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Präzisionslok ohne Dampf

Wie bitte? Das Hightech-Unternehmen produziert eine Modelleisenbahn? Steigt die Firma Amsler & Frey AG etwa in die Spielzeugproduktion ein? Nichts gegen Spielzeuge, aber sieht die Höchstpräzionsfirma tatsächlich dort ihre Zukunft?

Werkstattleiter Marcel Heiniger hat das vielleicht 40 Zentimeter lange Modell einer Dampflokomotive mitgebracht. Er hatte die Idee dazu, und er hat auch die technischen Pläne gezeichnet. Der Hintergrund für diese Arbeit steht nicht in den Auftragsbüchern von Amsler & Frey. Es ist die Prüfungsaufgabe für einen Lehrling im Abschlussjahr. Er bekommt die Pläne vorgelegt, ebenso das benötigte Rohmaterial. Und nun darf er zeigen, wozu er nach vier Lehrjahren fähig ist. Die Maschine einrichten, Drehen, Fräsen, alles zusammenbauen.

Präzise muss es sein
Wenn die Toleranzen nicht eingehalten werden, wenn die Maschinen auch nur um Nuancen falsch eingestellt sind, lässt sich die Lokomotive nicht zusammensetzen, oder sie fällt auseinander. Marcel Heiniger setzt klare Regeln: «Wir beurteilen das Vorgehen, die Genauigkeit und den ästhetischen Eindruck des fertigen Werkstücks.»

Wie bei jedem Auftrag erstellen die Konstrukteure eine CAD-Zeichnung, ein dreidimensionales Volumenmodell, das sich auf dem Computer-Bildschirm drehen, wenden und von allen Seiten betrachten lässt. Aufgrund der exakten Messdaten programmiert der Prüfling die Fräsmaschine für jedes einzelne Bestandteil des Dampflok-Modells. Das Führerhaus, den Tender, den Radkasten, die Räder, die Schubstange, den Kessel, den Schlot, die Dome, die Puffer …

Für jedes Einzelteil der Dampflok – hier ein grosses Rad – schreibt eine technische Zeichnung die Masse vor, auf Hundertstel genau!

Das fertige Dampflokmodell. Der Kessel ist nicht mit Wasser, sondern mit edlerem «Brennstoff» gefüllt

 

Was im fertigen Modell kaum auffällt, ist besonders anspruchsvoll. So befinden sich auf der Oberseite des Kessels eingefräste Vertiefungen, um den Schlot und die Dome genau einzupassen. Die Frontabdeckung des Kessels klemmt dank einer eingefrästen Nut fest. Wenn die Abdeckung zu stark klemmt, lässt sie sich nicht mehr öffnen. Lose darf sie aber keinesfalls sein. Ferner muss der Prüfling die drei Rohstoffe Plexiglas, Polyacetal und PVC farblich aufeinander abstimmen und sie sachgemäss verkleben.

Treibstoff aus dem Rebberg
An Motivation fehlt es nicht. Ein besonders engagierter Betreuer des Prüflings geht in Pension. Die Dampflok ist als Geschenk an ihn gedacht. Der Clou: Der Kessel der Lokomotive lässt sich vorne öffnen, sofern er präzis gearbeitet ist, so dass sich ins Innenleben der Lok eine Weinflasche schieben lässt. So ausgerüstet, überbringt das Modell die Botschaft aus dem Hause Amsler & Frey: «Zur Pensionierung wünschen wir Dir weiterhin viel Dampf und beste Gesundheit.»

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Die Firma Amsler & Frey AG konstruiert anspruchsvolle, hoch präzise Teile aus Kunststoff. Einzelteile und ganze Serien. Sie montiert Kunststoff-Baugruppen und handelt mit Halbfabrikaten aus Kunststoff. Die Kunden gehören zu den unterschiedlichsten Branchen: Maschinen- und Apparatebau, Medizinaltechnik, Lebensmittelindustrie, Elektrotechnik, Messwesen, Energieversorgung, öffentliche Betriebe wie Hochschulen, Bundes- und Forschungsstellen u. a. Alle sind sie darauf angewiesen, dass bei Amsler & Frey absolut exakt gearbeitet wird. So wie es von den Lehrlingen bei der LAP gefordert wird, zum Beispiel beim Bau eines Dampflok-Modells.

Kontakt

Amsler & Frey AG
Feldstrasse 26
CH-5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 463 60 70
F +41 56 463 60 79

info@amsler-frey.ch
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Preis halbiert

Mit Kunststoff hast du zu tun? Ja was denn: Stellt ihr bei Amsler & Frey Plastiksäcke und Kunststofffolien her?

Hm? Einzelteile? Wie Einzelteile, was Einzelteile? So was wie Unterlagsscheiben oder Deckel für Mayonnaise-Tuben?

Aha, Präzisionsteile. Geht das überhaupt, Präzision mit Kunststoff? Ist Kunststoff nicht ein Material, das nur so plusminus in der gewünschten Form bleibt?

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Kunststoff ist Alltag. Kunststoff ist überall präsent. Zum Beispiel am Arbeitsplatz: der Drucker, der Rahmen des Bildschirms, die Tastaturknöpfe, die Tischlampe, das Gehäuse des Smartphones, das Ladegerät … Keine Maschine kommt ohne Kunststoffteile aus, das Auto ebenso wenig wie der Düsen-Jet, der Tumbler nicht und nicht der Billettautomat und die moderne Webmaschine. Von einer solchen Webmaschine erzähle ich nun, von der Präzision eines Maschinenteils – und davon, dass man miteinander reden muss, wenn etwas Gescheites herauskommen soll.

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Es ist immer und überall dasselbe: Wenn ein einzelnes Teil versagt, läuft der ganze Karren nicht. Manchmal sind es gerade die Kleinen, an denen alles hängt. In meinem Beispiel sind es die Schussgeberstangen. Ein ziemlicher Zungenbrecher, nicht wahr? Stell dir so linealähnliche Dinger vor, etwa 25 Zentimeter lang, einen guten Zentimeter breit und fünf Millimeter dick. Auf der halben Länge eine Vertiefung eingefräst, dazu drei Löcher. Tönt recht simpel, nicht wahr?

Schussgeberstangen braucht es in grosser Zahl in der modernen Textilindustrie. Mit ihrer Hilfe lassen sich alle nur denkbaren Stoffmuster realisieren. Zu Hunderten in Webmaschinen eingesetzt, sind sie hohen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen leicht und doch stabil sein. Und höchst präzise gearbeitet, auf den Hundertstel genau.

Knowhow nutzen!
Die Produktion der Dinger war anfänglich eine umständliche Sache, an der nicht nur Amsler & Frey, sondern noch weitere Firmen beteiligt waren. Das war zeitraubend und verteuerte das Produkt. Unnötige Scherereien waren vorprogrammiert.

Wir sprachen mit dem Kunden und schlugen ihm ein neues Material vor. Eines, das noch bessere Eigenschaften hat und das wir von A bis Z im Haus bearbeiten können. Und zwar höchst präzise! Das Beste an allem: Die Schussgeberstangen kommen so fast 50 Prozent günstiger zu stehen! Der Kunde hatte nichts dagegen, wie man sich denken kann. Seither liefern wir jedes Jahr mehrere tausend Stück, natürlich nach diesem neuen Verfahren hergestellt.

Unsere Firma Amsler & Frey AG hat jahrzehntelange Erfahrung in der Bearbeitung von Kunststoff. Dieses Knowhow stellen wir unsern Kunden zur Verfügung. Wenn sie uns frühzeitig in die Entwicklung einbeziehen und sich von uns beraten lassen, erzielen wir oftmals bessere Lösungen. «Zäme rede», lautet die Devise. Manchmal bedauern wir, dass die Kunden mit fixfertigen, unverrückbaren Vorstellungen zu uns kommen. Wir würden gerne von allem Anfang an mitdenken.

Blick in eine moderne Textilweberei
Moderne Webmaschine
Die alte (oben) und die neue Schussgeberstange

Wir sind meilenweit entfernt von Plastiktüten und Mayonnaise-Tuben! Übrigens: Ich bin stolz auf meinen Beruf und auf unsere Erzeugnisse. Die Welt wäre eine andere, wenn wir nach dem «Soso-lala-Prinzip» arbeiten würden.

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Die Firma Amsler & Frey AG konstruiert anspruchsvolle Teile aus Kunststoff. Sie montiert ganze Kunststoff-Baugruppen und handelt mit Halbfabrikaten aus Kunststoff. Die Kunden zählen zu den unterschiedlichsten Branchen: Maschinen- und Apparatebau, Medizintechnik, Lebensmittelindustrie, Elektrotechnik, Messwesen, Energieversorgung, öffentliche Betriebe wie Hochschulen, Bundes- und Forschungsstellen u. a.

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In the Heat of the Day

In einer halben Stunde beginnt mein Schnuppertag bei der Firma Amsler & Frey AG in Schinznach-Dorf. Hoch präzise Einzelteile aus Kunststoff stellt das Unternehmen her. Es geht um Hundertstel. Engste Toleranzen.

Und schon habe ich mich in den schüchternen, unsicheren 15-Jährigen zurückverwandelt. Ich möchte eine gute Falle machen. Allerdings ist ein Hitzetag der ersten Kategorie angesagt. Darf ich mir kurze Hosen erlauben? Was soll ich mitnehmen? Sieht doch blöd aus, wenn ich mit einer Wasserflasche anmarschiere, oder? – Wie muss es den «echten Schnupperern» in diesem Moment zumute sein?

Der Chef höchst persönlich begrüsst mich, ein kräftiger Händedruck, einige scherzhafte Worte, auch zur Wetterlage. Ich will keine Spezialbehandlung. Ich möchte wissen, wie sich ein Schnuppertag bei Amsler & Frey abspielt, möglichst unverstellt. «Kommen Sie! Wir zeigen Ihnen heute unsern ganzen Produktionsbetrieb, von der Anlieferung über die Dreherei und die Fräserei bis zum Messraum.»

Einlagern und zuschneiden
Marc führt als Werkstattleiter Logistik durch seine Abteilung. Sachlich erklärt er die Abläufe: Anlieferung von Kunststoffplatten, -stangen und -röhren – Kontrolle – Einlagerung – Kommissionierung – Gewicht des Rohstoffs ermitteln – Auftrag im System zurückmelden – Material ins Lager der Produktion – Auftrag deponieren. «Chunsch no drus?» Klar, ich fühle mich noch frisch trotz Hitzetag. Er führt mich ins Lager, Abteilung G. Da sind die 12mm-Stangen, von denen er jetzt einige braucht. Marc muss nicht suchen; er weiss genau, was wo abgelegt ist.

Hans, der schon etwas ältere Mitarbeiter an der Plattenaufteilsäge, führt mit spürbarem Berufsstolz seine Maschine vor. Platten bis zu vier Metern Länge und Breite schneidet er hier zu. Sie dürfen nicht dicker als 150 und bis zu 0,3 dünn sein. «Wir geben alle Masse in Millimetern an.» Dann kommt Hans auf Eigenheiten der Firma zu sprechen. Die flache Hierarchie, der menschliche Umgangston, der Teamgedanke. «Mir gefällt es. Ich fühle mich wohl.» Dazu streicht er mit der Hand beinahe zärtlich über die frisch zugeschnittenen Werkstücke, prüft deren Oberfläche.

Zehn Uhr. Die Zeit fliegt. Konzentriertes Zuhören ermüdet. Die Hitze auch. Wie ist das wohl bei 15-Jährigen? – Ohne Pause geht es weiter in die Dreherei. Ich hätte gerne auch selbst mal Hand angelegt.

Alles ist einfach
Peter ist Chef in der Dreherei. Er führt mich durch seine Abteilung, erklärt die komplexen Einsatzmöglichkeiten der Maschinen. «Das ist ganz einfach.» Ja, ja, denke ich, einfach ist alles, was man beherrscht.

Die Klimaanlage in der Halle ist ausgefallen. Draussen sind mehr als 30 Grad. Und drinnen? – Den Kunden kümmern die Temperaturen nicht. Nur das Resultat zählt. Die Toleranzen gelten. Der Abgabetermin ebenfalls.

Jeder Mitarbeiter arbeitet an «seiner» Maschine autonom. Er programmiert sie, startet einen Probedurchgang, überprüft das Resultat im Messraum, wo jedes Werkstück auf Dutzenden von Positionen kontrolliert wird, bevor es in Serie geht. «einfach», hat Peter gesagt.

Markus und Matthias stehen an der neusten Maschine. Sie produzieren kleine, leicht konische Teile, gerade mal 7 Millimeter in der Länge und im Durchmesser. An genau definierten Stellen bohren sie fünf winzige Löcher. Das Endprodukt sieht wenig spektakulär aus; die Herstellung schon. Mehrere vollautomatische Werkzeugwechsel. Drehen, fräsen, bohren, ablängen. Alles im exakten Winkel, in der richtigen Dimension. «Wofür ist dieses Teil?» – «Keine Ahnung. Das wissen wir nur in den seltensten Fällen.»

Durst. Markus verschafft mir eine Flasche Valser Wasser. Lauwarm, aber flüssig. Nochmals zurück an die Maschine. Dann ist Mittagspause.

Luzia
Christian ist heute zuständig für die Fräserei. Jede Maschine erklärt er mir ausführlich. Wir kommen zu Luzia. Ja, unter den Mitarbeitenden sind auch einige Frauen. Luzia bearbeitet Hunderte von kleinen Teilen, Plättchen mit vier «Füssen» und zwei Löchern, alles genau definiert. Immer zwei dieser Teile fixiert sie im Innenraum der Maschine, bevor sie den Bearbeitungsvorgang startet. «Bitte zeig mir, wie das geht.» Kurze Einführung, dann lässt sie mich an die Maschine. Teile in korrekter Ausrichtung einsetzen, fixieren, Maschinenabdeckung schliessen, grüner Startknopf, los gehts. Hurra, ich darf etwas machen! Am liebsten würde ich Luzia umarmen.

Im Programmierraum scheint es weniger warm. Alle vier Computer-Stationen sind besetzt. Eine andächtige Stille, als befänden wir uns in einem sakralen Raum. Kein ehrfürchtiges, sondern ein konzentriertes Schweigen. Fehler dürfen hier nicht sein. Jedes falsche Zeichen macht das Resultat unbrauchbar. Auf dem Bildschirm ein Gewimmel von Grossbuchstaben und Zahlen. Jan erläutert die Programmiersprache und die Entwicklung eines etwa handtellergrossen Isolationsteils. «Das ist ganz einfach.»

16 Uhr. Das wars. Ich setze mich hin, wische mir den Schweiss von der Stirn. Die Glieder ziemlich ausgekocht, im Kopf ein Gewirbel von Eindrücken. Viel gesehen, viel gehört, viel mitbekommen: ein komplexes Räderwerk, bei dem jedes Einzelteil zuverlässig funktionieren muss. Hitze hin oder her.

Hans überprüft mit erfahrener Hand die Oberfläche eines Werkstücks
Eine Drehmaschine bearbeitet mit feinem Werkzeug ein beiges Werkstück

Die Vermessung des fertigen Werkstücks erfolgt über den pinkfarbenen Taster

Der Messvorgang erscheint auch am Bildschirm; das Gerät registriert die exakten Messdaten

Messungen sind auch im Innern des Teils möglich

Grosses Drumherum, kleines Werkstück (Bildmitte, weiss)

Ein massives Futter fixiert das Werkstück. Die fünf Löcher im weissen Kunststoffzylinder sind gut zu erkennen

Die fertigen Teile sind winzig, kaum so gross wie eine Stubenfliege

Alle diese Teile muss Luzia verarbeiten

Die fertigen Teile werden sein säuberlich aufgereiht

Der Weg vom Rohling über den ersten Bearbeitungsschritt bis zum fertigen Teil in Vorder- und Rückenansicht (von rechts)

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Kuhhornschutz und Kuchen

Daniel Lienammer schüttelt verwundert den Kopf: «Schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Branchen auf Kunststoffteile angewiesen sind. Erst jetzt, da wir die Sache auflisten, wird mir das richtig bewusst.»

Lienammer – Geschäftsführer bei Amsler & Frey, Kunststoffbearbeitung – erzählt von einem ungewöhnlichen Auftrag aus dem landwirtschaftlichen Umfeld: «Ein Kunde klagte über die Gefahr, dass sich die Kühe im Stall gegenseitig mit den Hörnern verletzen. Wir besprachen, was zu tun sei und produzierten schliesslich einen Kuhhornschutz mit einer Kunststoffkugel an der Hornspitze. Diese Kugel war übrigens gar nicht so einfach herzustellen.»

Ein anderer Kunde kommt aus dem Lebensmittelsektor. «Die Firma produziert einfarbige Kuchen. Doch der Kunde wollte fortan auch zweifarbige Kuchen anbieten. Das bedingt eine angepasste Abfüllanlage, die sich sowohl für ein- als auch für zweifarbige Kuchen eignet. Wir aktivierten unsern ‚think tank’, präsentierten ein entsprechendes Modell und lösten damit ein weiteres Menschheitsproblem.»

Beispiele noch und noch
Das Branchenspektrum ist tatsächlich sehr breit: Dezente Beleuchtungskörper für Kirchen. Höchstpräzise Einzelteile für Porsche, BMW und Sauber. Selbst die Medizin beansprucht das Knowhow des Schinznacher Unternehmens, zum Beispiel für Wirbelsäulen-Implantate oder für Manipulierteile, die bei Hüftoperationen zum Einsatz kommen.

Medizinische Manipulierteile, die bei Hüftoperationen zum Einsatz gelangen

Pumpengehäuse, aus einem einzigen Werkstück hergestellt

Anspruchsvolle Frästeile. Beim weissen Bogen handelt es sich um den im Text erwähnten Bogen der Banderoliermaschine

Wirbelsäulen-Implantate

Regulier- oder Drehknopf. Kunststoffteile lassen sich in unterschiedlichsten Farben herstellen

Daniel Lienammer, Geschäftsführer bei Amsler & Frey

Sie müssen ein Erfolgsrezept haben. Verraten Sie es uns?
Tja, gewusst wie! Wir befinden uns in einem Nischengeschäft. Seit beinahe 50 Jahren hat sich unsere Firma eine Kernkompetenz aufgebaut, wie sie sonst kaum jemand ausweist. Dann ist es die Trocken-Bearbeitungsmethode, welche die Gefahr von chemischen oder physikalischen Veränderungen des Materials ausschliesst.

Haben Sie noch ein weiteres schönes Beispiel?
Da mute ich Ihnen zwei Monsterwörter zu. Nämlich den «Bandeinschussbogen» von «Banderoliermaschinen». Das sind Verpackungsmaschinen, die über einem «Tisch» einen Bogen haben. Also: Sie legen ein Paket auf den Tisch, drücken ein Knöpfchen, und fsssst-fsssst! ist das Paket mit einem weisslichen Kunststoffband fest verschnürt. Dieses Band wird über den Bogen geführt. – Der Bandeinschussbogen bestand ursprünglich aus acht Einzelteilen, nämlich aus vier gebogenen und vier geraden Elementen. Daraus resultierten immer wieder Pannen: die Teile passten nicht genau, das Band sprang heraus … Unter Einbezug unseres Fachwissens konstruierte der Kunde deshalb einen Bandeinschussbogen aus einem einzigen Stück. Als Besonderheit musste die Oberfläche rau sein; eine glatte Oberfläche hätte zu statischer Aufladung geführt, wenn das Verpackungsband darüber zischt.

Daniel Lienammer legt eine Pause ein, prüft, ob er verstanden wurde und sagt mit einem Anflug von Berufsstolz: «Das ist eine tolle Sache.» – Stimmt! Und wenn ich das nächste Mal ein tadellos baneroliertverschnürtes Paket bekomme, denke ich bestimmt an die Firma Amsler & Frey.

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Die Neue ist eine Schweizerin

Markus Zumstein und Matthias Ammann sind stolz. Sie wissen, wie sie mit der Neuen umgehen müssen, wie sie zu behandeln ist: sanft, überlegt, mit Gefühl. Und doch zielstrebig, ohne Zaudern und Zagen. Sie stellen sich neben die junge Schönheit und lassen sich gerne mit ihr fotografieren.

Bemerkenswert: Die Neue ist eine Schweizerin. Swissness ist Trumpf. Denn sie repräsentiert genau die Eigenschaften, die man gemeinhin diesem Land zuordnet: Verlässlichkeit, Qualität, Präzision und Vertrauen.

Die Rede ist von einer Dreh-Fräsmaschine, made in Switzerland. Gekauft hat sie die Firma Amsler & Frey AG in Delémont, Kanton Jura. Dazu Betriebsleiter Thomas Gloor: «Ursprünglich dachten wir an ein ausländisches Fabrikat. Im Verlauf des Evaluationsverfahrens baten wir Willemin-Macodel SA um eine Vergleichsofferte. Das Unternehmen war uns an Fachmessen schon durch seine Innovationen aufgefallen. Und siehe da: Entgegen unserer Erwartungen sind die Preise – bei identischer Leistungsfähigkeit der Maschinen – absolut vergleichbar mit jenen von ausländischen Produkten. Wir entschieden uns deshalb, das Schweizer Unternehmen zu berücksichtigen, zumal sich Amsler & Frey ebenfalls unter dem Brand Swissness positioniert.»

Frühzeitig umrüsten
Thomas Gloor erläutert die Einkaufsstrategie von Amsler & Frey: «Wir wollen immer auf dem neusten Stand sein. Deshalb warten wir die Lebensdauer unserer Maschinen nicht ab. Dadurch würde der technologische Rückstand zu gross. Und die Maschinen hätten kaum noch einen Realwert. Wir informieren uns permanent, wohin die Entwicklungen laufen und rüsten unseren Maschinenpark frühzeitig um.»

Diese Politik hat noch einen zweiten, innerbetrieblichen Grund. «Unsere Mitarbeiter sehen, dass wir in die Zukunft investieren. Das stärkt ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen. Und ihren Stolz, in einem modernen Betrieb zu arbeiten. Für die Leute an den neuen Maschinen ist es ein Zeichen der Wertschätzung. Sie erleben, dass wir ihnen viel zutrauen.»

Markus Zumstein programmiert die Maschine für einen neuen Auftrag
Matthias Ammann greift ins «Innenleben» der neuen Maschine

Die «Neue» heisst hat einen prosaischen Namen: WM 508MT2

Übersichtliche, klare Anordnung der Anschlüsse und Sicherungen

Programmier-Panel

Am Bildschirm lassen sich die programmierten Funktionen überprüfen

Die Maschine ist in Betrieb; sie bearbeitet ein winziges, hellbraunes Werkstück (Bildmitte) aus einem Hochleistungskunststoff

Die Arbeitskomponenten in Achsenrichtung

edes der fertigen Werkstücke misst ungefähr 10 Millimeter und ist in einem Toleranzbereich von 0.03 mm

Eine flinke «Mitarbeiterin»!
Die Neue hat tatsächlich unglaubliche Qualitäten. Beispiele:

  • Der Fräskopf arbeitet mit 30’000 Umdrehungen pro Minute. Er ist in alle Richtungen schwenkbar und dient nicht nur zum Fräsen, sondern auch zum Drehen.
  • 72 Bearbeitungswerkzeuge sind in der Maschine integriert; ein von der Maschine selbständig vorgenommener Werkzeugwechsel dauert gerade mal 0.8 Sekunden.
  • Die integrierte Maschinenkühlung garantiert gleichbleibende Präzision während des ganzen Produktionsprozesses.

Die Maschine verfügt über mehrere Überwachungsfunktionen. Bei Druckabfall oder Störungen – zum Beispiel durch einen Werkzeugbruch – übermittelt sie eine Meldung aufs Handy des Pikettdienstes. Bei Überhitzung oder einem Brandfall alarmiert sie selbständig die Feuerwehr.

Markus Zumstein und Matthias Ammann haben sich im Rahmen eines einwöchigen Kurses mit der Neuen vertraut gemacht. Aus der vorsichtigen Annäherung ist ein selbstbewusster Umgang geworden. Sie freuen sich über die Zusammenarbeit mit ihr.

Die neue Dreh-/Fräsmaschine von Willemin-Macodel an der Arbeit. Man beachte den rasanten Werkzeugwechsel bei Sekunde 9 (etwa in der Filmhälfte)

 

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Kunststoffe online bestellen

He, Sie! Ja, Sie, genau Sie meine ich. Sind Sie Modellbauer? Sind Sie künstlerisch tätig? Pröbeln Sie an Spielsachen herum? Benötigen Sie eine Plexiglasscheibe für den Balkon oder als Windschutz für den Garten? Dann gehören Sie möglicherweise zu den privaten Online-Kunden des Kunststoff-Unternehmens Amsler & Frey. Wählen Sie aus einer Auswahl von 40 Kunststoffen in rund 2000 unterschiedlichen Farben, Formen und Stärken.

Martin Obrist, Verkaufsleiter bei Amsler & Frey, betreut den Online-Shop. Für Private ebenso wie für Bildungsinstitute, das Gewerbe oder die industrielle Weiterbearbeitung. «Rund 80 Prozent der Gewerbebetriebe, die bei uns online bestellen, verarbeiten die Kunststoffe weiter. In den meisten Fällen wissen wir daher nicht, in welchen Endprodukten unsere Halbzeuge eingesetzt werden.»

«Wir sind im Zeitalter der Digitalisierung. Der Print-Katalog als Grundlage für Bestellungen ist ein Auslaufmodell. Obwohl nach wie vor viele Bestellungen sogar noch per Fax eintreffen, gehört die Zukunft dem Webshop.»

Gewichtige Vorteile
Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Kunde bestellt genau dann, wenn es ihm passt; er ist nicht auf Geschäftszeiten angewiesen. Kein langes Herumblättern mehr. Alles auf einen Blick. Garantiert tagesaktuell. Eine gestaffelte Preisgestaltung berücksichtigt die bestellte Stückzahl. Der Kunde weiss genau, was auf Lager ist, welche Qualität, welche Eigenschaften, welche Formate, welche Farben. Die Tarife stimmen auch dann, wenn die Rohstoffpreise instabil sind. «Print-Kataloge hinken immer hintennach.» Geschäftsführer Daniel Lienammer verweist auf den ominösen 15. Januar 2015, als die Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufhob. Von einem Moment auf den andern mutierten sämtliche Kataloge zu Altpapier, denn kaum ein Unternehmen kam um Preisanpassungen herum.

«Die Fehlerquote sinkt beträchtlich», so Lienammer. «Am Telefon kommt es schon mal zu Unklarheiten und Missverständnissen. Unnötige Umtriebe sind die Folge.»

Dienst am Kunden: Kunststoffplatten und -stangen werden auf die verlangten Dimensionen zugeschnitten

 

Wie hat sich Ihr Webshop entwickelt?
Von allem Anfang an hatten wir das ganze Sortiment an Halbfabrikaten im Netz aufgelistet. Seit drei Jahren sind auch Kunststoffe für die Medizintechnik  im Webshop  aufgeführt.

Wer nutzt Ihren Webshop?
Es sind nicht mehr nur jüngere Geschäftspartner, die uns auf diesem Weg kontaktieren. Die Online-Kompetenz ist auch bei älteren Personen auf einem hohen Niveau. Allgemein sind es eher kleinere Bestellungen in der Grössenordnung von 100 bis 500 Franken. Aber nicht nur. Zum Beispiel die diversen Hochschulen beziehen alles auf diesem Weg. Etwa 80 Prozent der Bestellungen tätigen Firmen; 20 Prozent gehen an Private.

Im Online-Modell fehlt doch die persönliche Beratung.
Das stimmt. Dafür hat der Kunde Zugriff auf ausführliches Informationsmaterial. Er kann sich selber ein Bild machen, vergleichen. Grundlage bilden die technischen Werte auf unserer Website. Sie geben Auskunft unter anderem über Temperatur-Beständigkeit, Dichte, Festigkeit, Brennbarkeit und Wärmeausdehnung des betreffenden Kunststoffs.

Machen die Online-Bestellungen einen hohen Prozentsatz aus?
Im Moment sind das rund 20 Prozent aller Bestellungseingänge. Wir haben den Webshop im Jahr 2002 life geschaltet. Was zunächst nur zögernd begann, nahm innert weniger Jahre Fahrt auf. Teilweise verdoppelten sich die Anzahl Bestellungen von Jahr zu Jahr. Heute ist die Tendenz immer noch steigend, aber mit Zunahmen von ca. 10 bis 20 Prozent pro Jahr.

Wohin wollen Sie Ihren Webshop führen?
Wir wollen ihn vollständig automatisieren und in der Handhabung weiter vereinfachen. Je mehr Bestellungen übers Web bei uns eintreffen, desto effizienter lassen sich die Aufträge abwickeln.

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Eine aktuelle Studie von «Futurecom» zeigt die wachsende Bedeutung von Online-Shopping auf. Nach Produktekategorien ergaben sich folgende Werte:

 

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«Bitte mehr Engagement!»

Es gibt Branchen, denen pfeift der Innovationswind steif um die Ohren. Zurücklehnen und satte Zufriedenheit zelebrieren, das geht gar nicht. Wer die Hand nicht permanent am Puls behält, hat schon verloren. Ohne Zweifel gehört die Kunststoffindustrie in dieses Segment. Die Zeiten sind vorbei, da jeder Anbieter klammheimlich und hinter verschlossenen Jalousien sein eigenes Ding drehte, losgelöst von Entwicklungsschritten, die anderswo passierten. Es gilt vielmehr, jede Gelegenheit für Kontakte zu nutzen. Impulse wahrnehmen, Netzwerke pflegen, die Forschung im Auge behalten, eigene Innovationen und Produkte ins richtige Licht stellen.

All das lässt sich in konzentrierter Form an der Fachmesse «swiss plastics» realisieren, die der gleichnamige Verband alle drei Jahre organisiert. Rund 300 Aussteller aus der Kunststoffbranche sind präsent, zeigen den Stand ihrer Entwicklung auf. Unter ihnen Amsler & Frey AG, «ein innovatives Schweizer Unternehmen der Kunststoffindustrie», wie sich die Firma selber charakterisiert.

Verkaufsleiter Martin Obrist betont den hohen Stellenwert der Messepräsenz, und er stellt den Begriff «Kontakt» weit in den Vordergrund: Bestehende Kunden kontaktieren – Kontaktdaten sammeln – Leute, die man nur am Telefon hatte, persönlich kontaktieren – Kontakte mit Verbandmitgliedern. Und kurz nach der Messe will Obrist vor allem auf die neuen Kontakte nochmals zugehen.

An der «swiss plastics» herrscht kein Gedränge und Geschiebe. Es ist keine Messe für Laufkundschaft, sondern für ein Fachpublikum. Keine Prospektraffer-Mentalität, keine Give-aways-Sammler, keine Gratiswurst-Konsumenten. Stattdessen konzentrierte Aufmerksamkeit, gezieltes Hinschauen und fachkundiges Zuhören.

Im Gespräch mit Kunden an der swiss plastics: Daniel Lienammer (Geschäftsführer Amsler & Frey, vorne) und Martin Obrist (Verkaufsleiter Amsler & Frey, ganz rechts)

Kurt Röschli, Co-Geschäftsführer des Verbands Swiss Plastics

Begegnungen, Kontakte. Zum Beispiel mit Kurt Röschli, Co-Geschäftsführer des Verbandes «Swiss Plastics».

Herr Röschli, welche Aufgaben hat sich Ihr Verband auf die Fahne geschrieben?
Ich stelle drei Bereiche in den Vordergrund. Höchste Bedeutung hat die Aus- und Weiterbildung sowohl für Lernende als auch für erfahrene Fachpersonen. Wir nehmen die organisatorische und vor allem die inhaltliche Verantwortung wahr für alles, was in Sachen Fortbildung geschieht. Permanente Weiterbildung, darum gehts.
Als Zweites nenne ich die Interessenvertretung in der Politik und gegenüber Behörden aller Stufen. Es ist wichtig, dass wir wo immer möglich Präsenz markieren und die Netzwerkpflege unterstützen. Wir verstehen uns da als Katalysator, übrigens auch für interne Kontakte.

Sie sprachen von drei Bereichen.
Ja, wir legen grossen Wert auf den umfassenden Begriff Nachhaltigkeit. Es geht zum Beispiel um Fragen des Recyclings unserer Kunststoff-Erzeugnisse. In enger Zusammenarbeit mit dem BAFU, dem Bundesamt für Umwelt, suchen wir nach Möglichkeiten hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Die Ökonomie und die Ökologie müssen sich unbedingt annähern. Das ist eine ambitionierte Zielsetzung, aber der Innovationskraft unserer Mitglieder traue ich viel zu! Und das BAFU ist selbstverständlich daran interessiert, dass hier Substanzielles geschieht.

Klingt gut, aber da macht bestimmt nicht jeder mit.
Wir vermissen in mancherlei Hinsicht ein aktives Engagement. Ich nenne zum Beispiel die Öffentlichkeit und die Industrie, die sich noch mehr engagieren dürften, wenn es um Recycling geht. Man ist sich der Problematik bewusst, lässt aber das Handeln vermissen und setzt diesbezüglich auch keinen Druck auf. Zwar fokussieren sich die Medien auf punktuelle Probleme. Ich erkenne aber keine übergeordnete Grundhaltung der Gesellschaft. Auch verbandsintern würde ich mir mehr Engagement der Mitglieder wünschen. Es wäre schön, wenn mehr Herzblut erkennbar wäre.

Wie hält es die Kunststoffbranche in Sachen swissness?
Die Abwanderung der Produktion ins Ausland bereitet uns Sorgen. Da stecken wir voll drin. Vereinfacht gesagt, bleiben nur die Sektoren High Tech und Innovation in der Schweiz, ferner die Firmen, die sich auf die Anfertigung kleiner und kleinster Serien spezialisiert haben. Grossserien dagegen lassen sich im Ausland kostengünstiger realisieren. Diese Entwicklung bringt aber einen herben Verlust an Arbeitsplätzen und an Know-how mit sich, und sie ist kaum reversibel.

Der Verband Swiss Plastics hat sich in jüngster Vergangenheit neu aufgestellt.
Das ist richtig. In der Vergangenheit agierten die einzelnen Fachgruppen sehr autonom. Wir legen nun deutlich mehr Gewicht auf die Wahrung übergeordneter Interessen. Wir wollen homogener auftreten; Stichworte Berufsmarketing und Kommunikation.

Ihre Branche tut sich schwer bei der Rekrutierung von Lernenden.
Ja, leider! Die Attraktivität der Kunststoff-Berufe ist kaum bekannt. Zudem vermute ich, dass viele an sich interessierte Jugendliche nichts über die Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten wissen, die sich ihnen bieten. Ganz zu schweigen von dem Umgang mit der technisch ambitionierten Materie. Swiss Plastics muss sich dieser Problematik energisch annehmen.

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Amsler und Frey AG bildet aktuell fünf Lernende aus, drei im kaufmännischen Bereich und zwei Polymechaniker. Die Firma bekennt sich hundertprozentig zu swissness – aus Überzeugung!

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