Alle Artikel von Peter Belart

Warnung vor Todesfallen

28. September 2016. Ein Super Puma der Schweizer Armee stürzt auf der Gotthard-Passhöhe ab. Die beiden Piloten sterben. Kurz vor dem Unfall hat der Helikopter eine Hochspannungsleitung touchiert, berichten Augenzeugen.

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Der Lebag-Chefmonteur Marc Streiter glaubt, dass seither mehr Aufträge für die Montage von Fliegerwarnkugeln eingegangen sind als in den letzten Jahren. In ähnlichem Sinn äussert sich der frühere Chef der Schweizer Luftwaffe, Korpskommandant a. D. Markus Gygax: «Angesichts der zunehmenden Zahl an Ultralight-Fluggeräten werden Fliegerwarnkugeln immer wichtiger. Auf der Suche nach Thermikschläuchen bewegen sich Gleitschirme gern in Bodennähe; dort sind Transport- und Leitungsseile eine erhebliche Gefahr.» Gygax konkretisiert: «In der Luft sind Kabel kaum zu erkennen. Man sieht nur die orangen Kugeln. Es hilft schon, wenn eine solche Kugel auf der Mastspitze angebracht ist.» Gygax spricht nicht nur von den Freizeitfliegern; er verweist auf die Helikopter-Bewegungen bei Löscheinsätzen, Gebirgstransporten oder Ambulanzflügen. Alles Aufträge in Bodennähe. «Die Bedürfnisse für solche Flüge nehmen zu.»

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Heute ist Marc Streiter zusammen mit seinem Zweierteam in der Berner Gemeinde Wynigen an der Arbeit. Zu dritt bestücken sie eine Hochspannungsleitung mit Fliegerwarnkugeln. Mit dem Firmen-Pickup hat er ein ganzes Sammelsurium an Material hergebracht: Die leuchtend orangen Halbkugeln, Durchmesser 60 Zentimeter, Spiraldrähte, jede Menge Seile, Kabelrollen, einen Generator, Bohrmaschinen, Kleinwerkzeug, Taschen, Schnurrollen, eine Leiter und ein fahrradähnliches Ding, das sie «Carillo» nennen. Dazu das persönliche Material der beiden Freileitungsmonteure. Sie schnallen es sich an einem Werkzeuggurt um den Leib.

Noch eine kurze Besprechung über den Ablauf der Arbeiten: Eine Fliegerwarnkugel kommt auf die Mastspitze; je zwei weitere links und rechts davon im Abstand von jeweils 40 Metern ans Erdseil. (Das Erdseil ist ein geerdetes Seil, das als Blitzschutz oberhalb von Hochspannungsleitungen gespannt wird.) «Wenn wir das am Boden machen könnten, wäre es eine kleine Sache.» Dort oben aber ist jeder Arbeitsschritt sehr viel mühseliger. Die Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt. Die Schutz- und Sicherheitsvorrichtungen, die dicke Kleidung, der sperrige Werkzeuggurt, die kaum existierende Standfläche: All das bremst die Monteure in ihrem Tun.

Ein Fahrradsattel als Arbeitsplattform
Die zwei Freileitungsmonteure sind längst oben angekommen. Gut gesichert haben sie ein Transportseil installiert. Die Kugelhälften schweben himmelwärts. Danach die Leiter und der «Carillo». Sorgfältig lösen die Männer jedes Werkstück vom Seil und sichern alles. Ein runterfallender Gegenstand, und sei er noch so klein, könnte schlimme Folgen haben.

Inzwischen hat Emiliano das seltsame «Fahrrad» am Erdseil aufgehängt und sich – behängt wie ein Weihnachtsbaum – auf den Sattel gesetzt. Die Übersetzung lässt nur ein gemächliches Fahr-«Tempo» zu. 80 Meter vom Mast entfernt, beginnt Emiliano mit der Montage der ersten Kugel. Sechs Schrauben pressen die beiden Kugelhälften am Erdseil fest. Marc weiss um die Schwierigkeiten der Arbeit: «Genau jetzt sollte er eine dritte Hand haben; eine für jede Halbkugel und eine für den Akku-Schraubenzieher.» Dem Laien bleibt ein leises Bangen.

Eine von 87
Es klappt. Die Kugel ist fixiert. Wie viel Zeit mag verstrichen sein? Eineinhalb Stunden? Gut möglich. Beim Beobachten des Geschehens vergisst man trotz des langsamen Arbeitsfortschritts die Zeit.

«Für die Montage von sechs Kugeln benötigen wir ungefähr einen halben Tag.» Die Lebag setzt für den Auftrag drei Dreierteams ein. Sie müssen insgesamt 87 Kugeln montieren.

Ein feiner Nieselregen, ein kühler Wind – dort oben wird gearbeitet.

Ein Mast, etwa 50 Meter hoch, in der Berner Gemeinde Wynigen

Am Fuss des Mastes eine Anzahl überdimensionierte «Schüsseln»
Der Lebag-Pickup nähert sich

Die Pickup-Brücke und der Anhänger sind voll Material

Das Fahrrad für den Drahtseilakt
Hoch oben bringen die Monteure eine Leiter an, um das Verbindungsstück vom Mast zum Erdungsseil zu überbrücken
Die Männer sind gut gesichert
Der Lebag-Chefmonteur unterstützt die Arbeit vom Boden aus. Soeben hat er den «Carillo» ans Transportseil gehängt
Das fahrradähnliche Ding wird in die Höhe gehievt

Einer der Freileitungsmonteure macht sich mit dem «Carillo» auf die Reise; sein Kollege beobachtet das Geschehen von der Mastspitze aus

Ein freundliches Zeichen nach unten

Die erste Fliegerwarnkugel ist fertig montiert

Markus Gygax, der ehemalige Chef der Schweizer Luftwaffe

Die hier erwähnten Lebag-Männer stehen stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL liefert zur beschriebenen Problematik statistische Angaben:

Von 01.01.2007 bis 31.12.2016 gab es 12 Fälle, bei denen Luftfahrzeuge ein Transportseil oder eine Leitung touchierten und die SUST eine Untersuchung vornahm. (das heisst, der Vorfall wurde als Unfall klassifiziert)

Zu den Zwischenfällen: Hier haben wir seit 2012 bis Ende 2016 insgesamt 17 Vorfälle mit Kabeln oder Leitungen erfasst.
Es wurden uns unter anderem folgende Situationen gemeldet:

  • Kollision mit einem Kabel bei der Landung
  • Kollision einer Unterlast mit einem Kabel
  • Heuseil durchtrennt, durch Unterlast touchiert, war nicht auf LFH-Karte eingetragen
  • Ablenkung durch Kabel im Landeanflug und darauf zurückzuführen eine beinahe-Landung mit eingefahrenem Fahrwerk

Es gibt drei Hauptgründe, wie es zu Vorfällen kommt, nämlich dass ….:

  • die Kabel nicht gesehen wurden
  • die Kabel vergessen wurden
  • die Kabel nicht in die Hinderniskarten eingetragen waren.

Die Zahlen zeigen, dass es im Schnitt jährlich zu einem Unfall und zwei Vorfällen aufgrund von Kabeln kommt.

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Abtauchen

Endlich! Den Feierabendverkehr haben Sie halbwegs heil überstanden, wenn auch mit leicht angegriffenen Nerven. Jetzt steht Ihnen der Sinn nach einer entspannten halben Stunde. Nicht auf der Holzbank, nicht auf dem Taburettli, sondern – aaaah! – auf Ihrem Relaxsessel. Weich, bequem, genau Ihren Vorstellungen entsprechend. Sie lassen sich sinken, körperlich und mental. Abdriften. Den Ärger, den Stress, die Hektik vergessen. Die Spannungen ablegen.

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Die Firma Leu Polstermöbel in Rothenthurm stellt Relaxsessel her. Geschäftsführer Mathias Lindauer: «Unsere Relaxsessel werden auf Kundenbestellung im gewünschten Bezugsmaterial (ca. 70 Stoffe/70 Leder) und in der richtigen Ergonomie produziert. Die Motoren beziehen wir von einem deutschen Lieferanten. Die Funktionalität, die Qualität, die Lieferzuverlässigkeit stehen vor dem Design – dieses ist bei unseren Relaxsesseln sehr klassisch gehalten.»

Banal und direkt: Was ist das, ein Relaxsessel?
(lacht) Jeder Sessel, in dem sich ein Mensch so richtig wohl fühlt. Eine fachmännisch fundierte Definition existiert nicht. Wenn Sie sich auf irgendeiner Sitzgelegenheit entspannen können, die Zeitung lesen oder sogar ein Schläfchen machen, befinden Sie sich auf Ihrem persönlichen Relaxsessel. So einfach ist das.

Mathias Lindauer, Geschäftsführer bei Leu Polstermöbel
Eine Auswahl von Ledermustern

Eine Auswahl von Stoffmustern

Es gibt moderne, elegante und klassische Designs. – Wohin geht der Trend?
Gegenwärtig stelle ich einen Trend zu feinen, ja filigranen Ausführungen fest. Aktuell sind Relaxsessel aus Leder, kombiniert mit Schwarzstahl. Auf jeden Fall sind Relaxsessel Individualisten; ihr Design lehnt sich in keiner Weise an das übrige Mobiliar an.

Farbe und Material – dazu gibt es gewiss noch mehr zu sagen.
Viele Kunden wählen Leder in einer der klassischen Farben Schwarz, Grau, Beige oder Weiss. Aktuell sind zunehmend Blautöne gefragt. Merkwürdigerweise entscheiden die Kunden bei der Wahl von Stoffen zurückhaltender, «bräver» als beim Leder.

Wo soll der Kunde seinen Relaxsessel platzieren? Wohl kaum mitten in die familiäre Hauptverkehrszone?
Nein, lieber nicht. Wichtig sind zwei Aspekte: Ein Relaxsessel benötigt wegen seiner Verstellbarkeit viel Raum. Und ich empfehle, ihn so auszurichten, dass der Blick auf eine beruhigende Szenerie gerichtet ist, also aufs Cheminee, aufs Aquarium oder hinaus, in die freie Natur.

Relaxsessel kosten einen ziemlichen Batzen. Warum eigentlich?
In erster Linie sind es die Funktionen: Wie anspruchsvoll ist die Technik? Es gibt zum Beispiel Relaxsessel mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Massageabstufungen. Das schlägt auf den Preis. Weiter spielt der Produktionsstandort eine Rolle. Die Qualität und die Leistungen von «swissness» wollen bezahlt sein. Schliesslich fallen die Marke und das Design ins Gewicht, vergleichbar mit dem Mercedesstern.

Worauf muss ich beim Kauf eines Relaxsessels achten?
Auf drei Aspekte: Budget, Probesitzen, Beratung. Verschaffen Sie sich zuerst mal Klarheit über Ihr Budget. Wenn Sie weniger als 2000 Franken ausgeben wollen, müssen Sie sich nicht um Sessel mit Massagefunktionen und Aufstehhilfen kümmern. Jedenfalls sollten Sie sich im Möbelgeschäft viel Zeit nehmen, die einzelnen Produkte im Sitzen und im Liegen zu testen: Augen zu, Muskeln lösen, abhängen, ein Nickerchen simulieren, mit den Funktionen spielen – in welchem Sessel fühlen Sie sich am wohlsten? Sehr wichtig ist schliesslich die Qualität der Beratung. Genau diese geht bei einem günstigen Produkt aus Übersee ab. Sie wollen sich doch informieren über die Leder- oder Stoffpflege, über die Mechanik, über die Verstellbarkeit, über Service-Fragen.

Zusammengefasst: Gibt es «gute» Relaxsessel? Oder ist das eine Frage individueller Vorlieben?
Es ist tatsächlich eine persönliche Wahl. Das betrifft sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte. Auf gar keinen Fall sollte man seinen Relaxsessel online bestellen. Denn Probeliegen ist unabdingbar.

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Möbel Kindler in Schinznach-Dorf führt Relaxsessel der Firma Leu Polstermöbel.

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Wenn der Knopf aufgeht

Am Anfang sah alles wenig vielversprechend aus. Es gab so viele andere, lustigere und spannendere Dinge als den öden Schulstoff. Wer wollte denn das Leben auf Grammatik, mathematische Formeln und Französisch-Vokabeln beschränken, wenn die Kollegen und Francesco Hofer selbst vor Ideen nur so sprühten. So machte er es sich in der Realschule während vier Jahren bequem. Er schildert es drastisch: «Ich suchte den Weg des geringsten Widerstands. Wir machten in dieser Zeit nur Seich.»

Da zeigte sich ein erstes Talent: Fussball. Eine Sportlerkarriere schien möglich. Oder doch der Einstieg ins Berufsleben? Im Verlaufe des zehnten Schuljahres verschaffte sich Francesco Klarheit. Unter anderem mit einer Schnupperlehre.

Er hätte sich nun irgendwo und irgendwie melden können. Doch Francesco bewarb sich gezielt bei einem Elektro-Unternehmen und bestand darauf, sich vorzustellen: «Ich wollte mich präsentieren.» Und er wollte sich schon vorgängig ein Bild vom Team und dem beruflichen Umfeld machen – ungewöhnlich für einen 16jährigen Jugendlichen!

Eine Lehre und noch eine
Die Fussballer-Karriere war vom Tisch. Francesco bekam die Lehrstelle als Montage-Elektriker. Drei Lehrjahre, wenig Theorie, eher oberflächlich, ein Mal pro Woche Berufsschule in Rheinfelden. Der junge Mann fühlte sich unterfordert. Nach Lehrabschluss hängte er sofort die Lehre als Elektro-Installateur an, dank seiner Vorkenntnisse auf zwei Jahre reduziert. Der Ehrgeiz war geweckt. In der Berufsschule Brugg und in der praktischen Ausführung seines Berufs durchlief Francesco eine bemerkenswerte Entwicklung von Laissez-faire zu einem zielgerichteten Berufsweg. Hier, am Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Brugg traf er auf Lehrer, die seine Fähigkeiten erkannten und ihn förderten. Auf ein Unterrichtsprogramm, das ihn interessierte. Auf eine in jeder Hinsicht motivierende Umgebung. Der Lehrabschluss war Formsache.

Dann war das Vaterland an der Reihe, insgesamt 46 Wochen in Bière, bei der Artillerie. Zurück im Zivilleben arbeitete Francesco einige Monate temporär. Sein Ehrgeiz führte ihn 2012 für ein halbes Jahr zu einem Sprachaufenthalt an die Westküste der USA. Dem Realschüler stand das Cambridge First Certificate vor Augen. «Ich traf spannende Menschen aus allen Herren Länder, zum Beispiel einen Koreaner, mit dem ich mich auf Anhieb sehr gut verstand. Wir haben uns seither schon zwei Mal getroffen. Einmal in Japan und danach in Korea, wo er mich mit jener fremden Welt und ihren Sitten vertraut machte, ein zweites Mal hier in der Schweiz.»

Von der Baustelle ins Büro
Wieder in der Heimat steckte sich Hofer ein neues Ziel. Die Arbeit draussen auf der Baustelle hatte ihren Reiz weitgehend verloren. Stattdessen begann er sich für planerische Aufgaben zu interessieren. Bauleiter, Sachbearbeiter – dorthin sollte sein Weg führen. Er schrieb sich an der ABB Technikerschule in Baden ein und studierte berufsbegleitend während drei Jahren Energietechnik. In seiner Diplomarbeit erstellte er für die Gemeinde Windisch eine Energiestudie zum Schulhaus Dohlenzelg. Die Arbeit umfasste einen schriftlichen Teil, je eine Präsentation in der Gemeinde Windisch und an der Technikerschule sowie eine mündliche Befragung. «Es war sehr streng und zeitintensiv.» Doch jetzt darf sich Francesco Hofer, der ehemalige Realschüler, diplomierter Techniker nennen.

Als Projektleiter ist er heute das Gesicht seiner Firma. Man vertraut ihm grössere Projekte an. Im Moment ist er in Winterthur anzutreffen. Der ganze Bahnhof wird mit neuen elektrischen Anlagen ausgerüstet. Die Verantwortung für das Vorhaben trägt Francesco Hofer.

Neue Ziele
Und jetzt? Ist er am Ende der Fahnenstange? – Keineswegs! «Ich suche nach neuen Herausforderungen. Was steht mir offen? Sollte ich meine Kenntnisse in Technik weiter vertiefen? Ein Masterstudium? Oder eine Tätigkeit als Berufsschullehrer?» Hofer entschied sich anders. Er hatte sein Interesse an der Wirtschaft entdeckt. Nun will er ab April 2018 an der Fachhochschule einen Wirtschafts-Lehrgang absolvieren. Während zwei Jahren jeweils zwei Tage pro Woche. «Bei mir geschieht alles etappenweise. Ein Ziel nach dem andern. Nicht die grosse, weiträumige Linie, sondern laufend eine neue Standortbestimmung, ein Sich-Besinnen über die Marschrichtung.»

Die Berufsschule Brugg hat wesentlich zur beruflichen und persönlichen Entwicklung von Francesco Hofer beigetragen. Fördernde und motivierende Einflüsse erlebte er in einem Alter, wo wichtige Weichen für das weitere Leben gestellt werden.

Gegen Schluss des Gesprächs sagt er etwas Unerwartetes: «Ich weiss gar nicht so recht, was an mir und an meinem Berufsweg so besonders sein soll.» Er lächelt nicht. Keine Effekthascherei, sondern ehrliche Verwunderung.

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Attacke auf Moos und Vogelkot

Schmuddelwetter. Kühl, Dauerregen, Wind.

Der Lebag-Mann ist an seinem Arbeitsplatz. Zuoberst auf dem Betonmast. Gegen 20 Meter über dem Boden. Helm, Schutzkleidung, stabiles Schuhwerk, den Werkzeuggurt umgeschnallt. Gut gesichert steht er auf dem obersten Ausleger, den Stab mit der Sprühdüse fest in Händen.

Die Aufgabe erscheint einfach: Die 60 Jahre alten Betonmasten benötigen einen Refresh. Moos und Flechten setzen dem Beton zu. Vogelkot ebenfalls. Das alles muss weg. Ein Hochdruck-Wasserstrahl schafft da klare Verhältnisse.

Allseitig eingeengt
In dieser luftigen Höhe ist es allerdings vorbei mit der Einfachheit. Ein Lebag-Pickup bringt den gefüllten Wasserkanister zum Betonmast. Es braucht eine Pumpe und einen langen Schlauch. Materialseitig alles kein grosses Problem. Aber der Mann dort oben, der hats nicht leicht. Seine Bewegungsfreiheit ist durch den Mast, die Seile, die Isolatoren stark eingeschränkt. Der «Stehplatz» ist eng begrenzt. Dann die Sicherungsseile, der Schlauch, der Stab mit der Düse, der einengende Werkzeuggurt. Und das Wetter …

Schäden orten
«Retrofit» nennt sich der Vorgang, alte Anlagen wieder fit machen. Die Betonmasten sollen noch ein paar weitere Jahrzehnte ihren Dienst tun. Allein mit dem Abwaschen ist es nicht getan. Allfällige Materialrisse und eine poröse Oberfläche lassen Wasser eindringen. Die Folge sind korrodierende Armierungseisen und Beton-Abplatzungen; die Lebensdauer der Masten verkürzt sich. Ist alles gereinigt und ausgebessert, wird der Mast «hydrophobiert», das heisst mit einer wasserabweisenden Schutzschicht versiegelt. Eine weitere Kontrolle gilt den elektrischen Armaturen: Ist alles noch intakt und funktionstüchtig? Sonst muss Ersatz her.

Und was wäre, wenn? – Die Masten würden schneller altern. Grössere Schäden, etwa durch Blitzschlag, Hagel oder umgestürzte Bäume, blieben unbemerkt. Armierungseisen würden schnell rosten und zusätzliche Schäden verursachen. Und irgendwann wäre «game over».

Arbeitsplatz in luftiger Höhe: Ein Lebag-Mann hat den Betonmast erklettert

Gut gesichert auf dem obersten Ausleger

Reinigung mit Hochdruck

Moos, Flechten und Vogelkot werden weggesprüht

Die Elektroarmaturen kommen in den Genuss einer Dusche

Reinigung des Mast-Stamms

Die Reinigung ist nahezu abgeschlossen

Fertig! Das Wasserfass auf dem Lebag-Pickup ist fast leer

Good News
Die Mittelspannungs-Leitung gehört der AEW. Alois Durrer, der AEW-Projektleiter, taucht auf. Er bringt gute Nachrichten: Die Leitung bleibt noch einige zusätzliche Tage vom Netz, so dass keine Eile geboten ist. Bei den aktuellen Wetterverhältnissen ist ohnehin nicht ans Hydrophobieren zu denken. Durrer kennt sich aus. Jahrelang hat er als Freileitungsmonteur gearbeitet. «Nur ein einziges Mal stiegen wir wetterbedingt nicht auf die Masten: Es war minus 26 Grad kalt!» – Harte Typen!

Das AEW-Leitungsteam «Geschäftsbereich Netze», René Soland und Adrian Schwammberger, verspricht sich von diesen Arbeiten eine deutlich verlängerte Lebensdauer der Masten. «Jedenfalls haben wir jetzt wieder 25 Jahre Ruhe.» Besondere Aufmerksamkeit gelte den exponierten «Schnittstellen» zwischen den vertikalen und den aufgestülpten horizontalen Mastteilen, also dem Betonstamm und den Auslegern.

Die AEW hat doch eigene Freileitungsmonteure. Weshalb ziehen Sie für diese Arbeiten trotzdem die Lebag zu?
Es sind in erster Linie Kapazitätsgründe. Wir haben nicht genügend Personal, um alle anstehenden Arbeiten zu erledigen. Dabei sind aber immer auch Arbeiten, die unsere eigenen Leute nicht ausführen können.

Und weshalb kooperieren Sie mit der Firma Lebag? Es gibt doch noch weitere Firmen, die sich anbieten würden.
Die Lebag ist eine zentral gelegene Aargauer Firma, die über ein grosses Knowhow im Freileitungsbau verfügt. Im Verlaufe einer langjährigen Zusammenarbeit bildete sich ein solides Vertrauensverhältnis, das sich auf Zuverlässigkeit sowie auf die Qualität der Arbeit stützt. Und was halt auch wichtig ist: Die Lebag hat eine akzeptable Preispolitik.

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Der Lebag-Mitarbeiter ist wieder auf dem Boden. Etwa eine Stunde war er auf dem Mast beschäftigt. Jetzt befreit er sich vom Werkzeuggurt und streckt seine Glieder, fährt sich durchs Haar. «Nichts Besonderes. Routine.» – «Hast du kalt?» – «Nein.» Mehr gibt es nicht zu sagen.

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Der hier erwähnte Lebag-Mann steht stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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Die Neue ist eine Schweizerin

Markus Zumstein und Matthias Ammann sind stolz. Sie wissen, wie sie mit der Neuen umgehen müssen, wie sie zu behandeln ist: sanft, überlegt, mit Gefühl. Und doch zielstrebig, ohne Zaudern und Zagen. Sie stellen sich neben die junge Schönheit und lassen sich gerne mit ihr fotografieren.

Bemerkenswert: Die Neue ist eine Schweizerin. Swissness ist Trumpf. Denn sie repräsentiert genau die Eigenschaften, die man gemeinhin diesem Land zuordnet: Verlässlichkeit, Qualität, Präzision und Vertrauen.

Die Rede ist von einer Dreh-Fräsmaschine, made in Switzerland. Gekauft hat sie die Firma Amsler & Frey AG in Delémont, Kanton Jura. Dazu Betriebsleiter Thomas Gloor: «Ursprünglich dachten wir an ein ausländisches Fabrikat. Im Verlauf des Evaluationsverfahrens baten wir Willemin-Macodel SA um eine Vergleichsofferte. Das Unternehmen war uns an Fachmessen schon durch seine Innovationen aufgefallen. Und siehe da: Entgegen unserer Erwartungen sind die Preise – bei identischer Leistungsfähigkeit der Maschinen – absolut vergleichbar mit jenen von ausländischen Produkten. Wir entschieden uns deshalb, das Schweizer Unternehmen zu berücksichtigen, zumal sich Amsler & Frey ebenfalls unter dem Brand Swissness positioniert.»

Frühzeitig umrüsten
Thomas Gloor erläutert die Einkaufsstrategie von Amsler & Frey: «Wir wollen immer auf dem neusten Stand sein. Deshalb warten wir die Lebensdauer unserer Maschinen nicht ab. Dadurch würde der technologische Rückstand zu gross. Und die Maschinen hätten kaum noch einen Realwert. Wir informieren uns permanent, wohin die Entwicklungen laufen und rüsten unseren Maschinenpark frühzeitig um.»

Diese Politik hat noch einen zweiten, innerbetrieblichen Grund. «Unsere Mitarbeiter sehen, dass wir in die Zukunft investieren. Das stärkt ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen. Und ihren Stolz, in einem modernen Betrieb zu arbeiten. Für die Leute an den neuen Maschinen ist es ein Zeichen der Wertschätzung. Sie erleben, dass wir ihnen viel zutrauen.»

Markus Zumstein programmiert die Maschine für einen neuen Auftrag
Matthias Ammann greift ins «Innenleben» der neuen Maschine

Die «Neue» heisst hat einen prosaischen Namen: WM 508MT2

Übersichtliche, klare Anordnung der Anschlüsse und Sicherungen

Programmier-Panel

Am Bildschirm lassen sich die programmierten Funktionen überprüfen

Die Maschine ist in Betrieb; sie bearbeitet ein winziges, hellbraunes Werkstück (Bildmitte) aus einem Hochleistungskunststoff

Die Arbeitskomponenten in Achsenrichtung

edes der fertigen Werkstücke misst ungefähr 10 Millimeter und ist in einem Toleranzbereich von 0.03 mm

Eine flinke «Mitarbeiterin»!
Die Neue hat tatsächlich unglaubliche Qualitäten. Beispiele:

  • Der Fräskopf arbeitet mit 30’000 Umdrehungen pro Minute. Er ist in alle Richtungen schwenkbar und dient nicht nur zum Fräsen, sondern auch zum Drehen.
  • 72 Bearbeitungswerkzeuge sind in der Maschine integriert; ein von der Maschine selbständig vorgenommener Werkzeugwechsel dauert gerade mal 0.8 Sekunden.
  • Die integrierte Maschinenkühlung garantiert gleichbleibende Präzision während des ganzen Produktionsprozesses.

Die Maschine verfügt über mehrere Überwachungsfunktionen. Bei Druckabfall oder Störungen – zum Beispiel durch einen Werkzeugbruch – übermittelt sie eine Meldung aufs Handy des Pikettdienstes. Bei Überhitzung oder einem Brandfall alarmiert sie selbständig die Feuerwehr.

Markus Zumstein und Matthias Ammann haben sich im Rahmen eines einwöchigen Kurses mit der Neuen vertraut gemacht. Aus der vorsichtigen Annäherung ist ein selbstbewusster Umgang geworden. Sie freuen sich über die Zusammenarbeit mit ihr.

Die neue Dreh-/Fräsmaschine von Willemin-Macodel an der Arbeit. Man beachte den rasanten Werkzeugwechsel bei Sekunde 9 (etwa in der Filmhälfte)

 

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Zisch! – dunkel ists

Samstagabend. Vor einer halben Stunde sind Sie aus den Ferien heimgekehrt. Vor Ihnen ein Berg mit schmutziger Wäsche. Der erste Waschgang will gleich erledigt sein. Rein in die Trommel mit dem Zeug! Doch die Waschmaschine macht keinen Wank. Alles Zureden, alle Vorhaltungen fruchten nichts. Sie stehen mitten in der Schmutzwäsche vor einem Rätsel. – Oder: Das Endspiel steht bevor. Als Fan haben Sie alles für einen gelungenen Abend vorbereitet, Kollegen, Bierchen und Chips inklusive. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn verabschiedet sich der elektrische Strom. Dabei sieht im Sicherungstableau alles gut aus. Verzweiflung total!

Für solche und andere «elektrische Notfälle» gibt es Pikettdienste*. Abrufbar 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Garantiert!
Thomas Birrer ist bei Jost Elektro AG für den Pikettdienst und dessen Organisation verantwortlich. Er schildert den Ablauf eines Pikett-Einsatzes: «Bei einem Notfall wählen Sie während der Bürozeiten unsere Hauptnummer. Ausserhalb der Bürozeiten, also nachts, am Wochenende, an Fest- und Brückentagen die Pikett-Nummer.»

Der Pikett-Monteur versucht abzuschätzen, worin das Problem liegt und ob sich das Übel telefonisch beheben lässt: Schonen Sie Ihr Portmonee! – Drei Punkte sind zu überprüfen:

  • Sind alle Sicherungen eingeschaltet?
  • Wie steht es mit der Hauptsicherung, die sich üblicherweise nicht auf dem Sicherungstableau befindet?
  • Und bei Anrufen von Gewerbebetrieben: Gibt es irgendwo einen Not-Aus-Knopf oder Notschalter?

Wenn diese Vorabklärungen zu keinem Ergebnis führen, macht sich der Monteur umgehend auf den Weg. «In der Regel sind wir innerhalb einer Stunde vor Ort. Bei Hochlast und bei längeren Anfahrtswegen kann es länger dauern.»

Und die Kosten?
Bei jeder Panne sollte man zuerst die Kosten eines Piketteinsatzes bedenken. Denn der Pikettdienst ist nicht gratis. Zu den Stundensätzen für den Servicemonteur kommen eine Grundpauschale sowie Fahrzeug- und Anfahrtspauschalen. Es lohnt sich also auf jeden Fall zu überlegen, ob die Sache drängt oder ob nicht der nächste Arbeitstag noch früh genug ist.

Thomas Birrer ist bei Jost Elektro AG als Bereichsleiter Service für den Pikettdienst verantwortlich

Herr Birrer, welches sind die drei häufigsten Probleme, mit denen Ihr Pikettdienst konfrontiert wird?

  • Kein Strom im Haus oder in der Wohnung.
  • Unsachgemässe Installationen und Fehlbedienungen.
  • Pannen im Gewerbe und in der Industrie, zum Beispiel mit Produktionsanlagen oder defekten Bauteilen.

Stromausfall – was tun?

  • Cool bleiben.
  • Telefonnummer Ihres Elektroinstallateurs bereithalten.
  • Taschenlampe mit Batterien bereithalten.
  • 
Sicherungsautomat oder Hauptsicherung kontrollieren: Funktionieren sie?
  • Umfang des Ausfalls abklären. Ist nur ein Teil des Hauses betroffen: Installateur anrufen. Sind das ganze Haus und das Quartier betroffen: Störungsdienst Ihres zuständigen Elektrizitätswerks benachrichtigen.
  • Nicht wahllos Schalter betätigen. Bügeleisen, Bohrmaschinen, Herdplatten, Fernseher, Computer, Stereoanlagen usw. von Hand ausschalten.

*   24-Stunden Pikett-Service: 058 123 88 88

Kontakt
Jost Elektro AG

Wildischachenstrasse 36
5200 Brugg

Standort BruggThomas Birrer058 123 8956
Standort BadenAdrian Scherrer058 123 8858
Standort Mörigen-WildeggMarc Eigenmann058 123 8857
Standort FrickUrs Urech058 123 8869
Standort OltenUrs Urech058 123 8869
Standort LenzburgMartin Schmidmeister058 123 8853

brugg@jostelektro.ch
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Fenster verstehen keinen Spass

Gibt es etwas Selbstverständlicheres, etwas Alltäglicheres als ein Fenster? Machen wir uns je Gedanken, was an Know-how und an handwerklichem Können dahinter steht?

Walter Schumacher, Fensterplaner bei Theo Wernli, sitzt am Computer. Beim Zeichnen von Fenstern gibt es für ihn keine Kompromisse. Die Masse müssen stimmen. Millimetergenau. Auf jedem Plan. Bei Fenstern kannst du nicht nachbessern, nicht schummeln. Ungenauigkeiten haben erhebliche Konsequenzen: reduzierte Wärmedämmung, Auftritt von Feuchtigkeit, Spannungen im Holz, Anpressdruck aufs Glas.

So exakt wie die Fensterpläne für das neue Haus von Martin*, so präzis sind Schumachers Erläuterungen. Weit zurück liegt die Zeit, als ein Fensterflügel aus einem einfachen Holzlattli bestand, in das eine Scheibe eingelassen war. Heute sind Fensterflügel und -rahmen ausgeklügelte Systeme, verwinkelte Konstruktionen aus Holz, Metall, Kunststoff, Gummi und Glas, erhältlich in Hunderten von Varianten. Für den Neubau von Martins Haus hat Schumacher jedes einzelne Fenster, die Schiebetüren und den von Glas bestimmten Eingangsbereich individuell geplant und gezeichnet.

Herr Schumacher, die Fenster dieses Hauses sollen «sehr edel» sein. Warum «edel»?
In erster Linie sind damit die Holzart und deren Verarbeitung gemeint. Die Flügel und Rahmen sind wie das Parkett aus hochwertigem Eichenholz. Die für den Fensterbau erforderliche Eichen-Qualität ist nur schwer verfügbar und entsprechend teuer. Zudem haben wir das Holz geölt. So bleiben die Poren des Holzes offen. Dadurch wirkt das Holz naturbelassen, in seinen Strukturen klar sichtbar. Für uns als Fensterbauer ist das Verfahren anspruchsvoll, denn allfällige Unregelmässigkeiten des Holzes lassen sich nicht durch einen deckenden Anstrich ausgleichen. Und nicht zu vergessen: Eichenholz ist sehr hart. Es lässt sich weniger leicht bearbeiten als das sonst übliche Holz von Nadelbäumen.

Walter Schumacher erstellt für jedes Fenster eine exakte Planzeichnung

Südfront des Hauses: grosse Fensterflächen im Erdgeschoss

Das ovale Fenster prägt die Ostfront des Hauses

Ovales Fenster mit Aluminiumrahmen

Eingangsbereich in Riegelbauweise

Wintergarten mit Schiebetüren und Fenstertüre (links)

Treppenhaus vor Fensterwand

Im ersten Obergeschoss: Eichenholz und grosse Fensterfläche

Lichteinfall ins Badezimmer

Der Balkon im Obergeschoss mit grosser Schiebetüre und Fenstertüre (links)

Welche besonderen Eigenschaften haben die hier eingebauten Fenster?
Es sind Holz-/Metallfenster mit weit überdurchschnittlichen Isolationswerten. Sie bieten zudem einen hohen Schallschutz. Bei Fenstern dieser Grössenordnung spielt auch die Bruch- und damit die Absturzsicherheit eine wichtige Rolle.

Ein anspruchsvolles Unterfangen.
Das kann man sagen! Es handelt sich um grosse Glasflächen und folglich um erhebliche Gewichte. Das trifft zum Beispiel auf die Schiebetüren zu. Besonders herausfordernd gestaltete sich der Eingangsbereich. Als Tür- und gleichzeitig Fensterrahmen dient ein relativ schmaler Pfostenbau, vergleichbar mit der Riegelbauweise, wie man sie bei alten Gebäuden antrifft. Vor andere Probleme stellte uns das ovale Fenster im Obergeschoss. Hier wie bei allen andern Fenstern waren absolut exakte Massangaben unabdingbar. Abweichende Werte führen unweigerlich zu Materialschäden, zum Beispiel zu Glasbruch.

Sie haben das Glas direkt auf der Baustelle eingebaut?
Ja, das stimmt. Die Fensterflügel und die Rahmen haben wir vorgängig in unserer Werkstatt zusammengebaut. Erst als sie im Neubau fest montiert waren, setzten wir das Glas ein.

Grosse Fenster sind gut und recht, aber wie sieht es mit dem Unterhalt aus?
Moderne Fenster verlangen keinen Unterhalt, weder in ihren Holz- noch in den Metallteilen. Das Glas muss natürlich gereinigt werden. Moderne Technologien bei der Glasherstellung – Stichwort Nanotechnologie – reduzieren den damit verbundenen Aufwand markant: Die Oberfläche des Glases nimmt Schmutz- und Staubteilchen weniger an.

Entspricht diese Art Fenster einem Trend?
Ganz klar. Heutige Bauherren holen viel Tageslicht ins Innere der Wohnung, und sie suchen einen möglichst guten Sichtkontakt nach draussen, ganzjährig. Technisch lässt sich das ohne weiteres umsetzen. Positive Nebeneffekte: Die Architektur wirkt grosszügig, und die Energiebilanz weist verbesserte Werte auf. Dies vor allem aufgrund der energetisch ausgeklügelten Fenstersysteme.

Walter Schumacher löst den Blick von den Fensterplänen. «Es war ein anspruchsvoller Auftrag. Eine Herausforderung von grossem Reiz.» Berufsstolz schwingt mit. Zu Recht!
* Name geändert

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Theo Wernli AG

Fenster- und Holzbau
Hegi 300
5112 Thalheim

T +41 56 443 12 15
info@wernli-fensterbau.ch
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Am Feierabend wird relaxt

Sie erwartet mich an der Lifttüre im dritten Stock. Stéphanie Horst ist Geschäftsführerin des Familienunternehmens Horst Möbel in Steinen. In dritter Generation. Eine ziemlich junge Frau, quirlig, für ein weiblicher CEO unkonventionell gekleidet. In mancherlei Hinsicht das Gegenteil eines Norm-Kunden für Relaxsessel: «Meistens sind es gestandene Männer ab dem 50stem Altersjahr, die sich für einen Relaxsessel interessieren. Frauen bevorzugen das Sofa, auf dem sie sich am Abend ausstrecken. Viele Relaxsessel wirken als Fauteuils schwer und massig, statisch, erratische Blöcke. Sie strahlen damit etwas Männliches aus.» – Liegt da einen Anflug von Heiterkeit in ihrer Mimik?

Horst Möbel sucht neue Wege, schafft neue Realitäten. «Wir treten dieser vorgefassten Haltung mit unserem Design entgegen. Warum sollten Relaxsessel ausschliesslich auf Männer zugeschnitten sein? Wir richten den Fokus auf feinlinige, eher leicht wirkende Modelle.» Tatsächlich findet man im Möbelprogramm der Firma Horst keines dieser kubisch anmutenden Monstren mit halbmetertiefen Sitzkissen und beinahe ebenso massigen Armlehnenpolster. Kein Imponiergehabe, sondern geschmeidige Eleganz.

Stéphanie Horst, Geschäftsführerin Horst-Möbel

Das Gerüst des Relaxsessels: Rückenteil, Sitzteil, Mechanik, Fuss

Eine Armlehne ist montiert, dazu der Schaumstoff in unterschiedlicher Härte und das Vlies an den Polsterkanten

Ein fertiger, mit Stoff bezogener Relaxsessel, in diesem Fall mit Hocker

Ein wunderbar entspannendes Gefühl – es darf gelacht werden!

Frau Horst, gibt es für «Relaxsessel eine genaue Definition?
Ein Relaxsessel ist ein Fauteuil, der bis in die Liegeposition verstellbar ist. Ein solitäres Möbelstück, das nicht zum Sofa oder zur Sitzgruppe passen muss. An Relaxsessel richtet der Kunde erhöhte Design-Ansprüche. Dem wollen wir Rechnung tragen.

Orten Sie bei Relaxsesseln irgendwelche Trends?
Nein. Die klassischen Modelle bewähren sich. Seit Jahren stellen wir keine neuen Einflüsse fest, die Grundsätzliches verändern würden. Selbst die Farben der Stoff- und Lederbezüge sind mehr oder weniger etabliert: schwarz, grau, braun, beige, weiss – mit wenigen Ausnahmen bleibt es dabei.

Wie steht es mit der Produktion? Ist «swissness» der korrekte Oberbegriff?
Ja und nein. Unsere Relaxsessel produzieren wir hier im Haus. Aber 90 Prozent der Einzelteile und des verwendeten Materials beziehen wir aus dem EU-Raum: Metallgestelle, Füsse, Holzgestelle, Leder, Schaumstoffe …

Abgesehen von Design und Farbe – worin unterscheiden sich die einzelnen Relaxsessel?
Es gibt Relaxsessel mit Hocker und solche mit einer Fussstütze. Ein zweiter Unterschied betrifft die Mechanik: manuelle oder elektrische Verstellbarkeit. Im Weiteren sind verschiedene Bedienungssysteme auf dem Markt: mit Druckknöpfen oder mit Fernbedienung. Einige Modelle setzen auf versteckt angebrachte Knöpfe, bei anderen ist die Bedienung aussen an den Armlehnen angebracht. Es gibt Relaxsessel mit Aufstehhilfen und andere mit Verstelloptionen im Nackenbereich.

Welches sind die zwei wichtigsten Punkte, auf die der Kunde achten sollte?
Erstens sollten die Knie in der Liegeposition ungefähr die gleiche Höhe wie das Herz haben. Und zweitens ist darauf zu achten, dass die Armlehnen nicht starr sind; beim Verstellen des Sessels in die Liegelage sollen sie sich nach oben bewegen. Nur so lässt sich bequem ein Buch oder die Zeitung lesen. Starre Armlehnen beeinträchtigen die Funktion des Relaxsessels.

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Genug der Theorie! Es genügt nicht, einen Relaxsessel zu beschreiben; man muss ihn erleben. Stéphanie Horst setzt und legt sich in einige Relaxsessel-Modelle. Sie lädt mich ein, es ihr gleich zu tun. Ah! Ich möchte gar nicht mehr aufstehen.

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Übrigens: Die Firma Möbel Kindler in Schinznach-Dorf führt in ihrem Sortiment Relaxsessel von Horst Möbel.

Kontakt

Möbel Kindler AG
Degerfeldstrasse 7
5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 443 26 18
info@moebel-kindler-ag.ch
www.moebel-kindler-ag.ch

Werden wir überflüssig?

Zurück in die «Steinzeit», ins vordigitale Zeitalter. Wir wählen eine x-beliebige Firma, zum Beispiel eine Bäckerei. Der Bäcker wusste aus Erfahrung, wie viel Mehl er in einem bestimmten Zeitraum benötigt. Diese Menge bestellte er alle zwei Monate beim Müller, dazu noch einen kleinen Vorrat. Man weiss ja nie.

Der Müller lud die bestellten Säcke in den Lieferwagen und brachte sie zum Bäcker. Er stellte den Lieferschein aus, liess ihn vom Bäcker unterzeichnen und hoffte auf prompte Bezahlung.

Der Computer registriert
Eines Tages tauchte der Begriff «Automatisierung» auf. Der Bäcker machte sich Gedanken: Liessen sich gewisse Bereiche seines Arbeitsalltags automatisieren?

Bei der Firma Jost Elektro AG ist Marco Merk für solche Fragen der richtige Mann. Er ist Automationstechniker. Merk besuchte den Bäcker und den Müller, den Verbraucher und den Produzenten. Stichwort: Anlagen vernetzen. Der Bäcker sieht jetzt am Bildschirm, wie viel Mehl noch vorrätig ist. Tönt einfach, wird aber schon komplizierter, wenn man weiss, dass er eine ganze Reihe unterschiedlicher Mehlsorten braucht: Weiss-, Halbweiss-, Ruch- und Vollkornmehl. Dazu Spezialsorten: Dinkel-, Roggen- und Buchweizenmehl. Mais-, Gersten- und Hafermehl. Und noch ein paar andere dazu.

Der Bäcker checkt und bestellt. Beim Müller dasselbe, denn der muss ja bereit sein, um die Bestellung zu erledigen. Er benötigt den Überblick über seinen Getreidevorrat. Und über den Vorrat an Mehlsäcken unterschiedlichster Grösse. Und über die Disponibilität seines Lieferwagens. Und über die Ferienwünsche seines Chauffeurs.

Nachdem Marco Merk von Jost Elektro seine Arbeit erledigt hat, weiss der Bäcker genau, wann er was bestellen muss. Sein Lager ist nicht mehr auf Eventualitäten ausgerichtet, denn die Mengenkontrolle ist jetzt ein Kinderspiel. Der Müller erkennt ebenfalls, ob alles fristgerecht klappt. Engpässe gehören der Vergangenheit an.

Noch ist es der Mensch, der eine Aktion auslöst.

Der Computer handelt
Nach ein paar Jahren installiert Marco Merk eine neue Anlage. Die Programmierung dauert etwas länger als beim letzten Mal. Klar, bei einem ERP-System. Enterprise Ressource Planning bedeutet das, oder auf Deutsch umschrieben: Alle Komponenten eines Unternehmens erfassen und zentral steuern. Keine Leerläufe mehr, optimale Nutzung der Ressourcen, alles zur rechten Zeit, «in time».

Konkret: Das System registriert, dass das Weissmehl langsam zur Neige geht. Meldung an die Zentrale. Rückkopplung, denn eigentlich sollte der Vorrat noch für zwei Wochen ausreichen. Bestätigung. Die Zentrale löst die Nachbestellung aus, wobei sie sich direkt mit dem ERP des Müllers in Verbindung setzt. Vollautomatisch holt der Lagerroboter die benötigte Menge Mehl aus den Regalen; per Förderband fahren die Säcke in die Spedition. Der Computer hat die nächste Tour des Fahrers berechnet, druckt sie aus und beschickt sie zeitgleich an den Arbeitscomputer des Fahrers, den dieser am Smartphone kontrolliert. Aha, morgen muss er noch beim Bäcker vorbei.

Gleichzeitig geht das ERP des Bäckers der Frage nach, wieso der Weissmehl-Vorrat schon bald alle ist. Ein technischer Defekt! Das System benachrichtigt den Haustechniker und bestellt die benötigten Ersatzteile. Und es bietet Marco Merk auf. Er soll mit einem zusätzlichen Modul veranlassen, dass dank eines Frühwarn-Systems ein technischer Defekt gar nicht mehr auftreten kann.

Der Mensch überwacht – noch!
Im Zeitalter von Industrie 4.0 kommunizieren Computer untereinander. Nicht mehr der Mensch, sondern die Maschinen lösen datengestützte Aktionen aus. Informationen gehen an alle involvierten Stellen, sind übers Smartphone, Tablet oder den Computer weltweit abrufbar. Produkte lassen sich zurückverfolgen. Das Programm gibt Bescheid, wie weit der Produktionsprozess fortgeschritten ist. Alles im Sinne der Planbarkeit. Menschen braucht es dazu keine. Denn auch die Planung, die Produktekontrollen, das Rechnungswesen, den Einsatz der Betriebsmittel übernimmt das System. Die ganzen Vorgänge sind autonom.

Nur Marco Merk und Jost Elektro, die braucht es noch. Sie installieren, überwachen und erneuern das System. Vorläufig noch. Irgendwann geschieht das gewiss auch vollautomatisch und selbstregelnd.

Eines ist sicher: In einer Zeit rasanter Entwicklungsschritte muss eine Firma wie Jost Elektro auf dem neusten Stand der Technologie bleiben. Permanente Aktualisierung ist für die Mitarbeiter wie Marco Merk ein Muss. – Ein hoher Anspruch, aber auch ein grosser Reiz.

Kontakt
Jost Elektro AG

Wildischachenstrasse 36
5200 Brugg

T +41 58 123 89 89
brugg@jostelektro.ch
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Know-how aus der DDR

Er ist kein Mann der grossen Worte. Eine knappe Antwort, ein prüfender Blick: Hast du mich verstanden? – Dann schweigt er, wartet auf die nächste Frage, den nächsten Impuls. Bestimmt behagt ihm diese Gesprächssituation viel weniger als die Arbeit im Freien. Im beruflichen Umfeld fühlt er sich sicher.

Aus der DDR
Peter Ehrentraut, Jahrgang 1960, ist in Radeberg bei Dresden aufgewachsen. Sein Interesse galt von jeher der Elektrik und der Elektronik. Nach dem Schulabschluss lebte er deshalb drei Jahre lang in einem Internat für Lernende im Erzgebirge. «Es war streng, in beruflicher ebenso wie in erzieherischer Hinsicht.» Peter rühmt die Qualität jener Berufsausbildung. Eine erste Stelle fand der junge Mann bei «Energiebau Freileitungen», einer staatlichen Firma in der DDR.

Peter berichtet nur sparsam von damals. Er muss die Zeit in der DDR als belastend empfunden haben. «Das Leben war stark eingeschränkt. Ich wollte weg.» Er stellte einen Ausreiseantrag – mit Konsequenzen: In den folgenden drei Jahren setzte ihn die Firma nicht mehr für Arbeiten ein, die auch nur im Entferntesten mit «Staatssicherheit» zu tun hatten. Nur noch simple Aufträge. Kein Zutritt mehr zu Kraftwerken, schon gar nicht zu Kernkraftwerken.

Endlich gaben die Behörden seinem Antrag statt. 1988 verliess Peter Ehrentraut die DDR zusammen mit seiner Familie und ein paar Kumpels. Er reiste nach Süddeutschland und liess sich in Lottstetten nieder, unmittelbar an der deutsch-schweizerischen Grenze. Dort wohnt er noch heute.

08/15? Nein danke!
Lange Jahre arbeitete Peter als Elektromonteur für Freileitungen und Schaltanlagen bei der BBC, später ABB. «Der Berufsalltag unterschied sich kaum von dem, was ich in der DDR erlebt hatte.» Er besinnt sich, wischt sich über die Oberlippe und sagt ohne grosse Emotionen: «Mir gefällt der Job. Man ist an der frischen Luft, kommt an viele verschiedene Orte und geniesst einen grossen Freiraum. Die Arbeit ist interessant und abwechslungsreich. Jeder Ort, jeder Auftrag bietet neue Herausforderungen. Mal müssen wir uns mit schwierigem Gelände auseinandersetzen, mal mit logistischen Problemen. Dazu das Wetter …» Peter spricht von Verantwortung. Unsachgemässe Arbeit kann zu erheblichen Konsequenzen führen. Stromausfall oder noch Schlimmeres.

Blickrichtung Mastspitze: Chefmonteur Peter Ehrentraut und Daniel Stutz, CEO der Firma Lebag AG

Lebag, sonst nichts
Vor zwölf Jahren stiess Peter Ehrentraut auf ein Stelleninserat der Firma Lebag AG in Lenzburg. Ein Augenschein und ein Gespräch – es passte. «Im Gegensatz zur ABB ist die Lebag ein überschaubares Unternehmen. Das gefällt mir.» – «Gab es nie Ambitionen, die Stelle nochmals zu wechseln?» – «Nein. Ich fühle mich wohl bei der Firma und im Beruf. Was will ich mehr?»

Heute ist Peter Chefmonteur. Seine jahrzehntelange Erfahrung, seine ruhige Art verschaffen ihm eine natürliche Autorität. Extreme Leitungen, schwierige Helikoptereinsätze, komplizierte Planverfahren – Peter kennt das alles. Er lässt sich nicht so leicht irritieren. «Ich bin gelassener geworden.»

Zehn Jahre
«Mal ehrlich, Peter, ein Freileitungsmonteur ist viel unterwegs, manchmal wochenlang. Für das Familienleben ist das gewiss nicht förderlich. Wie gehst Du, wie geht Deine Familie damit um?» – «Meine Frau und meine Kinder sind das gewöhnt. Sie haben mich nie anders erlebt. Und was mich selbst betrifft: Wer die ersten zehn Jahre auf diesem Beruf gearbeitet hat, der bleibt dabei. Ich kann und will mir nichts anderes vorstellen. Jetzt, da ich schon etwas älter bin, sowieso nicht mehr.»

Peter schweigt, den Blick auf den Tisch gesenkt. Gewiss wandern seine Gedanken. Was mag ihm durch den Kopf gehen?

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Peter Ehrentraut steht stellvertretend für jeden einzelnen Mitarbeiter der Freileitungs- und Elektrobaufirma Lebag AG. Die Lebag-Männer zeichnen sich durch hohe Fachkenntnisse, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Entschlusskraft aus. Für kurz- bis langfristige Montageinsätze bietet die Lebag einen Personalverleih an.

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