öffnet das Wohnzimmer und führt hinaus in die Lounge. Der anschliessende Sitzplatz ist unter dem grossen Dach angeordnet. Es folgt ein rechteckiger Betonbrunnentrog als Raumteiler. «Wenns richtig heiss ist, kühlen wir uns gerne im Brunnentrog ab. Ein Hauptspass auch für unsere Enkel.» Schliesslich die Liegezone, die jetzt, im Vorfrühling, noch brach liegt. Aber das wird sich bald ändern. Die Wetterprognosen sind vielversprechend.

«Die Terrasse bildet die Fortsetzung, die Vergrösserung unserer Wohnfläche.» Erich zeigt gegen Süden. «Da geradeaus sieht man bei klaren Verhältnissen Eiger, Mönch und Jungfrau.» Heimat! Wer wollte da in den Innenräumen bleiben!

Klares Pflanzprogramm
Gemeinsam treffen sie eine sorgfältige Pflanzen-Auswahl. Wyder kennt sie alle, gibt Tipps. Erich ist ein Freund klarer Verhältnisse: «Wir beschränken uns auf die Farben Blau, Weiss und Grün.» Bartblume, Buchsbaum-Kugeln, Silberstrauch, Lavendel, weisse Rosen, Wacholder, niederwüchsige Föhren. Daneben die drei Hainbuchen im Sonnenschirm-Look. Als Bodendecker wächst der Mauerpfeffer. Er durchbricht mit seinem Weinrot Erichs Farbprogramm. Etwas dezent Aufmüpfiges hat noch nie geschadet. Auch Erichs Dachgarten nicht.

«Bei mir müssen die Dinge in Ordnung sein.» Eben: Der Garten als Spiegel der Persönlichkeit.

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Haben Sie eine Terrasse, einen Balkon, für die Sie sich eine bessere Gestaltung wünschen? – Ein erstes Beratungsgespräch bietet Gartenbau Wyder, Oberentfelden, kostenlos an.

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Eine Wohninsel mit Terrasse

Christoph Oswald kommt ins Grübeln. Wie lautet bloss die korrekte Bezeichnung? Sprechen wir von Dachgärten? von Terrassengärten? von Dachterrassengärten? Oswald hat einen salomonischen Lösungsvorschlag: «Einigen wir uns auf Dachterrassen. Den Rest erklären wir.»

Gärten für Dachterrassen sind im Trend. Christoph Oswald, Landschaftsarchitekt bei Gartenbau Wyder, bringt die Gegenwart auf den Punkt: «Wo man sich früher mit einem Oleandertopf begnügte, verbindet man heute das Wohnungsambiente mit dem Gartenfeeling. Man holt sich den Garten auf die Terrasse.» Ein klein wenig hebt Oswald die Brauen: «Niemand ist – niemand war! – zuständig für das Planen eines solchen Vorhabens. Nicht der Plattenleger, nicht der Spengler, nicht der Elektriker und auch nicht der Baumeister. Ihnen allen fehlt das Know-how für die gestalterischen Möglichkeiten des betreffenden Objekts. Auf die Idee, einen Landschaftsgärtner beizuziehen, kommt kaum jemand; des Gärtners Reich ist im Garten und nicht in luftiger Höhe. Irgendwann erschien jedoch ein Kunde und fragte: Macht ihr auch Dachterrassen? – Dann gings los.»

Der Raum wird weiter
Terrassensiedlungen: Was früher als architektonisches Neuland galt, ist heute eine weit verbreitete Wohnform. Aussichtsreiche Hanglagen ziehen die Menschen an. Die Bewohner geniessen die Fernsicht, und sie leben vermehrt im Freien, auf den Dachterrassen. Auch moderne Attikawohnungen haben mehrheitlich grosszügige Terrassen. Ein planerisches Tummelfeld für Gartengestalter.

Schranken setzt allerdings die Statik. Architekten und Ingenieure arbeiten nach Normen, nach standardisierten Modellen. Das Gebäude muss stabil sein und stehen bleiben. «Die Gestaltung ist für sie kaum relevant. Aber für uns sind die statischen Voraussetzungen entscheidend.»

Waren in der Vergangenheit ein Tischchen, vier Klappstühle, ein Wäscheständer und der Grill das Höchste der Gefühle, schlagen Landschaftsarchitekten jetzt faszinierende Lösungen vor mit Pflanzen, Wasser, Feuer, Sichtschutz, Licht- und Schattenspiel. Oswald beschreibt schattenspendende Schirmbäume, Pergolas, Hochbeete für Küchenkräuter, Feuerstellen, Jacuzzis. Die Anlage eines Bassins ist in technischer Hinsicht problemlos. «Wasser macht den Garten spannend.» Der Essbereich lässt sich grosszügig gestalten, ebenso die Lounge. An lauen Sommerabenden sorgt die stimmungsvolle Beleuchtung der Pflanzen für zusätzliche Atmosphäre.


«Tönt ziemlich elitär, Herr Oswald!» – «Aus jeder Dachterrasse lässt sich etwas Individuelles machen. Auch wenn das Budget und die Platzverhältnisse begrenzt sind. Es gibt Dachterrassen, die den Charakter von Nutzgärten haben; andere sind Design-Objekte. Nur: pflegeleicht müssen sie sein.» – «Will heissen?» – «Platten, Kies. Die Bewässerung frühzeitig planen.» – «Was meinen Sie mit frühzeitig?» – «Je früher, desto besser. Im besten Fall schon bei der Planung des Gebäudes. Details haben erhebliche Konsequenzen. Ich denke da an die Wasser- und Elektrozugänge, an Abflusspunkte oder an statische Eigenschaften; mit einem stützenden Element unter der Dachterrasse erhöhen sich die Gestaltungsmöglichkeiten. Ausserdem lässt sich vermeiden, dass die Handwerker zwei Mal erscheinen müssen.»

Kleinkunst
«Und was ist mit bereits bestehenden Gebäuden?» – «Interessante Gestaltungsansätze bieten sich überall. Auch bei Altbauten. Früher beschränkte man sich auf kleinflächige, meist vorgebaute  Balkone. Heutige Terrassen haben ganz andere Dimensionen. Die kleinen Projekte hingegen fordern uns heraus. Ästhetisch ansprechende Lösungen sind überall möglich. Im Kleinen kreative Lösungen zu suchen, empfinde ich als eine äusserst reizvolle Aufgabe.»

Oswald nimmt gedanklich einen neuen Standpunkt ein. Blieb er bisher auf der Dachterrasse, betrachtet er das Gebäude jetzt aus einer gewissen Distanz. «Das Erscheinungsbild des Hauses verändert sich mit der begrünten Dachterrasse. Eine geometrisch geformte Hecke entlang der Dachkante erzeugt eine andere Wirkung als die Anordnung von unterschiedlich gewachsenen Büschen.» – «Und Bäume?» – «Schwierig. Die meisten wachsen allzu sehr in die Höhe, und verlangen nach enormen Töpfen mit entsprechendem Gewicht. Nicht zu vergessen: Manche Nachbarn sind wenig erbaut, wenn im Herbst dürres Laub angeflogen kommt.»

Oswald breitet einige Pläne aus. Dazu Vorher-/Nachher-Bilder. Frappant! Einen Augenblick lang sagt der Mann gar nichts. Dann schaut er auf und lächelt.

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Für ihn ist die Welt stumm

Etwa 0.2 Prozent der Menschen weltweit sind hörbehindert. Einer davon ist Christian Hilfiker: 37 Jahre alt, Schweizer, Landschaftsgärtner bei Gartenbau Wyder in Oberentfelden. Ohne Hörgerät ist für ihn die Welt still, vollkommen still. Mit Hörgeräte hört er die Leute in seiner Nähe sprechen, aber verstehen kann er sie nicht. Hohe Töne hört er gar nicht. Er kann auch nicht orten, woher die Geräusche kommen. Hilfiker ist Mitglied des Kaders und nimmt an Kadersitzungen teil, wo es um Organisatorisches und grundsätzliche Fragen geht. Als Vorarbeiter ist er verantwortlich für den geregelten Ablauf auf der Baustelle.

Als Gehörloser stehen Sie vor andern beruflichen Schwierigkeiten als Ihre Arbeitskollegen.
Hilfiker: Schwierig wird es erst, wenn ich mit andern Menschen direkt kommuniziere. Wenn mein Handy läutet, nimmt einer meiner Mitarbeiter den Anruf entgegen. Im persönlichen Gespräch mit Kunden gelten die folgenden Regeln: Sie müssen mit mir schriftdeutsch, deutlich und langsam sprechen. Wenn sie mir ihr Gesicht zuwenden, kann ich von ihren Lippen ablesen. So ist es mir möglich, selber mit ihnen zu sprechen. Bei auftretenden Schwierigkeiten hilft mir mein Arbeitskollege beim Übersetzen.

Christian Hilfiker hat seine Berufslehre bei Gartenbau Wyder gemacht. Ergaben sich damals aufgrund seiner Gehörlosigkeit Probleme für Ihre Firma?
Christoph Wyder: Wir passten unsere Kommunikationsformen an, arbeiteten mehr visuell und stellten mit Nachfragen immer wieder sicher, ob er uns verstanden hatte. Für uns alle hatte dies positive Aspekte. Wir mussten vermehrt Rücksicht nehmen und uns ganz bewusst auf die gegebenen Möglichkeiten einstellen.

Wie sind Sie damals zu dieser Lehrstelle gekommen? Wären Sie nicht lieber Pilot oder Lokomotivführer geworden?
Hilfiker: Meine Mutter kannte Othmar Ebneter von Wyder Gartenbau. Er hat mich zum Schnuppern mitgenommen. Mir gefiel die Arbeit. Ich habe mich für den Beruf des Landschaftsgärtners entschieden, weil ich schon früher gerne im Garten gearbeitet habe. Meine Traumberufe waren zwar Lokführer oder Lastwagenchauffeur, aber da ist man auf das Gehör angewiesen, und so blieben mir diese Berufe versagt.

Der Schweizerische Gehörlosenbund schreibt: «Der Gehörlosenbund hat keine eigentliche Stellenvermittlerfunktion. Unsere Aufgabe ist es, einerseits die Arbeitgeber über gehörlose Angestellte und deren Möglichkeiten zu informieren; auf der anderen Seite unterstützen wir Gehörlose mit Informationen im Bereich Aus- und Weiterbildung. Für die konkrete Stellensuche sind die Beratungsstellen für Gehörlose in den Kantonen zuständig. Bis heute gibt es noch keine (Lehr-)Stellenbörse für Gehörlose; die Vermittlung ist sehr individuell.»

 

Denken Sie, dass Sie aufgrund Ihrer Beeinträchtigung einen andern Zugang zu Personen haben als andere Menschen?
Hilfiker: Ja, ich fühle mich anders. Das zu akzeptieren, ist nicht immer einfach. Wenn zum Beispiel viele Leute zusammen sind und alle durcheinander reden, kann ihnen nicht folgen, und ich fühle mich als Aussenseiter.

Sind Ihre andern Sinne besser ausgeprägt?
Hilfiker: Gehörlose haben einen sehr viel ausgeprägteren Gesichtssinn. Ich kann besser und mehr sehen als andere. Bei der Arbeit ist das von grossem Vorteil. Mir fällt zum Beispiel sofort auf, wenn Verbundsteine ungenau gesetzt wurden, so dass krumme Linien entstehen. Andere sehen da nicht so konzentriert hin.

Wie setzen Sie sich als Vorgesetzter durch?
Hilfiker: Das ist überhaupt kein Problem. Alle respektieren mich so wie ich bin. Ich muss nicht kämpfen, es gehört zur alltäglichen Normalität.

Wie verhalten sich die Kunden Ihnen gegenüber? Treffen Sie auf Verunsicherung, Sympathie oder Ablehnung?
Hilfiker: Es gibt alles. Üblicherweise spüre ich viel Verständnis. Auch schon waren Kunden geschockt. Sie wussten einfach nicht, wie sie mit Gehörlosen umgehen sollten. Sie wollten gar nicht versuchen, anders zu sprechen, schriftdeutsch und langsamer, als es ihren Gewohnheiten entspricht. Die Situation verwirrte und verunsicherte sie, und so nahmen sie Rücksprache mit unserem Büro oder wandten sich an einen Lehrling.

Wie erleben Sie das, Herr Wyder?
Wyder: Grundsätzlich begrüssen es unsere Kunden, dass Menschen mit einer Einschränkung in den Arbeitsprozess integriert sind. Sie geben sich entsprechend Mühe, ihren Teil zum Gelingen beizutragen. Manchmal gibt es Anlaufschwierigkeiten. Deshalb achten wir darauf, dass bei jedem Auftrag eine Zweitperson mitgeht, die nötigenfalls als Dolmetscher fungiert.

Inwiefern empfehlen Sie andern Gehörlosen Ihren Beruf?
Hilfiker: Der Beruf als Landschaftsgärtner bietet sich für gehörlose Menschen an. Bei der Arbeit muss man kaum kommunizieren. Allerdings gibt es Gehörlose, die sehr viel schlechter sprechen und verstehen als ich. Daraus ergeben sich fast zwingend Probleme im Kontakt mit Kunden.

Bitte beschreiben Sie Ihre emotionale Situation in einer Welt der Hörenden.
Hilfiker: Die gehörlose Welt ist mein Zuhause. Ich habe eine gehörlose Frau und gehörlose Kinder. Viele meiner Kollegen sind ebenfalls gehörlos. Während des Tages bin ich ausschliesslich mit Hörenden zusammen. Es ist sehr anstrengend, mit ihnen zu kommunizieren. Deshalb bin ich privat lieber mit Gehörlosen zusammen; mit ihnen kann ich mich in Gebärdensprache fliessend unterhalten. Da kann ich entspannen.

Der Schweizerische Gehörlosenbund schreibt: «Kein technisches Hilfsmittel kann eine Hörbehinderung ausgleichen oder gar aufheben nach heutigem Stand der Technik. Gehörlosigkeit ist überall verbreitet und hat nichts mit Herkunft, Geschlecht etc. zu tun. Da aber auch genetische Faktoren eine Gehörlosigkeit verursachen können, ist die Wahrscheinlichkeit bei gehörlosen Eltern leicht erhöht, dass ihr Kind ebenfalls gehörlos ist.»

 

Kontakt
Wyder Gartenbau AG

Industriestrasse 20
5036 Oberentfelden

T +41 62 724 84 80
info@wyder-gartenbau.ch
www.wyder-gartenbau.ch

Gäche Verhältnisse!

«Es ist steil dort», sagten sie ihm. «Und ziemlich schwer zugänglich.» Die Rede war weder vom Lauberhorn noch von der gefürchteten Streif in Kitzbühel. Nicht von der «Mausefalle» und nicht vom Hundschopf. Fabian Minder liess sich deshalb kaum beeindrucken. «Steil und schwer zugänglich – was heisst denn das schon! Ich habe schon viel gesehen. Allzu heftig wird’s bestimmt nicht sein. Wir befinden uns ja im Mittelland, nicht in den Alpen.»

Seit 16 Jahren im Team der Gartenbaufirma Wyder, hat Landschaftsarchitekt Minder schon reichlich Erfahrungen gesammelt. Auch mit Beschreibungen einer Geländesituation. Was für den Einen «steil», ist für den Andern noch kaum erwähnenswert, und unter «schwer zugänglich» versteht sowieso jeder etwas anderes. Wer sein Auto ein sanft ansteigendes Strassenstück hochstossen will, meint mit «steil» etwas anderes als ein Winzer und erst recht als der Skirennfahrer, der in Kitzbühel am Start der Streif steht. Im «leisesten Starthaus» des Weltcups, ist auch der tollkühnste Athlet mit der Angst konfrontiert.

Steil, stotzig, stark abfallend, gäch – ja was denn nun? Minder fuhr los, um sich selber ein Bild von der Situation zu machen. Jetzt sagt er trocken: «Es ist steil und schwer zugänglich. Tatsächlich!»

Nur eine Treppe
Die Rede ist von einem Grundstück in Ennetbaden, einer länglichen, parallel zum Hang angelegten Parzelle. Die Parzelle ist «gefangen». Eine Treppe führt hinauf, aber keine Zufahrtstrasse. Wie soll schweres Gerät dorthin kommen? Und doch gibt es Baupläne für ein Einfamilienhaus.

Noch in der Planungsphase stiess «Wyder Gartenbau» dazu. Im Unterschied zu üblichen Verfahren sollte die Gestaltung der Hausumgebung gleichzeitig mit dem Bau geschehen. Denn ein Abtransport des Aushubs kam nicht infrage. Der Aushub bildet die Basis für die Gartenanlage.

Üblicherweise wird zuerst ein Haus aufgestellt. Erst danach kommt der Gartenbauer dazu. Er trifft auf eine nur rudimentär vorbereitete Umgebung, die leicht zugänglich ist. So ist die weitere Gestaltung meist unproblematisch. Auch weil die anderen Handwerker kaum noch auf dem Platz sind.

Doch hier ist alles anders.

Landschaftsarchitekt Fabian Minder

Lauschiger Treppenanstieg zur fraglichen Parzelle

Die Bauparzelle anfangs Dezember

Schöne Sicht ins Limmattal

Vier Betonfundamente für das zukünftige Wohnhaus
Sohlenkrallen sorgen für Standsicherheit im steilen Gelände

Zustand im Herbst 2016: Die Parzelle ist völlig verbuscht und überwuchert

Terrassierung im steilen Gelände

Per Kran wird das Baumaterial von weit unten «eingeflogen»

Gar so steil wie am Lauberhorn ...

... oder an der Streif ist es in Ennetbaden denn doch nicht

Dort sind messerscharf geschliffene Kanten unabdingbar

Nur mit martialischem Schuhwerk hat man sicheren Stand

Das müsste klappen
Seitens der Gartenbaufirma übernahm Minder die Projektleitung. Vorbereitende Besprechungen mit Handwerksvertretern zeigten: Sie alle haben die gleichen Probleme mit «steil und schwer zugänglich». Wenig Platz auf dem Gelände, problematische Lagerung des Materials, und dazu noch die immer noch unbeantwortete Frage, wie die Baumaschinen und anderes schweres Material auf den Bauplatz kommen.

Minder konstatierte einen gewissen Fatalismus, man könnte auch sagen: ein Urvertrauen: «Das geht dann schon irgendwie.» Schliesslich fand man eine Lösung. Ein Kran mit einem langen Ausleger muss her. Dort unten aufgebaut, müsste es bis zum Bauplatz hinauf klappen mit dem Materialtransport. Dies verlangt nach einer minutiösen Planung. Denn jeder Krantag kostet Geld. Alles muss am Tag X bereit sein, die Maschinen ebenso wie das benötigte Material. Und natürlich die Arbeiter.

Minder beschreibt die Bauabsichten: «Im Moment ist es eine leere, verbuschte Parzelle. Sie soll auch nach Abschluss der Bautätigkeit wieder diesen Charakter erhalten. Geplant ist ein Sitzplatz mit einer kleinen Stützmauer. Wir pflanzen einige Büsche als Sichtschutz, und wir legen wieder eine Wiese an, keinen Rasen. Ein solcher würde überhaupt nicht passen. Zudem soll es pflegeleicht sein, Stichwort Steilheit!»

Minder weiss: «Auf dem Bauplatz sind wir alle aufeinander angewiesen. Ich bin gespannt, wie sich das regeln lässt. Wir sind bereit für Überraschungen.» Im Frühjahr will der Bauherr einziehen. Dann muss alles fertig sein. Seitens Wyder erfolgen danach nur noch die Aussaat und die Pflanzenpflege während der Wachstumsphase. «Bäscheli-Arbeit» heisst das bei Minder, und das ist keinesfalls despektierlich gemeint.

Zugegeben: Gar so wild wie am Lauberhorn oder an der «Streif» ist es nicht. Die Gartenbauer benötigen keine messerscharf geschliffenen Kanten wie die Skirennfahrer. Selbst auf Sohlenkrallen verzichten sie. «Wenn nötig legen wir für den sicheren Stand provisorische Terrassen an. Oder wir behelfen uns mit einer Stufe, die wir in den Boden drücken.» Eben: «Es geht schon irgendwie.»

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Wyder Gartenbau AG

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Vom Brechmittel zum Gaumenschmaus

Die Speisekarte von Amsel, Meise, Spatz & Co. ist ganz schön reichhaltig. Die Vegetarier unter ihnen bevorzugen Samen, Beeren und Keimlinge; alle andern ergänzen den Menüplan mit Mücken, Fliegen, Spinnen und Raupen. Lecker, einfach lecker! Die Zähne, pardon, den Schnabel in ein zartes Raupenfilet hauen – was gibt es Schöneres auf Erden!

Zuweilen wird der Spass aber arg getrübt. Da nimmt Vogel sich eine recht fette hellgrüne Raupe vor, eben erst auf dem Buchsbaum entdeckt. Fünf Zentimeter lang und gut genährt. Zweifellos eine Festessen erster Güte. Aber oh Schreck! Das gute Stück ist die personifizierte Bitternis. Absolut ungeniessbar. Pfui Deibel! Das grosse Würgen.

Kein Wunder! Die Raupe hat sich ausschliesslich mit Buchsbaumblättern und Rindengeraspel von der gleichen Pflanze ernährt. Gehts noch dümmer? Weiss denn das Vieh nicht, dass es dabei die ganzen Bitterstoffe aufnimmt? Die reine Beleidigung für ein verwöhntes Amselkehlchen.

Der Betrug sprach sich wie der Blitz in der Vogelwelt herum: Meidet die elenden grün-gelb-schwarz-weissen Länglinge. Und bereits machten Gerüchte die Runde, in diesem Schauerfrass seien noch Giftstoffe enthalten. Gewundert hätte es niemanden, und da und dort hörte man schon Klagen über unerklärliche Bauchschmerzen. Krallen weg von diesem Buchsraupengesocks!

Jahrelang waren sie auf der sicheren Seite, unsere gefiederten Freunde, wenn sie sich strikte an den beschriebenen Erfahrungswert hielten. Kein Würgen, kein Bauchweh, kein Durchfall, keine Krampferscheinungen. Ab und zu ein missmutiger Blick ins Blattwerk des Buchsbaums. Aber dabei liessen sie es bewenden. Lass sie doch raspeln, die sind selber schuld, wenn wir sie nicht fressen.

Und nun das!

Mutation zum Leckerbissen
Irgend so ein hergeflogener Frechling, von Piepen und Zwitschern keine Ahnung, tauchte auf. Ein unerfahrener Schnösel, ebenso hochschnäblig wie hemmungslos. Und ausgerechnet dieses Subjekt machte eine geradezu schockierende Entdeckung. Drüben, im Haselstrauch, ortete der ungehobelte Piepmatz ein gut gewachsenes Exemplar der beschriebenen Raupenart. Tadellose Figur und ausgestattet mit einer entzückenden Eitelkeit, die jede Vorsicht vergessen liess. Die Raupe aalte sich an der Sonne, wohl in der Überzeugung, ihrer Ausdünstung gewiss, wecke keinerlei Gelüste. Denkste!

Unser unbedarfter Jüngling stürzte sich auf sie, vergass alle guten Manieren, so er jemals solche sein Eigen genannt hatte, und … – Die anwesende Vogelwelt erwartete schadenfroh den Übelkeitsausbruch des ungehobelten Draufgängers. Aber nichts dergleichen geschah. Im Gegenteil. Sichtlich angetan von dem Leckerbissen flatterte er sofort wieder zum Hasel hinüber. Dort und gleich nebenan im Liguster entdeckte er noch mehrere Leckerbissen der beschriebenen Art. Und er putzte sie weg, ohne mit den Wimperfedern zu zucken. Zufrieden hockte er sich dann aufs Ruhemöbel, ein kleines Aufstossen, ein tiefer Seufzer, und weg war er, im Reich der Träume, die reichliche Mahlzeit verdauend.

Seinen Artgenossen verschlug es die Sprache. Sollte die Raupe des Buchsbaumzünslers nun tatsächlich zum Schmackofatz mutiert sein, zum Gaumenkitzel, zum Schmeckerchen? Da soll noch einer die Welt verstehen! Warum nicht auch versuchen? Am Waldrand gibt es jede Menge Liguster- und Haselsträucher. Da! Und dort! «He, he, nicht drängen, ich habe sie zuerst entdeckt!» – Und schon war das grosse Fressen in vollem Gang.

Peter Hofmann, Kundengärtner und Gartenpfleger bei Wyder Gartenbau
Eine Raupe des Buchsbaumzünslers in ihrem Gespinst. Die Frassspuren sind unübersehbar

Ein frisch geschlüpfter Falter des Buchsbaumzünslers: Gold-bestäubt und violett schillernd

Buchs-Kugeln vor einem Werkstatt-Gebäude

Geschädigter Buchs

Gesunde Buchstriebe

Gesunde Buchshecke

Not macht erfinderisch
Genau so hat es sich abgespielt. Ehrenwort. Die Menschen trauten ihren Augen kaum. Da hatten sie immer befürchtet, die Raupe des Buchsbaumzünslers habe keine natürlichen Feinde. In der Folge kamen die chemische und die biologische Keule reichlich zum Einsatz. Und doch machte das aus Asien eingeschleppte Insekt zahlreichen Buchspflanzen den Garaus. So gründlich, dass der Buchs langsam aber sicher vom Radar verschwand. Der Zünsler, unwillig zu verhungern, machte sich notgedrungen auf die Suche nach alternativen Weiden und entdeckte den Hasel und den Liguster für sich. In der Not frisst der Zünsler eben nicht nur Buchs.

Peter Hofmann von Gartenbau Wyder warnt: «Es ist zu früh, sich ganz auf die natürlichen Feinde des Buchsbaumzünslers zu verlassen. Gut vorstellbar, dass sich die Situation in einigen Jahren entspannt. Aber so weit sind wir noch nicht. Immerhin lassen die jüngsten Beobachtungen Hoffnung aufkommen.»

Im Moment bleibt also nichts anderes, als die eigenen Buchsbaumpflanzen sorgfältig auf Schädlinge abzusuchen. Und vielleicht kommt man nicht um das Spritzmittel herum. Aber wir setzen weiterhin vertrauensvoll auf die Ornithologie, kaufen das eine oder andere Vogelhaus und hängen es an die Dachbalken. Sicher ist sicher. Vorsorgen ist besser als heilen!

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