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Abtauchen

Endlich! Den Feierabendverkehr haben Sie halbwegs heil überstanden, wenn auch mit leicht angegriffenen Nerven. Jetzt steht Ihnen der Sinn nach einer entspannten halben Stunde. Nicht auf der Holzbank, nicht auf dem Taburettli, sondern – aaaah! – auf Ihrem Relaxsessel. Weich, bequem, genau Ihren Vorstellungen entsprechend. Sie lassen sich sinken, körperlich und mental. Abdriften. Den Ärger, den Stress, die Hektik vergessen. Die Spannungen ablegen.

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Die Firma Leu Polstermöbel in Rothenthurm stellt Relaxsessel her. Geschäftsführer Mathias Lindauer: «Unsere Relaxsessel werden auf Kundenbestellung im gewünschten Bezugsmaterial (ca. 70 Stoffe/70 Leder) und in der richtigen Ergonomie produziert. Die Motoren beziehen wir von einem deutschen Lieferanten. Die Funktionalität, die Qualität, die Lieferzuverlässigkeit stehen vor dem Design – dieses ist bei unseren Relaxsesseln sehr klassisch gehalten.»

Banal und direkt: Was ist das, ein Relaxsessel?
(lacht) Jeder Sessel, in dem sich ein Mensch so richtig wohl fühlt. Eine fachmännisch fundierte Definition existiert nicht. Wenn Sie sich auf irgendeiner Sitzgelegenheit entspannen können, die Zeitung lesen oder sogar ein Schläfchen machen, befinden Sie sich auf Ihrem persönlichen Relaxsessel. So einfach ist das.

Mathias Lindauer, Geschäftsführer bei Leu Polstermöbel
Eine Auswahl von Ledermustern

Eine Auswahl von Stoffmustern

Es gibt moderne, elegante und klassische Designs. – Wohin geht der Trend?
Gegenwärtig stelle ich einen Trend zu feinen, ja filigranen Ausführungen fest. Aktuell sind Relaxsessel aus Leder, kombiniert mit Schwarzstahl. Auf jeden Fall sind Relaxsessel Individualisten; ihr Design lehnt sich in keiner Weise an das übrige Mobiliar an.

Farbe und Material – dazu gibt es gewiss noch mehr zu sagen.
Viele Kunden wählen Leder in einer der klassischen Farben Schwarz, Grau, Beige oder Weiss. Aktuell sind zunehmend Blautöne gefragt. Merkwürdigerweise entscheiden die Kunden bei der Wahl von Stoffen zurückhaltender, «bräver» als beim Leder.

Wo soll der Kunde seinen Relaxsessel platzieren? Wohl kaum mitten in die familiäre Hauptverkehrszone?
Nein, lieber nicht. Wichtig sind zwei Aspekte: Ein Relaxsessel benötigt wegen seiner Verstellbarkeit viel Raum. Und ich empfehle, ihn so auszurichten, dass der Blick auf eine beruhigende Szenerie gerichtet ist, also aufs Cheminee, aufs Aquarium oder hinaus, in die freie Natur.

Relaxsessel kosten einen ziemlichen Batzen. Warum eigentlich?
In erster Linie sind es die Funktionen: Wie anspruchsvoll ist die Technik? Es gibt zum Beispiel Relaxsessel mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Massageabstufungen. Das schlägt auf den Preis. Weiter spielt der Produktionsstandort eine Rolle. Die Qualität und die Leistungen von «swissness» wollen bezahlt sein. Schliesslich fallen die Marke und das Design ins Gewicht, vergleichbar mit dem Mercedesstern.

Worauf muss ich beim Kauf eines Relaxsessels achten?
Auf drei Aspekte: Budget, Probesitzen, Beratung. Verschaffen Sie sich zuerst mal Klarheit über Ihr Budget. Wenn Sie weniger als 2000 Franken ausgeben wollen, müssen Sie sich nicht um Sessel mit Massagefunktionen und Aufstehhilfen kümmern. Jedenfalls sollten Sie sich im Möbelgeschäft viel Zeit nehmen, die einzelnen Produkte im Sitzen und im Liegen zu testen: Augen zu, Muskeln lösen, abhängen, ein Nickerchen simulieren, mit den Funktionen spielen – in welchem Sessel fühlen Sie sich am wohlsten? Sehr wichtig ist schliesslich die Qualität der Beratung. Genau diese geht bei einem günstigen Produkt aus Übersee ab. Sie wollen sich doch informieren über die Leder- oder Stoffpflege, über die Mechanik, über die Verstellbarkeit, über Service-Fragen.

Zusammengefasst: Gibt es «gute» Relaxsessel? Oder ist das eine Frage individueller Vorlieben?
Es ist tatsächlich eine persönliche Wahl. Das betrifft sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte. Auf gar keinen Fall sollte man seinen Relaxsessel online bestellen. Denn Probeliegen ist unabdingbar.

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Möbel Kindler in Schinznach-Dorf führt Relaxsessel der Firma Leu Polstermöbel.

Kontakt

Möbel Kindler AG
Degerfeldstrasse 7
5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 443 26 18
info@moebel-kindler-ag.ch
www.moebel-kindler-ag.ch

Am Feierabend wird relaxt

Sie erwartet mich an der Lifttüre im dritten Stock. Stéphanie Horst ist Geschäftsführerin des Familienunternehmens Horst Möbel in Steinen. In dritter Generation. Eine ziemlich junge Frau, quirlig, für ein weiblicher CEO unkonventionell gekleidet. In mancherlei Hinsicht das Gegenteil eines Norm-Kunden für Relaxsessel: «Meistens sind es gestandene Männer ab dem 50stem Altersjahr, die sich für einen Relaxsessel interessieren. Frauen bevorzugen das Sofa, auf dem sie sich am Abend ausstrecken. Viele Relaxsessel wirken als Fauteuils schwer und massig, statisch, erratische Blöcke. Sie strahlen damit etwas Männliches aus.» – Liegt da einen Anflug von Heiterkeit in ihrer Mimik?

Horst Möbel sucht neue Wege, schafft neue Realitäten. «Wir treten dieser vorgefassten Haltung mit unserem Design entgegen. Warum sollten Relaxsessel ausschliesslich auf Männer zugeschnitten sein? Wir richten den Fokus auf feinlinige, eher leicht wirkende Modelle.» Tatsächlich findet man im Möbelprogramm der Firma Horst keines dieser kubisch anmutenden Monstren mit halbmetertiefen Sitzkissen und beinahe ebenso massigen Armlehnenpolster. Kein Imponiergehabe, sondern geschmeidige Eleganz.

Stéphanie Horst, Geschäftsführerin Horst-Möbel

Das Gerüst des Relaxsessels: Rückenteil, Sitzteil, Mechanik, Fuss

Eine Armlehne ist montiert, dazu der Schaumstoff in unterschiedlicher Härte und das Vlies an den Polsterkanten

Ein fertiger, mit Stoff bezogener Relaxsessel, in diesem Fall mit Hocker

Ein wunderbar entspannendes Gefühl – es darf gelacht werden!

Frau Horst, gibt es für «Relaxsessel eine genaue Definition?
Ein Relaxsessel ist ein Fauteuil, der bis in die Liegeposition verstellbar ist. Ein solitäres Möbelstück, das nicht zum Sofa oder zur Sitzgruppe passen muss. An Relaxsessel richtet der Kunde erhöhte Design-Ansprüche. Dem wollen wir Rechnung tragen.

Orten Sie bei Relaxsesseln irgendwelche Trends?
Nein. Die klassischen Modelle bewähren sich. Seit Jahren stellen wir keine neuen Einflüsse fest, die Grundsätzliches verändern würden. Selbst die Farben der Stoff- und Lederbezüge sind mehr oder weniger etabliert: schwarz, grau, braun, beige, weiss – mit wenigen Ausnahmen bleibt es dabei.

Wie steht es mit der Produktion? Ist «swissness» der korrekte Oberbegriff?
Ja und nein. Unsere Relaxsessel produzieren wir hier im Haus. Aber 90 Prozent der Einzelteile und des verwendeten Materials beziehen wir aus dem EU-Raum: Metallgestelle, Füsse, Holzgestelle, Leder, Schaumstoffe …

Abgesehen von Design und Farbe – worin unterscheiden sich die einzelnen Relaxsessel?
Es gibt Relaxsessel mit Hocker und solche mit einer Fussstütze. Ein zweiter Unterschied betrifft die Mechanik: manuelle oder elektrische Verstellbarkeit. Im Weiteren sind verschiedene Bedienungssysteme auf dem Markt: mit Druckknöpfen oder mit Fernbedienung. Einige Modelle setzen auf versteckt angebrachte Knöpfe, bei anderen ist die Bedienung aussen an den Armlehnen angebracht. Es gibt Relaxsessel mit Aufstehhilfen und andere mit Verstelloptionen im Nackenbereich.

Welches sind die zwei wichtigsten Punkte, auf die der Kunde achten sollte?
Erstens sollten die Knie in der Liegeposition ungefähr die gleiche Höhe wie das Herz haben. Und zweitens ist darauf zu achten, dass die Armlehnen nicht starr sind; beim Verstellen des Sessels in die Liegelage sollen sie sich nach oben bewegen. Nur so lässt sich bequem ein Buch oder die Zeitung lesen. Starre Armlehnen beeinträchtigen die Funktion des Relaxsessels.

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Genug der Theorie! Es genügt nicht, einen Relaxsessel zu beschreiben; man muss ihn erleben. Stéphanie Horst setzt und legt sich in einige Relaxsessel-Modelle. Sie lädt mich ein, es ihr gleich zu tun. Ah! Ich möchte gar nicht mehr aufstehen.

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Übrigens: Die Firma Möbel Kindler in Schinznach-Dorf führt in ihrem Sortiment Relaxsessel von Horst Möbel.

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Ist hart gesund?

Cécile hat Hüftprobleme. Sie braucht eine neue Matratze.

Cécile hat genaue Vorstellungen, wie sie sein soll, die neue Matratze. «Auf einer harten Unterlage kann ich gut schlafen.» Sie will sich heute fachkundig bestätigen lassen. Und selbstverständlich will sie probeliegen. «Also, gehen wir!» Remo Kindler vom Möbelhaus Kindler weist den Weg zur Matratzen-Abteilung.

Auf dem Weg ins Verderben
Was ist, wenn Cécile schlecht beraten würde und eine falsche Matratze kauft? Was passiert dann? – Sie schläft schlecht, logisch. Als Folge davon leidet ihre Gesundheit. Sie wird mürrisch. Verspannungen. Alles tut weh. Die Lebensqualität geht den Bach runter. Die Arztkosten steigen, die Krankenkassenprämien ebenfalls, auch für dich und mich. Der Sozialstaat stösst an seine Grenzen. Nationaler Unfriede, Aufstand, Revolution. Grauenhaft!

Gott sei Dank hat sie sich für ein Beratungsgespräch angemeldet. Remo bittet in die Bico-Abteilung. Cécile setzt sich auf die weiche Unterlage. Das Beratungsgespräch beginnt. Die Welt ist in Ordnung.

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Die Rede ist vorerst von Federkern-Matratzen, von der Wirkung jeder einzelnen Feder. Entlastung ist ein Thema, auch Luftzirkulation und damit verbunden das Schwitzen. Sechs Deziliter bis zu einem Liter schwitzt man im Durchschnitt pro Nacht. Männer mehr als Frauen, Schwergewichte mehr als feingliedrige Menschen. «Aus hygienischen Gründen sollte man alle zehn bis zwölf Jahre die Matratze wechseln. In diesem Zeitraum fallen grob geschätzt um die 3000 Liter Schweiss an.» Das sind 20 Badewannenfüllungen – uäx!

Weich oder hart – oder doch weich?
Cécile hat sich zuerst auf eine weiche Matratze gelegt. Eine solche empfiehlt sich für Menschen bis zu 80 Kilogramm Körpergewicht, deutlich mehr als Cécile auf die Waage bringt. Danach auf eine härtere Ausführung. «Ja genau so habe ich mir das Liegegefühl vorgestellt. Das entspricht mir.» Remo zuckt die Schultern. «Hm? Das überrascht mich. Du fühlst dich tatsächlich wohl auf dieser härteren Schaumstoff-Unterlage? Ob diese Haltung, diese innere Überzeugung nicht aus einer Zeit stammt, als man harte Schlafunterlagen für gesund hielt?» Cécile blickt auf, geht in sich.

Zurück auf die weiche Matratze. «Normalerweise liege ich auf der Seite.» Cécile zeigts vor. Verharrt in dieser Stellung. Ohne ein Wort zu sprechen. Dreht sich wieder Remo zu: «Die Schmerzen in der Hüfte haben deutlich nachgelassen. Das hätte ich niemals gedacht. Unglaublich. Ich meinte doch zu wissen, was mir entspricht. Und nun das!» Remo spricht die Lage der Wirbelsäule an, die in der Seitenlage möglichst horizontal verlaufen sollte. Ein Bico-Matratze ist ausserdem so aufgebaut, dass die einzelnen Zonen der Gewichtsverteilung des Körpers Rechnung tragen. Nur so ist vollständige Entspannung möglich.

 
 
 

Starke Argumente
Der Preis ist ein Thema. Billig ist sie nicht, die Prestige Select. Doch der Preis hat seinen Hintergrund: Hohes Niveau bezüglich Ausführung, hohe Wertigkeit des Schaums, körpergerechter Aufbau, dazu zehn Jahre Garantie, Gratisentsorgung der alten Matratze – und Swiss Made. Für Cécile ist gerade dieser letzte Punkt einen etwas höheren Preis wert. «Wir wünschen uns nicht, dass unsere Firmen alle ins Ausland abwandern.» Remo nimmt den Faden wieder auf: «Kommt dazu, dass die Bico-Matratzen auf Herz und Nieren – nein: auf Schaumstoff und Federn im Bico Sleep Lab geprüft werden. Ein aufwändiges Testverfahren bringt allfällige Mängel an den Tag, noch bevor ein Modell an den Markt geht.»

Das Beratungsgespräch ist beendet. Fast. «Ich offeriere einen Spezialrabatt.» Kein Zögern: «Du hast mich überzeugt, Remo.»

Die «richtige», genau zu dieser einen Person passende Matratze. Und wenn doch Zweifel aufkommen sollten, ist sie innert sechs Wochen umtauschbar. «Matratze» ist ein Synonym für «Lebensqualität».

Übrigens: Jünger wird auch niemand. Wer wollte da auf ein billiges Massenprodukt setzen!

Noch bis Ende März 2017 läuft im Möbelhaus Kindler, Schinznach-Dorf, die Winteraktion mit Bico-Matratzen: Exklusive Überraschungsprämie aufs ganze Bico-Sortiment. Gratiskissen. Zu jeder Matratze gratis einen Molton. Lieferung und Entsorgung gratis.

Die bei Möbel Kindler meistverkauften Bico-Matratzen:

Gold: «ClimaLuxe», für individuelles Bettklima
Silber: «VitaLuxe», für tägliche Höchstleistung
Bronze: «Finesse», für das perfekte Bettklima

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900 Kilometer Reissverschlüsse

Rund 258 verschiedene Matratzen, jede in drei Härtegraden. Rechne! Das sind 774 unterschiedliche Matratzentypen! Alle im gleichen Haus hergestellt. Dazu die Spezialanfertigungen. Und wer nun meint, 774 sei gar keine so grosse Zahl, der soll doch mal auf 774 zählen. Na?

Markus Läser führt als Bico-Produktionsleiter durch die Hallen. Es tönt so einfach: Am Anfang ist der Matratzen-Kern aus Schaumstoff. Den stecken die Männer in eine Hülle. Eine Maschine verpackt das Ganze vollautomatisch, und gut ist. – Liesse man es bei solcher Banalität bewenden, befände man sich etwa auf dem Niveau von «Der Strom kommt aus dem Stecker und die Milch von der Migros». Stattdessen folgen wir Herr Läser und erleben beim Rundgang die Komplexität des Vorgangs und die verblüffende Fachkompetenz und die Routine der Bico-Mitarbeitenden.

Produktion auf Bestellung
Bunt sieht es aus im Erdgeschoss. Da sind Hunderte von Schaumstoffkernen gestapelt. In unterschiedlichsten Farben und Grössen, einige mit musterähnlichen Aussparungen und regelmässig angeordneten «Löchern», mit Rillen und eingesetzten dämpfenden Federn aus Kunststoff. «Hier haben wir alles auf Lager, vom einfachsten Mono-Kern bis zu aufwändig konzipierten Kernen mit unterschiedlich weichen Schaumstoffen für hohen Liegekomfort und Stützung der Wirbelsäule. Für einen guten Feuchtigkeitsausgleich sorgen die atmungsaktiven und natürlichen Materialien in der Auflage und die speziellen Belüftungskanäle im Kern. Dadurch wird die Flüssigkeit beim Schwitzen in der Nacht abtransportiert.»

Es gibt Stapel mit unterschiedlichen Matratzenkernen. Bei jedem „Los“ handelt es sich um die Bestellungen eines Bico-Händlers. «Wir produzieren die Matratzen nicht auf Vorrat, sondern immer erst auf Bestellung. Dabei garantieren wir eine Lieferfrist von fünf Tagen. Fünf Tage nach dem Eingang der Bestellung ist die fertige Matratze beim Händler.»

Facharbeiterinnen
Ein Stockwerk höher befindet sich die Produktion der Matratzenhüllen. Drei Steppmaschinen bearbeiten die Vliesrollen. 60 verschiedene Stoffe, 17 unterschiedliche Wollauflagen, darunter Schafwolle und Kamelhaar, 20 Steppmuster-Varianten – die drei Anlagen schaffen pro Tag bis zu 1500 Laufmeter! Daraus entstehen die sogenannten «Platten», also die Unter- und die Oberseite der Matratzenhülle.

An zwei Hochleistungsnähmaschinen und höhenverstellbaren Arbeitsflächen sitzen Näherinnen. Viele haben ihre Wurzeln in Portugal, wo sie eine Berufslehre als Näherin absolviert haben. Mit unglaublicher Fertigkeit und Sicherheit vernähen sie die Ränder der Platten und verhindern damit deren Ausfransen. Transportbänder helfen beim Drehen der Platten. Eine Schlusskontrolle: Ist alles im rechten Winkel? Stimmen die Masse?

Jetzt noch die Seitenbahnen, die sogenannten Border. Falten und Vernähen der Ecken. Die Handgriffe einnähen. Und den Reissverschluss. Pro Jahr werden mehr als 900 Kilometer Reissverschlüsse eingenäht! Etwa 1000 Reissverschlüsse pro Tag! – Fertig ist die Hülle, genau auf diese eine Matratze abgestimmt, die ein Händler in der Schweiz  bestellt hat.

Unterschiedlichste Schaumstoffkerne in den BICO-Lagerhallen
Unterschiedlichste Schaumstoffkerne in den BICO-Lagerhallen

Vlies-Abfälle werden zur Wiederverwendung gebündelt

Das gesteppte Vlies wird aufgerollt

Bereits ist das Vlies zu einer Platte zugeschnitten. Eine Spezialmaschine näht die vier Bico-b ein

Stapelweise warten Platten in unterschiedlicher Grösse auf ihre Weiterverarbeitung

Eine Näherin verbindet die Border mit den Platten und setzt die Reissverschlüsse ein

Überblick über die Näherei-Abteilung
Überblick über die Näherei-Abteilung

Zwei Männer sind mit dem Einzug der Matratzen beschäftigt. Auf den blauen Flächen und den orangen Rollen im Vordergrund «wandern» die fertigen Matratzen zuerst zur Verpackung und danach in die Spedition

Kerne und Hüllen in der Produktionshalle

In einer andern Abteilung werden Lattenroste gebaut

Die verpackten Matratzen sind für den Transport bereit

Lastwagen bringen die Matratzen in die ganze Schweiz

Markus Läser, Produktionsleiter BICO

Worte braucht es keine
Letzte Station ist das «Einziehen». Synchron erreichen die bestellten Kerne und die dazugehörenden Hüllen den Arbeitsplatz. Zwei Mitarbeiter sind konzentriert an der Arbeit. Jeder Handgriff tausend Mal gemacht. Worte braucht es keine. Einziehen der Kerne in eine Schutzhülle. Hüllen um die Kerne legen; Reissverschluss schliessen. Qualitäts-Schlusskontrolle. Etikettierung nach Kundenauftrag. Produktionsauftrag mit Strichcode abschliessen.

Die fertigen Matratzen kommen auf ein Transportband. Ohne menschliches Zutun bewegen sie sich durch eine Verpackungsanlage. Mit einem kräftigen Schutzplastik eingepackt, sind sie jetzt versandbereit. Die Tageskapazität pro Tag liegt bei 400 Matratzen. Sechs grosse Lastwagen bringen sie auf definierten Routen zu den Händlern in der ganzen Schweiz.

Hundert Nadeln vernähen in rasendem Tempo das Vlies

Trotzdem!
Nach dem Rundgang noch ein kurzes Zusammensitzen. Da kommt auch Nachdenkliches zur Sprache. «Ja klar spüren wir die Auswirkungen des starken Frankens. Es ist nun mal eine Tatsache, dass wir in der Schweiz andere Lohn- und Gestehungskosten haben als das nahe Ausland. Das Lohnniveau einer Näherin in der Schweiz liegt auf einem anderen Niveau als im Ausland. Mittels innovativen Entwicklungen sowie der Herstellung unserer Produkte mit viel Handarbeit (Swissness) produzieren wir Matratzen, die das Bewusstsein des gesunden Schlafs erhöhen.»

Markus Läser trinkt seinen Kaffee und lächelt: «Viele Kunden erkennen das hohe Qualitätslevel unserer Matratzen. Sie würdigen den erstaunlichen Grad an Handarbeit und die selbstkritische Haltung unseres Unternehmens, die sich im SleepLab manifestiert, wo wir jeden Matratzentyp auf Herz und Nieren prüfen.»

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Einen Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir im Bett. Bei der Matratze zu knausern, wäre wohl etwas vom Dümmsten, was man sich antun könnte.

Noch bis am 4. März 2017 läuft im Möbelhaus Kindler, Schinznach-Dorf, die Winteraktion mit Bico-Matratzen.

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30’000 Mal überrollt!

Suchen Sie die beste Matratze für Ihr Bett? Geben Sie’s auf! Es gibt sie nicht, die beste Matratze. Das Wohlbefinden auf dieser oder jener Matratze ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Was für die einen zu weich ist, erscheint andern zu hart. In Amerika schläft man in Boxspring-Betten; in Europa bevorzugen wir das Schlafsystem «Matratze auf Lattenrost», und in Asien rollt man eine mit Baumwolle angefüllte Schlafmatte meist direkt auf dem Boden oder auf Reisstrohmatten aus.

Gewohnheit spielt eine Rolle. Dazu kommt der momentane physische und psychische Zustand des Menschen. Wer Probleme wälzt oder Schmerzen hat, kann auch auf der besten Unterlage nicht gut schlafen. Dann die Bett-Umgebung: Geht das Schlafzimmer auf einen belebten Platz? Liegt im andern Bett ein herzhafter Schnarcher? Ist die Raumtemperatur unerträglich hoch? Tropft ein Wasserhahn? – Schlaf ist eine höchst komplexe Angelegenheit. Mit technischen Messmethoden ist die Schlafqualität selten abschliessend zu fassen.

In der «Folterkammer»
Immerhin gibt es gewisse Ansprüche an Matratzen, Fakten, die beim Kauf eine wichtige Rolle spielen: die Ergonomie, das Bettklima, die Hygiene und die Dauerhaltbarkeit. Der Schweizer Matratzenhersteller Bico – Mitglied der international tätigen Hilding Anders Gruppe – hat an seinem Produktionsstandort Schänis ein europaweit einmaliges Matratzentestcenter, das «SleepLab» eingerichtet. Hier lernen die Matratzen das Fürchten, und zwar nicht zu knapp!

Die Sache mit der Ergonomie lässt sich ja noch ziemlich sanft an. Mit Hilfe eines Dummys und einer Sensormatte lassen sich Druckstellen feststellen und genau quantifizieren. Doch dann wird’s strub. SleepLab-Tester Rocco Cristofaro – eigentlich ein sanfter Mensch – setzt verschiedene «Stempel» in eine «Foltermaschine» ein und bearbeitet damit die wehrlose Matratze. Im Schulterbereich, in der Lordosen-Zone und dort, wo die Hüfte zu liegen kommt. Heftig, gnadenlos, maschinell-kalt.

Dann lässt er einen andern Dummy schwitzen. «Schweiss» tritt aus. Sieben Stunden lang. Und nun, was passiert mit der Flüssigkeit? Wie geht die Matratze damit um? Welchen Einfluss hat das auf die Temperatur? Wie lange dauert die Regenerationszeit der Matratze?

Nur logisch, dass jetzt für den Matratzenüberzug der Reinigungstest an der Reihe ist. Hygiene ist das Thema. Rein in die Trommel, 60° Celsius, so dass es allen Milben an den Kragen geht, und am Schluss 800 Umdrehungen pro Minute. Raus aus der Trommel. Die gesamte Trocknungsphase überwacht ein Sensor.

Zum Schluss die ultimative Überlebensübung. Eine massive Holzwalze, 140 Kilo schwer, rollt unter Druck über die Matratze, hin und her, hin und her, stundenlang, etwa 30’000 Mal. Damit simuliert sie die durchschnittliche Beanspruchung der Matratze innert einer Lebensdauer von zehn Jahren. So, wie hat sie das überstanden? Ist sie völlig verformt, abgenutzt, ausgequetscht? «Prüfung der Dauerhaltbarkeit mittels Bewalzung» heisst das im emotionslosen Fachdeutsch. Keine Spur von Mitgefühl.

Ein Dummy liegt auf der Sensormatte und erzeugt dort Druckstellen
Viel Druck (rot) lastet auf dem Becken und im Schulterbereich

Verschiedene «Stempel» (rot) lassen sich mit unterschiedlicher Kraft in die zu testende Matratze pressen

Unter der Decke «schwitzt» ein Dummy bei 21°C Raumtemperatur und 50% relative Luftfeuchtigkeit

Die Reinigungsstation mit den Trocknungssensoren (oben im Bild)

Eine Holzwalze rollt mit 140 kg Druck über eine Testmatratze

 
 
Kevin Wiesmann, BICO-Mitarbeiter im Aussendienst

Übrigens: Das «SleepLab» als Folterkammer zu bezeichnen, ist eigentlich unzulässig. Ein Bico-Mitarbeiter betont: «Unsere Produkte werden sanft und sorgsam bearbeitet. Schliesslich sind es die von uns selbst hergestellten Matratzen, auf die wir stolz sind.» Dann einigen wir uns doch auf «SPA-Bereich für Matratzen»: Einfühlsame Massagen, gezieltes Kneten, wohltuendes Waschvergnügen!

Ergonomie, Bettklima, Hygiene, Dauerhaltbarkeit – nach dieser Testreihe bleiben keine Fragen offen. Jedes Matratzenmodell lässt sich eindeutig und nachweisbar definieren. Mit Resultaten, die vom unabhängigen AEH (Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene, ein Spinoff der ETH Zürich) geprüft und zertifiziert werden.

Sanft wie ein schnurrendes Kätzchen
Kevin Wiesmann, Bico-Mitarbeiter im Aussendienst, kennt noch weitere Verkaufsargumente: Wie sieht sie aus, und wie fühlt sie sich an? «Praktisch alle Kunden berühren die Matratze. Sie streichen mit der Hand über deren Oberfläche und erleben so, wie fein, wie anschmiegsam sie ihnen erscheint.» Und was die Optik betrifft, so will kaum jemand im eigenen Schlafzimmer ein technisch-nüchternes Produkt, wie man es früher in spartanisch eingerichteten Massenschlägen antraf. In der Kaserne, in der SAC-Hütte, im Zivilschutzraum, im Gefängnis.

Die Entwicklung bewegt sich hin zu Emotionen, zu Bildern. Das fand schon vor Jahrzehnten im «tüüfä gsundä Schlaaf» seinen Ausdruck. Heute sind es übergrosse Bilder von sympathischen Menschen wie du und ich, die sagen: «Ich han en.» – Was? – Eben, ä tüüfä gsundä Schlaaf.

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Ab dem 2. Februar und bis am 4. März 2017 läuft im Möbelhaus Kindler, Schinznach-Dorf, die Winteraktion mit Bico-Matratzen: Exklusive Überraschungsprämie aufs ganze BICO-Sortiment. Gratiskissen. Zu jeder Matratze gratis einen Molton. Lieferung und Entsorgung gratis.

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Von Mensch zu Mensch

Wie war das doch bei Asterix und Obelix? Ganz Gallien war von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf leistete den Römern ebenso hartnäckig wie erfolgreich Widerstand. Dank dem Zaubertrank ihres Druiden besitzen die Einwohner übermenschliche Kräfte. Diese nutzen sie äusserst wirkungsvoll, wenn es um die Verteidigung ihrer eigenständigen Existenz geht.

2000 Jahre später. Was den Möbelhandel betrifft, herrschen im Aargau ähnliche Verhältnisse wie damals in Gallien. Man könnte annehmen, der ganze Kanton sei von den Möbelgiganten lückenlos besetzt. Im Ost- und im Westaargau gibt es riesige Möbelhäuser. Die einen haben sich auf preisgünstige Ware spezialisiert. Die andern führen ein enormes Sortiment an Möbelstücken der mittleren und gehobenen Preisklasse. Die Auswahl ist imposant, ebenso die Variantenvielfalt bezüglich Material, Farben und Ausbaugrad.

Aber da ist mitten im Aargau dieses Dorf, abseits der Hauptachsen, in dem sich ein kleines Möbelhaus erfolgreich positioniert hat. Ein Druide lebt dort nicht. Niemand verleiht übermenschliche Kräfte. Zaubertränke? Nichts Derartiges! Aber irgendwas muss doch sein. Ein Kleiner setzt sich im Konkurrenzkampf gegen die ganz Grossen durch. Wie bitte ist das zu begreifen? Welches Geheimnis steht dahinter?

Nur Ware gegen Geld?
Thomas Gröbly, Dozent für Ethik und Nachhaltigkeit an der FHNW, machte sich auf die Suche nach dem Geheimrezept. Er kennt das Möbelhaus Kindler nicht aus eigener Anschauung. Auf Kindlers Website hat er aber den Slogan «Von Mensch zu Mensch» gelesen. Darin sieht Gröbly eine wesentliche Zutat des Zaubertranks: «Kindler tritt als Person auf; er ist nicht einer unter vielen. Bestimmt hat er zu vielen Kunden eine persönliche Beziehung aufgebaut. Er kennt ihre Namen und vielleicht auch ihre familiären und häuslichen Umstände.»

Wer einen Laden betritt, sucht mehr als den Tausch von Ware gegen Geld. Da spielen ganz andere Mechanismen als bei Bestellungen übers Internet. «Wir wollen ein Gegenüber vor uns haben, wenn möglich immer die gleiche Person, die ihren Beruf als Herzensangelegenheit versteht, nicht einfach als Job.»

Gerade bei den Kleinen hat eine gute Beratung einen überragenden Stellenwert. Gröbly vermutet: «Remo Kindler hört genau hin und versteht, was der Kunde wirklich will. Er geht auf dessen Wünsche ein und führt ihn zu jenem Möbelstück, das für ihn das Richtige ist. Es muss nicht das Teuerste sein, sondern das Richtige. Er nimmt den Kunden so an, wie er ist.» Von Mensch zu Mensch.

Kindler als Label
Als zweite Ingredienz verweist Gröbly auf die Qual der Wahl. Er vermutet, dass sich viele Kunden durch das schier unbegrenzte Sortiment der grossen Möbelhäuser überfordert fühlen. Kindler trifft eine Vorselektion. Und diese aus gutem Grund! Er arbeitet mit einigen wenigen Möbelfabriken zusammen, weil er von der Qualität ihrer Arbeit überzeugt ist. Somit bildet Kindler für seinen Kundenstamm gewissermassen ein Label. Kindler bürgt mit seinem Ruf für den ganzen «Warenkorb», also auch für geschmackvolles Design, fachlich fundierte und ehrliche Beratung und den entsprechenden Service. Gröbly weiss: «Bei den Grossen ist das nicht im gleichen Mass möglich.»

Eine individuelle Kulturlandschaft
So wie der Garten, bildet auch die eigene Wohnung eine Kulturlandschaft, in der sich die Menschen wohl fühlen. Mit Möbeln gestalten sie ihre individuelle Innenwelt. Möbel vermitteln Heimatgefühl. Vielleicht erzählen sie sogar eine Geschichte. Wie jene Möbel aus dem Muotathal, die mit 200 Jahre altem Holz ästhetisch aufgewertet sind. Dazu Gröbly: «Eine Geschichte verkaufen, nicht nur ein Produkt.» Und weiter: «In der nüchternen Welt der Digitalisierung suchen wir vermehrt nach Beziehungen. Beziehungen zu Menschen, zu einer Landschaft, zu einem Baum, zu Möbelstücken.»

Beziehungen, Geschichten und Lebensgefühl sind beim lokalen Einkauf zu haben, wo sich ein Gegenüber mit der erforderlichen Sensibilität der Kundschaft annimmt. Von Mensch zu Mensch.

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Holz aus dem Muotathaler Urwald

Simona Föhn ist als Gestalterin und Designerin in der elterlichen Möbelfabrik tätig. Abseits der grossen Verkehrsströme scheint hier in Muotathal ein guter Boden für ungewöhnliche Ideen zu sein. Verblüffendes zeigt sich auch im Umgang mit Altholz. Gemeint ist Holz, das zum Hausbau verwendet wurde – jahrhundertealte Balken aus Wand- und Dachkonstruktionen, gezeichnet vom Alter, geformt vom Wind und vom sprichwörtlichen Zahn der Zeit.

Altes Bauholz: wegwerfen oder verbrennen? – Sicher nicht! Simona Föhn sucht Wege, altes Holz mit dem modernen Design ihres Möbelprogramms zu verbinden. Sie will die Schönheit des Alters zeigen. Den Möbelstücken Charakter verleihen.

Aus Alt wird Neu – dem Zeitgeist entsprechend!
Ein über 200 Jahre altes Haus in Muotathal sollte abgerissen werden. «Abgerissen» ist hier der falsche Ausdruck, denn die Arbeiten wurden mit grösster Sorgfalt geplant und umgesetzt, wahrhaftig als Rückbau. Von aussen bot das Gebäude einen schönen Anblick. Im Innern dagegen war es erstens verbraucht und dunkel, und zweitens entsprach es dem Standard jener weit zurückliegenden Zeit – heutzutage kaum mehr bewohnbar. Eine Renovation wäre nicht zu finanzieren, und die Räume blieben so oder so zu niedrig. Selbst der Heimatschutz hatte nichts gegen die Rückbaupläne einzuwenden.

Familie Föhn von der Möbelfabrik MAB erfuhr rechtzeitig von diesen Absichten. Sie organisierte den Rückbau und den Abtransport des Altholzes. Den grössten Teil der Fichtenholzbalken hat man sorgfältig abgebaut, zerlegt, in Bretter gesägt und diese danach gebürstet und geölt. Jetzt wartet das Holz in einer Lagerhalle auf seine Weiterverarbeitung.

Das 200 Jahre alte Haus in Muotathal

Ein Blick ins Innere des Hauses

Der Fachmann erkennt, welche Balkenteile gesund sind und sich für die Weiterverarbeitung anbieten
Sorgfältig löst ein Bauarbeiter bearbeitete Elemente aus dem Balkengefüge
Modernes Möbeldesign mit dekorativ eingesetzten Altholzelementen

Respekt!
Vor 200 Jahren nutzte man den Innerschweizer Wald noch nicht derart intensiv wie heute. Holzingenieur Marco Föhn sagt dazu: «Es ist so, dass unsere Vorfahren urtümlich gewachsenes Holz für ihre Häuser nutzten. Holz aus dem Muotathaler Urwald.» Ein Gedanke, der Respekt vor dem Holz beinhaltet und ebenso vor den Menschen, die diesen Werkstoff mit den Möglichkeiten ihrer Zeit verarbeiteten: Der Bau eines Holzhauses ist ein komplexes Unterfangen. Damals erst recht.

Den Begriff «Urwald» verbinden wir mit dem Muotathal. Überall hat der Mensch für unterschiedlichste Zwecke in den Wald eingegriffen: Brennholz, Rodungen, Schutzwald, Möbel- und Bauindustrie. Nicht so in Muotathal. Hier wird ein Urwald seiner ursprünglichen Bestimmung überlassen! Der geschützte „Bödmeren-Wald!“

Gegensätze
Familie Föhn entschied sich für eine Synthese von Neu und Alt: Moderne Bodenmöbel oder Schränke, wahlweise mit Altholz-Fronten ausgestattet, ergeben eine reizvolle ästhetische Harmonie, ein exklusiv anmutendes Spiel von Farben, Formen und Historie.

Es ist nicht das erste Mal, dass in der Möbelfabrik MAB Ungewöhnliches, Überraschendes produziert wird. Auch mit Altholz aus anderer Provenienz hat man schon Erfahrungen gemacht: Die Produktelinie «Arte» setzt auf die Verbindung von Nostalgie und Moderne, «ganz ohne Effekthascherei», wie MAB betont.

Möbel Kindler AG in Schinznach-Dorf bietet als Fachhändler solche individuell gestalteten Einzelstücke an.

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Herznahe Blätter

«Herznahe Blätter» – ein Romantitel à la Rosamunde Pilcher? Ein Buch voll triefender Emotionalität? Ohne weiteres vorstellbar!

Hier ist mit «herznahe Blätter» etwas ganz anderes gemeint. Es geht um Holz, das in Bretter gesägt ist. Beim Sägen resultieren Bretter aus den äusseren Zonen des Stammes und andere aus der Kernzone. Und genau diese letzteren nennt man im Fachjargon «herznahe Blätter». Also Bretter – oder eben Blätter – aus dem Innersten der Stämme.

Holz hat Charakter
Holz hat immer etwas mit Emotionen zu tun. Verarbeitetes Holz erst recht. Holz erzählt Geschichten: Jahrringe, Asteinschlüsse, Risse. Holz duftet. Der Besuch in der Schreinerei gleicht einem Aufenthalt im SPA-Hotel! Holz muss man berühren, unbedingt. Selbst Rocco Mele, Verkaufsleiter des Geschäftsbereichs Dining beim Möbelhersteller Girsberger, streicht mit der flachen Hand mehrmals über die Holzmuster. Beinahe zärtlich. Als hätte er sie nicht schon hundert Mal von der Wand genommen.

Ein Tischblatt aus Holz wirkt durch seine Individualität. Soll es auch, denn der Tisch ist der Mittelpunkt der Wohnung. Hier trifft sich die Familie, isst gemeinsam, diskutiert, spielt, streitet, feiert, arbeitet. Familienleben geschieht in erster Linie am Tisch. Die Tischplatte bietet der Familie eine Basis. Wörtlich und im übertragenen Sinne des Wortes.

Und wie soll diese gemeinsame Basis nun beschaffen sein? Ein rustikales oder ein elegantes Design? Aus hellem oder dunklem Holz? Ulme, Eiche oder Buche? Helles Holz, etwa von einem Ahorn, wirkt leicht und freundlich. Dem Kirschbaum wird Eleganz, Ruhe und Ausgeglichenheit nachgesagt. Die Platane mutet vornehm, schlicht und edel an. «Und beachten Sie die Verarbeitung», sagt Rocco Mele, «alle Tische haben durchlaufendes Holz; die Maserung zieht sich über die ganze Länge hin. Auch wenn der Tisch ausgezogen ist.» – Tatsächlich, der Kauf eines Tisches will überlegt sein!

Eine Tischplatte entsteht. Der Schreiner vermisst das ausgewählte Holzblatt

Der Verlauf der Maserung ist ein wesentliches ästhetisches Element

Feinschliff jedes einzelnen Holzstücks

Je nach Abfolge der einzelnen Lamellen (Bretter) ergibt sich ein anderer Eindruck, eine andere Wirkung

Der Schreiner fügt die Lamellen zum fertigen Tisch zusammen

Entspricht alles den vorgegebenen Massen?

Mit Hilfe des Schreiners legt eine Kundin die Abfolge der Lamellen fest

Tischblatt aus geöltem Ulmenholz. Da die Ulme zu den bedrohten Baumarten gehört, sorgt die Firma Girsberger für deren Wiederaufforstung. Signiert vom zuständigen Förster steht auf dem Zertifikat: «Wir bescheinigen, dass für den Tisch AB-3200345 in Schweizer Wäldern eine junge Ulme gepflanzt wurde.» Es folgen die genauen Koordinaten des Pflanzorts

Amerikanischer Nussbaum geölt. Der Ausziehtisch – hier nicht ganz zusammengeschoben – ist ein Beispiel für die durchlaufenden Lamellen

Ausziehtisch aus geölter Asteiche. Auch bei diesem Modell kann der Kunde die Abfolge der einzelnen Lamellen selber bestimmen

Unverwechselbar
Vielleicht begegnen Sie Ihrem Tisch zufällig, etwa  in einem Schauraum oder einer Möbelausstellung. Oder Sie bestellen Ihren ganz persönlichen Tisch genau Ihren Vorlieben und Ihrem Geschmack entsprechend, Ihrer Wohnumgebung und Ihrem Lebensstil. In eine durchgestylte Wohnlandschaft gehört ein anderer Tisch als in die Villa Kunterbunt. Wollen Sie an Ihrem Tisch mit den Kindern basteln, wilde Geburtstagspartys abhalten, mit Freunden heitere Weindegustationen zelebrieren? Oder sind Sie in Ihrem Bekanntenkreis für distinguierte Festessen mit gepflegten Gesprächen geschätzt, kostbare Tischsets, Tischtücher und Gedecke inklusive?

Entsprechend wählen Sie die Holzart, Sie befinden über die Behandlungsmethode des Holzes, Sie begutachten die einzelnen Lamellen (Bretter), und Sie bestimmen die Reihenfolge, in der die Lamellen verleimt werden. Dann erhalten Sie definitiv Ihren persönlichen Tisch, absolut unverwechselbar – und sehr herznah!

Genau dies ist beim Möbelhersteller Girsberger in Bützberg, möglich. «Wir laden Sie ein, die Herstellung des Tisches in unserer Manufaktur mitzuerleben», bestätigt Rocco Mele. «Mitzuerleben», nicht nur «dabei zu sein». Ein Erlebnis – und Erleben ist immer mit Emotionen verbunden.

So wirds gemacht
Das Vorgehen ist einfach. Sie suchen einen Fachhändler, der mit dem Unternehmen Girsberger zusammenarbeitet. Zum Beispiel Möbel Kindler in Schinznach-Dorf. Sie entscheiden sich für ein Modell und melden sich danach für Ihren Besuch bei Girsberger an.

Ganz nebenbei erfahren Sie dort eine Menge über Ihren Tisch und den Baum, aus dem er gefertigt wird: Wann wurde der Stamm gefällt, und wo? Welches sind die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Oberflächenbehandlung: Naturöl oder Schutzlack? Welche Lackart, welche Ölung? Empfiehlt sich eine Beize?

Und noch etwas: Jedes einzelne Möbelstück ist mit einem Laufzettel ausgestattet; jeder Produktionsschritt ist deklariert. Individualität und Transparenz. Je mehr Sie über Ihren Tisch wissen, desto stärker identifizieren Sie sich mit ihm. Er wird beinahe zum Familienmitglied, ist jedenfalls mehr als nur ein Möbel-«stück».

Kontakt
Möbel Kindler AG

Degerfeldstrasse 7
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Boxspring – ein trendiger Mythos

Laubsäcke und dünne Rosshaarmatratzen als Schlafunterlagen – das war einmal. Und die Springfedern, bei denen sich immer mal ein besonders schwer zu zähmendes Individuum selbstständig macht und nach oben durchschlägt? Peng, direkt ins Kreuz! Wie aus dem Trickfilm entsprungen. Will man sich heutzutage so etwas noch gefallen lassen?

Ja, will man. Tendenz steil zunehmend. Natürlich sind die technischen Schwierigkeiten mit den «Ausbrechern» und dem überraschenden Tritt ins Kreuz längstens überwunden. Und aus der simplen Springfeder-Unterlage ist ein ausgetüfteltes Schlafsystem geworden mit dem Namen Boxspring-Bett. Boxspring-Betten wurden auch schon als «trendiger Mythos» bezeichnet.

Ein ganz anderer Ansatz
Wie haben wir uns doch bis anhin ausgestattet? Bettgestell – Lattenrost – Matratze. That’s it! Klar sind raffinierte Lattenroste auf dem Markt, die auf die unterschiedlichen Körperregionen abgestimmt sind. Und auch Matratzen sind zu durchkonzipierten Produkten geworden, den neusten Erkenntnissen der Medizin und der Schlafforschung entsprechend. Aber Boxspring, das ist ein ganz anderer Ansatz.

Boxspring-Betten sind ein System. Ein System, bestehend aus fünf Elementen: Kopfteil («Headboard»), Bettfüsse, Box, Matratze, Topper. Jedes einzelne davon dient dem Wohlbefinden. Zunächst dem Wohlbefinden im Schlaf. Denn «Schlafen gehört genau so wie Essen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Bekommt man zu wenig davon, ist es schlecht».

Wohlbefinden aber auch in Sachen Ästhetik, Wohnlichkeit und in funktionaler Hinsicht. Denn längst hat sich die Haltung zum heimischen Ruheraum geändert. Das Schlafzimmer hat Wohnraum-Charakter angenommen. Im Schlafzimmer wird gelebt!

Wohnraum: Das ist nicht einfach artiges Dasitzen; hier unterhalten wir uns, lesen oder schauen fern. Wer gern im Sitzen liest oder vor dem Einschlafen noch schnell den Fernseher einschaltet, wird sich für einen bequemen Kopfteil, ein so genanntes «Headboard», mit angenehmer Polsterung entscheiden. Der Kopfteil, wenngleich nicht ein Element der Liegeunterlage, bildet ein wesentliches Element der Boxspring-Philosophie.

Herkömmliches Bett: Bettgestell, Lattenrost und Matratze

Das Boxspring­-Modell: gehärtete Federn sind in die «Box», also den Bettkasten, eingebaut

Die Bettfüsse sind für eine gute Belüftung unabdingbar

Der Aufbau eines Boxspring­-Schlafsystems: Bettfüsse, Box, Matratze, Topper. Rechts sind die Matratzenstopper gut erkennbar

Angenehmer Nebeneffekt eines Boxspring­-Schlafsystems: Der gegenüber einem konventionellen Bett erhöhte Aufbau erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen für Menschen, die an Rückenproblemen oder Altersbeschwerden leiden

Der Blick unter die Matratze zeigt auf, dass diese auf der Box und nicht auf einem Lattenrost aufliegt. Der Topper ist zurückgeschlagen

Ein liegender Kasten
Den Bettfüssen widmet das Boxspring-System grosse Beachtung. Denn als wesentliches Argument richtet sich das Augenmerk auf eine möglichst wirkungsvolle Durchlüftung. Wenn der Bettkasten direkt auf den Boden zu liegen kommt, kann die Durchlüftung nicht optimal funktionieren.

Und nun die eigentliche Liegestatt! Von unten nach oben: Box – Matratze – Topper.

Von der Box kommt der Name für das ganze System. Boxspring heisst übersetzt «Kasten mit Federn». Es handelt sich also um einen liegenden «Kasten», den Bettkasten, in den viele Federn eingepasst sind, sozusagen Schulter an Schulter, jede mit Stoff umhüllt und geschützt. Umgeben ist das Federnbett von einem Schaumstoffrahmen.

Auf die Box kommt die Matratze, am besten eine Taschenfederkernmatratze. Sie führen den Boxspring-Gedanken konsequent fort, indem sie ebenfalls auf eine Vielzahl von Federn setzen, von denen wiederum jede Einzelne in eine Stofftasche eingepasst ist. In Kombination mit dem Boxspring-Bettkasten ergibt sich ein angenehm federndes Liege- und Ruhegefühl.

Klitschko und die «Besucherritze»
Mal angenommen, auf der linken Betthälfte ruht ein Schwergewicht à la Klitschko, und auf der rechten Hälfte eine sehr viel graziler gebaute Person. Da müssen natürlich zwei unterschiedliche Matratzen her. Und daraus ergibt sich die gefürchtete «Besucherritze»: Wenn sich der 110-Kilo-Körper in Richtung Leichtgewicht bewegt, ist eine «Bruchkante» vorprogrammiert. Genau da schafft die sehr viel dünnere Topper-Matratze Abhilfe, denn sie reicht über die ganze Fläche des Bettes. Und sie leistet erst noch einen zusätzlichen Beitrag zur Feuchtigkeitsregulierung.

Opulent ausstaffierte Boxspring-Systeme kennt man aus alten Ami-Schinken. Stars vom Kaliber einer Liz Taylor, eines Rock Hudson oder einer Audrey Hepburn machten es sich auf Boxspring-Unterlagen bequem. Ein wenig Hollywood im eigenen Schlafgemach – warum nicht?

Boxspring-Wochen
Möbel Kindler AG
in Schinznach-Dorf führt vom 15. Oktober bis am 12. Dezember 2016 «Boxspring-Wochen» durch. In dieser Zeit erhält jeder Käufer eines Boxspring-Bettes gratis eine Topper-Matratze dazu.

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5107 Schinznach-Dorf

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Ein Bett für den Maestro – aber subito!

Es musste alles ganz schnell gehen. Schon morgen Abend sollte er ankommen, der neue Regisseur für die Oper Rigoletto. Ein Mann von Weltruf. Ein Genie. Der Träger eines grossen Namens; der Vater schon ein Gigant seines Fachs. Er würde dem ganzen Opernprojekt zusätzlichen Glanz verleihen. Was für ein Glücksfall: Er, der schon in allen wichtigen Häusern inszeniert hatte, Wien, Berlin, New York, Mailand, Peking und so weiter, er hatte seine Zusage für Brugg-Windisch gegeben. Unerhört. Ein Mann, dem allein schon aufgrund seines Rufs Respekt zu zollen ist.

Noch ein Glücksfall: Es gelang innert kürzester Zeit, für den Maestro eine möblierte Wohnung an ruhiger Lage zu finden: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und das ganze Drumherum, Closomat inklusive.

Der Maestro zog ein.

Allerdings musste er zur Kenntnis nehmen, dass die Dimensionen des Bettes für eine Einzelperson ausgelegt waren. Der Maestro hatte es versäumt mitzuteilen, dass er mit seiner Lebenspartnerin anreisen würd, und da war die Schlafstätte definitiv zu knapp bemessen. Also: Ein grosses Bett für den Maestro – ma subito, prego! Die Sache duldete keinen Aufschub.

So, und wo kriegste subito ein grosses Bett her, ein richtig schön grosses? Der Intendant himself nahm sich der Sache an. Ein Griff zum Telefon: 056 443 26 18. Möbel Kindler AG. «Remo, ich habe ein echtes Problem und benötige dringend deine Hilfe. Kannst du mir da nicht aus dem Schlamassel helfen?»

*

Wenig später stand ein zwar nicht riesengrosses, aber ein zweiteiliges Bett in besagtem Schlafzimmer. Und das nicht nur in Form von zwei Gestellen und zwei Lattenrosten, nein, auch die Matratzen wurden mitgeliefert, dazu noch oberflächenschonende Zusatzbezüge. Pünktlich und fertig montiert. Der Maestro konnte kommen, seine Begleiterin ebenfalls. Kindler hatte es möglich gemacht. Unbürokratisch, spontan. «Klar, machen wir.»

*

Fünf Wochen später. Der Maestro hatte seine Arbeit geleistet und war wieder abgereist. Die Wohnung wurde gereinigt und wieder in den übernommenen Zustand zurückversetzt. Und das Bett, besser gesagt die Betten? Mitte Morgen hatte Remo Kindler den Bescheid bekommen, dass er um 11 Uhr alles abholen sollte. «Aha, schon in zwei Stunden?» – «Liegt das drin, Remo?»

Wie reagiert ein gut organisierter Geschäftsmann auf eine solche Mitteilung? Etwa so: «Ja gehts denn noch? Glaubt ihr im Ernst, ich hätte den ganzen Tag nichts anderes zu tun und nur auf euch gewartet?» Oder so: «Keine Zeit. Schaut selber, wie die Betten wieder zu uns ins Möbelhaus kommen.» – Nein! Pünktlich um elf Uhr stand der Lieferwagen von Möbel Kindler AG an der richtigen Adresse. Zusammen mit dem Intendanten schleppte Michel von Möbel Kindler AG die Bettgestelle und die Matratzen die Treppen runter, zurrte alles fest – und war weg.

Die beiden Bettgestelle und Lattenroste stehen zum Abholen bereit
Michel und der Opern-Intendant Peter Bernhard (vorne) tragen die Bettgestelle mit vereinten Kräften zum Lieferwagen der Firma Möbel Kindler AG
 

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