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Relaxsessel – vier Mal anders

Die viersprachige eierlegende Wollmilchsau mit Führerschein, tieftauchfähig und höhenerfahren – die gibt es nicht. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Und doch lassen sich Verhaltensmuster definieren, die auf bestimmte Menschentypen zutreffen. Das Unternehmen «persolog» unterscheidet die vier «Verhaltensdimensionen» dominant, initiativ, stetig und gewissenhaft.

Wie lassen sich diese Erkenntnisse auf den Handel mit Relaxsesseln übertragen? Lassen Sie es uns versuchen, so ziemlich unbedarft, keinesfalls wissenschaftlich fundiert, mit einem kleinen Augenzwinkern.

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Der «dominante» Dominik Direttissimo betritt die Ausstellungshalle von Möbel Kindler.

Verkäufer: Guten Tag, darf ich Ihnen helfen?
Kunde: Relaxsessel, wo haben Sie die Relaxsessel?
V: Dort hinten. Seien Sie so gut.
K: Ah ja. Welcher ist der Beste?
V: Was ist Ihnen denn wichtig? Wir haben da ganz unterschiedliche Modelle, und da ist es vielleicht …
K: Machen wirs kurz. Ich lege Wert auf Top-Qualität.
V: Wie wäre es mit diesem Modell in gediegenem Schwarz?
K: Nein, bitte nicht schwarz. Das hat doch jeder. Es darf ruhig das Besondere sein. Etwas, das heraussticht.
V: Diesen Burgund-roten Design-Sessel in exklusivem Premium-Leder? Allerdings – ganz billig ist er nicht. Es gibt ihn nur in begrenzter Zahl.
K: Qualität hat ihren Preis. Das ist mir vollkommen bewusst. – Können Sie noch diese Woche liefern?
V: Kein Problem!
K: Perfekt. Ich bezahle den Sessel sofort. So, ich muss. Danke.

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Die «initiative» Inge Frischauf betritt die Ausstellungshalle von Möbel Kindler.

Verkäufer: Guten Tag, darf ich Ihnen helfen?
Kundin: Ja gern doch. Ich war gestern bei einem Freund zum Nachtessen eingeladen. Ein toller Typ. Inspirierend. Und wie der kochen kann! Gäbe man ihm nie und nimmer. Aber diese Paella – ein Traum! Aaaah! Es war ein toller Abend. Na ja, dort habe ich einen Relaxsessel gesehen. Natürlich habe ich mich hineingesetzt. So was will doch ausprobiert werden.
V: Und jetzt möchten Sie …
K: Ja, natürlich habe ich mich gleich entschlossen, mich nach so was umzusehen.
V: Schauen Sie, ich habe da ein neues Modell. Wollen Sie sich nicht einmal hinsetzen?
K: Oh ja, sehr schön, sehr bequem. Sie erlauben doch. Mmmh … das Länderspiel aus diesem Sessel mitverfolgen, das kann ich mir bestens vorstellen. Wie viele Punkte hat die Schweiz schon? Reicht das bald für das WM-Ticket? Übrigens: Haben Sie selbst auch einen solchen Sessel? Und, äh, wie sieht das preislich aus?
V: Der Preis steht hier auf dem Typenetikett. Moment mal …
K: Hoppla, das ist ja recht viel für ein paar gesellige Stunden. Ein kleiner Rabatt, was meinen Sie? So ein paar Prozent sollten doch gewiss drin liegen. Aber egal, mir macht der Sessel einen sehr guten Eindruck. Wenn ich mich nicht irre, steht im Haus von Roger Federer ein vergleichbares Exemplar. Er sei sehr zufrieden damit, heisst es. Also, die Sache ist geritzt.

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Die «stetige» Stefanie Tranquillitata betritt die Ausstellungshalle von Möbel Kindler.

Verkäufer: Guten Tag, darf ich Ihnen helfen?
Kundin: Ja gerne. Ich war zwar noch nie bei Ihnen, …
V: Dann heisse ich Sie bei uns herzlich willkommen.
K: Man hat mir Ihr Haus empfohlen. Vor allem die kompetente Beratung.
V: Oh, das freut mich. Was kann ich denn für Sie tun?
K: Ich suche einen neuen Relaxsessel, der mir mein jetziges Modell ersetzt.
V: Haben Sie an ein neues Design gedacht?
K: Nein, nein. Ich war sehr zufrieden mit dem alten Sessel. Ist dasselbe Modell noch immer erhältlich?
V: Welches Modell haben Sie denn?
K: Das Empire-Modell.
V: Da muss ich gerade mal nachschauen. Moment … Ja, wir haben es tatsächlich noch immer im Sortiment. Darf ich Ihnen eine etwas modernere Lederfarbe vorstellen? Wie wäre es mit diesem Farbton?
K: Wunderbar; die Farbe macht auf mich einen natürlichen Eindruck. Natur, Naturprodukte, das Unverfälschte – all das ist mir wichtig. Seit wann ist denn diese Lederfarbe erhältlich?
V: Och, bestimmt schon seit zehn Jahren. Wir machen gute Erfahrungen damit.
K: Wissen Sie was? Ich bespreche das Ganze mit meinem Partner, zeige ihm den Katalog, und dann kommen wir noch mal zusammen vorbei. Darf ich mich in einer Woche wieder bei Ihnen melden?
V: Selbstverständlich. Überlegen Sie sich die Sache in aller Ruhe.

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Der «gewissenhafte» Gregor Probata betritt die Ausstellungshalle von Möbel Kindler.

Verkäufer: Guten Tag, darf ich Ihnen helfen?
Kunde: Tja, ich habe von Relaxsesseln mit neuen Funktionen gelesen.
V: Ach so, da meinen Sie bestimmt die Massage-Funktionen.
K: Genau. Welche Art von Massagen sind da möglich?
V: Das lässt sich frei wählen. Wollen Sie sich im Schulterbereich oder im Kreuz behandeln lassen? Wir führen auch Modelle, die …
K: Darf ich mal? Oh, wunderbar! Wie funktioniert das? Gibt es ein Handbuch für die korrekte Bedienung der Mechanik?
V: Schauen Sie, hier ist alles detailliert erklärt.
K: Handelt es sich überhaupt um ein Schweizer Produkt?
V: Selbstverständlich. Bitte, da sind die Zertifikate. Es liegen auch Testergebnisse vor.
K: Darf ich die sehen? Ich würde sie gerne zu Hause studieren.
V: Tun Sie das. Da liegen Kopien auf.
K: Ist die Fussstütze stufenlos verstellbar?
V: Hier ist das Bedienungsmodul. Probieren sie es ruhig aus.
K: Geben Sie mir etwas Zeit für die Entscheidung.
V: Gewiss. Wir haben den Sessel vorrätig.
K: Was ich noch fragen wollte: Liefern Sie frei Haus?
V: Das gehört zu unserem Service.

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Na, sehen Sie sich in einem der Kundengespräche wiedergegeben?

Übrigens: Bei Möbel Kindler gibts eine perfekte Relaxsessel-Beratung, probeliegen und probedrücken inklusive.

Dieser Artikel stützt sich auf das Buch «Das 1×1 der Persönlichkeit» von Lothar J. Seiwert und Friedbert Gay sowie auf die persönliche Beratung von Jacinda Sroka, Meilen.

Kontakt

Möbel Kindler AG
Degerfeldstrasse 7
5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 443 26 18
info@moebel-kindler-ag.ch
www.moebel-kindler-ag.ch

Alles fliesst

«Panta rhei», alles fliesst. Ein Gedanke, den der griechische Philosoph Heraklit formuliert haben soll. Das war vor 2500 Jahren. Die Aussage gilt immer noch. Jede Form von Lebenswirklichkeit wandelt sich permanent: ein Ortsbild ebenso wie unsere Rechtsauffassung, unser Äusseres ebenso wie die Strukturen einer Firma. Manches realisieren wir erst aus zeitlicher Distanz; anderes wird schnell augenfällig.

*

Weg von allem. Neues kennenlernen. Vier Wochen lang bereiste Firmenchef Claude Werder mit seiner Frau das andere Ende der Welt. Ihre Reise fiel in eine Zeit des Umbruchs. Der Wechsel in der Geschäftsleitung bedeutet einen Meilenstein in der Chronik von Werder Feinwerktechnik AG.

«Australien – ein lange gehegter Traum. Jetzt war der Moment gekommen. Unser Sohn weilt für eine Weiterbildung in Sydney. Da wollten wir ihn besuchen.»

«Etwas Neues kennenlernen. Die ungeheuren Dimensionen erleben. Das Fremde wahrnehmen und es dem Bekannten gegenüberstellen. Das Vertraute aus grosser Distanz betrachten und beurteilen.»

Eine Zäsur
«Fast wie von selbst erwies sich der Zeitpunkt der Reise als besonders passend. Schon seit mehreren Jahren hatte ich mich mit der Nachfolgeregelung unserer Firma befasst. Es widerstrebte mir, jemand Externen für die Geschäftsleitung zu suchen. Da zeigte sich eine erfreuliche Lösung. Zwei langjährige Mitarbeiter des Kaders waren bereit, die Verantwortung für das Geschäft und damit auch für die Mitarbeitenden zu übernehmen. In langen Gesprächen festigte sich die Überzeugung: Wir ticken gleich, haben die gleichen Wertvorstellungen. Das Geschäft ist in seiner gradlinigen Entwicklung gesichert. Nur wenige Tage nach dem Wechsel in der Geschäftsleitung sass ich mit meiner Frau im Flugzeug. Unterwegs nach Australien.»

«Ich reiste in der Gewissheit nach Australien: Das kommt gut. Ich kann ohne jegliche Bedenken loslassen. Mich innerlich und räumlich entfernen. Die Nachfolger erhalten Gelegenheit, sich in ihre neue Rolle hineinzuarbeiten, Entscheidungen zu fällen.»

Überraschung
«Der Begriff Präzision spielt in meinem Berufsleben eine zentrale Rolle. Er ist für mein Tun und Denken prägend. Dass ich ihm in Australien begegnen würde, hätte ich nicht erwartet. – Vom geheimnisvollen Uluru-Felsen bis nach Alice Springs sind es beinahe 500 Kilometer. Irgendwo unterwegs gibt es eine Strassenkreuzung. Dort wollte sich unser Buschauffeur mit seinem Kollegen treffen, der auf der andern Strasse unterwegs war. Einige Passagiere sollten umsteigen. Wir dachten: Na super, das gibt bestimmt eine längere Warterei am Strassenrand. Aber wir irrten uns. Kaum hatten wir die Kreuzung erreicht, stand auch schon der andere Bus da. Präzis auf die vereinbarte Zeit. Und dies bei aller Gelassenheit der Akteure. Der ganze Wechsel, Gepäckumschlag inklusive, dauerte höchstens zehn Minuten. – Das beeindruckte mich: Präzision in den Weiten dieses Riesenlandes!»

«Altes Eisen, dazu zähle ich mich noch lange nicht.»
«Unendlich schön finde ich, dass ich es in so kurzer Zeit zusammen mit meinen Nachfolgern geschafft habe, die Geschäftsleitung zu übergeben.»
«Unkompliziert funktioniert es auch in unserem Betrieb (wenn wir nur nicht so viele Vorschriften und Gesetze hätten).»
«Eng wird es oft, wenn eine Unternehmung erfolgreich ist (hier heisst die Unternehmung Sydney).»
«Three sisters oder drei, die gleich ticken.»
«Irgendwo in dieser Weite mussten einige Leute den Bus wechseln.»

Darauf freut sich Claude Werder: wieder vermehrt als Mechaniker an der Bearbeitungsmaschine.

Es funktioniert
«Ich freute mich auf mein Zuhause und auf die Arbeit im Geschäft. Aber es war doch ein anderes Heimkehren als nach früheren Ferienabwesenheiten. Was würde ich antreffen?»

«Ich merkte: Es läuft! Die Neuen hatten Entscheidungen getroffen und ihre erweiterte Verantwortung wahrgenommen. Und ich? Ich spürte, dass mein Rucksack leichter geworden ist. Vieles vom ganzen Bürokram ist mir abgenommen. Ich darf mich jetzt wieder vermehrt in meinem angestammten Beruf als Mechaniker bewegen. Bin ich ein anderer Mensch geworden? Messe ich das Leben mit andern Massstäben? – Vielleicht. Zweifellos wirkt Australien nach. Ich bin gespannt.»

«Ich muss mich jetzt in meiner neuen beruflichen Wirklichkeit zurechtfinden. Immer wieder denke ich an meinen Vater, der über die gleiche Situation sagte: ‚Die Jahres des Loslassens waren die glücklichste Zeit meines Berufslebens.’ Hoffentlich empfinde ich dasselbe.»

«Die Entwicklung geht weiter. Neue Menschen und neue Wirklichkeiten werden kommen.» – Panta rhei, alles ist im Fluss.

Kontakt
Samuel Werder AG

Werdstrasse 2
5106 Veltheim

T +41 56 463 66 00
info@werder-ag.ch
www.samuelwerder.ch

Ab in den Urlaub!

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Und Sie? Sie haben die Ferien zwar längst eingegeben und im Absenzenplan Ihrer Firma verankert. Aber über Ihr Reiseziel haben Sie sich noch keine abschliessenden Gedanken gemacht. Wie auch? Der Alltag hat Sie fest im Würgegriff. Da bleibt kaum Freiraum für schnuckelige Gedanken ans Dolce far niente.

Einmal mehr erweist sich Businessmind als Freund und Helfer in der Not. Wir haben einige unserer Geschäftspartner sowie ein paar «Zugewandte Orte» nach ihren Traumdestinationen befragt. Die Antworten kamen ganz spontan, direkt aus dem Bauch. Lassen Sie sich inspirieren!

E: Europa W: Welt

Daniel Stutz, Geschäftsführer Lebag Leitungs- und Elektrobau AG

E: Mallorca
W: Schweden

Hubert Zimmermann, CEO bei AEW Energie AG

E: «Ins Lötschental zum Wandern»
W: «Argentinien; ich war schon mal dort – wunderschön!»

Helen Dietsche, Inhaberin Helen Dietsche Kommunikation & Marketing

E: Auf dem Ebro eine Schifffahrt
W: Auf dem Ebro eine Schifffahrt

Gerhard Moser, Mitglied der Geschäftsleitung bei Rothpletz, Lienhard + Cie AG
E: «Irgendwo in den Norden, nach Schweden»
W: «Nach Nordamerika, aber wegen der politischen Lage nicht in die USA; lieber nach Kanada»

 

Christoph Wyder, Geschäftsführer & Firmeninhaber der Wyder Gartenbau AG

E: «In die Lenk; wir haben dort ein Ferienhäuschen»
W: «Nach Taiwan, wo ich gerne einen Freund besuchen möchte»

Claude Werder, Firmeninhaber & VR-Präsident der Werder Feinwerktechnik AG

E: «In den Norden, nach Norwegen»
W: « Als Alleinreisender nach Russland, das würde mich reizen»

Marcel Ehrler, Sparringspartner KMU

E: Sardinien
W: Neuseeland

Stefanie Wiedner, Projektkoorindation PSI / PARK innovAAre

E: Irland
W: Florida

Daniel Lienammer, Geschäftsführer Amsler & Frey AG

E: «Mich reizt der Norden; ich würde gerne nach Schweden reisen»
W: «In den Westen der USA»

Adrian Bürgi, Geschäftsführer & VR-Präsident Jost Elektro AG Brugg

E: Schottland
W: «Das ist ja wohl klar, nach Thailand»

Andreas Bürgi, Senior Executive Jost Elektro AG Brugg

E: Spanien
W: «Thailand, da habe ich noch einen Gutschein ...»

Ernst Hasler, alt Regierungsrat SVP

E: Engadin
W: Engadin

Ein Wassertropf zu viel

Erich Zuber hat es sich in der Abenddämmerung draussen auf dem Sitzplatz bequem gemacht. Den Stuhl zurechtrücken, nochmals einen Blick in die Zeitung, den Tag ausklingen lassen, Freude am gepflegten Garten: Der richtige Moment, die Gartenbeleuchtung einzuschalten.

Blitz, pic, aus.

Oha! Erich Zuber erhebt sich. Willens, den Missstand zu beheben, steigt er ins Untergeschoss und konsultiert das Sicherungstableau. Tatsächlich, da hats einen Kippschalter umgelegt. Seltsam. Aber nicht weiter schlimm. Zurück in die Behaglichkeit des Frühsommerabends. Gartenbeleuchtung ein.

Blitz, pic, aus.

Ärger. Nichts geht mehr. Nicht die Brunnenpumpe, nicht das Sitzplatzlicht, auch nicht der Fernseher. «Keine Ahnung, was da los ist. Da muss ein Fachmann her.»

Hilfe naht
Zuber lebt mit seiner Familie seit 47 Jahren in diesem Haus, mitten in einem schönen Einfamilienhaus-Quartier. In Elektro-Angelegenheiten hat er immer der gleichen Firma vertraut. Er greift zum Hörer, schildert den Missstand.

Tags darauf fährt der Elektroinstallateur Daniel Blatter vor. Seit sechs Jahren arbeitet der junge Mann bei Jost Elektro AG. Er hat schon die Lehre hier gemacht. Jetzt ist ihm ein Service-Fahrzeug anvertraut. Er erledigt unterschiedlichste Service-Aufträge bei Privaten, in Gewerbebetrieben und in Gebäuden der öffentlichen Hand. Zuweilen sind es Neuinstallationen oder Kontrollen, meistens jedoch Reparaturaufträge. Und hier bei Zubers? «Der Fehlerstromschutzschalter löst laufend aus.» – «Verstehe ich nicht, aber ich überprüfe das.»

Ab in den Busch
Erich Zuber erzählt dem Installateur alles bis zum «Blitz, pic, aus». Blatter nickt. Wo mag die Fehlerquelle sein? Er kontrolliert die Beleuchtungskörper im Garten: Alle in Ordnung. Das Kabel? Nichts zu beanstanden. Beim Brunnen, unter dem Rhododendron, dort müsste noch ein Doppelstecker sein. Blatter kriecht ins Buschwerk. Er gibt alles; zeitweise sind nur noch die Beine zu sehen. Dann taucht er wieder auf, den Doppelstecker in der Hand. Das Ding nennt sich «Gartensteckdose mit Erdspiess». Er öffnet das Gehäuse: «Ich habs! Da ist Wasser eingedrungen.» Wie zum Beweis lässt Blatter das bisschen Wasser auf seine Handfläche tropfen. Wie das geschehen konnte, ist schleierhaft. Der Kurzschluss war vorprogrammiert.

Kleine Ursache, grosse Wirkung. Blatter klopft alle Einzelteile aus und legt sie in die Mittagssonne. Zuber ist zufrieden. «Ich bin nicht mehr der Jüngste. Wir sind darauf angewiesen, dass wir bei Pannen eine versierte Kontaktperson haben. Vertrauen zur Person und zur Firma ist uns wichtig.» Nach kurzer Zeit ist alles trocken. Blatter fügt die Einzelteile wieder zusammen. Kontrolle: Nichts mehr zu beanstanden. Der Brunnen plätschert wieder.

Das Sicherungstableau wirkt etwas veraltet, tut aber seinen Dienst. Rechts unten sind die Fehlerstromschutzschalter

Daniel Blatter sieht: Der rechte Schutzschalter ist gekippt
Kontrolle im Garten: Die Beleuchtung ist intakt
Unter dem Rhododendron muss irgendwo ein Stecker sein
Wasser ist in die Gartensteckdose eingedrungen
Daniel Blatter begutachtet die Einzelteile: keine Korrosion
Für den Rapport steht ein iPad zur Verfügung
Erich Zuber unterschreibt den Rapport mit der Fingerspitze
Der Brunnen plätschert wieder. Alles ist gut

Modern Times
Blatter genehmigt sich einen Schluck Wasser und zückt das iPad. Die Zeiten der Rapportzettel gehören der Vergangenheit an. Blatter tippt auf dem Screen die ausgeführten Arbeiten an, erklärt alles dem Kunden. «Eine Stunde Arbeit, dazu die Fahrzeugpauschale. Bitte unterschreiben Sie hier.» Ein Schreibstift ist dazu nicht nötig. Der Finger tuts. Zuber staunt, verzichtet auf einen Kommentar. Auf elektronischem Weg geht das Dokument ins Büro. Die Fakturierung wird automatisch ausgelöst.

Blatter packt seine Siebensachen. Zuber reicht ihm die Hand, bedankt sich. Dann gehts zum Servicefahrzeug. Der nächste Kunde wartet.

*

Jost Elektro AG unterhält an sechs Standorten eine Flotte von insgesamt zwei Dutzend voll ausgerüsteten Fahrzeugen. 40 Jost-Elektroinstallateure – 15 von ihnen Lernende – sind unterwegs, um Serviceaufträge zu erledigen.

Kontakt
Jost Elektro AG

Wildischachenstrasse 36
5200 Brugg

Standort BruggThomas Birrer058 123 8956
Standort BadenAdrian Scherrer058 123 8858
Standort Mörigen-WildeggMarc Eigenmann058 123 8857
Standort FrickUrs Urech058 123 8869
Standort OltenUrs Urech058 123 8869
Standort LenzburgMartin Schmidmeister058 123 8853

brugg@jostelektro.ch
www.jostelektro.ch

Kuhhornschutz und Kuchen

Daniel Lienammer schüttelt verwundert den Kopf: «Schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Branchen auf Kunststoffteile angewiesen sind. Erst jetzt, da wir die Sache auflisten, wird mir das richtig bewusst.»

Lienammer – Geschäftsführer bei Amsler & Frey, Kunststoffbearbeitung – erzählt von einem ungewöhnlichen Auftrag aus dem landwirtschaftlichen Umfeld: «Ein Kunde klagte über die Gefahr, dass sich die Kühe im Stall gegenseitig mit den Hörnern verletzen. Wir besprachen, was zu tun sei und produzierten schliesslich einen Kuhhornschutz mit einer Kunststoffkugel an der Hornspitze. Diese Kugel war übrigens gar nicht so einfach herzustellen.»

Ein anderer Kunde kommt aus dem Lebensmittelsektor. «Die Firma produziert einfarbige Kuchen. Doch der Kunde wollte fortan auch zweifarbige Kuchen anbieten. Das bedingt eine angepasste Abfüllanlage, die sich sowohl für ein- als auch für zweifarbige Kuchen eignet. Wir aktivierten unsern ‚think tank’, präsentierten ein entsprechendes Modell und lösten damit ein weiteres Menschheitsproblem.»

Beispiele noch und noch
Das Branchenspektrum ist tatsächlich sehr breit: Dezente Beleuchtungskörper für Kirchen. Höchstpräzise Einzelteile für Porsche, BMW und Sauber. Selbst die Medizin beansprucht das Knowhow des Schinznacher Unternehmens, zum Beispiel für Wirbelsäulen-Implantate oder für Manipulierteile, die bei Hüftoperationen zum Einsatz kommen.

Medizinische Manipulierteile, die bei Hüftoperationen zum Einsatz gelangen

Pumpengehäuse, aus einem einzigen Werkstück hergestellt

Anspruchsvolle Frästeile. Beim weissen Bogen handelt es sich um den im Text erwähnten Bogen der Banderoliermaschine

Wirbelsäulen-Implantate

Regulier- oder Drehknopf. Kunststoffteile lassen sich in unterschiedlichsten Farben herstellen

Daniel Lienammer, Geschäftsführer bei Amsler & Frey

Sie müssen ein Erfolgsrezept haben. Verraten Sie es uns?
Tja, gewusst wie! Wir befinden uns in einem Nischengeschäft. Seit beinahe 50 Jahren hat sich unsere Firma eine Kernkompetenz aufgebaut, wie sie sonst kaum jemand ausweist. Dann ist es die Trocken-Bearbeitungsmethode, welche die Gefahr von chemischen oder physikalischen Veränderungen des Materials ausschliesst.

Haben Sie noch ein weiteres schönes Beispiel?
Da mute ich Ihnen zwei Monsterwörter zu. Nämlich den «Bandeinschussbogen» von «Banderoliermaschinen». Das sind Verpackungsmaschinen, die über einem «Tisch» einen Bogen haben. Also: Sie legen ein Paket auf den Tisch, drücken ein Knöpfchen, und fsssst-fsssst! ist das Paket mit einem weisslichen Kunststoffband fest verschnürt. Dieses Band wird über den Bogen geführt. – Der Bandeinschussbogen bestand ursprünglich aus acht Einzelteilen, nämlich aus vier gebogenen und vier geraden Elementen. Daraus resultierten immer wieder Pannen: die Teile passten nicht genau, das Band sprang heraus … Unter Einbezug unseres Fachwissens konstruierte der Kunde deshalb einen Bandeinschussbogen aus einem einzigen Stück. Als Besonderheit musste die Oberfläche rau sein; eine glatte Oberfläche hätte zu statischer Aufladung geführt, wenn das Verpackungsband darüber zischt.

Daniel Lienammer legt eine Pause ein, prüft, ob er verstanden wurde und sagt mit einem Anflug von Berufsstolz: «Das ist eine tolle Sache.» – Stimmt! Und wenn ich das nächste Mal ein tadellos baneroliertverschnürtes Paket bekomme, denke ich bestimmt an die Firma Amsler & Frey.

Kontakt

Amsler & Frey AG
Feldstrasse 26
CH-5107 Schinznach-Dorf

T +41 56 463 60 70
F +41 56 463 60 79

info@amsler-frey.ch
www.amsler-frey.ch

11000 Jahre alter Spielverderber

Wenns im Kanton Glarus rumpelt, tut man gut daran, den Kopf einzuziehen. Kleinere und grössere Bergstürze sind dort nichts Ungewöhnliches. Ein letztes solches Grossereignis war der Bergsturz von Elm am 11. September (nine/eleven!) im Jahr 1881. 114 Menschen kamen um; 83 Gebäude wurden vollständig zerstört.

Etwa vor 11000 Jahren ereignete sich auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Glarus Süd, zwischen Glarus und Schwanden, ein gewaltiger Bergsturz. Die Geologen kennen ihn unter dem Namen Glärnisch-Guppen. Das Gestein wälzte sich ins Tal und bildete bei Schwanden einen keilförmigen Schutthügel. An gleicher Stelle brachen 1593 und 1594 nochmals Felsmassen aus der Glärnischwand.

Doch was kümmern Ereignisse, die so weit zurückliegen?

Erstens kommt es anders
Ein Konsortium mehrerer Energieunternehmen und der öffentlichen Hand legte der Glarner Regierung ein Projekt vor, das die Wasserkraft des Sernf und des Niederenbachs nutzen will. Es geht um ein Gefälle von 36 Metern zwischen Schwanden und Mitlödi. In einem etwa 1700 Meter langen Stollen, Durchmesser 3 Meter, soll das Wasser auf die Turbinen strömen. Die Betreiber haben eine Produktionsleistung von 21 Millionen kWh berechnet. Im Frühjahr 2016 sollte alles betriebsbereit sein. Sollte …! Der prähistorische Bergsturz machte den Planern einen dicken Strich durch die Rechnung.

Trotz sorgfältiger geologischer Abklärungen erwies sich der zu durchbohrende Schuttkegel als völlig unberechenbar. Eine Microtunnelingmaschine arbeitete sich von Mitlödi aus in steigendem Vortrieb in den Berg. Dahinter schoben Hochdruckpressen die 43 Tonnen schweren Röhrenelemente aus Beton ins Loch, eines nach dem andern. Gute 1150 Meter lang klappte das weitgehend; auftretende Schwierigkeiten bekam man in den Griff. Doch dann der Stillstand. In der offiziellen Mitteilung steht: «Am 17. Juli 2015 musste der Rohrvortrieb bei Tunnelmeter 1299 eingestellt werden.» Tönt harmloser, als es in Tat und Wahrheit ist. Rund 300 gewaltige Röhren stecken im Berg fest, zuvorderst die Bohrmaschine. Der Bohrkopf ist zwar noch drehbar, aber der Rohrstrang ist blockiert und lässt sich nicht mehr vorwärts schieben.

Materialdepot und Abstiegsschacht zum Stolleneingang (Bildmitte)

Die Armierungseisen sind in ihrer Form genau dem Tunnelquerschnitt angepasst

Stolleneingang in Schwanden
Blick in den Stollen

Braun getrübtes Wasser fliesst aus dem Bohrloch (oben)

Lasertechnik gewährt eine genaue Ausrichtung des Stollenvortriebs

Baustellenchef Christian Ris macht sich ein Bild vom Baufortschritt

Gegenangriff
Die Bauherrschaft «Kraftwerk Doppelpower AG» suchte die Unterstützung von qualifizierten Tunnelbauern. Diese fand sie beim Aarauer Bauunternehmen Rothpletz, Lienhard + Cie AG, unter dessen Federführung sich eine Arbeitsgemeinschaft mit zwei weiteren Firmen gebildet hat. Die Männer arbeiten sich jetzt im fallenden Gegenvortrieb von Schwanden her auf die Maschine zu, die im Bergsturzmaterial festsitzt. Nach rund 360 Metern werden sie auf die Microtunnelingmaschine stossen, sie bergen und die noch fehlenden Betonrohre versetzen.

Rein ins Loch
Baustellenchef Christian Ris von Rothpletz, Lienhard + Cie AG geht voran. «Setzen Sie den Helm auf. Ich zeige Ihnen die Situation.» Mehrere Gerüsttreppen führen zum Stollenportal hinunter. Seit Bohrbeginn im Juli 2016 sind noch keine hundert Meter geschafft. Lärm. Staub. Und vor allem: Wasser. Grosse Pfützen am Boden, und aus dem jüngsten Bohrloch fliesst armdick eine braune Brühe aus dem Berg. Der Vortrieb geschieht im Grundwasser. Und wie man sieht, schwemmt dieses den Flussschotter gehörig aus. Im schlimmsten Fall könnte dies dazu führen, dass der Baugrund kollabiert.

Also dichten die Mineure auch kleinste Wasserläufe ab. Eine überaus zeitaufwändige Arbeit, denn die Männer verfüllen alle Poren und Ritzen im kiesigen Baugrund. «Es ist zu schaffen, aber Zeit- und Finanzaufwand sind beträchtlich.» – «Was heisst das in Zahlen? Wann sind Sie fertig? Und was kostet das Ganze?» – «Derzeit sind die Kosten und der Zeitbedarf schwierig abzuschätzen. Der Berg wird es zeigen.»

Kontakt
Rothpletz, Lienhard + Cie AG
Schiffländestrasse 35
5001 Aarau

T +41 62 836 91 11
rlinfo@rothpletz.ch
www.rothpletz.ch

Risotto zum Abstechen? Nein danke!

Ein unternehmungslustiger Jüngling. Wie seine Kollegen, so hätte auch er gern ein Töffli. – Töfflibuebe! «Kannst du haben. Aber verdienen musst du es dir selbst.» Also nahm Adrian Ferienjobs im Würenloser Fressbalken an. Simple Arbeiten um Süsswaren und Glaces. Er stellte sich geschickt an und wurde «befördert». Jetzt durfte er sogar bei der Zubereitung von Patisserie und Torten helfen. «Das gefiel mir auf Anhieb.» Das Töffli stand in der Garage, die Berufswahl war entschieden. Adrian Dort wollte Konditor/Confiseur werden.

Bereits als 25-Jähriger machte er sich selbständig. In Fislisbach eröffnete er eine Bäckerei/Konditorei und gleichzeitig ein Café. Heute beschäftigt er hier und in der Filiale Berikon 28 Mitarbeitende. Das Geschäft läuft, auch weil Dort immer offen war für Neues, für Ungewöhnliches. So gibts in den beiden Cafés seit jeher nicht nur Crèmeschnitten, Gipfeli und Schwarzwäldertorten, sondern auch Mittagsmenüs.

Gastronomie auf Schienen
Irgendwann wurde Nadya Tiraboschi auf den innovativen Gastronom aufmerksam. Gut möglich, dass die Lage von Dorts Café in Berikon ausschlaggebend war, befindet es sich doch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof der BDWM. Bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn ist Tiraboschi unter anderem verantwortlich für die Genuss- oder Extrafahrten. Sie beinhalten immer ein gastronomisches Angebot. Die Namen erklären sich selbst: Mutschälle Zmorge, Fondue- und Raclettefahrt, *Tessiner Nacht mit Risotto oder Stubete mit Älplermagronen.

Die Ideen wären da. Aber die Umsetzung? Wie will man in einem Nostalgiezug, der allein für den Personentransport konzipiert ist, Älplermagronen oder Risotto zubereiten? Und zwar so, dass es schmeckt. Als Militärveteran fällt einem da die gute alte Kochkiste ein. Adrian Dort winkt ab: «Risotto aus der Kochkiste? Da musst du deine Portion mit dem Spaten abstechen. Nein, das geht gar nicht.»

Also startete er Versuche mit einem mobilen Gasrechaud. Besser, aber nicht befriedigend. Dazu das Gefahrenmoment, denn die ganzen Kochutensilien sind ja nicht rutschfest. «Ich gebe nie klein bei; ich suche immer nach Alternativen.» Gerade in qualitativer Hinsicht gibt sich Dort nicht mit Halbheiten zufrieden. Lauwarmer Kaffee, pappige Speisen – kommt nicht infrage. «Den Fahrgästen ist es egal, ob sich die Zubereitung der Speisen nur schwer bewerkstelligen lässt. Sie wollen etwas Feines auf dem Teller. Dafür haben sie bezahlt.»

Adrian Dort, Konditor/Confiseur

Heureka
Jetzt bereitet Adrian Dort die Speisen in seinem Café in Berikon vor. Exakt auf die Einfahrt des Zuges. Sämig statt pappig. Mmmmmh statt uäh. Da hat Dort als ehemaliger Koch-Olympiasieger einen Namen zu verteidigen! Am Schluss gibt es nur Gewinner: die Fahrgäste, die BDWM und Adrian Dort.

Egal, ob kalendarisch festgelegte Sonderfahrten oder solche für Privatgesellschaften und Firmenanlässe: Den gastronomischen Teil übernimmt Adrian Dort. «Nadya Tiraboschi konfrontiert mich zuweilen mit sehr speziellen Extrawünschen. So nach dem Muster: Wie kann ich den Dort fordern? – Ich mag solche Herausforderungen.»

Grösster Wunsch: eine Steckdose
«Herr Dort, wenn Sie einen Wunsch an die BDWM frei hätten, wie würde der lauten?» – «Ich wünschte mir in den Nostalgiezügen eine Steckdose für die Kaffeemaschine. Es widerstrebt mir, Kaffee ohne Schümli zu servieren.» – «Und wo liegt das Problem?» – «Beim Transformator. Der käme etwa so teuer zu stehen wie einige zehntausend Kaffees …»

*Jetzt anmelden, Plätze reservieren und sich aufs Risotto vorfreuen. Hier gehts zum Anmeldeformular.

Kontakt

BDWM Transport AG
Zürcherstrasse 10
CH-5620 Bremgarten

T +41 56 648 33 00
F +41 56 648 33 10

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Fenster altern – aber bitte nicht zu schnell!

«Mensch, das zieht ja wie im Hühnerstall. Bitte schliess doch das Fenster.» – «Was? Die Fenster sind alle geschlossen!»

Fenster sollen erfreuen, nicht ärgern. Bei guter Pflege fast ein halbes Jahrhundert lang. Fenster haben mehrere Funktionen. Sie lassen das Licht in die Wohnung. Sie ermöglichen die Zufuhr frischer Luft. Sie halten die Nässe ab. Sie schützen vor Durchzug. Und sie erschweren den Temperaturausgleich von Innen- und Aussenraum; sie isolieren die Wohnung. Alte, schlecht gepflegte Fenster werden diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Schlechte Fugen dichten nicht mehr ab; geschwächte Isolationen ermöglichen das Eindringen von Feuchtigkeit. Rissiger Lack führt zu Fäulnis des Fensterholzes.

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Hier ist die Rede von der Lebensdauer verschiedener Fenster. Welchen Einfluss hat die Pflege? Was ist bei Schäden, Beeinträchtigungen zu tun? Raoul Wettstein von der Theo Wernli AG, Fenster- und Holzbau, Thalheim, gibt Auskunft.

Es gibt Holz-, Holz/Aluminium- und Kunststofffenster. Welchen Einfluss haben die Materialien auf die Lebensdauer?
Fenster haben unabhängig vom Material eine Lebenserwartung von 30 Jahren. Mit alten Fenstern lässt sich allerdings kein Minergie-Standard erreichen. Heutige Fenster isolieren grundsätzlich sehr gut; man spart Heizkosten. Auch punkto Stabilität – Stichwort Einbruchschutz – gibt es laufend Verbesserungen. Für optimale Werte empfiehlt es sich deshalb, die Lebensdauer der Fenster nicht allzu sehr auszureizen.
Die Kombination Holz/Aluminium garantiert gegenüber Holz einen verbesserten Schutz vor Nässe und andern Umwelteinflüssen. Dadurch steigt die Lebenserwartung.
Kunststofffenster sind zwar günstiger, aber die UV-Strahlung und die Abgas-Einwirkungen setzen ihnen mehr zu, und das verkürzt die Lebensdauer. Allerdings kommen immer wieder neue Kunststoffe auf den Markt mit verbesserten Werten.

Eiche, Föhre, Fichte – welche Holzart empfehlen Sie?
Ganz einfach: Je härter das Holz, desto resistenter ist es. Eiche ist widerstandsfähiger als Fichte. Bei guter Pflege spielt die Holzart jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Aus unserer Praxis kenne ich keine massiven Schädigungen von Holzfenstern. Höchstens solche, die beim Einbau passiert sind.

Thema Fensterpflege?
Fenster sind anspruchslos. Metallteile mit Autopolitur auffrischen, das Glas und die Holzteile einfach reinigen. Für die Beschläge empfehlen wir alle fünf bis sechs Jahre einen Service (Richten, Ölen, Fixieren), damit die Funktion erhalten bleibt. Es ist wie beim Auto. Wer es regelmässig in den Service gibt, darf für sein Fahrzeug eine längere Lebenszeit erwarten. Bei vielen unserer Kunden übernehmen wir diesen Service.

Woran erkennt man ein geschwächtes Fenster? Und wie ist damit umzugehen?
Geschädigte Fenster wackeln oder klemmen; sie sitzen nicht mehr einwandfrei im Rahmen. Weitere Merkmale sind Farb- oder Lackschäden, defekte und harte  Dichtungen, abgerissene Fugen zwischen Glas und Flügel, beschädigte Verglasungsgummis – alles Hinweise auf Handlungsbedarf.
Vieles lässt sich reparieren. Ein anderer Ansatz ist das Nachrüsten mit Aluminium-Abdeckungen. Allerdings empfiehlt es sich immer, eine einfache Rechnung anzustellen: Wie alt sind die Fenster? Was kostet die Reparatur? Wie gross ist der Nutzen? Unter Umständen ist es sinnvoller, noch einige Jahre zu warten und dann neue Fenster einzusetzen.

Vor 150 Jahren: Schon damals verbesserten bearbeitete Latten die Qualität und die Ästhetik der Fensterflügel. Zapfen hielten die Holzlatten zusammen
Eine Klammer presst das Flügelholz an den Fensterrahmen

Kitt hält das Glas (noch) im Fensterflügel

Im Querschnitt wird deutlich, wie schlecht das Rahmen- und das Flügelholz ineinander greifen

Querschnitt eines modernen Fensters: ein ausgeklügeltes System aus Holz-, Aluminium-, Kunststoff- und Gummiteilen

Die Beschläge sind so stabil, dass die Fenster passgenau in den Rahmen greifen

Die Aluminiumteile schützen das Holz und verhindern das Eindringen von Wasser

Ungefährer Anteil neu hergestellter Fenster:
Diese Zahlen basieren auf Branchenumfragen sowie auf Angaben des Bundesamts für Statistik.

  • 50% aus Kunststoff
  • 40% aus Holz/Metall
  • 10% aus Holz

Zur Lebensdauer von Fenstern macht der Verband keine abschliessenden Angaben. Er spricht von der «Gebrauchsdauer», die unabhängig vom Material bei 25 Jahren liegt. Die effektive Lebensdauer hängt von einer ganzen Reihe äusserer Faktoren ab, zum Beispiel von der Exposition des Fensters, der Pflege, der Fensterumgebung, der Gebrauchsintensität oder dem Zweck, den die Fenster erfüllen sollen.

Kontakt
Theo Wernli AG

Fenster- und Holzbau
Hegi 300
5112 Thalheim

T +41 56 443 12 15
info@wernli-fensterbau.ch
www.wernli-fensterbau.ch

Bilder einer Firma

Jener Mann, der im Übergwändli in der Werkhalle unterwegs ist, will nichts Besonderes sein. Starke Persönlichkeiten benötigen kein gestärktes Hemd, um als Chef respektiert zu werden. Claude Werder unterscheidet Vordergründiges von wahrhaft Wichtigem. Er stellt seine Leute an topmoderne Maschinen. Er traut ihnen zu, absolut präzise Arbeit im Tausendstelbereich zu leisten. Er behandelt sie nicht als «Untertanen», sondern als Menschen mit Berufsstolz. Er anerkennt ihre Leistungen und betrachtet die zugesprochenen Preise als Verdienst des ganzen Teams.

Ohne Zweifel liegt in all dem einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg der Werder Feinwerktechnik. Seit 60 Jahren behauptet sich Samuel Werder AG in guten wie in schwierigen Zeiten auf dem Markt. Zuerst in Schinznach-Bad, seit 2000 in Veltheim. Die Firma hat sich einen Namen geschaffen, der bis ins benachbarte Ausland gedrungen ist. Das erwirtschaftete Kapital wandert nicht in die Schatulle der Chefetage, sondern wird umgehend in die Firma reinvestiert. Neuerungen aufgeschlossen und willens, den Qualitätsstandard auf höchstmöglichem Niveau zu halten: das zeichnet die Firma ebenso aus wie ein entspanntes Betriebsklima. Es gilt als Privileg, bei Werder zu arbeiten.

Die nachfolgende Bildstrecke mag das illustrieren.

Firmengründer Samuel Werder mit Gattin Elisabeth. Aufnahme 2007 anlässlich «50 Jahre Samuel Werder AG».

Aus den frühen Jahren: Die mechanische Werkstatt der Samuel Werder AG am alten Standort in Schinznach-Bad.

Ab 1998 liegt die Leitung der Firma in der Verantwortung von Claude Werder.

Claude Werder liefert in der Rolle eines Chauffeurs einen Auftrag aus. Der Lagerist ruft: «Du kannst die Ware dort abladen.» – «Nicht zuerst durch eure Kontrolle?» – «Nicht nötig. Werders Arbeiten sind immer in Ordnung.»

2008 wird die Firma Werder mit dem Sozialpreis der Aargauer Landeskirchen ausgezeichnet. Firmengründer Samuel Werder (Bildmitte) nimmt den Preis entgegen.

Eines von vielen Teilen, für die Humanchirurgie und die Veternärmedizin: ein Implantat für Hunde. Es hilft, eine schlechte Beinhaltung zu korrigieren und Hüftproblemen vorzubeugen.

Im Jahr 2013 wird die Firma Werder mit dem This Priis für die berufliche Integration von Menschen mit einer Behinderung ausgezeichnet.

Die neue Werkhalle – hier ein Panoramabild aus der Bauphase – wurde im Jahr 2015 eingeweiht.

Der Solothurner Künstler Paul Gugelmann stellt etwa ein Dutzend seiner Werke bei Werder aus, hier «Der Lauf der Welt». Claude Werder sagt: «Uns verbindet die Freude an der Feinmechanik und der Wille zur Präzision.»

Ein Werkstück für die Feinstmesstechnik: Windschutzring aus Aluminium für Hochpräzisionswaage, die im Millionstelgramm-Bereich messen kann.

Immer wieder besuchen Firmenvertreter, Behördenmitglieder und weitere interessierte Personen den Betrieb.

2015 gewann Samuel Werder AG den Aargauer Unternehmenspreis. Der Erfolg der Firma ist nicht zuletzt auf das gute familiäre Einvernehmen zwischen den Generationen zurückzuführen.

Für ein Laserstrahl-Gehäuse stellte Werder ein komplexes, vernickeltes und vergoldetes Aluminium-Teil her. Bemerkenswert: Die Bohrung ist nicht rund, sondern elliptisch.
Der Maschinenpark wird laufend erneuert und erweitert. 2015 wird ein neues Fräs-Bearbeitungscenter angeliefert.

Lasertechnik bei Werder: Beschriftung eines neu hergestellten Werkstücks.

André Stäger wird per Ende März 2017 zum neuen Geschäftsführer und Technischen Geschäftsleiter befördert.

Raphael Vögtli ist seit Ende März stellvertretender Geschäftsführer und gleichzeitig Kaufmännischer Geschäftsleiter.

So präsentieren sich die Firmengebäude der Firma Werder Feinwerktechnik AG im Jahr 2017.

Wo gearbeitet wird, fliegen Späne und Tropfen – so wird es auch in Zukunft in der Firma Werder der Fall sein.

Anlässlich der Verleihung des Aargauer Unternehmenspreises im Jahr 2015 vernahm das Auditorium einige hard facts zur Firma Samuel Werder AG: «Das Familienunternehmen steht in der zweiten Generation seit 1957 für Präzision, hohe Produktivität, Flexibilität und Zuverlässigkeit. Die Firma hat sich als Zulieferer anspruchsvoller Dreh- und Frästeile für die Hightech-Industrie spezialisiert. Dank hochqualifizierten Mitarbeitenden und einem topmodernen Maschinenpark von derzeit 71 CNC-Bearbeitungs- und 5 CNC-Messmaschinen auf einer Produktionsfläche von 4500 m2 erfüllt die Samuel Werder AG höchste Qualitätsansprüche. Für den Nachwuchs an Fachkräften sorgt die Ausbildung von 6 Polymechaniker-Lernenden.»

Kontakt
Samuel Werder AG

Werdstrasse 2
5106 Veltheim

T +41 56 463 66 00
info@werder-ag.ch
www.samuelwerder.ch

Poliermaschine im Streik

Ein unangenehmer Geruch hängt im Raum. «Sofort lüften, alle Fenster auf!» Doch die Wirkung ist nur momentan. Es riecht – Entschuldigung! – nach Fäkalien. «Hausmeister, was ist da los?» Der Mann geht der Sache nach: Die Ventilation auf dem Dach ist defekt und lässt sich nicht dazu bewegen, ihren Streik zu beenden und wieder Frühlingsdüfte ins Haus zu bringen. – So geschehen in einem grossen Dienstleistungsunternehmen der Region Brugg.

Tatort Garagentor. Üblicherweise lässt es sich per Fernbedienung öffnen. Aber heute tut es keinen Wank. Ärger. Der Griff zum Telefon, die Stimme im Spannungsfeld zwischen Verzweiflung und «not amused». Der Servicemonteur rückt subito aus und bringt die Sache ins Lot: Die Batterie der Fernbedienung war verbraucht …

Endlich Ferien. Das Schulhaus bleibt leer. Zeit, um Klassenzimmer zu modernisieren. Diesmal geht es um die Installation und die Inbetriebnahme von Beamern. Keine Notfallübung, sondern eine Arbeit, die sich genau terminieren liess. Auch dies ein Job für die Serviceabteilung von Jost Elektro.

Die Service-Flotte
Insgesamt 40 Mitarbeiter – 15 von ihnen Lehrlinge! – sind bei Jost Elektro unterwegs, um solche Serviceaufträge zu erledigen. Eine ganze Flotte voll ausgerüsteter Fahrzeuge steht bereit, für alle Eventualitäten gerüstet. Die Elektromonteure sind bestausgebildete Allrounder. Wie peinlich, wenn einer zugeben müsste: «Tut mir leid; ich weiss nicht, wie ich Ihren neuen Backofen anschliessen muss.» Mit dem Kundenservice baut sich die Firma ihr Renommee auf, mit der Kompetenz und – mit dem Auftreten der Mitarbeiter. Ein unhöflicher Rüpel, der mit seinen Dreckschuhen den Teppich malträtiert, gibt ein schlechtes Bild ab. Sei er fachlich noch so kompetent – seine Firma bekommt bestimmt keinen zweiten Auftrag.

Die Monteure der Firma Jost Elektro arbeiten auch im industriellen Kontext. Sie erfüllen Serviceverträge für Maschinen, sanieren Beleuchtungsanlagen, installieren Starkstromleitungen. Da war zum Beispiel eine Firma, die auf Kücheneinrichtungen spezialisiert ist. Spülabdeckungen auf Hochglanz. Funkeln muss das. Ohne eine Poliermaschine in Höchstform geht da gar nichts. Doch plötzlich beklemmende Stille. Die Poliermaschine will nicht mehr. Ende Feuer, aus, finito. Alles Zureden und Klopfen und Riegeln umsonst. Der ganze Produktionsablauf stockt. Das kostet Geld und Nerven, und zwar nicht zu knapp! Doch dann die wundersame Entwicklung: Der Elektromonteur tritt auf den Plan, sucht und findet die Ursache des Übels. Wenig später ist die Sache geritzt; die Poliermaschine tut wieder ihren Dienst.

Ein riesiger Fächer
Der Boiler heizt nicht auf. Auf dem Festgelände braucht es Stromanschlüsse. Das Kühlgerät in der Lebensmittelfirma versagt seinen Dienst – alles Aufgaben für die Serviceabteilung. Thomas Birrer, deren Chef, bekennt freimütig: «Manchmal kommen wir auch an unsere Grenzen, besonders dann, wenn es um komplexe Maschinen im industriellen Bereich geht. Dann muss der Spezialist her. Doch auch in solchen Fällen sind unsere Leute in der Lage, die Schadenursache einzugrenzen und überbrückende Massnahmen zu ergreifen.»

Die Servicemonteure kennen sich im gewerblichen, privaten und öffentlichen Umfeld aus. Sie reparieren, installieren, unterhalten. Jederzeit, überall, uneingeschränkt. Im Notfall auch mitten in der Nacht oder am Weihnachtstag*.

Und dann war da noch jene Person, die einen Jost-Mitarbeiter aufbot, weil die Gegensprechanlage «nicht funktionierte». – Das falsche Knöpfchen gedrückt …

* 24-Stunden Pikett-Service: 058 123 88 88

Kontakt
Jost Elektro AG

Wildischachenstrasse 36
5200 Brugg

Standort BruggThomas Birrer058 123 8956
Standort BadenAdrian Scherrer058 123 8858
Standort Mörigen-WildeggMarc Eigenmann058 123 8857
Standort FrickUrs Urech058 123 8869
Standort OltenUrs Urech058 123 8869
Standort LenzburgMartin Schmidmeister058 123 8853

brugg@jostelektro.ch
www.jostelektro.ch